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Auguststraße: Verlauf, Lage und Anbindung

Von der Oranienburger Straße zur Kleinen Rosenthaler Straße: wer Prinz August war, welche Namen die Straße vorher trug und was hinter KW, Mädchenschule, Krankenhaus und Ballhaus steckt.

Inhalt (7 Abschnitte)
  1. Wo verläuft die Auguststraße?
  2. Warum heißt die Auguststraße so?
  3. Welche Orte jüdischer Geschichte liegen an der Auguststraße?
  4. Was sind die KW Institute for Contemporary Art?
  5. Welche weiteren Baudenkmale stehen an der Auguststraße?
  6. Häufige Fragen zur Auguststraße
  7. Quellen

Die Auguststraße verläuft in Berlin-Mitte von der Oranienburger Straße bis zur Kleinen Rosenthaler Straße und hat die Postleitzahlen 10117 und 10119. Seit dem 1. Juli 1833 trägt sie den Namen von Prinz August von Preußen. An der Hausnummer 69 wurden 1991 die KW Institute for Contemporary Art gegründet.

Die Auguststraße ist eine schmale Wohnstraße in der Spandauer Vorstadt, und doch findest du auf wenigen hundert Metern gleich mehrere Kapitel Berliner Geschichte. Hier stehen das frühere Krankenhaus der Jüdischen Gemeinde, die ehemalige jüdische Mädchenschule, ein Umspannwerk von Franz Schwechten, Clärchens Ballhaus und eine Kunstinstitution, die nach dem Mauerfall die Berliner Kunstszene mitgeprägt hat. Hier erfährst du, wie die Straße verläuft, warum sie vorher drei andere Namen trug und welche Häuser dahinterstecken.

Wo verläuft die Auguststraße?

Die Auguststraße führt laut Kauperts Straßenführer von der Oranienburger Straße bis zur Kleinen Rosenthaler Straße. Die Straße liegt ganz im Ortsteil Mitte des Bezirks Mitte und kreuzt unterwegs die Tucholskystraße. Die Hausnummern reichen von 1 bis 92. Kauperts ordnet die Nummern 1 bis 28 und 61 bis 92 der Postleitzahl 10117 zu, die Nummern 29 bis 58 der 10119.

Wer nach einer Adresse sucht, sollte die Kleine Auguststraße nicht verwechseln, sie ist eine eigene Nebenstraße. Wichtig für die Orientierung: Die Auguststraße endet laut Kauperts an der Kleinen Rosenthaler Straße und nicht an der Rosenthaler Straße, die zum Hackeschen Markt führt.

Mit Bus und Bahn erreichst du die Straße von mehreren Seiten. Kauperts nennt die S-Bahnhöfe Oranienburger Straße mit S1 und S2 und Hackescher Markt mit S5, S7 und S75, die U-Bahnhöfe Oranienburger Tor der U6 sowie Rosenthaler Platz und Weinmeisterstraße der U8, dazu die Tramlinien M1, M5, M6, M8 und 12 und die Buslinien 142 und 147 (Stand: September 2026).

Warum heißt die Auguststraße so?

Die Auguststraße ist nach Prinz August von Preußen benannt, geboren am 15. September 1779 in Friedrichsfelde, gestorben am 19. Juli 1843 in Bromberg. Laut Kauperts war er ein Neffe Friedrichs des Großen und jüngerer Bruder des Prinzen Louis Ferdinand. 1806 geriet er in französische Gefangenschaft, 1808 wurde er Chef der Artillerie und zeichnete sich in den Befreiungskriegen aus. Sein Rang war General der Infanterie.

Bevor die Straße am 1. Juli 1833 ihren heutigen Namen bekam, hatte sie schon drei andere getragen:

Frühere Namen der Auguststraße, Stand: Kauperts Straßenführer, abgerufen am 29.09.2026
Zeitraum Name
1708–1723 Armesünder Gasse
1723–1739 Armen Gasse
1739–1833 Hospitalstraße
seit 1. Juli 1833 Auguststraße

Welche Orte jüdischer Geschichte liegen an der Auguststraße?

Die Auguststraße hat zwei eingetragene Baudenkmale, die die Jüdische Gemeinde Berlin errichten ließ. Das ältere ist das frühere Krankenhaus an der Auguststraße 14 bis 16. Es entstand laut Denkmaldatenbank von 1858 bis 1861 nach Plänen von Eduard Knoblauch, zeitgleich mit dessen Neuer Synagoge an der Oranienburger Straße. Durch den Torbogen des Verwaltungsbaus fällt der Blick auf das dreigeschossige Backsteinhaus im Hof. Bis zur Einführung des Pavillonsystems galt es als Musteranstalt.

Direkt daneben steht die ehemalige jüdische Mädchenschule, Auguststraße 11 bis 13. Alexander Beer baute sie 1927 bis 1928 als eines der letzten Bauvorhaben der Gemeinde vor der NS-Zeit. Die Denkmaldatenbank beschreibt eine Fassade aus dunklen Eisenklinkern, bei der Elemente des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit ineinandergreifen. Beer, der auch die Synagoge am Fraenkelufer entwarf, starb 1944 im Konzentrationslager Theresienstadt.

Was sind die KW Institute for Contemporary Art?

Die KW Institute for Contemporary Art, auch Kunst-Werke Berlin genannt, sind ein Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst an der Auguststraße 69. Nach eigenen Angaben wurden sie 1991 in einer stillgelegten Margarinefabrik gegründet, unter anderem von Klaus Biesenbach. Zu den prägenden Ausstellungen zählt das Haus selbst «37 Räume» von 1992. Seit 1998 nutzt auch die 1996 gegründete Berlin Biennale die Räume, alle zwei Jahre.

Das Vorderhaus ist deutlich älter als die Kunstszene. Laut Denkmaldatenbank entstand es 1794 für einen königlichen Kammerdiener, die Holztreppe von 1794 ist erhalten. Ab 1842 kam eine Textilfabrik auf den Hof. 1995 kaufte die Lotto-Stiftung Berlin die Gebäude und stellte sie dem Trägerverein zur Verfügung, nach der Sanierung öffneten die KW im Herbst 1999 wieder, mit 2.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche und dem Café Bravo von Dan Graham im Hof. Zusammen mit den Häusern Nummer 74 und 76 zählt das Vorderhaus zu den Bürgerhäusern aus dem späten 18. Jahrhundert. Wann in der Stadt Galerien öffnen, erfährst du zum Beispiel beim Gallery Weekend.

Welche weiteren Baudenkmale stehen an der Auguststraße?

Die Auguststraße hat zahlreiche Einzeldenkmale, darunter viele Mietshäuser. Neben den genannten Häusern fallen drei Bauten besonders auf:

Ausgewählte Baudenkmale an der Auguststraße, Stand: Denkmaldatenbank Berlin, abgerufen am 29.09.2026
Adresse Bau Datierung Besonderheit
Auguststraße 11–13 Jüdische Mädchenschule 1927–1928 Architekt Alexander Beer
Auguststraße 14–16 Krankenhaus der Jüdischen Gemeinde 1858–1861 Architekt Eduard Knoblauch
Auguststraße 24–25 Clärchens Ballhaus (Mietshaus, Ballsaal, Freifläche) 1890–1891, Umbau um 1925 und 1965 Bauherren unter anderem die Gastwirte Fritz und Clara Bühler
Auguststraße 56–57 / Koppenplatz 3–4 Umspannwerk 1906, Kopfbauten 1926 Fassaden von Franz Schwechten
Auguststraße 69 Wohnhaus und Gewerbebau (KW) 1794, Umbauten bis 1877 Holztreppe von 1794
Auguststraße 90 St.-Johannes-Evangelist-Kirche 1898–1900 Architekt Max Spitta, 1957 wiederhergestellt

Das Umspannwerk zwischen Auguststraße und Koppenplatz versorgte ab 1906 die Spandauer Vorstadt mit Strom aus den Kraftwerken Oberspree und Moabit. Die Denkmaldatenbank zählt es zu den herausragenden Bauten der frühen Berliner Stromversorgung. Die St.-Johannes-Evangelist-Kirche an der Nummer 90 fügt sich mit ihrer neoromanischen Backsteinfassade in die Häuserzeile ein, ihren Dachreiter verlor sie im Krieg.

Clärchens Ballhaus an der Nummer 24 und 25 ist als Baudenkmal eingetragen, und zwar als Ensemble aus Mietshaus, Ballsaal, Keller, Mauer und Freifläche. Als Bauherren führt die Denkmaldatenbank unter anderem die Gastwirte Fritz und Clara Bühler sowie Clara Habermann. Das Vorderhaus stammt von 1890 bis 1891, umgebaut wurde um 1925 und 1965.

Häufige Fragen zur Auguststraße

Nach wem ist die Auguststraße in Berlin-Mitte benannt?

Die Auguststraße ist nach Prinz August von Preußen benannt, der von 1779 bis 1843 lebte. Er war ein Neffe Friedrichs des Großen, ab 1808 Chef der preußischen Artillerie und hatte den Rang eines Generals der Infanterie. Den Namen trägt die Straße laut Kauperts seit dem 1. Juli 1833, vorher hieß sie Hospitalstraße.

Welche Postleitzahl hat die Auguststraße?

Die Auguststraße in Mitte hat zwei Postleitzahlen. Für die Hausnummern 1 bis 28 und 61 bis 92 gilt laut Kauperts die 10117, für die Hausnummern 29 bis 58 die 10119. Die KW Institute for Contemporary Art an der Auguststraße 69 liegen also im Bereich 10117. Beide Postleitzahlen gehören zum Ortsteil Mitte.

Welche Bahnhöfe liegen in der Nähe der Auguststraße?

Die nächsten Bahnhöfe sind der S-Bahnhof Oranienburger Straße mit S1 und S2 am westlichen Ende sowie die U8-Bahnhöfe Rosenthaler Platz und Weinmeisterstraße am östlichen Ende. Etwas weiter liegen der U-Bahnhof Oranienburger Tor der U6 und der Hackesche Markt mit S5, S7 und S75. Kauperts nennt zudem die Tramlinien M1, M5, M6, M8 und 12.

Was ist in der ehemaligen jüdischen Mädchenschule in der Auguststraße?

Das Haus Auguststraße 11 bis 13 wurde 1927 bis 1928 von Alexander Beer für die Jüdische Gemeinde als Mädchenschule gebaut und ist heute ein Baudenkmal. Die Denkmaldatenbank beschreibt den Klinkerbau als Verbindung aus Expressionismus und Neuer Sachlichkeit. Der Architekt Alexander Beer starb 1944 im Konzentrationslager Theresienstadt.

Quellen

Namensgebung

Namensgeber
Prinz August von Preußen (1779–1843)
Person
Benennung
1833-07-01
Hintergrund
Prinz August von Preußen (1779–1843), Neffe Friedrichs des Großen und jüngerer Bruder von Prinz Louis Ferdinand; ab 1808 Chef der preußischen Artillerie im Rang eines Generals der Infanterie.

Quellen

  1. kauperts.de · Web
  2. wikipedia.org · Web