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Karl-Liebknecht-Straße: Verlauf, Lage und Anbindung

Vom Schloßplatz zum Prenzlauer Tor: wo die Karl-Liebknecht-Straße verläuft, welche vier Namen sie vorher trug, wer Karl Liebknecht war und was an der Straße steht.

Inhalt (9 Abschnitte)
  1. Wo verläuft die Karl-Liebknecht-Straße?
  2. Wer war Karl Liebknecht?
  3. Welche Namen hatte die Karl-Liebknecht-Straße früher?
  4. Was steht an der Karl-Liebknecht-Straße?
  5. Was ist mit dem Aquadom an der Karl-Liebknecht-Straße passiert?
  6. Wie kommst du mit Bus und Bahn zur Karl-Liebknecht-Straße?
  7. Welche Ämter sind für die Karl-Liebknecht-Straße zuständig?
  8. Häufige Fragen zur Karl-Liebknecht-Straße
  9. Quellen

Die Karl-Liebknecht-Straße in Berlin-Mitte führt vom Schloßplatz über die Liebknechtbrücke am Berliner Dom, vorbei an Marienkirche und Alexanderplatz, bis zum Prenzlauer Tor. Den heutigen Namen trägt die Straße seit dem 3. September 1969, benannt nach dem KPD-Mitbegründer Karl Liebknecht. Die Postleitzahl ist 10178, die Hausnummern reichen von 1 bis 34.

Die Karl-Liebknecht-Straße ist die Achse, auf der du vom Lustgarten zum Alexanderplatz kommst – und eine der Straßen, deren Namen die politische Geschichte Berlins mitschreiben. Laut Kauperts Straßenführer hieß der Straßenzug nacheinander Heinersdorfer Straße, Prenzlauer Straße, Kaiser-Wilhelm-Straße und Liebknechtstraße, bevor er 1969 seinen heutigen Namen bekam. An ihr stehen die Marienkirche aus dem 13. Jahrhundert, das DDR Museum und das Hochhaus des Berliner Verlags. Hier erfährst du, wo die Straße genau verläuft, wer Karl Liebknecht war und welche Ämter für Anwohner zuständig sind.

Wo verläuft die Karl-Liebknecht-Straße?

Die Karl-Liebknecht-Straße verläuft laut Kauperts vom Schloßplatz und der Liebknechtbrücke über die Spree bis zum Prenzlauer Tor, wo Prenzlauer Allee, Torstraße und Mollstraße zusammentreffen. Die Straße liegt komplett im Ortsteil Mitte des Bezirks Mitte und hat die Postleitzahl 10178.

Die Hausnummern reichen von 1 bis 34. Gezählt wird nach dem Berliner Orientierungssystem: rechts die geraden, links die ungeraden Nummern. Der heutige Verlauf ist jung. Kauperts hält fest, dass er bei der Neugestaltung des Zentrums 1967 entstanden ist – damals, als die DDR das Gebiet um den Alexanderplatz zur Mitte ihrer Hauptstadt umbaute.

Nach Westen setzt sich die Achse über den Schloßplatz als Unter den Linden bis zum Brandenburger Tor fort. Der Berliner Dom liegt direkt am Anfang der Straße, trägt aber die Adresse Am Lustgarten, wie der Tagesspiegel in seiner Serie «Berliner Lebensadern» anmerkt. Der Haupteingang ist um die Ecke.

Wer war Karl Liebknecht?

Karl Liebknecht (13. August 1871 in Leipzig bis 15. Januar 1919 in Berlin) war Rechtsanwalt, Sozialdemokrat und später Mitbegründer von Spartakusbund und KPD. Kauperts fasst seine Biografie so zusammen: Stadtverordneter in Berlin von 1902 bis 1913, Reichstagsabgeordneter von 1912 bis 1916.

Im Dezember 1914 stimmte Liebknecht als einziger Reichstagsabgeordneter gegen die Kriegskredite. 1916 wurde er wegen Hochverrats verurteilt und kam bis zur Amnestie im Oktober 1918 ins Zuchthaus Luckau. Am 9. November 1918 rief er vom Balkon des Berliner Schlosses die sozialistische Republik aus. Im Januar 1919 erschossen ihn Angehörige der Garde-Kavallerie-Schützen-Division am Neuen See im Tiergarten.

Der Ortsbezug ist eng. Die Straße beginnt am Schloßplatz, also dort, wo das Schloss stand. Das Eingangsportal mit dem Balkon gehört zu den wenigen erhaltenen Teilen des Schlosses und sitzt heute im früheren Staatsratsgebäude auf der anderen Seite des Platzes, berichtet der Tagesspiegel.

Welche Namen hatte die Karl-Liebknecht-Straße früher?

Die Karl-Liebknecht-Straße hatte vor 1969 vier andere Namen. Die Übersicht folgt den Angaben von Kauperts Straßenführer:

Frühere Namen der Karl-Liebknecht-Straße, Stand: Kauperts Straßenführer, abgerufen am 29.09.2026
Name Zeitraum
Heinersdorfer Straße Mitte 18. Jahrhundert bis 1788
Prenzlauer Straße 1788 bis 1969
Kaiser-Wilhelm-Straße 1887 bis 1946
Liebknechtstraße 1946 bis 1969
Karl-Liebknecht-Straße seit 3. September 1969

Die Zeiträume überschneiden sich, weil der heutige Straßenzug aus mehreren älteren Straßen zusammengesetzt ist. Die Kaiser-Wilhelm-Straße führte über die gleichnamige Brücke in die Altstadt. Diese Brücke war laut Tagesspiegel schon in der NS-Zeit zum Abriss freigegeben, weil sie für die Germania-Pläne zu schmal war. Die heutige Liebknechtbrücke entstand erst nach dem Krieg.

1946 folgte die Umbenennung in Liebknechtstraße. Mit der Neuordnung des Zentrums bekam die Straße 1969 den vollen Namen des Revolutionärs. Kurz: Wer die Namensliste liest, liest Kaiserreich, Nachkriegszeit und DDR in fünf Zeilen.

Was steht an der Karl-Liebknecht-Straße?

Das älteste Bauwerk an der Karl-Liebknecht-Straße ist die Marienkirche mit der Adresse Karl-Liebknecht-Straße 8. Laut Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts wurde die dreischiffige Backsteinhalle um 1270 bis 1280 begonnen und Anfang des 14. Jahrhunderts fertiggestellt. Der kupferbeschlagene Turmaufsatz stammt von 1789 bis 1790 und von Carl Gotthard Langhans, dem Baumeister des Brandenburger Tors.

Im Innern lohnt der Blick auf zwei Stücke, die das Landesdenkmalamt hervorhebt: das spätgotische Wandbild «Totentanz» in der Turmhalle, entstanden um 1484 bis 1485, und die Alabasterkanzel von Andreas Schlüter aus den Jahren 1702 bis 1703. Heute steht die Kirche als Solitär auf der Freifläche am Fuß des Fernsehturms.

Auf der anderen Seite der Spandauer Straße liegt der Komplex DomAquarée. Das DDR Museum hat hier laut eigener Besucherseite die Adresse Karl-Liebknecht-Straße 1. An dieser Stelle stand zu DDR-Zeiten das Palast-Hotel, eines der Häuser für Westbesucher.

Weiter Richtung Alexanderplatz folgen die Wohn- und Geschäftsbauten der 1960er-Jahre, das frühere Centrum Warenhaus und der Bahnhof Alexanderplatz. Einen Block vor dem Bahnhof ragt die Rosenstraße in die Karl-Liebknecht-Straße hinein. Dort erinnerte laut Tagesspiegel eine Litfaßsäule an den Protest von 1943: Die Gestapo hatte in der Rosenstraße Tausende Juden aus sogenannten Mischehen eingesperrt, ihre Ehepartner protestierten mehrere Tage lang, am Ende kamen die meisten frei. Hinter der Memhardstraße prägen Bürohäuser den Abschnitt, das höchste ist das Haus des Berliner Verlags. Am Prenzlauer Tor steht das frühere Haus der Einheit: erst Warenhaus, später Sitz des SED-Zentralkomitees, 2010 beschrieb es der Tagesspiegel bereits als Soho House.

Was ist mit dem Aquadom an der Karl-Liebknecht-Straße passiert?

Der Aquadom im Hotel an der Karl-Liebknecht-Straße ist am frühen Morgen des 16. Dezember 2022 geplatzt. Nach Angaben des Tagesspiegels war der Acrylglas-Zylinder 16 Meter hoch und beherbergte rund 1.500 Fische. Etwa eine Million Liter Wasser ergossen sich in die Kanalisation, in Keller und in benachbarte Einrichtungen.

Besonders betroffen war das DDR Museum, das unterhalb des Hotelkomplexes am Spreeufer liegt. Salzwasser drang in die Ausstellung ein, das Museum musste schließen. Die Exponate hatten laut Museum keine bleibenden Schäden, Mitarbeiter hatten sie in Sicherheit gebracht. Als spätesten Termin für die Wiedereröffnung nannte das Museum damals den 1. April 2023.

Wie kommst du mit Bus und Bahn zur Karl-Liebknecht-Straße?

Die Karl-Liebknecht-Straße liegt im Tarifbereich A. Kauperts nennt als Anbindung die Tramlinien M2, M4, M5, M6 und M8, die Buslinien M48, 100, 142, 200 und 248 sowie U- und S-Bahn am Alexanderplatz mit den U-Bahn-Linien U2, U5 und U8. An den Haltestellen der Linien 100 und 200 drängen sich laut Tagesspiegel regelmäßig Touristen.

Linien und Haltestellen ändern sich bei Baustellen häufig. Prüfe die aktuelle Verbindung deshalb vor der Fahrt bei der BVG.

Welche Ämter sind für die Karl-Liebknecht-Straße zuständig?

Für Anwohner und Gewerbe an der Karl-Liebknecht-Straße sind laut Kauperts diese Stellen zuständig:

  • Amtsgericht und Grundbuchamt: Mitte
  • Familiengericht: Pankow
  • Finanzamt: Mitte/Tiergarten
  • Jobcenter: Mitte, Standort Seydelstraße; Arbeitsagentur: Beuthstraße
  • Polizei: Abschnitt 56 für die ungeraden Nummern 1 bis 33, Abschnitt 57 für die geraden Nummern 8 bis 34

Für Familiensachen musst du also nicht zum Amtsgericht Mitte, sondern zum Familiengericht Pankow.

Häufige Fragen zur Karl-Liebknecht-Straße

Wie lang ist die Karl-Liebknecht-Straße?

Eine amtliche Längenangabe liegt uns nicht vor. Kauperts Straßenführer nennt keine Länge, sondern den Verlauf vom Schloßplatz und der Liebknechtbrücke bis zum Prenzlauer Tor mit den Hausnummern 1 bis 34. Der heutige Verlauf entstand bei der Neugestaltung des Ost-Berliner Zentrums 1967. Frei zugängliche Nachschlagewerke nennen rund 1,2 Kilometer; diese Zahl haben wir nicht amtlich gegengeprüft.

Seit wann heißt die Straße Karl-Liebknecht-Straße?

Seit dem 3. September 1969. Von 1946 bis 1969 hieß der ältere Abschnitt Liebknechtstraße, davor von 1887 bis 1946 Kaiser-Wilhelm-Straße. Noch früher trugen Teile des Straßenzugs die Namen Heinersdorfer Straße und Prenzlauer Straße. Alle Daten stammen aus Kauperts Straßenführer.

Welche Postleitzahl hat die Karl-Liebknecht-Straße?

Die gesamte Straße hat die Postleitzahl 10178 und liegt vollständig im Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks. Die geraden Hausnummern liegen stadtauswärts gesehen rechts, die ungeraden links. Für Behördengänge sind unter anderem das Amtsgericht Mitte und das Finanzamt Mitte/Tiergarten zuständig.

Was ist aus dem Aquadom an der Karl-Liebknecht-Straße geworden?

Der Aquadom im Hotelkomplex an der Karl-Liebknecht-Straße ist am 16. Dezember 2022 geplatzt. Nach Angaben des Tagesspiegels war das Aquarium 16 Meter hoch und enthielt rund 1.500 Fische, etwa eine Million Liter Salzwasser liefen aus. Das DDR Museum im selben Gebäudekomplex wurde überflutet und musste vorübergehend schließen.

Quellen

Namensgebung

Namensgeber
Karl Liebknecht (1871–1919)
Person
Benennung
1969-09-03
Hintergrund
Karl Liebknecht (1871–1919) war Politiker, Mitbegründer des Spartakusbundes und der KPD. Am 9. November 1918 rief er vom Balkon des Berliner Schlosses die sozialistische Republik aus.

Frühere Namen

Alter Name Zeitraum Grund
Kaiser-Wilhelm-Straße 1947

Quellen

  1. kauperts.de · Web
  2. wikipedia.org · Web