Rosenthaler Straße: Verlauf, Lage und Anbindung
Vom Rosenthaler Platz zum Hackeschen Markt: woher der Name kommt, was die Hackeschen Höfe ausmacht, was im Haus Schwarzenberg an Otto Weidt erinnert und welche Baudenkmale an der Straße stehen.
Inhalt (8 Abschnitte)
- Wo verläuft die Rosenthaler Straße?
- Woher hat die Rosenthaler Straße ihren Namen?
- Was sind die Hackeschen Höfe?
- Was erinnert im Haus Schwarzenberg an Otto Weidt?
- Welche weiteren Baudenkmale stehen an der Rosenthaler Straße?
- Wie hat sich die Rosenthaler Straße nach 1990 verändert?
- Häufige Fragen zur Rosenthaler Straße
- Quellen
Die Rosenthaler Straße führt in Berlin-Mitte vom Rosenthaler Platz bis zum Hackeschen Markt und hat die Postleitzahlen 10119 und 10178. Angelegt wurde sie 1658 als Weg nach dem Dorf Rosenthal, ein Stadtplan von 1723 nennt schon den heutigen Namen. An den Hausnummern 40 und 41 liegen die 1906 bis 1907 erbauten Hackeschen Höfe.
Die Rosenthaler Straße ist nur ein paar hundert Meter lang, und doch reihen sich an ihr mehrere Baudenkmale dicht aneinander. Am südlichen Ende stehen die Hackeschen Höfe mit ihrem Jugendstilhof, gleich daneben das Haus Schwarzenberg, in dem Otto Weidt während der NS-Zeit jüdische Mitarbeiter vor der Deportation zu schützen versuchte. Ein paar Häuser weiter steht das einzige in Berlin erhaltene Warenhaus, das Alfred Messel für Wertheim baute. Hier erfährst du, wie die Straße verläuft, woher ihr Name stammt und welche Häuser einen zweiten Blick lohnen.
Wo verläuft die Rosenthaler Straße?
Die Rosenthaler Straße verläuft laut Kauperts Straßenführer vom Rosenthaler Platz, wo Weinbergsweg, Brunnenstraße und Torstraße zusammentreffen, bis zum Hackeschen Markt mit Anschluss an die Oranienburger Straße und die Straße An der Spandauer Brücke. Die ganze Straße liegt im Ortsteil Mitte des Bezirks Mitte.
Die Hausnummern folgen der Hufeisennummerierung: Auf der einen Seite laufen sie vom Rosenthaler Platz aus von 1 bis 41, auf der anderen Seite zurück von 42 bis 72A. Kauperts ordnet die Postleitzahl 10119 den Nummern 1 bis 24 und 59 bis 72 zu, die 10178 den Nummern 30 bis 53. Wer eine Adresse sucht, sollte deshalb wissen, dass sich die Nummer 1 und die Nummer 72A am Rosenthaler Platz gegenüberliegen.
Für die Anfahrt ist die Straße gut versorgt. Unter dem nördlichen Teil fährt die U8 mit den Bahnhöfen Rosenthaler Platz und Weinmeisterstraße, am Hackeschen Markt halten die S-Bahn-Linien S5, S7 und S75, an der Oranienburger Straße die S1 und S2. Dazu kommen laut Kauperts die Tramlinien M1, M4, M5, M6, M8 und 12 sowie die Busse 100 und 142 (Stand: September 2026).
Woher hat die Rosenthaler Straße ihren Namen?
Die Rosenthaler Straße ist nach dem Dorf Rosenthal benannt, in dessen Richtung sie aus der Stadt hinausführte. Nach Kauperts wurde sie 1658 vom heutigen Hackeschen Markt bis zur Weinmeisterstraße angelegt und zunächst schlicht Weg nach Rosenthal genannt. Auf dem Stadtplan von 1723 ist sie bereits als Rosenthaler Straße verzeichnet.
Rosenthal selbst ist ein altes Angerdorf. Kauperts nennt als erste urkundliche Erwähnung das Jahr 1356, damals als Rosendalle. 1920 kam der Ort zu Groß-Berlin, seit der Bezirksfusion 2001 ist er ein Ortsteil des Bezirks Pankow. Der Name der Straße erinnert also an eine Landstraße, lange bevor hier dichte Stadtbebauung stand.
Auch der Platz am südlichen Ende trägt einen Namen aus dieser Zeit. Der Stadtkommandant Hans Christoph Friedrich von Hacke ließ nach Angaben der Hackeschen Höfe um 1750 das sumpfige Gelände trockenlegen, Markt und später die Höfe wurden nach ihm benannt. Die Denkmaldatenbank hält fest, dass die Hausecke an der Einmündung der Neuen Schönhauser Straße die Spitze der früheren Festungsbastion vor dem Spandauer Tor markiert.
Was sind die Hackeschen Höfe?
Die Hackeschen Höfe sind ein denkmalgeschütztes Ensemble aus acht Höfen mit Wohnungen, Gewerbe und Kultur an der Rosenthaler Straße 40 und 41 sowie der Sophienstraße 6. Laut Denkmaldatenbank entstanden sie 1906 bis 1907 nach Plänen von Kurt Berndt, den ersten Hof gestaltete der Jugendstilarchitekt August Endell mit farbig glasierten Verblendsteinen und unterschiedlich geformten Fenstern. Der zweite Hof ist mit weißen Steinen deutlich sachlicher gehalten.
Die Grundstücksgeschichte beginnt früher. 1858 kaufte der Glaswarenfabrikant Hans Quilitz das Grundstück Rosenthaler Straße 40, seine Erben erwarben später die Nachbargrundstücke Nummer 41 und Sophienstraße 6 dazu. 1924 übernahm der Unternehmer Jakob Michael die Mehrheit, in der NS-Zeit wurden die Höfe zwangsversteigert, 1951 in der DDR enteignet. Unter Denkmalschutz steht das ganze Ensemble erst seit 1977, und 1993 wurde es an die Erben Jakob Michaels zurückübertragen.
Heute bieten die Höfe laut Eigentümerseite auf 27.000 Quadratmetern Platz für fast vier Dutzend Gewerbebetriebe. Geöffnet sind sie täglich von 9 bis 22 Uhr, die Läden haben eigene Zeiten, und die Wohnhöfe werden nachts abgeschlossen (Stand: September 2026).
Was erinnert im Haus Schwarzenberg an Otto Weidt?
Das Haus Rosenthaler Straße 39 ist ein Baudenkmal von 1864, in dessen Seitenflügel der Bürstenfabrikant Otto Weidt von 1940 bis 1944 eine Blindenwerkstatt betrieb. Nach der Denkmaldatenbank beschäftigte er rund 30 überwiegend blinde und gehörlose jüdische Mitarbeiter, ließ sie als kriegswichtig einstufen, beschaffte Papiere und versteckte Verfolgte in den Werkstatträumen. Die Gedenkstätte Yad Vashem ehrt ihn als Gerechten unter den Völkern.
Seit März 1999 ist in den früheren Werkstatträumen eine Ausstellung zu sehen, heute das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt. Im selben Haus hat auch das Anne Frank Zentrum seinen Sitz.
Welche weiteren Baudenkmale stehen an der Rosenthaler Straße?
Die Rosenthaler Straße hat neben den Hackeschen Höfen mehrere eingetragene Baudenkmale aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Die folgende Auswahl stammt aus der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts:
| Adresse | Bau | Datierung | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Rosenthaler Straße 31 / Sophienstraße 12–15 | Warenhaus Wertheim | 1903 | einziges erhaltenes Berliner Wertheim-Warenhaus von Alfred Messel, Seitenfront zur Sophienstraße fast unverändert |
| Rosenthaler Straße 39 | Mietshaus und Gewerbebau | 1864 | Blindenwerkstatt Otto Weidt 1940–1944 |
| Rosenthaler Straße 40–41 | Hackesche Höfe | 1906–1907 | erster Hof von August Endell |
| Rosenthaler Straße 46–47 / Neue Schönhauser Straße 10 | Wohn- und Geschäftshaus mit Apotheke | 1886–1887, Umbau 1929 | Apotheke an dieser Ecke seit 1758, Ausstattung aus der Bauzeit erhalten |
| Rosenthaler Straße 51 | Wohn- und Geschäftshaus | 1877 | Hofgebäude ursprünglich für eine Weißbierbrauerei |
| Rosenthaler Straße 72A / Torstraße 120 | Aschingers Bierquelle | um 1890 | Restaurant im ersten Obergeschoss am Rosenthaler Platz |
Am meisten Architekturgeschichte steckt im früheren Warenhaus Wertheim. Messels Pfeilerfassade wurde laut Denkmaldatenbank zum Vorbild für moderne Kaufhausfassaden, die Hauptfront an der Rosenthaler Straße wurde in der Nachkriegszeit allerdings stark verändert. Wer das Original sehen will, geht um die Ecke in die Sophienstraße.
An der Ecke zur Neuen Schönhauser Straße sitzt seit 1758 eine Apotheke. Das heutige Haus ließ der Apotheker Johannes Marggraf 1887 bauen, 1929 bekam es die rot-gelbe Putzfassade mit abgerundeter Ecke im Stil der Neuen Sachlichkeit. Die Wand- und Deckentäfelung der Apotheke mit Deckengemälden ist komplett erhalten. Am anderen Ende der Straße steht mit Aschingers Bierquelle ein Eckhaus, das der Gastwirt A. Aschinger um 1890 errichten ließ; das Restaurant lag im ersten Obergeschoss mit Blick auf den Platz.
Wie hat sich die Rosenthaler Straße nach 1990 verändert?
Die Rosenthaler Straße wurde nach der Wiedervereinigung von Künstlerinnen und Künstlern neu entdeckt, die leer stehende Räume für eigene Projekte nutzten. Nach der Chronik der Hackeschen Höfe gründete sich 1990 ein Verein zur Rettung des Ensembles, ein Jahr später eröffnete dort das Varieté Chamäleon. 1993 wurde die Spandauer Vorstadt Sanierungsgebiet. Die Platzfassade der Höfe zum Hackeschen Markt wurde 1994 bis 1996 neu gestaltet, laut Denkmaldatenbank unter Einbeziehung der Originalsubstanz.
Zum Abschluss der Sanierung kamen laut Chronik 50.000 Menschen zu einem Hoffest, in die Höfe zogen danach Modedesigner und inhabergeführte Läden. Wenn du die Galerien der Gegend suchst, lohnt der Abstecher in die parallel verlaufende Auguststraße.
Häufige Fragen zur Rosenthaler Straße
Welche Postleitzahl hat die Rosenthaler Straße?
Die Rosenthaler Straße hat zwei Postleitzahlen. Laut Kauperts Straßenführer gilt für die Hausnummern 1 bis 24 und 59 bis 72 die 10119, für die Hausnummern 30 bis 53 die 10178. Die Hackeschen Höfe mit den Nummern 40 und 41 liegen damit im Bereich 10178. Beide Postleitzahlen gehören zum Ortsteil Mitte im gleichnamigen Bezirk.
Welche Hausnummer haben die Hackeschen Höfe?
Die Hackeschen Höfe haben die Adresse Rosenthaler Straße 40 und 41, ein zweiter Zugang liegt an der Sophienstraße 6. So führt es die Denkmaldatenbank des Landes Berlin. Der Haupteingang liegt an der Rosenthaler Straße direkt am Hackeschen Markt, durch die acht Höfe kannst du bis zur Sophienstraße laufen.
Welche Bahnen halten an der Rosenthaler Straße?
Am nördlichen Ende hält die U8 am U-Bahnhof Rosenthaler Platz, im Mittelteil liegt der U-Bahnhof Weinmeisterstraße, ebenfalls U8. Am südlichen Ende erreichst du am Hackeschen Markt die S-Bahn-Linien S5, S7 und S75. Kauperts nennt außerdem die Tramlinien M1, M4, M5, M6, M8 und 12 sowie die Buslinien 100 und 142 in der Umgebung.
Warum heißt die Straße Rosenthaler Straße?
Die Rosenthaler Straße ist nach dem Dorf Rosenthal nördlich von Berlin benannt, in dessen Richtung sie führte. Angelegt wurde sie 1658, zunächst hieß sie Weg nach Rosenthal. Auf einem Stadtplan von 1723 steht bereits der heutige Name. Rosenthal ist seit 1920 Teil Berlins und gehört seit 2001 zum Bezirk Pankow.
Quellen
- Kauperts Straßenführer: Rosenthaler Straße (abgerufen am 29.09.2026)
- Denkmaldatenbank Berlin: Hackesche Höfe, Rosenthaler Straße 39, Warenhaus Wertheim, Neue Schönhauser Straße 10, Rosenthaler Straße 51, Aschingers Bierquelle (abgerufen am 29.09.2026)
- Hackesche Höfe: Geschichte (abgerufen am 29.09.2026)
- Anne Frank Zentrum: Besuch (abgerufen am 29.09.2026)
- Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt (abgerufen am 29.09.2026)
Namensgebung
- Namensgeber
-
Rosenthal
Ort / Geografie - Benennung
- um 1723
- Hintergrund
- Benannt nach Rosenthal, einem 1356 erstmals als Rosendalle erwähnten Angerdorf nördlich Berlins, seit 2001 Ortsteil des Bezirks Pankow. Die Straße entstand 1658 als Weg nach Rosenthal.
Quellen
- kauperts.de · Web
- wikipedia.org · Web