Badstraße: Verlauf, Lage und Anbindung
Vom Bahnhof Gesundbrunnen zur Schwedenstraße: Wo die Heilquelle lag, was vom Luisenbad und vom Marienbad geblieben ist und welche Denkmale an der Badstraße stehen.
Inhalt (7 Abschnitte)
Die Badstraße führt im Ortsteil Gesundbrunnen vom Bahnhof Gesundbrunnen an der Brunnenstraße bis zur Kreuzung von Schwedenstraße, Koloniestraße und Exerzierstraße. Der Name erinnert an das Heilbad an einer eisenhaltigen Quelle auf dem heutigen Grundstück Badstraße 39, das seit 1809 Luisenbad hieß. Die Hausnummern reichen von 4 bis 67, Postleitzahl 13357.
Die Badstraße ist die Hauptstraße des alten Gesundbrunnen. Die Straße setzt die Brunnenstraße jenseits des Bahnhofs fort, überquert die Panke und endet an der Schwedenstraße. Unter ihr fährt die U8, an ihr liegen das Gesundbrunnen-Center, eine Schinkel-Kirche, eine Wassermühle von 1843 und die Reste eines Vergnügungsviertels aus der Kaiserzeit. Die Denkmaldatenbank fasst den oberen Teil der Straße als Ensemble «Zentrum Gesundbrunnen» zusammen und nennt ihn den historischen Kern des Ortsteils. Wer den Namen verstehen will, muss rund 300 Jahre zurückgehen: zu einer eisenhaltigen Quelle, die dem ganzen Ortsteil seinen Namen gab.
- Verlauf: Brunnenstraße am Bahnhof Gesundbrunnen bis Schwedenstraße, Koloniestraße, Exerzierstraße
- Hausnummern 4 bis 67, Postleitzahl 13357, Ortsteil Gesundbrunnen, Bezirk Mitte
- Name seit Mitte des 18. Jahrhunderts, zuvor Brunnenweg (1722)
- Namensgeber: Heilquelle auf dem Grundstück Badstraße 39, ab 1809 Luisenbad
- U8: Gesundbrunnen (1930), Pankstraße (1977), weiter bis Osloer Straße
Wo verläuft die Badstraße?
Die Badstraße beginnt laut Kauperts an der Brunnenstraße am Bahnhof Gesundbrunnen und endet an der Kreuzung von Schwedenstraße, Koloniestraße und Exerzierstraße. Die Nummern 4 bis 41 liegen auf der einen Seite, 41A bis 67 laufen auf der anderen zurück. Die ganze Straße hat die Postleitzahl 13357 und gehört zum Ortsteil Gesundbrunnen im Bezirk Mitte; früher gehörte sie zum Bezirk Wedding.
Unterwegs kreuzt die Badstraße unter anderem die Behmstraße, die Stettiner Straße, die Pankstraße, die Prinzenallee und die Buttmannstraße. In Höhe der Gropiusstraße unterquert die U8 die Panke. Bis Ende des 19. Jahrhunderts kreuzte die Stettiner Eisenbahn die Straße ebenerdig, und zwar zwischen den Häusern Badstraße 15 und 16.
Woher hat die Badstraße ihren Namen?
Die Badstraße ist nach einem Heilbad benannt. Um 1700 wurde auf dem heutigen Grundstück Badstraße 39 eine eisenhaltige Quelle entdeckt, so der Kauperts-Eintrag zur Brunnenstraße; der Eintrag zur Badstraße nennt das Jahr 1701. Der Sage nach soll König Friedrich I. die Quelle selbst gefunden haben, merkt die Denkmaldatenbank an.
Bei den weiteren Jahreszahlen weichen die Quellen voneinander ab. Kauperts nennt 1758 als Jahr, in dem die Quelle zum «Friedrichsgesundbrunnen» ausgebaut wurde, die Denkmaldatenbank 1760 als Eröffnungsjahr des Heilbads. Den Namen Luisenbad, nach Königin Luise, trug das Bad laut Denkmaldatenbank und Kauperts-Eintrag zur Brunnenstraße seit 1809; der Eintrag zur Badstraße nennt dafür 1799. Versiegt ist die Quelle nach Denkmaldatenbank 1869, nach Kauperts 1882.
Die Straße selbst ist älter als ihr Name. Auf einer Karte von 1722 ist sie als namenloser Weg an der Pankemühle eingezeichnet, bis Mitte des 18. Jahrhunderts hieß sie Brunnenweg, seither Badstraße. Die Brunnenstraße vom Rosenthaler Tor zum Bad ließ Friedrich II. laut Kauperts 1752 anlegen.
Was ist vom Luisenbad an der Badstraße geblieben?
Vom Bad selbst steht nichts mehr, aber mehrere Bauten erinnern daran. Das Luisenhaus an der Badstraße 38 ließ der Bauunternehmer Carl Galuschki 1892 und 1893 errichten, auf dem Grundstück, auf dem das Brunnenhaus der versiegten Quelle stand. Im Giebelfeld der Seitenfront zeigt ein Relief das 1809 erbaute Brunnenhaus. Die farbigen Klinkerfassaden sind typisch für Galuschki.
Nebenan, an den Nummern 35 bis 39, gründete Ernst Gustav Otto Oscholinski 1874 auf dem Gelände des einstigen Heilbads das Marienbad, einen Vergnügungsbetrieb mit Festsaal, Biergarten, Café und Schwimmbad. Galuschki kaufte das Gelände 1885 und setzte 1888 ein Vestibül vor den Festsaal. Der Saal wurde 1982 abgebrochen. Durch das erhaltene Vestibül betritt man heute eine größtenteils unterirdische Stadtteilbibliothek, gebaut 1992 bis 1995 von Robert Niess und Rebecca Chestnutt. Das ist die Bibliothek am Luisenbad mit der Adresse Badstraße 39.
| Objekt | Adresse | Datierung laut Denkmaldatenbank |
|---|---|---|
| U-Bahnhof Gesundbrunnen, Empfangsgebäude | Badstraße 5, Behmstraße | 1930, Alfred Grenander und Alfred Fehse |
| Verwaltungsgebäude | Badstraße 10 | 1913–1915, Ludwig Hoffmann |
| Mietshaus | Badstraße 18, Stettiner Straße 65 | 1851, aufgestockt 1885 |
| Bankverein Gesundbrunnen | Badstraße 20 | 1908–1909, Johannes Kraaz |
| Marienbad | Badstraße 35, 36, 39 | 1874–1905, Carl Galuschki u. a. |
| Luisenhaus | Badstraße 38 | 1892–1893, Carl Galuschki |
| Panke-Mühle | Badstraße 40A | 1843 |
| Straßenbahnbetriebshof Gesundbrunnen | Badstraße 41A | 1891–1931 |
| St. Pauls-Kirche | Badstraße 50, 51 | 1832–1835, Karl Friedrich Schinkel |
Welche weiteren Denkmale stehen an der Badstraße?
Das älteste erhaltene Wohn- und Gewerbegebäude der Straße ist die Panke-Mühle an der Nummer 40A. An dieser Stelle lief seit 1714 eine Wassermühle, das heutige Haus entstand 1843 und 1844, nachdem das alte Mühlenhaus 1830 eingestürzt war. 1890 wurde die Mühle stillgelegt. Die St. Pauls-Kirche an der Ecke Pankstraße baute Karl Friedrich Schinkel 1832 bis 1835 als eine von vier Vorstadtkirchen, die König Friedrich Wilhelm III. stiftete. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg baute Hans Wolff-Grohmann sie 1952 bis 1957 wieder auf.
Verkehrsgeschichte schrieb der Betriebshof an der Badstraße 41A: Von hier fuhr ab 1873 Berlins erste Pferdebahnlinie zum Rosenthaler Platz, und 1895 startete zwischen Gesundbrunnen und Pankow die erste elektrische Straßenbahn Berlins. 1961 wurde der Betriebshof geschlossen, heute nutzt die BVG die Gebäude als Hauptwerkstatt für Busse. Wie aus dem Vorort eine Geschäftsstraße wurde, zeigen das zweigeschossige Haus Badstraße 18 von 1851, das 1885 aufgestockt wurde, und der Jugendstilbau des Bankvereins Gesundbrunnen an der Nummer 20 von 1908 und 1909.
Wie kommst du mit Bus und Bahn zur Badstraße?
Am Anfang der Badstraße liegt der Bahnhof Gesundbrunnen. Dort halten laut BVG die S-Bahn-Linien S1, S15, S2, S25, S26, S41 und S42, die U8, der Bus 247 und nachts der N8, dazu Regional- und Fernverkehr. Der U-Bahnhof Gesundbrunnen von 1930 war laut Denkmaldatenbank die erste Station des Berliner Nahverkehrs mit Fahrtreppen; sein nördliches Empfangsgebäude steht an der Badstraße 5.
Unter der Badstraße fährt die U8 weiter nach Norden. Die Strecke vom Gesundbrunnen zur Osloer Straße ging nach der Chronik Berliner Untergrundbahn am 5. Oktober 1977 in Betrieb und folgt durchgehend Badstraße und Schwedenstraße. Der U-Bahnhof Pankstraße wurde zugleich als Zivilschutzanlage gebaut und steht unter Denkmalschutz. An der Station Pankstraße hält außerdem der Bus M27. Mehr zum Ortsteil steht in unserem Überblick zu Berlin-Gesundbrunnen, den Endpunkt der Pankstraßen-Strecke beschreibt unser Beitrag zur Osloer Straße.
Häufige Fragen zur Badstraße
Wo verläuft die Badstraße?
Die Badstraße beginnt an der Brunnenstraße am Bahnhof Gesundbrunnen und führt bis zur Kreuzung von Schwedenstraße, Koloniestraße und Exerzierstraße. Die Hausnummern laufen laut Kauperts von 4 bis 41 und auf der Gegenseite von 41A bis 67 zurück.
Warum heißt die Badstraße so?
Der Name erinnert an das Heilbad an einer eisenhaltigen Quelle, die um 1700 auf dem heutigen Grundstück Badstraße 39 entdeckt wurde. Seit 1809 hieß das Bad Luisenbad. Die Quelle ist längst versiegt, an ihrem Standort steht heute die Bibliothek am Luisenbad.
In welchem Bezirk liegt die Badstraße?
Die Badstraße liegt im Ortsteil Gesundbrunnen und gehört zum Bezirk Mitte. Früher zählte sie zum Bezirk Wedding. Die Postleitzahl ist durchgehend 13357.
Welche U-Bahnhöfe liegen an der Badstraße?
Die U8 folgt der Badstraße unterirdisch. An ihrem Anfang liegt der U-Bahnhof Gesundbrunnen von 1930, auf halber Strecke der Bahnhof Pankstraße von 1977, und über die Schwedenstraße erreicht die Linie den Bahnhof Osloer Straße.
Wo war das Luisenbad?
Das Heilbad lag auf dem Gelände nördlich der Badstraße, das Brunnenhaus stand auf dem Grundstück Badstraße 38 und 39. Heute erinnern das Luisenhaus an der Badstraße 38 mit einem Relief des Brunnenhauses und die Bibliothek am Luisenbad an der Badstraße 39 daran.
Quellen
- Kauperts Straßenführer: Badstraße (abgerufen am 29.09.2026)
- Kauperts Straßenführer: Brunnenstraße (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank: Ensemble Zentrum Gesundbrunnen (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank: Luisenhaus (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank: Marienbad (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank: Panke-Mühle (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank: St. Pauls-Kirche (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank: Straßenbahnbetriebshof Gesundbrunnen (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank: Mietshaus Badstraße 18, Bankverein Gesundbrunnen und Badstraße 10 (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank: U-Bahnhof Gesundbrunnen und U-Bahnhof Pankstraße (abgerufen am 29.09.2026)
- Berliner Untergrundbahn: Pankstraßen-Strecke (abgerufen am 29.09.2026)
- BVG: Station S+U Gesundbrunnen und U Pankstr. (abgerufen am 29.09.2026)
- Stadtbibliothek Mitte: Bibliothek am Luisenbad (abgerufen am 29.09.2026)
- Gesundbrunnen-Center: Kontakt (abgerufen am 29.09.2026)
Namensgebung
- Namensgeber
-
Gesundbrunnen-Bad
Sonstiges / unklar - Hintergrund
- Benannt nach dem Heilbad an einer eisenhaltigen Quelle, die um 1700 auf dem heutigen Grundstück Badstraße 39 entdeckt wurde und seit 1809 Luisenbad hieß.
Quellen
- kauperts.de · Web
- wikipedia.org · Web