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Invalidenstraße: Verlauf, Lage und Anbindung

Von der Brunnenstraße bis Alt-Moabit: Namensherkunft, Baudenkmale vom Hamburger Bahnhof bis zur Ackerhalle, der frühere Grenzübergang, Tram zum Hauptbahnhof und der Umbau nach 2019.

Inhalt (8 Abschnitte)
  1. Wo verläuft die Invalidenstraße?
  2. Woher hat die Invalidenstraße ihren Namen?
  3. Welche Baudenkmale stehen an der Invalidenstraße?
  4. Was geschah am Grenzübergang Invalidenstraße?
  5. Wie ist die Invalidenstraße an Bahn und Tram angebunden?
  6. Warum wurde die Invalidenstraße nach 2019 umgebaut?
  7. Häufige Fragen zur Invalidenstraße
  8. Quellen

Die Invalidenstraße verläuft von der Brunnen- und Veteranenstraße in Mitte bis zur Straße Alt-Moabit in Moabit. Benannt ist sie nach dem Invalidenhaus, das König Friedrich II. 1748 für versehrte Soldaten eröffnete. An ihr liegen der Hamburger Bahnhof, das Museum für Naturkunde und seit 2006 der Berliner Hauptbahnhof.

An der Invalidenstraße stehen einer der ältesten erhaltenen Bahnhöfe Deutschlands, eine Schinkel-Kirche, drei Institutsbauten der Kaiserzeit und der größte Kreuzungsbahnhof Europas, dazu lag hier ein Grenzübergang der Mauerzeit. Laut Kauperts Straßenführer folgte der Weg schon im 13. Jahrhundert dem alten Spandauer Heerweg. 1863 wurde der Abschnitt vom Hamburger Bahnhof bis zur Ulanenkaserne gepflastert, die Invalidenstraße war damit die erste Straße in Moabit mit Steinpflaster. Hier erfährst du, wo sie genau verläuft, welche Baudenkmale an ihr stehen und warum sie nach 2019 umgebaut wurde.

  • Verlauf: Brunnenstraße/Veteranenstraße bis Alt-Moabit
  • Ortsteile Mitte und Moabit, Bezirk Mitte, Postleitzahlen 10115 und 10557
  • Name um 1800, nach dem 1748 eröffneten Invalidenhaus
  • Hauptbahnhof offiziell eröffnet am 26. Mai 2006
  • Straßenbahn zum Hauptbahnhof seit 14. Dezember 2014

Wo verläuft die Invalidenstraße?

Die Invalidenstraße ist eine Ost-West-Achse im Norden der Innenstadt. Die Straße beginnt an der Kreuzung mit Brunnenstraße und Veteranenstraße, kreuzt am U-Bahnhof Naturkundemuseum die Chausseestraße, führt am Hauptbahnhof vorbei über den Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal und endet an der Straße Alt-Moabit. Die Hausnummern folgen dem Hufeisenprinzip: 1 bis 56 auf der einen Seite stadtauswärts, 57 bis 162 auf der anderen zurück.

Die ganze Straße gehört zum Bezirk Mitte, verteilt sich aber auf zwei Ortsteile. Die Nummern 1 bis 49 und 80 bis 163 liegen im Ortsteil Mitte mit der Postleitzahl 10115, die Nummern 50 bis 79 in Moabit mit 10557. Vor der Bezirksreform 2001 gehörte der Moabiter Teil zum Bezirk Tiergarten, was Kauperts unter «Ehemaliger Bezirk» noch verzeichnet. Wer eine Adresse sucht, sollte deshalb auf die Postleitzahl achten: Die Nummern 49 und 50 folgen zwar aufeinander, gehören aber zu verschiedenen Ortsteilen und Postleitzahlen.

Woher hat die Invalidenstraße ihren Namen?

Die Invalidenstraße ist nach dem Invalidenhaus benannt, einem Heim für Kriegsversehrte, das von 1745 bis 1748 gebaut wurde. König Friedrich II. eröffnete es am 15. November 1748. Es stand an der heutigen Scharnhorststraße 36/37, die bis 1859 Kirschallee hieß, und nahm Invaliden der beiden Schlesischen Kriege (1740–1742 und 1744–1745) mit ihren Familien auf. Die Bewohner fanden dort Unterkunft, Arbeit, Verpflegung, Kleidung und ärztliche Betreuung.

Einen genauen Benennungstag gibt es nicht. Kauperts hält fest, dass der Name auf den Karten um 1800 erscheint. An der Scharnhorststraße liegt auch der Invalidenfriedhof. Dort ist laut Kauperts General Tauentzien begraben, nach dem die Tauentzienstraße in der City West benannt ist.

Welche Baudenkmale stehen an der Invalidenstraße?

An der Invalidenstraße stehen mehrere Baudenkmale aus fast zwei Jahrhunderten, darunter der Hamburger Bahnhof von 1846/47, die Schinkel-Kirche St. Elisabeth und die Institutsbauten von August Tiede mit dem Museum für Naturkunde. Die folgende Übersicht stützt sich auf die Einträge der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts.

Ausgewählte Baudenkmale an der Invalidenstraße (Quelle: Denkmaldatenbank Berlin, abgerufen am 29.09.2026)
Bauwerk Hausnummer Bauzeit Entwurf
Elisabethkirche 3 1830–1835 Karl Friedrich Schinkel
Landwirtschaftliche Hochschule, Museum für Naturkunde, Geologische Landesanstalt und Bergakademie 42–44 1875–1889 August Tiede
Hamburger Bahnhof 50–51 1846–1847 Friedrich Neuhaus, Ferdinand Wilhelm Holz
Verwaltungsgebäude der Berlin-Hamburger Eisenbahn 52 1874–1875 Friedrich Neuhaus
Hotel Baltic 120–121 fertig 1911 Hans Bernoulli
Ackerhalle (Markthalle VI) 158 1886–1888 Hermann Blankenstein

Der Hamburger Bahnhof ist nach Angaben des Landesdenkmalamts der einzige erhaltene Berliner Kopfbahnhof aus der Frühzeit der Eisenbahn. Schon 1885 wurde er als Bahnhof geschlossen, ab 1906 zog das Verkehrs- und Baumuseum ein, seit 1996 zeigt die Nationalgalerie dort Gegenwartskunst. Das Nachbarhaus Nummer 52, das frühere Verwaltungsgebäude der Eisenbahngesellschaft, nutzt heute das Landessozialgericht.

Die Elisabethkirche wurde 1835 in Gegenwart der königlichen Familie geweiht. 1945 brannte sie nach einem Bombenangriff bis auf die Außenmauern aus und blieb bis 1991 Ruine, seit 2000 wird das Mauerwerk gesichert. Die Ackerhalle an der Ecke Ackerstraße ist eine von sechs erhaltenen Markthallen, die der Magistrat zwischen 1886 und 1892 errichten ließ.

Was geschah am Grenzübergang Invalidenstraße?

Von 1961 bis 1989 lag an der Invalidenstraße einer von neun innerstädtischen Grenzübergängen zwischen Ost- und West-Berlin, östlich der Sandkrugbrücke über den Kanal. Die Chronik der Mauer beschreibt dort einen der spektakulärsten Fluchtversuche: Am 12. Mai 1963 versuchten mehr als zehn Menschen, in einem mit Stahlplatten gepanzerten Omnibus die Sperren zu durchbrechen. Wenige Meter vor dem letzten Schlagbaum prallte der Bus unter Beschuss gegen eine Betonmauer, mehrere Flüchtlinge wurden schwer verletzt.

Wie ist die Invalidenstraße an Bahn und Tram angebunden?

Die Invalidenstraße ist seit 2006 die Zufahrt zum Hauptbahnhof. Die Deutsche Bahn eröffnete den Kreuzungsbahnhof offiziell am 26. Mai 2006, die ersten Züge fuhren zwei Tage später. Mehr zu Gleisen, Service und Umstiegen steht in unserem Überblick zum Berliner Hauptbahnhof.

Die Straßenbahn kam acht Jahre später. Mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2014 verlängerte die BVG die Linie M5 über Oranienburger Straße, Chausseestraße und Invalidenstraße bis zum Hauptbahnhof, neue Haltestellen sind unter anderem U Naturkundemuseum und Invalidenpark. Nach der damaligen Pressemitteilung von BVG und Senat sollten die Linien M8 und M10 vom Nordbahnhof aus folgen. Seit dem 9. September 2023 fährt die M10 laut Entwicklungsstadt Berlin weiter bis zum U-Bahnhof Turmstraße in Moabit.

Der U-Bahnhof der U6 an der Kreuzung mit der Chausseestraße heißt erst seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2009 Naturkundemuseum, vorher Zinnowitzer Straße. Den neuen Namen hatte das Museum über Jahre gefordert, wie der Tagesspiegel berichtete.

Warum wurde die Invalidenstraße nach 2019 umgebaut?

Am Abend des 6. September 2019 geriet an der Kreuzung Invalidenstraße und Ackerstraße ein SUV von der Fahrbahn auf den Gehweg. Nach Angaben der Polizei Berlin starben vier Menschen, zwei Männer, eine 64-jährige Frau und ein dreijähriger Junge. Das Gericht verurteilte den Fahrer im Februar 2022 zu zwei Jahren Haft auf Bewährung, berichtete die taz.

Der Unfall veränderte die Straße. Laut taz galt dort sofort Tempo 30. Zwischen Gartenstraße und Brunnenstraße ließ das Bezirksamt Mitte Parkplätze streichen und einen geschützten Radfahrstreifen von 2,35 Metern Breite anlegen, getrennt durch Poller; infraVelo nennt als Bauzeit das vierte Quartal 2020 bis erste Quartal 2021. Das Straßen- und Grünflächenamt Mitte nennt den Zweck: Radfahrende sollen nicht mehr gemeinsam mit Autos über die Straßenbahngleise in der Fahrbahnmitte fahren. Die ebenfalls angekündigten barrierefreien Haltestellenkaps für die Tram waren im Herbst 2022 noch nicht terminiert.

Häufige Fragen zur Invalidenstraße

Wo beginnt und wo endet die Invalidenstraße?

Die Invalidenstraße beginnt an der Kreuzung mit Brunnenstraße und Veteranenstraße in Mitte und endet im Westen an der Straße Alt-Moabit. Die Hausnummern 1 bis 56 laufen stadtauswärts, die Nummern 57 bis 162 auf der Gegenseite zurück.

Welche Postleitzahl hat die Invalidenstraße?

Die Nummern 1 bis 49 und 80 bis 163 haben die Postleitzahl 10115 und liegen im Ortsteil Mitte. Die Nummern 50 bis 79 gehören zu 10557 im Ortsteil Moabit. Zuständiger Bezirk ist für die ganze Straße Mitte.

Warum heißt die Straße Invalidenstraße?

Namensgeber ist das Invalidenhaus, das von 1745 bis 1748 gebaut und am 15. November 1748 von König Friedrich II. eröffnet wurde. Es nahm Kriegsinvaliden der Schlesischen Kriege und ihre Familien auf. Auf Karten um 1800 ist der Name Invalidenstraße bereits verzeichnet.

Welche Bahnen halten an der Invalidenstraße?

An der Straße liegen der Hauptbahnhof mit Fern-, Regional- und S-Bahn sowie der U5 und der U-Bahnhof Naturkundemuseum der U6. Auf der Straße fahren die Straßenbahnlinien M5, M8 und M10, die M10 seit 2023 weiter bis zum U-Bahnhof Turmstraße.

Was ist in der Invalidenstraße am 6. September 2019 passiert?

An der Kreuzung mit der Ackerstraße geriet ein SUV auf den Gehweg und erfasste eine Gruppe von Fußgängern. Vier Menschen starben, darunter ein dreijähriges Kind. Danach galt dort Tempo 30, und zwischen Garten- und Brunnenstraße entstand ein durch Poller geschützter Radfahrstreifen.

Quellen

Namensgebung

Namensgeber
Invalidenhaus
Sonstiges / unklar
Benennung
um 1800
Hintergrund
Das Invalidenhaus wurde 1745 bis 1748 gebaut und am 15. November 1748 von König Friedrich II. eröffnet. Es war Heimstätte für Kriegsinvaliden der Schlesischen Kriege und ihre Familien.

Quellen

  1. kauperts.de · Web
  2. wikipedia.org · Web