Berlin-Mitte 📅 11. September 2026 ⏱ 8 Min. 👁 23 Aufrufe

Molkenmarkt: Neuer Bebauungsplan ebnet Weg für Wohnungen

Das Amtsblatt für Berlin hat am 11. September 2026 die Aufstellung des Bebauungsplans 1-14-2 am Molkenmarkt veröffentlicht. Im Block C sollen Wohnraum und eine öffentlich nutzbare Verbindung möglich werden, das Gebäude Klosterstraße 44 bleibt erhalten.

Folge BerlinEcho
Erhalte alle Berlin-News dort, wo es dir am besten passt.

Molkenmarkt: Das Amtsblatt für Berlin hat am 11. September 2026 die Aufstellung des Bebauungsplans 1-14-2 veröffentlicht. Er ändert den seit 2016 rechtsverbindlichen Plan 1-14 und schafft im Block C die Grundlage für Wohnungen und eine öffentlich nutzbare Verbindung. Aufgestellt wird er im beschleunigten Verfahren ohne Umweltprüfung.

Am ältesten Platz Berlins geht es einen Verfahrensschritt weiter. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen hatte die Aufstellung Anfang September 2026 beschlossen, seit dem 11. September 2026 steht sie im Amtsblatt. Inhaltlich geht es um drei Dinge: Wohnraum im Block C, eine öffentlich nutzbare Verbindung durch den Block und die bauliche Fassung der Grünfläche neben dem Bestandsgebäude Klosterstraße 44, das erhalten bleibt. Für dich heißt das noch keinen Baustart, sondern den Beginn eines Planverfahrens, in dem du dich später beteiligen kannst. Wann, kündigt der Senat über das Amtsblatt, die Tagespresse und das Projektportal an.

Kurz zusammengefasst: Berlin ändert den Bebauungsplan für einen Teilbereich am Molkenmarkt, um dort Wohnungen zu ermöglichen. Das Verfahren läuft nach § 13a Baugesetzbuch als Bebauungsplan der Innenentwicklung, also beschleunigt und ohne Umweltprüfung. Die Ziele stammen aus dem vom Senat beschlossenen Rahmenplan. Eine Öffentlichkeitsbeteiligung ist vorgesehen, ein Termin dafür steht noch nicht fest.

📋 Das Wichtigste in Kürze

  • Was: Aufstellung des Bebauungsplans 1-14-2, er ändert den festgesetzten Plan 1-14 am Molkenmarkt.
  • Wann: Beschluss der Senatsverwaltung Anfang September 2026, Veröffentlichung im Amtsblatt am 11. September 2026.
  • Verfahren: § 13a Baugesetzbuch, beschleunigtes Verfahren ohne Umweltprüfung nach § 2 Absatz 4 BauGB.
  • Ziel: Wohnraum und eine öffentlich nutzbare Verbindung im Block C, Umsetzung des Rahmenplans.
  • Bestand: Das Gebäude Klosterstraße 44 bleibt erhalten, die angrenzende öffentliche Grünfläche soll baulich gefasst werden.
  • Vorgeschichte: Archäologische Großgrabungen laufen seit 2019 auf rund 25.000 Quadratmetern.
📖 Inhaltsverzeichnis
  1. Was der neue Bebauungsplan regelt
  2. Warum das Verfahren beschleunigt läuft
  3. BerlinEcho-Auswertung: die Dauer des Projekts
  4. Warum der Ort so umkämpft ist
  5. Häufige Fragen

🏘️ Was regelt der neue Bebauungsplan am Molkenmarkt?

Der Bebauungsplan 1-14-2 ändert den bereits festgesetzten Plan 1-14 für einen Teilbereich des Quartiers. Kern der Änderung ist der Block C: Dort sollen nach Angaben der Senatsverwaltung die Voraussetzungen für Wohnraum und für eine öffentlich nutzbare Verbindung geschaffen werden. Weil das Bestandsgebäude an der Klosterstraße 44 erhalten bleibt, soll die angrenzende öffentliche Grünfläche baulich gefasst werden. Dazu kommen zwei weichere Ziele: eine abwechslungsreiche Dachlandschaft und die Sicherung wohnungsnaher Frei- und Grünflächen. Die Klosterstraße gehört mit der Jüdenstraße zu den wenigen Straßenzügen, die den mittelalterlichen Grundriss bis heute nachzeichnen.

Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler (SPD) ordnet die Änderung als Baustein ein. Am Molkenmarkt entstehe ein Quartier für Gewerbe, Kultur und Wohnen, bei dem bezahlbarer Wohnraum in der Innenstadt und die Sicherung von Grünflächen besonderes Gewicht hätten.

⚖️ Warum läuft das Verfahren ohne Umweltprüfung?

Grundlage ist § 13a Baugesetzbuch. Er erlaubt für die Wiedernutzbarmachung von Flächen, die Nachverdichtung und andere Maßnahmen der Innenentwicklung ein beschleunigtes Verfahren. Unterhalb bestimmter Grundflächen entfällt dabei die Umweltprüfung nach § 2 Absatz 4 BauGB. Das spart Zeit, ist aber kein Freibrief: Die materiellen Anforderungen an Abwägung und Beteiligung bleiben bestehen. Für Anwohnerinnen und Anwohner ist deshalb die angekündigte Öffentlichkeitsbeteiligung der entscheidende Termin. Angekündigt wird sie laut Senatsverwaltung rechtzeitig über das Projektportal, die Tagespresse und das Amtsblatt.

📊 BerlinEcho-Auswertung: Wie lange läuft das Projekt schon?

Wir haben die öffentlich dokumentierten Stationen des Vorhabens zusammengestellt und die Zeitabstände zum 11. September 2026 berechnet. Methodik: Grundlage sind ausschließlich Datumsangaben aus der Pressemitteilung der Senatsverwaltung vom 11. September 2026 und aus dem offiziellen Projektportal des Landes Berlin. Berechnet wurden die vollen Jahre zwischen der jeweiligen Station und dem Stichtag. Eigene Schätzungen flossen nicht ein.

Stationen am Molkenmarkt, Abstand zum Stichtag 11. September 2026, eigene Berechnung
Station Zeitpunkt Liegt zurück
Bau der Grunerstraße als sechsspurige Stadtstraße Mitte der 1960er Jahre rund 60 Jahre
Rechtsverbindlicher Bebauungsplan 1-14 2016 10 Jahre
Beginn der archäologischen Großgrabungen 2019 7 Jahre
Zweiter Realisierungswettbewerb entschieden 29. Juni 2026 rund 2 Monate
Aufstellung des Bebauungsplans 1-14-2 im Amtsblatt 11. September 2026 Stichtag

Nach einer Auswertung von BerlinEcho liegen zwischen dem rechtsverbindlichen Bebauungsplan von 2016 und der jetzt veröffentlichten Änderung zehn Jahre, in denen an dieser Stelle vor allem gegraben und geplant wurde. Übernahme mit Quellenangabe und Link ausdrücklich erwünscht.

🏛️ Warum ist der Molkenmarkt so umkämpft?

Der Molkenmarkt ist der älteste Platz Berlins. Er entstand als Schnittpunkt dreier Handelsstraßen und bildet zusammen mit der Nikolaikirche den historischen Siedlungskern der Stadt. Die kleinteilige mittelalterliche Bebauung ist verschwunden: erst Abrisse für die Planungen der 1930er Jahre, dann Kriegszerstörung und Enttrümmerung, schließlich der Durchbruch der Grunerstraße Mitte der 1960er Jahre, der das historische Stadtgefüge weitgehend auflöste. Seit den 1990er Jahren wird über die Rückgewinnung diskutiert. Wer sehen will, wie der wiederaufgebaute Nachbarbereich wirkt, findet Hintergrund in unserem Beitrag über das Nikolaiviertel.

Unter dem Platz liegt zugleich ein Archiv. Seit 2019 legen Teams des Landesdenkmalamtes auf rund 25.000 Quadratmetern die Spuren von rund 800 Jahren Stadtgeschichte frei. Das ist der Grund, warum hier Jahre vergehen, bevor gebaut wird, und warum jede Planänderung mehr Aufmerksamkeit bekommt als anderswo.

🏛️ BERLINECHO-EINORDNUNG

Was die Pressemitteilung nicht erzählt

Die Mitteilung meldet eine Grundlage. Sie nennt aber keine einzige Zahl zu dem, was am Ende zählt.

1. Keine Wohnungszahl
Es steht nirgends, wie viele Wohnungen im Block C entstehen sollen. Ohne diese Zahl lässt sich der Beitrag zum Wohnungsbau nicht bewerten.

2. Kein Wort zur Miethöhe
Der Senator spricht von bezahlbarem Wohnraum. Welcher Anteil gefördert wird und zu welchen Mieten, bleibt offen. An dieser Lage ist das keine Nebenfrage, sondern die eigentliche.

3. Kein Zeitplan
Aufstellungsbeschluss heißt Beginn, nicht Ende. Zwischen Aufstellung und Satzungsbeschluss liegen in Berlin regelmäßig mehrere Jahre, danach folgt erst der Hochbau.

4. Beteiligung ohne Datum
Die Öffentlichkeitsbeteiligung wird angekündigt, aber nicht terminiert. Wer mitreden will, muss das Amtsblatt und das Projektportal selbst im Blick behalten.

📌 EHRLICHE EINORDNUNG:
Das ist eine Verfahrensmeldung, keine Baunachricht. Ihr Wert liegt darin, dass der Block C überhaupt für Wohnen geöffnet wird, nachdem die Fläche zehn Jahre unter einem Plan lag, der das so nicht vorsah. Alles Weitere entscheidet sich in der Abwägung.

Hannes Nagel · Redakteur für Wirtschaft und Stadtentwicklung
Ich habe dort schon Bagger, Grabungszelte und Bauzäune gesehen. Was noch fehlt, sind Wohnungen.

Quellen und Belege
Aspekt Details Quelle
Was Aufstellung Bebauungsplan 1-14-2, Block C SenStadt, 11.09.2026
Verfahren Beschleunigtes Verfahren der Innenentwicklung § 13a BauGB
Hintergrund Rahmenplan, Wettbewerbe, Grabungen seit 2019 Projektportal Molkenmarkt
Beteiligung Ankündigung über Amtsblatt, Tagespresse, Portal SenStadt, 11.09.2026

❓ Häufige Fragen zum Molkenmarkt

Wann wird am Molkenmarkt mit dem Wohnungsbau begonnen?

Ein Baustart ist nicht angekündigt. Die Veröffentlichung vom 11. September 2026 betrifft die Aufstellung des Bebauungsplans 1-14-2, also den Beginn eines Planverfahrens. Erst nach Beteiligung, Abwägung und Satzungsbeschluss entsteht Baurecht. Die Senatsverwaltung nennt in ihrer Mitteilung weder einen Zeitplan noch Kosten. Verbindliche Termine werden über das Amtsblatt für Berlin und das Projektportal bekannt gegeben.

Wie viele Wohnungen sollen dort entstehen?

Eine Zahl nennt die Senatsverwaltung nicht. Die Mitteilung spricht davon, dass im Block C die Voraussetzungen für die Entwicklung von Wohnraum und eine öffentlich nutzbare Verbindung geschaffen werden sollen. Wie viele Wohnungen daraus werden und welcher Anteil gefördert entsteht, ergibt sich erst aus dem weiteren Verfahren und den anschließenden Hochbauplanungen.

Was bedeutet Bebauungsplan der Innenentwicklung?

Der Begriff stammt aus § 13a Baugesetzbuch. Er erfasst Pläne für die Wiedernutzbarmachung von Flächen, die Nachverdichtung und andere Maßnahmen der Innenentwicklung. Solche Pläne dürfen im beschleunigten Verfahren aufgestellt werden. Unterhalb bestimmter Grundflächenwerte entfällt die Umweltprüfung nach § 2 Absatz 4 BauGB. Beteiligung und Abwägung bleiben erforderlich, das Verfahren wird also gestrafft, nicht abgeschafft.

Warum dauern die Arbeiten am Molkenmarkt so lange?

Ein wesentlicher Grund liegt im Boden. Seit 2019 laufen archäologische Großgrabungen des Landesdenkmalamtes, bei denen in den kommenden Jahren rund 25.000 Quadratmeter untersucht werden sollen. Der Platz ist der älteste Berlins und Teil des Gründungskerns der Stadt. Hinzu kommt die Verlegung der Grunerstraße, die erst den Raum für das neue Quartier schafft.

Kann ich mich am Verfahren beteiligen?

Ja. Im Bebauungsplanverfahren ist eine Beteiligung der Öffentlichkeit vorgesehen. Die Senatsverwaltung kündigt an, rechtzeitig über das Projektportal molkenmarkt.berlin.de, die Tagespresse und das Amtsblatt für Berlin zu informieren. Einen Termin gab es am 11. September 2026 noch nicht. Wer sicher gehen will, sollte die amtlichen Bekanntmachungen regelmäßig prüfen.

🏁 Fazit: Am Molkenmarkt beginnt das Verfahren, nicht der Bau

Mit der Veröffentlichung vom 11. September 2026 ist der Weg für Wohnungen im Block C formal eröffnet. Zehn Jahre nach dem rechtsverbindlichen Plan von 2016 und sieben Jahre nach dem Beginn der Grabungen auf rund 25.000 Quadratmetern bleibt die entscheidende Zahl weiter offen: wie viele Wohnungen am Ende entstehen und zu welchen Mieten. Wie die Parteien zur Wahl am 20. September mit dem Thema Wohnen umgehen, steht in unserem Überblick zur Mietenpolitik. Wie eng der Spielraum im Bestand inzwischen ist, zeigt das jüngste Urteil zum Wohnen auf Zeit.

🗞 Über den Autor: Hannes Nagel – Redakteur für Wirtschaft und Stadtentwicklung
Ich verfolge Berliner Bauprojekte am liebsten über die Amtsblätter. Dort steht früher, was später als Neuigkeit verkauft wird.
Alle Autoren des BerlinEcho-Redaktionsteams →

🤖 Dieser Artikel entstand mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI). Angaben basieren auf verfügbaren Quellen zum Zeitpunkt der Erstellung. Für Korrekturen oder Hinweise: Kontakt zur Redaktion →

HN
✍ Über den Autor
Redakteur Wirtschaft & Verkehr

Ich bin Hannes, und ich schreibe bei BerlinEcho über Wirtschaft und Verkehr – zwei Themen, die in Berlin enger zusammenhängen, als man denkt. Wer in einer Stadt wohnt, in der die BVG täglich ausläuft und gleichzeitig das teuerste Pflaster für Büroflächen in Deutschland vermietet wird, merkt das. Beim Wirtschaftsthema interessieren mich weniger die Quartalszahlen grosser Konzerne als die Frage: Wer profitiert eigentlich von Berlins Wachstum, und wer nicht? Die Startup-Förderung, der Immobilienmarkt, die Haushaltspolitik des Senats – das sind Themen, die das Leben von echten Menschen verändern. Beim Verkehr ist mein Ansatz ähnlich: nicht die Pressemitteilung der BVG, sondern der Alltag der Fahrgäste. Ich fahre selbst täglich mit dem ÖPNV und weiss, was gemeint ist, wenn wieder mal "erhebliche Verspätungen" gemeldet werden. Für Hinweise und Recherche-Tips bin ich über Twitter und LinkedIn erreichbar.

Berliner Wirtschaft Startups Immobilienmarkt BVG & Mobilität Stadtentwicklung Haushaltspolitik Arbeit & Soziales
📍 Berlin ⭐ Redakteur BerlinEcho · Wirtschaftsredaktion · Experte Berliner Immobilien- und Verkehrspolitik · Recherche-Hintergrund ✍ 479 Artikel