Die Hackesche Höfe Berlin in der Rosenthaler Straße 40/41 sind Deutschlands größtes zusammenhängendes Hofensemble. Seit der Eröffnung 1906 vereint der Komplex aus acht Höfen Gewerbe, Kultur und Wohnen auf 27.000 Quadratmetern. Die Anlage ist berühmt für ihre Jugendstil-Architektur, insbesondere die Fassade von August Endell. Im Jahr 2026 finden Sanierungsarbeiten an der Hauptfassade statt, der Betrieb der rund 40 Unternehmen läuft jedoch weiter.
Das Wichtigste in Kürze
- Standort: Rosenthaler Straße 40/41, 10178 Berlin-Mitte, direkt am S-Bahnhof Hackescher Markt.
- Größe: Acht verbundene Höfe mit einer Nutzfläche von 27.000 m² für rund 40 Unternehmen.
- Eröffnung: Der Komplex wurde im Jahr 1906 nach Plänen des Architekten Kurt Berndt eröffnet.
- Architektur: Berühmtes Beispiel des Jugendstils (Art Nouveau), insbesondere die Fassade im ersten Hof von August Endell.
- Sanierung: Nach dem Verfall in der DDR-Zeit wurde die Anlage 1993 für 80 Millionen Mark aufwendig restauriert.
- Aktuell 2026: Umfassende Sanierungsarbeiten an Dach und Fassade des Eingangsgebäudes.
Was ist die Geschichte des Geländes vor 1906?
Ende des 17. Jahrhunderts befand sich das Gebiet nördlich des heutigen Alexanderplatzes außerhalb der Festungsmauern Berlins. Aufgrund der hohen Brandgefahr war es den Bürgern verboten, Heu und Stroh innerhalb der Stadt zu lagern. Daher errichteten sie hier zahlreiche Scheunen, was der Gegend den bis heute gebräuchlichen Namen „Scheunenviertel“ einbrachte.
Um 1700 wuchs die Siedlung zur Spandauer Vorstadt heran. Ein entscheidender Wendepunkt war das Jahr 1731, als der preußische König Friedrich Wilhelm I. die Stadtmauer erweitern ließ und das Areal somit offiziell Teil Berlins wurde. Der Stadtkommandant Hans Christoph Graf von Hacke ließ daraufhin Freiflächen bebauen, wodurch der Platz entstand, den wir heute als Hackescher Markt Berlin kennen. In den folgenden Jahrzehnten prägten jüdische und französische Einwanderer das Viertel, was 1866 im Bau der Neuen Synagoge in der nahen Oranienburger Straße gipfelte.
Welches architektonische Konzept verfolgen die Hackeschen Höfe?
Die Eröffnung im Jahr 1906 war ein Meilenstein für die Berliner Stadtentwicklung. Der Architekt Kurt Berndt plante die Anlage als das größte Wohn- und Gewerbehof-Ensemble Deutschlands. Seine Vision war eine enge Verzahnung von Leben, Arbeiten und Kultur auf engstem Raum. Die architektonische Aufteilung der acht Höfe folgte diesem klaren Konzept: Die Gebäude des ersten Hofes wurden ausschließlich kulturell und repräsentativ genutzt. Die mittleren Höfe beherbergten Gewerbebetriebe, während in den hinteren, ruhigeren Höfen Mietwohnungen untergebracht waren.
Für den prunkvollen ersten Hof wurde der Künstler August Endell engagiert. Er entwarf eine prächtige Fassade im Jugendstil (Art Nouveau) aus polychromem, glasiertem Ziegel, die bis heute das bekannteste Fotomotiv des gesamten Komplexes ist und als herausragendes Architekturdenkmal gilt.

| Merkmal | Fakten zum Ensemble |
|---|---|
| Eröffnung | 1906 |
| Architekt | Kurt Berndt (Gesamtanlage), August Endell (Fassade Hof 1) |
| Baustil | Jugendstil (Art Nouveau) mit glasierten Ziegeln |
| Adresse | Rosenthaler Str. 40/41, 10178 Berlin-Mitte |
| Denkmalschutz | Seit 1972 (Kulturdenkmal), Gesamtanlage seit 1977 |
| Offizielle Website | hackesche-hoefe.de |
Wie wurden die Hackeschen Höfe nach dem Krieg gerettet?
Im Zweiten Weltkrieg erlitt der Komplex teilweise schwere Zerstörungen. Obwohl das Landesdenkmalamt Berlin die Gesamtanlage 1977 unter Denkmalschutz stellte, verfiel die Bausubstanz während der deutschen Teilung zusehends. Als „Volkseigentum“ der DDR fehlten die finanziellen Mittel für eine fachgerechte Instandhaltung der aufwendigen Klinker- und Jugendstilfassaden.
Die Rettung kam erst nach der Wiedervereinigung: Im Jahr 1993 begann eine umfassende Restaurierung, die insgesamt 80 Millionen Mark kostete. Investoren und Denkmalschützer arbeiteten Hand in Hand, um die historischen Details von August Endell wiederherzustellen und die Höfe an moderne Brandschutz- und Gewerbestandards anzupassen.
Was bieten die Hackeschen Höfe Besuchern im Jahr 2026?
Auf 27.000 Quadratmetern präsentieren sich heute rund 40 Unternehmen. Neben dem bekannten Chamäleon Theater und dem Hackesche Höfe Kino prägen kleine Manufakturen, Galerien, Boutiquen und gastronomische Angebote das Bild. Die Mischung aus Touristenmagnet und echtem Kiez-Standort funktioniert, auch wenn die Mietpreise in Berlin-Mitte für die Wohnungen in den hinteren Höfen längst das obere Preissegment erreicht haben. Um die Nachtruhe der Anwohner zu gewährleisten, werden die hinteren, bewohnten Höfe jeden Abend geschlossen, während die vorderen Höfe mit ihren Kultureinrichtungen für Nachtschwärmer geöffnet bleiben.
🕐 Öffnungszeiten: Täglich 9:00 bis 22:00 Uhr (Shop-Öffnungszeiten können abweichen)

🚇 S-Bahn: S3, S5, S7, S9 bis Hackescher Markt (2 Min. zu Fuß)
🚋 Tram: M1, M4, M5, M6 bis Hackescher Markt
🚗 Auto: Keine direkten Parkplätze im Hof, kostenpflichtige Parkhäuser in der Umgebung
👶 Alter: Für alle Altersgruppen geeignet
🌧 Bei Regen: ✅ (Viele Passagen und Geschäfte bieten Unterstand)

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Häufige Fragen zu den Hackeschen Höfen Berlin
Wann wurden die Hackesche Höfe Berlin erbaut?
Der Bau des Komplexes dauerte mehrere Jahre. Die offizielle Eröffnung der von Architekt Kurt Berndt geplanten Anlage fand im Jahr 1906 statt. Es war damals das größte Wohn- und Gewerbehof-Ensemble in Deutschland.
Wer gestaltete die Jugendstil-Fassade im ersten Hof?
Die berühmte Fassade aus polychromem, glasiertem Ziegel im ersten Hof der Anlage wurde von dem Künstler und Architekten August Endell entworfen. Sie ist ein herausragendes Beispiel für den Jugendstil (Art Nouveau) in der Hauptstadt.
Welche Einschränkungen gibt es 2026 durch die Sanierung?
Im Jahr 2026 finden umfangreiche Arbeiten an Dach und Fassade statt. Das Eingangsgebäude an der Rosenthaler Straße ist eingerüstet, was zu Platzmangel auf dem Gehweg und Einschränkungen im ersten Hof führt. Die Geschäfte und Kultureinrichtungen bleiben jedoch zugänglich.
Wie viele Höfe gehören zum gesamten Komplex?
Die Hackesche Höfe Berlin bestehen aus insgesamt acht miteinander verbundenen Höfen. Sie erstrecken sich von der Rosenthaler Straße bis zur Sophienstraße und umfassen eine Nutzfläche von 27.000 Quadratmetern.
Sind die Höfe nachts für Besucher geöffnet?
Nicht alle Höfe sind durchgehend geöffnet. Während die vorderen Höfe mit dem Kino und dem Theater für das Nachtleben zugänglich bleiben, werden die hinteren, bewohnten Höfe ab 22:00 Uhr geschlossen, um die Nachtruhe der Mieter zu schützen.
Fazit
Die Hackesche Höfe Berlin bleiben auch während der Sanierungsarbeiten im Jahr 2026 ein architektonisches und kulturelles Highlight in Berlin-Mitte. Die gelungene Verbindung von rund 40 Unternehmen, Kulturbetrieben und Wohnraum auf 27.000 Quadratmetern beweist die Zeitlosigkeit des Nutzungskonzepts von 1906. Die kunstvolle Jugendstil-Fassade im ersten Hof allein ist ein Zeugnis Berliner Baugeschichte und macht einen Besuch lohnenswert. Trotz der temporären Einschränkungen bieten die Höfe eine einzigartige Atmosphäre, die Geschichte, Handel und modernes Stadtleben vereint.
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