Die Aktion Mähfreier Mai im eigenen Bezirk zu beobachten, ist für mich jedes Jahr ein spannender politischer und ökologischer Gradmesser. Während in vielen Berliner Gärten die Rasenmäher dröhnen, setzt Treptow-Köpenick im Frühling 2026 auf gezieltes Nichtstun. Ich verfolge die Debatten in der Bezirksverordnetenversammlung schon lange und sehe, wie aus einem grünen Antrag nun handfeste Verwaltungspraxis auf 25 öffentlichen Flächen wird.
- BVV-Beschluss IX/1222 verpflichtet das Bezirksamt zur jährlichen Teilnahme.
- 25 ausgewählte Grünflächen im Bezirk erhalten eine extensive Staffelmahd.
- 0 Euro Teilnahmegebühr – die Aktion der DGG 1822 e.V. ist komplett kostenlos.
- 4 konkrete Pilotflächen benannt, darunter der Volkspark Köpenick und der Braunellensteig.
- 1 ganzer Monat (Mai 2026) wird auf den Rasenschnitt verzichtet.
Was ist Mähfreier Mai?
Der Mähfreier Mai ist eine internationale Naturschutzkampagne, die dazu aufruft, private und öffentliche Rasenflächen im Frühlingsmonat Mai nicht zu mähen. Die Aktion startete 2026 in Berlin erneut, um Wildkräutern die Blüte zu ermöglichen. Für Berliner Bezirke wie Treptow-Köpenick ist dies ein zentraler Baustein, um dem Insektensterben im städtischen Raum aktiv entgegenzuwirken.
🏛️ BerlinEcho-Einordnung
In der Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick wurde mit dem gemeinsamen Beschluss IX/1222 von SPD, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen festgelegt, dass sich das Bezirksamt jährlich an der Aktion Mähfreier Mai beteiligen muss (laut offiziellen Protokollen der BVV). Was in der bisherigen Berichterstattung der großen Medien jedoch fast völlig unterging, ist die Frage der tatsächlichen Umsetzung und Kontrolle dieses Beschlusses im Jahr 2026. Während Pressemitteilungen die Theorie loben, fehlt oft der journalistische Blick darauf, welche städtischen Flächen wirklich verschont bleiben und wie die Öffentlichkeitsarbeit die Anwohner in Altglienicke oder Bohnsdorf konkret erreicht.

🚜 Staffelmahd: So pflegt das Straßen- und Grünflächenamt
In Treptow-Köpenick belässt es die Verwaltung nicht bei bloßen Appellen an die Bürger. Das Straßen- und Grünflächenamt (SGA) geht mit gutem Beispiel voran und praktiziert die sogenannte extensive Rasenpflege. Auf 25 ausgewählten Grünflächen im Bezirk wird die Staffelmahd angewendet. Bei dieser Methode wird nicht die gesamte Fläche auf einmal abgemäht, sondern streifenweise und zeitversetzt gearbeitet.
Das Grünflächenamt benennt für das Jahr 2026 konkrete Standorte, an denen diese naturnahe Pflege sichtbar wird:
- Grünanlagen an der Alexander-Meißner-Straße in Bohnsdorf
- Spindlersfelder Straße / Glienicker Straße in der Köllnischen Vorstadt
- Braunellensteig / Hornkleepfad in Altglienicke
- Volkspark Köpenick
Dr. Claudia Leistner, Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung, Straßen, Grünflächen und Umwelt, fasst den politischen und ökologischen Ansatz zusammen: „Jeder nicht gemähte Quadratmeter ist ein Gewinn für die Artenvielfalt. Wer im eigenen Garten beginnt, leistet einen wichtigen Beitrag für den Artenschutz und die biologische Vielfalt – weniger Gartenarbeit, mehr Raum für Natur.“ (laut Pressemitteilung des Bezirksamts Treptow-Köpenick).
| Pflegeart | Häufigkeit | Ökologischer Nutzen |
|---|---|---|
| Intensive Mahd | Wöchentlich bis 14-tägig | Gering (kaum Blütenbildung möglich) |
| Extensive Mahd | 1- bis 2-mal pro Jahr | Hoch (Nahrungsquelle für Insekten) |
| Staffelmahd | Zeitversetzt in Streifen | Sehr hoch (Rückzugsorte bleiben durchgehend erhalten) |
🌿 Artenvielfalt Garten: Warum Nichtstun die beste Pflege ist
Die Kampagne richtet sich nicht nur an Behörden. Auch die zahlreichen Kleingärtner und Hausbesitzer in Treptow-Köpenick sind gefragt. Wer die Artenvielfalt Garten nachhaltig stärken will, muss alte Gewohnheiten ablegen. Ein perfekt getrimmter englischer Rasen mag ordentlich aussehen, ist ökologisch betrachtet jedoch eine grüne Wüste. Simon Kuchta, Fachbereichsleiter Umwelt, betont die Wichtigkeit der privaten Beteiligung: „Mit dem Verzicht auf das Mähen im Mai kann jede und jeder einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz leisten“ (laut Deutscher Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V.).

Für eine intakte Artenvielfalt Garten reicht es oft schon, Teilbereiche stehen zu lassen. Wer ein gepflegtes Erscheinungsbild bevorzugt, kann an die Wege angrenzende Streifen kurz halten und den Rest der Fläche wachsen lassen. So entsteht ein bewusster Rahmen für die wilde Natur. Jörg Liesendahl, Biologe und Pädagogischer Leiter der Natur-Schule Grund, bringt die Philosophie der Kampagne auf den Punkt: „Tun Sie einfach mal – nix!“
Der NABU Berlin unterstützt Initiativen wie den Mähfreier Mai aktiv. Wer die Artenvielfalt Garten auf dem eigenen Grundstück fördern möchte, findet bei den Umweltverbänden auch konkrete Zähltabellen, um die Rückkehr von Schmetterlingen, Wildbienen und Käfern im eigenen Grün zu dokumentieren. Wer die naturnahen Flächen im Bezirk selbst erkunden möchte, findet in den 7 besten Ausflugszielen Treptow Köpenick zahlreiche Anregungen für Spaziergänge abseits des dichten Stadtverkehrs.
❓ Häufige Fragen zum Mähfreier Mai
Warum sollte man im Mai nicht den Rasen mähen?
Zahlreiche Tierarten, die im Laub oder Boden überwintert haben, kommen im Mai aus der Winterruhe und sind deshalb besonders schutzlos. Den Rasen beim Mähfreier Mai nicht zu mähen, schützt Nützlinge im Garten ebenso wie zufällige tierische Besucher, die auf die ersten Blüten angewiesen sind.
Welchen Monat sollte man nicht mähen?
Naturschutzverbände rufen dazu auf, im Monat Mai auf Mäharbeiten zu verzichten. Das Ziel der Kampagne Mähfreier Mai: Blütenpflanzen sollen sich entfalten, Insekten früh im Jahr Nahrung finden und Vögel geeignete Lebensräume vorfinden können.
Was bringt der Mähfreier Mai für die Natur?
Selten gemähte Flächen entwickeln sich schnell zu artenreichen Lebensräumen. Blühende Wildpflanzen wie Schafgarbe, Gänseblümchen oder Löwenzahn bieten Nahrung für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten, die wiederum auch Vögeln zugutekommen.
Wie oft sollte man den Rasen nach dem Mai mähen?
Wer die Aktion Mähfreier Mai unterstützt hat, kann danach zu einer extensiven Pflege übergehen. Ein- bis zweimal im Monat reicht oft aus, idealerweise mit einer Staffelmahd, bei der immer ein Streifen für Insekten stehen bleibt.
Muss ich meinen ganzen Garten verwildern lassen?
Nein, auch kleine naturnahe Ecken helfen der Natur schon sehr. Für ein gepflegtes Erscheinungsbild kannst du zum Beispiel an Wege angrenzenden Rasen kurzhalten, während andere Flächen beim Mähfreier Mai bewusst wachsen dürfen.

🏁 Fazit: Weniger Arbeit, mehr Natur
Die Kampagne Mähfreier Mai beweist, dass effektiver lokaler Naturschutz oft mit weniger Aufwand verbunden ist als gedacht. Dass Treptow-Köpenick die Staffelmahd auf 25 öffentlichen Flächen offiziell anwendet und den Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung in die Praxis umsetzt, ist ein wichtiges politisches Signal für den gesamten Berliner Südosten. Wer im eigenen Garten oder in der Kleingartenparzelle den Rasenmäher vier Wochen lang stehen lässt, leistet einen direkten und messbaren Beitrag zum lokalen Ökosystem.
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🗞 Über den Autor: Maik Möhring – Verantwortlicher & Chefredakteur
Die Umsetzung des Beschlusses IX/1222 im Volkspark Köpenick zeigt, wie Bezirkspolitik konkret wird. Ich beobachte solche Initiativen genau, denn oft klafft zwischen politischem Antrag und der Realität auf der Wiese eine große Lücke.
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