Wer die S3 Baustellen Berlin im Mai 2026 passiert, braucht starke Nerven und viel Geduld. Entlang der Trasse zwischen Erkner und Ostkreuz, besonders im Bezirk Treptow-Köpenick (12555), entstehen aktuell neue Bahnhöfe, Schulen und riesige Wohnquartiere. Als Beobachter der Berliner Stadtentwicklung verfolge ich die Baufortschritte an der Hämmerlingstraße seit Monaten und sehe, wie massiv dieser Umbau den gesamten Südosten der Hauptstadt verkehrstechnisch und architektonisch verändert.
- Regionalbahnhof Köpenick erhält einen 220 Meter langen Bahnsteig (Fertigstellung Juli 2027).
- S-Bahnhof Hirschgarten wird für rund 23 Millionen Euro barrierefrei umgebaut.
- Der Halt stadtauswärts in Hirschgarten entfällt bis August 2026 komplett.
- Die S3 fährt zwischen Friedrichshagen und Köpenick aktuell nur im 20-Minuten-Takt.
- 96 neue geförderte Wohnungen entstehen Am Bahndamm 31 bis Ende 2026.
Was ist S3 Baustellen Berlin?
Die S3 Baustellen Berlin bezeichnen ein gebündeltes Infrastrukturprojekt der Deutschen Bahn und des Landes Berlin entlang der östlichen Stadtbahn. Kernstück ist der Ausbau des Bahnhofs Köpenick zum Regionalbahnhof bis Juli 2027. Flankiert wird das Verkehrsprojekt von massiven Hochbauten, darunter Schulen, Wohnquartiere und das neue Trainingszentrum des 1. FC Union Berlin.
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Nachdem vor fünf Jahren der Regionalbahnhof Karlshorst unter lautstarkem Protest geschlossen wurde, wird nun mit dem Bau einer neuen Station in Köpenick begonnen – das dokumentiert laut offiziellen Planungsdaten die massiven Verkehrsinfrastruktur-Verlagerungen im Raum Treptow-Köpenick. Was in der bisherigen Berichterstattung über die Bauprojekte völlig unterging: Dieser Umbau tangiert direkt tausende Anwohner und Gewerbetreibende durch jahrelange Straßensperrungen an der Bahnhofstraße und Hämmerlingstraße sowie durch massive Kapazitätsengpässe bei den Straßenbahnlinien 62 und 63, die den Ausfall der S-Bahn kaum kompensieren können.
🚉 S-Bahnhof Köpenick Neubau: Vom Nadelöhr zum Regional-Hub
Das Herzstück der gesamten Entwicklung ist der Bahnhof Köpenick. Hier entsteht bis Juli 2027 ein vollwertiger Regionalbahnhof. Die Deutsche Bahn errichtet einen 220 Meter langen Regionalbahnsteig, der von einem 150 Meter langen Dach geschützt wird. Zusätzlich entsteht ein drittes Gleis für den Fern- und Regionalverkehr, das für ein Tempo von 60 km/h ausgelegt ist.
Um die Passagierströme zu lenken, plant die Bahn drei neue Zugänge mit Aufzügen sowie eine komplett neue Personenunterführung. Ein Fußgängertunnel zum Stellingdamm und eine neue Fußgängerbrücke zum S-Bahnsteig sollen die Querung der Anlagen deutlich verbessern. Für die Anwohner entstehen zudem rund vier Kilometer Schallschutzwände, um die Lärmbelastung durch den zunehmenden Zugverkehr zu reduzieren. Laut einer Mitteilung der S-Bahn Berlin heißt es zur Bedeutung des Projekts: „Künftig werden in Köpenick nicht nur S-Bahnen, sondern auch Regionalexpresszüge halten und für zusätzliche schnelle Verbindungen sorgen – in rund einer halben Stunde zum Zoo, in 50 Minuten nach Potsdam.“

🏗️ Hirschgarten und Friedrichshagen: Schulbau trifft Streckensperrung
Eine Station weiter stadtauswärts, am S-Bahnhof Hirschgarten (12587 Berlin), baut die Deutsche Bahn seit Herbst 2024. Geplant sind ein neuer Zugang, ein Aufzug, Treppen, Rampen sowie ein rund 33 Meter langer Fußgängertunnel. Die Kosten für die neue Beleuchtung, taktile Leitsysteme und Fahrradstellplätze belaufen sich auf rund 23 Millionen Euro. Wegen einer beschädigten Bahnsteigkante halten stadtauswärts fahrende Züge hier bis August 2026 nicht.
Parallel zu den Gleisanlagen wächst die soziale Infrastruktur. Die Hirschgarten-Grundschule in der Stillerzeile 100 wird umfassend saniert und erweitert. Allerdings verzögern sich die Bauarbeiten deutlich. Ursachen sind unvorhergesehene Schäden im Bestand sowie Insolvenzen beteiligter Baufirmen. Der Bezirk Treptow-Köpenick geht aktuell davon aus, dass die Schule frühestens im ersten Quartal 2027 fertig wird. Besser sieht es bei der Grundschule am Märchenviertel in der Hirtestraße aus: Hier ist der Innenausbau weit fortgeschritten, die Eröffnung ist pünktlich zum Schuljahr 2026/2027 geplant.
🏢 Wohnungsbau Am Bahndamm: Der Köpenick Neubau für die Masse
Direkt hinter dem S-Bahnhof Köpenick realisiert die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft degewo das Projekt Am Bahndamm 31. Dieser spezifische Köpenick Neubau umfasst 96 geförderte Wohnungen und setzt auf eine moderne Holzhybridbauweise. Das Quartier richtet sich gezielt an Singles, Studierende und Auszubildende.
Der Fokus liegt auf kleinen Grundrissen: Es entstehen 82 Ein-Zimmer-Wohnungen und 14 Zwei-Zimmer-Wohnungen mit Wohnflächen zwischen 30 und 65 Quadratmetern. Die Fertigstellung ist für Ende 2026 vorgesehen. Ein ähnliches Bild zeigt sich etwas weiter westlich in Karlshorst (Bezirk Lichtenberg): An der Walkürenstraße entstehen zwischen den S-Bahnhöfen Karlshorst und Betriebsbahnhof Rummelsburg weitere 234 geförderte Wohnungen, die bis 2027 bezugsfertig sein sollen.
| Großprojekt | Standort (PLZ) | Geplante Fertigstellung |
|---|---|---|
| Regionalbahnhof Köpenick | Bahnhof Köpenick (12555) | Juli 2027 |
| S-Bahnhof Hirschgarten | Hirschgarten (12587) | Sommer 2027 (Teilsperrung bis Aug 2026) |
| Wohnungen Am Bahndamm | Am Bahndamm 31 (12555) | Ende 2026 |
| 1. FC Union Trainingszentrum | Hämmerlingstraße 80–88 (12555) | Ende 2026 |
| Grundschule Stillerzeile | Stillerzeile 100 (12587) | 1. Quartal 2027 |
⚽ 1. FC Union Trainingszentrum: Sport-Infrastruktur wächst

Nicht nur die Verkehrswege, auch die Sportstätten werden massiv ausgebaut. Nahe der S-Bahn entsteht das neue Trainingszentrum für den 1. FC Union Berlin. Das Gebäude an der Hämmerlingstraße 80–88 (zwischen den S-Bahnhöfen Köpenick und Wuhlheide) umfasst rund 4.100 Quadratmeter auf drei Etagen. Es dient künftig den Profimannschaften der Männer und Frauen.
Geplant sind moderne Kabinen, Regenerationsbereiche, Physio-Räume und Büros. Ergänzt wird das Ensemble durch neue Trainingsflächen und eine Parkgarage mit rund 300 Stellplätzen. Eine architektonische Besonderheit: Auf dem Dach der Garage wird ein Naturrasenplatz angelegt. Laut der Verkehrsinformationszentrale Berlin (VIZ) müssen Autofahrer und Fußgänger im Bereich der Hämmerlingstraße durch den Lieferverkehr der Baustellen weiterhin mit punktuellen Einschränkungen rechnen.
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Warum gibt es aktuell so viele S3 Baustellen Berlin?
Die S3 Baustellen Berlin bündeln den längst überfälligen Ausbau des Bahnhofs Köpenick zum Regionalbahnhof sowie die barrierefreie Sanierung der Station Hirschgarten. Gleichzeitig nutzt das Land Berlin die Brachflächen an der Trasse für massiven Schul- und Wohnungsbau.
Wie lange dauert der Köpenick Neubau am Bahnhof?
Der komplexe Köpenick Neubau des Regionalbahnhofs mit seinem 220 Meter langen Bahnsteig und dem dritten Gleis soll laut aktueller Planung der Deutschen Bahn im Juli 2027 vollständig abgeschlossen sein.
Warum hält die S-Bahn derzeit nicht in Hirschgarten?
Aufgrund einer beschädigten Bahnsteigkante und der parallel laufenden Bauarbeiten für den neuen Fußgängertunnel entfällt der Halt für Züge, die stadtauswärts in Richtung Erkner fahren, voraussichtlich bis August 2026 komplett.
Wie lange fährt der Ersatzverkehr auf der Linie S3?
Die Schienenersatzverkehr-Busse (SEV) sind an die jeweiligen Bauphasen gekoppelt. Aktuell benötigen die Busse zwischen Friedrichshagen und Köpenick etwa 20 bis 28 Minuten. Detaillierte Sperrpausen für den Sommer 2026 veröffentlicht die S-Bahn Berlin kurzfristig.
Welche Wohnungen entstehen direkt an der S-Bahn-Trasse?
Am Bahndamm 31 baut die degewo 96 geförderte Wohnungen in Holzhybridbauweise, vorrangig Ein- und Zwei-Zimmer-Apartments. In der Walkürenstraße in Karlshorst entstehen weitere 234 Wohnungen. Beide Projekte sollen bis Ende 2026 beziehungsweise 2027 fertiggestellt sein.

🏁 Fazit: Massive Einschränkungen für eine moderne Infrastruktur
Die S3 Baustellen Berlin verlangen den Pendlern im Mai 2026 einiges ab, doch die Investitionen in den Regionalbahnhof Köpenick und die barrierefreien Zugänge sind für den wachsenden Südosten alternativlos. Wer regelmäßig zwischen Ostkreuz und Erkner unterwegs ist, muss in den kommenden Monaten deutlich mehr Fahrzeit einplanen und sollte vor Fahrtantritt konsequent die digitalen Fahrplanauskünfte prüfen.
🗞 Über den Autor: Maik Möhring – Verantwortlicher & Chefredakteur
Als jemand, der die Verkehrspolitik im Südosten Berlins seit Jahren analysiert, sehe ich am S-Bahnhof Köpenick die typische Berliner Krankheit: Die baulichen Pläne sind gigantisch, aber die Kommunikation mit den betroffenen Anwohnern in der Bahnhofstraße ist mangelhaft. Großprojekte baut man nicht gegen den Kiez, sondern mit ihm.
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