Berlin-Mitte 📅 6. April 2026 ⏱ 8 Min. 👁 125 Aufrufe

Hackesche Höfe Berlin: Architektur, Geschichte & Sanierung 2026

Hackesche Höfe Berlin – das größte Hofensemble Deutschlands wird 2026 saniert. Alle Fakten zu Architektur, Shops und Geschichte in Mitte. → Jetzt lesen

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Kurzantwort

Die Hackesche Höfe Berlin in der Rosenthaler Straße 40/41 sind Deutschlands größtes zusammenhängendes Hofensemble. Seit der Eröffnung 1906 vereint der Komplex aus acht Höfen Gewerbe, Kultur und Wohnen auf 27.000 Quadratmetern. Die Anlage ist berühmt für ihre Jugendstil-Architektur, insbesondere die Fassade von August Endell. Im Jahr 2026 finden Sanierungsarbeiten an der Hauptfassade statt, der Betrieb der rund 40 Unternehmen läuft jedoch weiter.

Inhaltsverzeichnis+
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist die Geschichte des Geländes vor 1906?
  3. Welches architektonische Konzept verfolgen die Hackeschen Höfe?
  4. Wie wurden die Hackeschen Höfe nach dem Krieg gerettet?
  5. Was bieten die Hackeschen Höfe Besuchern im Jahr 2026?
  6. Häufige Fragen zu den Hackeschen Höfen Berlin
  7. Fazit
⚠️ Aktueller Hinweis (Stand: April 2026): Das Eingangsgebäude an der Rosenthaler Straße verschwindet derzeit hinter einem Baugerüst. Dach und Fassade müssen saniert werden. Dadurch kommt es zu Einschränkungen auf dem Gehweg und im ersten Hof. Die Geschäfte und Kultureinrichtungen bleiben geöffnet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Standort: Rosenthaler Straße 40/41, 10178 Berlin-Mitte, direkt am S-Bahnhof Hackescher Markt.
  • Größe: Acht verbundene Höfe mit einer Nutzfläche von 27.000 m² für rund 40 Unternehmen.
  • Eröffnung: Der Komplex wurde im Jahr 1906 nach Plänen des Architekten Kurt Berndt eröffnet.
  • Architektur: Berühmtes Beispiel des Jugendstils (Art Nouveau), insbesondere die Fassade im ersten Hof von August Endell.
  • Sanierung: Nach dem Verfall in der DDR-Zeit wurde die Anlage 1993 für 80 Millionen Mark aufwendig restauriert.
  • Aktuell 2026: Umfassende Sanierungsarbeiten an Dach und Fassade des Eingangsgebäudes.

Was ist die Geschichte des Geländes vor 1906?

Vor dem Bau der Höfe war das Areal als „Scheunenviertel“ bekannt und lag außerhalb der Berliner Stadtmauern. Ab 1731 wurde das Gebiet als Spandauer Vorstadt in die Stadt integriert und entwickelte sich zu einem von jüdischen und französischen Einwanderern geprägten Quartier.

Ende des 17. Jahrhunderts befand sich das Gebiet nördlich des heutigen Alexanderplatzes außerhalb der Festungsmauern Berlins. Aufgrund der hohen Brandgefahr war es den Bürgern verboten, Heu und Stroh innerhalb der Stadt zu lagern. Daher errichteten sie hier zahlreiche Scheunen, was der Gegend den bis heute gebräuchlichen Namen „Scheunenviertel“ einbrachte.

Um 1700 wuchs die Siedlung zur Spandauer Vorstadt heran. Ein entscheidender Wendepunkt war das Jahr 1731, als der preußische König Friedrich Wilhelm I. die Stadtmauer erweitern ließ und das Areal somit offiziell Teil Berlins wurde. Der Stadtkommandant Hans Christoph Graf von Hacke ließ daraufhin Freiflächen bebauen, wodurch der Platz entstand, den wir heute als Hackescher Markt Berlin kennen. In den folgenden Jahrzehnten prägten jüdische und französische Einwanderer das Viertel, was 1866 im Bau der Neuen Synagoge in der nahen Oranienburger Straße gipfelte.

Welches architektonische Konzept verfolgen die Hackeschen Höfe?

Das 1906 eröffnete Ensemble wurde vom Architekten Kurt Berndt als funktionale Einheit konzipiert, die Leben, Arbeit und Kultur verbindet. Die acht Höfe sind klar gegliedert: Der erste Hof dient der Repräsentation, die mittleren dem Gewerbe und die hinteren dem Wohnen.

Die Eröffnung im Jahr 1906 war ein Meilenstein für die Berliner Stadtentwicklung. Der Architekt Kurt Berndt plante die Anlage als das größte Wohn- und Gewerbehof-Ensemble Deutschlands. Seine Vision war eine enge Verzahnung von Leben, Arbeiten und Kultur auf engstem Raum. Die architektonische Aufteilung der acht Höfe folgte diesem klaren Konzept: Die Gebäude des ersten Hofes wurden ausschließlich kulturell und repräsentativ genutzt. Die mittleren Höfe beherbergten Gewerbebetriebe, während in den hinteren, ruhigeren Höfen Mietwohnungen untergebracht waren.

Für den prunkvollen ersten Hof wurde der Künstler August Endell engagiert. Er entwarf eine prächtige Fassade im Jugendstil (Art Nouveau) aus polychromem, glasiertem Ziegel, die bis heute das bekannteste Fotomotiv des gesamten Komplexes ist und als herausragendes Architekturdenkmal gilt.

Hackesche Höfe Berlin: Architektur, Geschichte & Sanierung 2026
Foto: Jimmy Liao
Merkmal Fakten zum Ensemble
Eröffnung 1906
Architekt Kurt Berndt (Gesamtanlage), August Endell (Fassade Hof 1)
Baustil Jugendstil (Art Nouveau) mit glasierten Ziegeln
Adresse Rosenthaler Str. 40/41, 10178 Berlin-Mitte
Denkmalschutz Seit 1972 (Kulturdenkmal), Gesamtanlage seit 1977
Offizielle Website hackesche-hoefe.de

Wie wurden die Hackeschen Höfe nach dem Krieg gerettet?

Nach teilweisen Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und starkem Verfall während der DDR-Zeit wurde die Anlage nach der Wende gerettet. Eine umfassende, 80 Millionen Mark teure Sanierung im Jahr 1993 stellte die historische Bausubstanz wieder her und modernisierte den Komplex.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt der Komplex teilweise schwere Zerstörungen. Obwohl das Landesdenkmalamt Berlin die Gesamtanlage 1977 unter Denkmalschutz stellte, verfiel die Bausubstanz während der deutschen Teilung zusehends. Als „Volkseigentum“ der DDR fehlten die finanziellen Mittel für eine fachgerechte Instandhaltung der aufwendigen Klinker- und Jugendstilfassaden.

Die Rettung kam erst nach der Wiedervereinigung: Im Jahr 1993 begann eine umfassende Restaurierung, die insgesamt 80 Millionen Mark kostete. Investoren und Denkmalschützer arbeiteten Hand in Hand, um die historischen Details von August Endell wiederherzustellen und die Höfe an moderne Brandschutz- und Gewerbestandards anzupassen.

Was bieten die Hackeschen Höfe Besuchern im Jahr 2026?

Heute beherbergen die acht Höfe rund 40 Unternehmen, darunter das Chamäleon Theater, Galerien, Manufakturen und Gastronomie. Die Höfe sind täglich von 9:00 bis 22:00 Uhr geöffnet und dank der zentralen Lage am S-Bahnhof Hackescher Markt hervorragend erreichbar.

Auf 27.000 Quadratmetern präsentieren sich heute rund 40 Unternehmen. Neben dem bekannten Chamäleon Theater und dem Hackesche Höfe Kino prägen kleine Manufakturen, Galerien, Boutiquen und gastronomische Angebote das Bild. Die Mischung aus Touristenmagnet und echtem Kiez-Standort funktioniert, auch wenn die Mietpreise in Berlin-Mitte für die Wohnungen in den hinteren Höfen längst das obere Preissegment erreicht haben. Um die Nachtruhe der Anwohner zu gewährleisten, werden die hinteren, bewohnten Höfe jeden Abend geschlossen, während die vorderen Höfe mit ihren Kultureinrichtungen für Nachtschwärmer geöffnet bleiben.

💰 Eintritt: Kostenlos (für das Hofgelände)
🕐 Öffnungszeiten: Täglich 9:00 bis 22:00 Uhr (Shop-Öffnungszeiten können abweichen)

Hackesche Höfe Berlin: Architektur, Geschichte & Sanierung 2026 - Berlin News Highlights

🚇 S-Bahn: S3, S5, S7, S9 bis Hackescher Markt (2 Min. zu Fuß)
🚋 Tram: M1, M4, M5, M6 bis Hackescher Markt
🚗 Auto: Keine direkten Parkplätze im Hof, kostenpflichtige Parkhäuser in der Umgebung
👶 Alter: Für alle Altersgruppen geeignet
🌧 Bei Regen: ✅ (Viele Passagen und Geschäfte bieten Unterstand)

💡 Tipp der Redaktion: Wenn Sie dem Trubel im ersten Hof entgehen möchten, spazieren Sie bis zu den Höfen 7 und 8. Hier finden Sie kleine, inhabergeführte Manufakturen und begrünte Fassaden, die die ursprüngliche Wohn-Atmosphäre von 1906 noch am besten vermitteln.
Hackesche Höfe Berlin: Architektur, Geschichte & Sanierung 2026
Foto: Mathias Sogorski

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Häufige Fragen zu den Hackeschen Höfen Berlin

Wann wurden die Hackesche Höfe Berlin erbaut?

Der Bau des Komplexes dauerte mehrere Jahre. Die offizielle Eröffnung der von Architekt Kurt Berndt geplanten Anlage fand im Jahr 1906 statt. Es war damals das größte Wohn- und Gewerbehof-Ensemble in Deutschland.

Wer gestaltete die Jugendstil-Fassade im ersten Hof?

Die berühmte Fassade aus polychromem, glasiertem Ziegel im ersten Hof der Anlage wurde von dem Künstler und Architekten August Endell entworfen. Sie ist ein herausragendes Beispiel für den Jugendstil (Art Nouveau) in der Hauptstadt.

Welche Einschränkungen gibt es 2026 durch die Sanierung?

Im Jahr 2026 finden umfangreiche Arbeiten an Dach und Fassade statt. Das Eingangsgebäude an der Rosenthaler Straße ist eingerüstet, was zu Platzmangel auf dem Gehweg und Einschränkungen im ersten Hof führt. Die Geschäfte und Kultureinrichtungen bleiben jedoch zugänglich.

Wie viele Höfe gehören zum gesamten Komplex?

Die Hackesche Höfe Berlin bestehen aus insgesamt acht miteinander verbundenen Höfen. Sie erstrecken sich von der Rosenthaler Straße bis zur Sophienstraße und umfassen eine Nutzfläche von 27.000 Quadratmetern.

Sind die Höfe nachts für Besucher geöffnet?

Nicht alle Höfe sind durchgehend geöffnet. Während die vorderen Höfe mit dem Kino und dem Theater für das Nachtleben zugänglich bleiben, werden die hinteren, bewohnten Höfe ab 22:00 Uhr geschlossen, um die Nachtruhe der Mieter zu schützen.

Fazit

Die Hackesche Höfe Berlin bleiben auch während der Sanierungsarbeiten im Jahr 2026 ein architektonisches und kulturelles Highlight in Berlin-Mitte. Die gelungene Verbindung von rund 40 Unternehmen, Kulturbetrieben und Wohnraum auf 27.000 Quadratmetern beweist die Zeitlosigkeit des Nutzungskonzepts von 1906. Die kunstvolle Jugendstil-Fassade im ersten Hof allein ist ein Zeugnis Berliner Baugeschichte und macht einen Besuch lohnenswert. Trotz der temporären Einschränkungen bieten die Höfe eine einzigartige Atmosphäre, die Geschichte, Handel und modernes Stadtleben vereint.

MM
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Moin, ich bin Maik – Gründer von BerlinEcho und verantwortlicher Redakteur. Ich baue seit Jahren digitale Medien auf, die ich wirklich für notwendig halte: unabhängig, ohne Konzernlogik im Rücken, mit echten Menschen dahinter. Berlin fasziniert mich als Stadt der Brüche: Hipster-Kieze neben Plattenbau, Bundespolitik neben Bezirksstreit, globale Startup-Szene neben klassischem Berliner Kleingarten. Diesen Widersprüchen geht BerlinEcho nach – täglich. Als Verleger verantworte ich alles, was auf dieser Seite erscheint. Das ist mir wichtig zu sagen, weil es in einer Zeit, in der viele Medien hinter anonymen Redaktionen verschwinden, nicht selbstverständlich ist. Bei BerlinEcho steht immer jemand mit dem Namen dafür ein. Mein Hintergrund ist digitales Publizieren: SEO, Content-Strategie, Aufbau von Nachrichtenportalen – das mache ich seit Jahren, für meine eigenen Seiten und für Kunden. BerlinEcho ist mein liebstes Projekt, weil es direkt an dem Ort spielt, wo gerade Deutschland-Geschichte geschrieben wird.

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📍 Berlin ⭐ Gründer Maik Möhring Media · Verleger & verantwortlicher Redakteur · Langjährige Erfahrung in digitalem Publizieren · Mehrere Online-Medien in Deutschland. ✍ 310 Artikel