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Husemannstraße: Verlauf, Lage und Anbindung

Die Husemannstraße am Kollwitzplatz: wo sie verläuft, wer Walter Husemann war, warum sie bis 1952 Hochmeisterstraße hieß und warum alle 16 Häuser unter Denkmalschutz stehen.

Inhalt (8 Abschnitte)
  1. Wo verläuft die Husemannstraße?
  2. Wer war Walter Husemann?
  3. Warum hieß die Straße früher Hochmeisterstraße?
  4. Welche Häuser stehen unter Denkmalschutz?
  5. Was hat die DDR in den 1980er Jahren aus der Straße gemacht?
  6. Wie kommst du zur Husemannstraße?
  7. Häufige Fragen zur Husemannstraße
  8. Quellen

Die Husemannstraße ist eine kurze Wohnstraße im Kollwitzkiez in Prenzlauer Berg mit der Postleitzahl 10435. Sie führt von der Danziger Straße zur Wörther Straße am Kollwitzplatz. Bis 1952 hieß sie Hochmeisterstraße. Alle 16 Mietshäuser aus den Jahren 1877 bis 1893 stehen unter Denkmalschutz.

Die Husemannstraße ist kaum mehr als ein Häuserblock lang, aber eine der bekanntesten Straßen von Prenzlauer Berg. Alle Mietshäuser aus der Gründerzeit sind erhalten und stehen unter Denkmalschutz, und in den 1980er Jahren war die Straße Teil der Altbau-Rekonstruktion in Ost-Berlin. Auf dieser Seite erfährst du, wie die Straße verläuft, wer Walter Husemann war, welche Häuser geschützt sind und was von der DDR-Rekonstruktion bis heute zu sehen ist.

  • Ortsteil: Prenzlauer Berg, Bezirk Pankow, Postleitzahl 10435
  • Verlauf: Danziger Straße bis Wörther Straße und Kollwitzplatz, Querstraße Sredzkistraße
  • Name seit 31. Januar 1952, vorher Hochmeisterstraße (1877–1952)
  • Namensgeber: Walter Husemann (1909–1943), Widerstandskämpfer der Roten Kapelle
  • Denkmalschutz: Mietshäuser Nr. 1 bis 16 als Teil des Ensembles Kollwitzplatz

Wo verläuft die Husemannstraße?

Nach dem Straßenverzeichnis von Kauperts verläuft die Straße von der Danziger Straße bis zur Wörther Straße am Kollwitzplatz. Die geraden Hausnummern liegen rechts, die ungeraden links. Etwa in der Mitte kreuzt die Sredzkistraße; an dieser Ecke stehen die Häuser Nummer 15 und 16, die in der Denkmaldatenbank zugleich unter ihrer Adresse an der Sredzkistraße geführt werden.

Die Straße ist Teil des Kollwitzkiezes. Die beiden Eckhäuser am Südende, Husemannstraße 1 und 2, tragen zugleich die Adressen Wörther Straße 36 und 35 und schauen direkt auf den Kollwitzplatz. Zum selben Ensemble wie der Platz gehören auch Häuser an der Kollwitzstraße, dazu gleich mehr.

Wer war Walter Husemann?

Walter Husemann wurde am 2. Dezember 1909 in Ellerbek bei Kiel geboren und ging in Berlin zur Schule. Kauperts zeichnet seinen Lebensweg nach: Von 1924 bis 1928 lernte er Werkzeugmacher, trat früh dem Kommunistischen Jugendverband bei und war in Pankow für Agitation und Propaganda zuständig. Ab 1928 war er Mitglied der KPD und schrieb vor allem Gerichtsberichte für die «Rote Fahne». 1931 leitete er die Antifaschistische Junge Garde des Bezirks Berlin-Brandenburg.

Nach 1933 arbeitete Husemann illegal gegen das NS-Regime. Am 26. November 1936 wurde er zusammen mit seiner Frau und seinem Vater verhaftet und in die Konzentrationslager Sachsenhausen und 1937 Buchenwald gebracht. Nach seiner Entlassung Ende 1938 schloss er sich der Widerstandsorganisation um Harro Schulze-Boysen und Arvid Harnack an, die als Rote Kapelle bekannt wurde. Die Gestapo verhaftete ihn am 19. September 1942. Am 26. Februar 1943 wurde er zum Tode verurteilt und am 13. Mai 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Warum hieß die Straße früher Hochmeisterstraße?

Von 1877 bis 1952 hieß die Straße Hochmeisterstraße. Gemeint war der Hochmeister, das oberste Amt im Deutschen Orden. Am 31. Januar 1952 bekam sie den Namen des Widerstandskämpfers.

Wann welches Haus entstand, lässt sich an den Einträgen der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts ablesen. Für das Eckhaus Nummer 1 an der Wörther Straße nennt sie den Baubeginn 1877 und als Entwurfsverfasser G. Böhme. Die übrigen Häuser sind überwiegend zwischen 1884 und 1890 datiert, das jüngste ist die Nummer 12, 1892 bis 1893 nach Entwurf von Paul Höfchen gebaut. Die gesamte Straße war also innerhalb von rund 15 Jahren bebaut.

Welche Häuser stehen unter Denkmalschutz?

Die Antwort ist ungewöhnlich einfach: alle. Die Denkmaldatenbank führt jedes Mietshaus von Nummer 1 bis 16 als eigenen Eintrag und ordnet die ganze Straße dem Ensemble Kollwitzplatz zu. Zu diesem Ensemble gehören außerdem Häuser an der Kollwitzstraße, der Knaackstraße, der Sredzkistraße, der Wörther Straße und der Platz selbst.

Ein kleines Detail lohnt den Blick: An der Kreuzung mit der Sredzkistraße steht eine Litfaßsäule mit Transformatorensäule, die die Datenbank auf um 1910 datiert, mit dem Vermerk «Umbau 1987». Als Literatur nennt der Eintrag unter anderem eine Dissertation über die «komplexe sozialistische Rekonstruktion» von Altbaugebieten in Ost-Berlin und eine Arbeit von Hans Stimmann zur Stadterneuerung in Ost-Berlin aus dem Jahr 1988.

Was hat die DDR in den 1980er Jahren aus der Straße gemacht?

Die Denkmaldatenbank verknüpft die Straße ausdrücklich mit der «komplexen sozialistischen Rekonstruktion», mit der die DDR in den 1980er Jahren Altbaugebiete in Ost-Berlin instand setzte: Der Eintrag zur Litfaßsäule vermerkt den Umbau 1987 und verweist auf Literatur zu genau diesem Programm. Wie die Straße in dieser Zeit aussah, zeigt der Kurzfilm «Wessen Straße ist die Straße?», den Jens Becker 1988 an der Filmhochschule Potsdam gedreht hat. Er ist im Internet Archive frei abrufbar und damit eine der wenigen leicht zugänglichen Bildquellen zur Straße vor der Wende.

Vieles, was über die Husemannstraße in den 1980er Jahren erzählt wird, lässt sich mit frei zugänglichen Primärquellen nicht sauber belegen: etwa, dass sie pünktlich zur 750-Jahr-Feier Berlins 1987 fertig wurde, dass sie Staatsgästen gezeigt wurde, oder welche kleinen Museen damals in welchen Häusern lagen. Wir lassen diese Details deshalb weg, bis wir sie belegen können. Gesichert ist: Die Häuser stammen aus den Jahren 1877 bis 1893, stehen heute unter Denkmalschutz, und die Straße wurde in den 1980er Jahren rekonstruiert.

Am Südende liegt der Kollwitzplatz. Donnerstags und samstags finden dort Wochenmärkte statt; Zeiten und Angebot stehen in unserer Übersicht zum Wochenmarkt am Kollwitzplatz.

Wie kommst du zur Husemannstraße?

Einen Bahnhof direkt an der Straße gibt es nicht. Kauperts nennt die U2 mit den Bahnhöfen Eberswalder Straße und Senefelderplatz sowie die Straßenbahnlinien M2 und M10. Von der Eberswalder Straße erreichst du das Nordende an der Danziger Straße, vom Senefelderplatz aus bist du schneller am Kollwitzplatz. Die Straße liegt im Tarifbereich A.

Häufige Fragen zur Husemannstraße

In welchem Bezirk liegt die Husemannstraße?

Die Husemannstraße liegt im Ortsteil Prenzlauer Berg und gehört zum Bezirk Pankow, die Postleitzahl ist 10435. Zuständig sind unter anderem das Finanzamt Prenzlauer Berg, das Amtsgericht Mitte und der Polizeiabschnitt A 15. Kauperts führt als ehemaligen Bezirk Prenzlauer Berg.

Nach wem ist die Husemannstraße benannt?

Nach Walter Husemann (1909–1943), einem Werkzeugmacher und Kommunisten, der gegen das NS-Regime kämpfte. Er gehörte zur Widerstandsgruppe um Harro Schulze-Boysen und Arvid Harnack, die als Rote Kapelle bekannt ist, und wurde am 13. Mai 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Den Namen trägt die Straße seit dem 31. Januar 1952.

Wie hieß die Husemannstraße früher?

Von 1877 bis 1952 hieß sie Hochmeisterstraße. Der Name bezog sich auf den Hochmeister, das oberste Amt im Deutschen Orden. Am 31. Januar 1952 wurde sie nach dem Widerstandskämpfer Walter Husemann umbenannt.

Stehen die Häuser der Husemannstraße unter Denkmalschutz?

Ja. Die Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts führt alle Mietshäuser mit den Nummern 1 bis 16 als Teile des Ensembles Kollwitzplatz. Sie sind zwischen 1877 und 1893 datiert. Dazu kommt die Litfaßsäule mit Transformatorensäule an der Ecke Sredzkistraße.

Wie komme ich mit Bus und Bahn zur Husemannstraße?

Kauperts nennt die U2 mit den Bahnhöfen Eberswalder Straße und Senefelderplatz sowie die Straßenbahnlinien M2 und M10. Von der Eberswalder Straße ist das Nordende an der Danziger Straße näher, vom Senefelderplatz das Südende am Kollwitzplatz. Die Straße liegt im Tarifbereich A.

Quellen

Namensgebung

Namensgeber
Walter Husemann (1909–1943)
Person
Benennung
1952-01-31
Hintergrund
Walter Husemann (1909–1943), Werkzeugmacher und KPD-Mitglied, gehörte zur Widerstandsorganisation um Schulze-Boysen und Harnack (Rote Kapelle). Er wurde 1942 von der Gestapo verhaftet und am 13. Mai 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Quellen

  1. kauperts.de · Web
  2. wikipedia.org · Web