Das Wichtigste in Kürze
- Erneute Preiserhöhung: Der Berliner Hersteller AVM erhöht die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) für einige Fritzbox-Modelle zum 1. Juni 2026.
- Offizielle Begründung: Als Grund wird eine globale „Speicherkrise“ bei RAM-Komponenten genannt, die durch eine extrem hohe KI-Nachfrage ausgelöst wurde.
- Kostenfaktor Speicher: RAM-Speicher macht laut AVM etwa 20 Prozent der Gesamtkosten eines Internet-Routers aus.
- Zweite Anpassung: Es ist bereits die zweite Preisanpassung in diesem Jahr, nachdem die Preise schon zum 1. Februar 2026 angehoben wurden.
- Folgen für Mietgeräte: Es wird erwartet, dass die gestiegenen Einkaufspreise auch zu höheren Mietgebühren für Router bei Internetanbietern führen werden.
- Vorgeschichte: AVM wurde im Juli 2024 vom Bundeskartellamt wegen Preisabsprachen zu einem Bußgeld von 16 Millionen Euro verurteilt.
Warum steigen die Fritzbox Preise zum 1. Juni 2026 erneut?
Der Berliner Routerhersteller AVM hat seine Fachhändler über eine weitere Anhebung der unverbindlichen Preisempfehlungen (UVP) für einige seiner Fritzbox-Produkte informiert. Die neuen Preise sollen zum 1. Juni 2026 in Kraft treten. Dies markiert bereits die zweite Preiserhöhung in diesem Jahr, nachdem die UVP erst zum 1. Februar angepasst wurde. In einer Mitteilung, die DIGITAL FERNSEHEN vorliegt, begründet AVM diesen Schritt mit einer globalen Krise auf dem Speichermarkt.
Diese Router Preiserhöhung ist eine direkte Folge der gestiegenen Preise für Arbeitsspeicher. Laut AVM ist die Nachfrage nach Komponenten für KI-Infrastrukturen extrem hoch, während gleichzeitig die Produktion auf margenstärkere Speicher verlagert wird. Diese Entwicklung treibt die Kosten für RAM-Speicher erheblich in die Höhe. Da RAM-Speicherkosten etwa 20 Prozent der Gesamtkosten eines Internet-Routers ausmachen, können sich Verfünf- bis Verzehnfachungen der Komponentenpreise nicht ohne Auswirkungen auf die Endverbraucherpreise niederschlagen.

Welche Auswirkungen hat die Preiserhöhung auf Verbraucher in Berlin?
Die Preisanpassungen bei AVM treffen Verbraucher auf zwei Wegen. Zum einen verteuert sich der direkte Kauf eines neuen Routers im Fachhandel. Zum anderen werden sich die Kosten auch bei den Mietmodellen der Internetanbieter niederschlagen. Viele Provider in Berlin und ganz Deutschland stellen ihren Kunden Fritzbox-Router zur Miete zur Verfügung. Steigen die Einkaufspreise für diese Anbieter, ist es nur eine Frage der Zeit, bis diese Kosten an die Endkunden weitergegeben werden. Dies betrifft insbesondere Haushalte, die auf gemietete Router angewiesen sind oder in naher Zukunft ihren Vertrag verlängern möchten.
AVM hat trotz einer Anfrage von DIGITAL FERNSEHEN keine genauen Angaben zur Höhe der Preiserhöhung zum 1. Juni gemacht. Diese Intransparenz lässt Raum für Spekulationen, deutet aber darauf hin, dass die Anpassungen signifikant sein könnten. Das Unternehmen muss die gestiegenen Kosten der Speicherkrise abfedern, um die gewohnte Produktqualität und Lieferfähigkeit weiterhin sicherzustellen.
Wie sind die steigenden Preise wirtschaftlich einzuordnen?
Die Entscheidung von AVM ist mehr als eine isolierte unternehmerische Maßnahme. Sie ist ein klares Indiz dafür, wie globale wirtschaftliche Entwicklungen den Alltag der Menschen in Berlin beeinflussen. Folgende Punkte sind dabei zentral:
- Globale Krise trifft lokal: Die Abhängigkeit von globalen Lieferketten und der immense Einfluss der KI-Nachfrage auf Bauteile wie RAM-Speicher zeigen, wie schnell sich weltweite Trends auf die Kosten für unverzichtbare Geräte wie Internet-Router auswirken können.
- Strategische Preispolitik: AVM hat bereits im Juli 2024 ein Bußgeld wegen Preisabsprachen erhalten. Die aktuellen Erhöhungen erfolgen zwar mit einer nachvollziehbaren externen Begründung, verdeutlichen aber, wie aktiv der Hersteller seine Preisstrategie am Markt gestaltet.
- Indirekte Kostensteigerung: Auch wenn nicht jeder Verbraucher direkt einen neuen Router kauft, werden die Mietgebühren bei Internetanbietern steigen. Dies stellt eine schleichende Belastung dar, die viele Haushalte erst bei der nächsten Vertragsverlängerung bemerken werden.
- Standortfaktor Berlin: Als Berliner Unternehmen operiert AVM in einem Umfeld mit hohen Lohn- und Mietkosten. Die Notwendigkeit, Qualität und Lieferfähigkeit zu sichern, ist in einem Hochlohnland wie Deutschland eine besondere Herausforderung, die sich ebenfalls in der Preisgestaltung widerspiegelt.

Welche Fritzbox-Modelle gibt es im Überblick?
Der Hersteller AVM ist bekannt für sein vielfältiges Produktportfolio, das für nahezu jeden Internetanschluss den passenden Router bereithält. Laut einer Übersicht von dslweb.de gehören die folgenden Geräte zu den aktuellen Top-Modellen in ihrer jeweiligen Kategorie:
| Anschlussart | Top-Modell (Beispiel) | Eigenschaften |
|---|---|---|
| DSL | FritzBox 7690 | Leistungsstarker Premium-Router |
| Kabel Internet | FritzBox 6690 Cable | Optimiert für Kabelanschlüsse |
| LTE | FritzBox 6890 LTE | Für Mobilfunknetze (4G) |
| 5G | FritzBox 6860 5G | Modernste Mobilfunkkonnektivität |
| Glasfaser | FritzBox 5690 | High-Speed für Glasfaseranschlüsse |
Die einzelnen Modelle unterscheiden sich in ihrer maximalen WLAN-Übertragungsrate, der Anzahl der Anschlüsse für Telefone und weiteren Technologien wie Multi-User MIMO oder Mesh für einen verbesserten Datendurchsatz. Trotz der steigenden Fritzbox Preise versprechen die Geräte eine hohe WLAN-Performance und regelmäßige Updates für neue Funktionen und Sicherheit.

Gab es bereits Probleme mit der Preisgestaltung von AVM?
Die aktuelle Preiserhöhung ist nicht das erste Mal, dass die Preispolitik von AVM für Schlagzeilen sorgt. Im Juli 2024 verhängte das Bundeskartellamt ein Bußgeld in Höhe von 16 Millionen Euro gegen das Unternehmen. Der Vorwurf: Der Hersteller habe die Preise für einzelne Produkte bei sechs Elektrofachhändlern künstlich hoch gehalten und damit die „freie Preisbildung beim Vertrieb seiner Produkte an Endverbraucherinnen und -verbraucher eingeschränkt“. Dies teilte der damalige Kartellamtschef Andreas Mundt mit.
Laut den Wettbewerbshütern hatten Mitarbeiter des Berliner Unternehmens mit beteiligten Elektronikfachhändlern Abstimmungen über Endverbraucherpreise für AVM-Produkte getroffen. Dieser Entscheidung waren bereits im Februar 2022 Durchsuchungen vorausgegangen. Die Vorgeschichte zeigt, dass die Preisstrategien von AVM unter genauer Beobachtung des Bundeskartellamts stehen. Die jetzige Router Preiserhöhung wird jedoch mit einer globalen Marktentwicklung begründet, die extern nachvollziehbar ist.
Häufige Fragen zu Fritzbox Preisen
Warum steigen die Fritzbox Preise zum 1. Juni 2026?
Die Fritzbox Preise steigen aufgrund einer globalen Speicherkrise in der IT-Branche. Die Preise für Arbeitsspeicher sind erheblich gestiegen, da die Nachfrage nach Komponenten für KI-Infrastrukturen sehr hoch ist und die Produktion auf margenstärkere Speicher verlagert wurde. AVM gibt diese gestiegenen Kosten an die Verbraucher weiter, um die gewohnte Qualität und Lieferfähigkeit sicherzustellen.
Welche Fritzbox-Modelle sind von der Preiserhöhung betroffen?
AVM hat nicht öffentlich bekannt gegeben, welche spezifischen Fritzbox-Modelle von der Preiserhöhung betroffen sind. Das Unternehmen informierte lediglich seine Fachhändler über eine Erhöhung der UVP für „einige Produkte“. Es ist davon auszugehen, dass Modelle mit einem hohen Anteil an RAM-Speicher oder solche, die besonders stark nachgefragt werden, betroffen sein könnten. Die genauen Details zu den betroffenen Fritzbox Preisen wurden nicht kommuniziert.
Wie wirkt sich die Router Preiserhöhung auf gemietete Geräte aus?
Die Router Preiserhöhung wird sich mittelfristig auch auf die Gebühren für gemietete Geräte bei Internetanbietern niederschlagen. Da die Provider Fritzbox-Router von AVM beziehen, werden gestiegene Einkaufspreise in der Regel über kurz oder lang an die Endkunden weitergegeben. Dies kann zu höheren monatlichen Mietkosten für Ihren Router führen, insbesondere wenn Sie Ihren Vertrag verlängern oder ein neues Mietgerät benötigen.
Wurde AVM in der Vergangenheit schon einmal wegen Preisen verurteilt?
Ja, AVM (der Hersteller der Fritzbox) wurde im Juli 2024 vom Bundeskartellamt zu einem Bußgeld von 16 Millionen Euro verurteilt. Der Vorwurf lautete auf Preisabsprachen mit sechs Elektrofachhändlern, um die Endverbraucherpreise für AVM-Produkte künstlich hoch zu halten. Dies schränkte die freie Preisbildung ein und zeigt die Sensibilität rund um die Fritzbox Preise im Markt.
Gibt es Alternativen zum Kauf einer Fritzbox?
Ja, die gesetzliche Routerfreiheit in Deutschland erlaubt es Ihnen, an Ihrem Internetanschluss ein eigenes, nicht vom Provider gemietetes Gerät zu nutzen. Sie können Ihren Router kaufen und am Internetanschluss nutzen. Dies kann unter Umständen sogar günstiger sein, als ein Gerät zu mieten. Allerdings sollten Sie prüfen, ob das Gerät mit Ihrem Anschluss kompatibel ist und die Leistung bietet, die Sie benötigen, um die steigenden Fritzbox Preise zu umgehen.
Fazit
Die erneute Anhebung der Fritzbox Preise durch den Berliner Hersteller AVM ist ein klares Zeichen dafür, wie globale Marktentwicklungen – insbesondere die Speicherkrise im IT-Sektor – direkte Auswirkungen auf den Alltag der Verbraucher haben. Die Notwendigkeit, Qualität und Lieferfähigkeit zu gewährleisten, zwingt Unternehmen wie AVM zu Preisanpassungen, die sich sowohl im Kaufpreis als auch in den Mietgebühren für Router niederschlagen werden. Für Sie als Verbraucher in Berlin bedeutet dies, die Preisentwicklungen genau zu verfolgen und vor einem Neukauf oder einer Vertragsverlängerung die Konditionen zu vergleichen. Gegebenenfalls kann auch die Anschaffung eines eigenen Routers eine wirtschaftlich sinnvolle Alternative zum Mietmodell des Providers sein.
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