Politik 📅 23. Mai 2026 ⏱ 12 Min. 👁 12 Aufrufe

Fluchthelfer Hasso Herschel ist tot: Der Mann hinter dem Tunnel 29

Der Berliner Fluchthelfer Hasso Herschel ist am 21. Mai 2026 im Alter von 91 Jahren gestorben. Er grub 1962 den Tunnel 29 unter der Berliner Mauer hindurch und gilt als einer der erfolgreichsten Fluchthelfer der deutschen Teilungsgeschichte.

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Der Berliner Fluchthelfer Hasso Herschel ist tot. Er starb am Donnerstag, dem 21. Mai 2026, im Alter von 91 Jahren – das bestätigte am Samstag Dietmar Arnold, Vorsitzender des Vereins Berliner Unterwelten, unter Berufung auf die Familie. Zuvor hatten die Tageszeitung „Welt“ und der RBB über den Tod berichtet. Herschel war Ehrenmitglied des Vereins Berliner Unterwelten und gilt als einer der erfolgreichsten Fluchthelfer der deutschen Teilungsgeschichte. In den frühen 1960er-Jahren grub er in Berlin-Mitte unter der Berliner Mauer hindurch – sein berühmtester Tunnel war der „Tunnel 29″ von der Bernauer Straße in die Schönholzer Straße im damaligen Ost-Berlin. Über drei Tunnelprojekte hinweg und mit später umgebauten Fahrzeugen half Herschel nach Schätzungen seines Vereins rund tausend Menschen in den Westen.

📝 Kurz zusammengefasst
Der Fluchthelfer Hasso Herschel ist am 21. Mai 2026 im Alter von 91 Jahren in der Uckermark gestorben. Der gebürtige Dresdner hatte 1962 in Berlin mit zwei italienischen Studenten den 120 Meter langen Tunnel 29 von der Bernauer Straße in die Schönholzer Straße gegraben. Über diesen Tunnel flohen am 14. und 15. September 1962 insgesamt 29 Menschen – darunter Herschels Schwester Anita. Über zehn Jahre Fluchthilfe in Berlin und mehrere weitere Wege brachte er nach Schätzungen des Vereins Berliner Unterwelten rund tausend Menschen in den Westen.

📋 Das Wichtigste in Kürze

  • Todestag: Donnerstag, 21. Mai 2026, im Alter von 91 Jahren, in der Uckermark (Brandenburg)
  • Geburtsdatum: 1935 in Dresden
  • Tunnel 29: 120 Meter lang, von Bernauer Straße (West) in die Schönholzer Straße (Ost) – Durchstich am 14./15. September 1962
  • Geflüchtete durch Tunnel 29: 29 Menschen, darunter Herschels Schwester Anita Moeller mit Mann und einjähriger Tochter
  • Insgesamt drei Tunnelprojekte, davon Tunnel 29 das erfolgreichste
  • Geschätzte Bilanz seiner Fluchthilfe: rund 1.000 Menschen (laut Berliner Unterwelten)
  • Auszeichnungen: Bundesverdienstkreuz am Bande 2012, Ehrenmitglied Berliner Unterwelten seit 2019
  • Verfilmung: „Der Tunnel“ (2001) mit Heino Ferch in der Hauptrolle als Herschel-Figur Harry Melchior
📖 Inhaltsverzeichnis
  1. Die Bestätigung durch Berliner Unterwelten
  2. Hasso Herschels Weg: Dresden, Gefängnis, Flucht in den Westen
  3. Der Tunnel 29 – 120 Meter unter der Berliner Mauer
  4. Die Bilanz: rund 1.000 Menschen in der Freiheit
  5. „Der Tunnel“ – die Verfilmung mit Heino Ferch
  6. Bernauer Straße: Wo die Geschichte heute steht
  7. BerlinEcho-Einordnung
  8. Quellen-Tabelle
  9. FAQ
  10. Fazit

🕊️ Bestätigung des Todes durch Berliner Unterwelten

Der Tod des Fluchthelfer Hasso Herschel wurde am Samstag durch Dietmar Arnold öffentlich bestätigt – den Vorsitzenden des Vereins Berliner Unterwelten und langjährigen Weggefährten Herschels. „Ich zähle ihn zu den alten Haudegen“, sagte Arnold im Gespräch mit Medien. „Das war ein Meisterstück“, fügte er mit Blick auf den Tunnel 29 hinzu. Herschel sei in der Uckermark gestorben, wo er seit langem auf einem Bauernhof bei Oberuckersee gelebt habe. Die genaue Todesursache wurde von der Familie nicht öffentlich kommuniziert.

Berliner Unterwelten, der eingetragene Verein zur Erforschung und Dokumentation der unterirdischen Bauwerke Berlins, hatte Herschel 2010 als Mitglied aufgenommen und 2019 zum Ehrenmitglied ernannt. Über Jahre führte Herschel selbst noch Besuchergruppen durch nachgebaute Tunnel und sprach in Schulen, Gedenkstätten und auf Geschichtscafés über sein Leben.

📜 Hasso Herschels Weg: Dresden, Gefängnis, Flucht in den Westen

Fluchthelfer Hasso Herschel – 📜 Hasso Herschels Weg: Dresden, Gefängnis, Flucht in den Westen
📜 Hasso Herschels Weg: Dresden, Gefängnis, Flucht in den Westen

Herschel wurde 1935 in Dresden geboren. Schon früh geriet der spätere Fluchthelfer Hasso Herschel in Konflikt mit dem politischen System der DDR: Beim Volksaufstand vom 17. Juni 1953 beteiligte er sich an Demonstrationen und wurde für mehrere Wochen inhaftiert. Da ihm in Ost-Berlin das Studium verwehrt blieb, schrieb er sich an einer West-Berliner Hochschule ein und pendelte – das war zu jener Zeit noch möglich – täglich über die innerstädtische Grenze.

Diese Pendelei nutzte Herschel, um Waren von West nach Ost zu schmuggeln. Die DDR-Behörden verurteilten ihn deshalb wegen sogenannter „Wirtschaftsverbrechen“ zu einer Haftstrafe von sechs Jahren. Nach seiner Entlassung und nach dem Mauerbau im August 1961 floh er im Oktober 1961 mit einem fremden Schweizer Pass aus der DDR nach West-Berlin. Er bezog ein Zimmer im Studentenheim Eichkamp im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf – dort fand er Anschluss an die studentische Fluchthilfe-Szene, die nach dem 13. August 1961 in West-Berlin entstanden war.

🕳️ Der Tunnel 29 – 120 Meter unter der Berliner Mauer

Anfang 1962 begann der Fluchthelfer Hasso Herschel zusammen mit den beiden italienischen Studenten Domenico Sesta und Luigi Spina mit dem Bau eines Tunnels. Ausgangspunkt: der Keller eines zerstörten Hauses an der Bernauer Straße in West-Berlin. Ziel: ein Hinterhaus in der Schönholzer Straße im damaligen Ost-Berlin. Die Strecke betrug 120 Meter. Etwa 30 Helfer gruben monatelang unter Lebensgefahr.

Eine Besonderheit dieser Aktion: Um die immensen Materialkosten zu finanzieren, traten die Tunnelbauer an den US-amerikanischen Fernsehsender NBC heran. NBC zahlte einen Vorschuss gegen das exklusive Recht, die Flucht zu filmen. Aus dieser Vereinbarung entstand die Dokumentation „The Tunnel“, die 1962 in den USA ausgestrahlt wurde – mit international wahrnehmbarer politischer Resonanz.

Am 14. und 15. September 1962 war es so weit: Insgesamt 29 Menschen flohen durch den Tunnel – daher der Name „Tunnel 29″. Unter ihnen waren auch Herschels jüngere Schwester Anita Moeller, ihr Mann Hannes und die einjährige Tochter Astrid. Anita Moeller, ihrerseits klaustrophobisch, sollte später schildern, sie habe vor dem Einstieg in das schmale Erdloch grosse Angst gehabt – sobald sie aber im Tunnel war, sei keine Zeit für Furcht geblieben. Damit war der Tunnel 29 das erste grosse erfolgreiche Projekt vom Fluchthelfer Hasso Herschel.

🚪 Die Bilanz vom Fluchthelfer Hasso Herschel: rund 1.000 Menschen in der Freiheit

Insgesamt drei Tunnelprojekte habe Herschel mit unterstützt – einer davon, der Tunnel 29, sei erfolgreich gewesen, sagte Dietmar Arnold. Über die Tunnel hinaus arbeitete Herschel rund zehn Jahre lang als Fluchthelfer in Berlin und nutzte später auch andere Wege: präparierte Autos mit Hohlräumen, gefälschte Pässe, organisierte Routen über Drittstaaten. Die Bilanz seiner Hilfe wird vom Verein Berliner Unterwelten auf rund 1.000 Menschen beziffert – eine Zahl, die in der Forschung kursiert, die nach Aussage Arnolds aber „nicht im Detail belegt“ sei. Sicher sei: „Es waren sehr viele.“

Damit gilt der Fluchthelfer Hasso Herschel als einer der erfolgreichsten Fluchthelfer der deutschen Teilungsgeschichte – neben Namen wie Harry Seidel, Wolfgang Fuchs oder Burkhart Veigel. 2012 wurde Herschel gemeinsam mit 14 weiteren Fluchthelfern mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet – eine späte staatliche Anerkennung für eine Arbeit, die in der Anfangszeit aus eigenen Mitteln finanziert worden war.

🎬 „Der Tunnel“ – die Verfilmung mit Heino Ferch

2001 wurde Herschels Geschichte fürs Fernsehen verfilmt. Der zweiteilige Film „Der Tunnel“ lief auf SAT.1 und gewann mehrere Preise. Heino Ferch spielte die Hauptrolle des „Harry Melchior“ – eine fiktionalisierte Figur, deren Lebenslauf an den von Herschel angelehnt ist: ehemaliger DDR-Schwimmsportler, politische Haft, Flucht mit gefälschtem Pass, Tunnelbau. Im Ensemble spielten ausserdem Sebastian Koch und Claudia Michelsen mit. Der Film gilt bis heute als eines der ambitioniertesten deutschen TV-Projekte zum Thema Berliner Mauer.

2011 drehte Herschels Nichte Astrid Nora Moeller – jene einjährige Tochter, die ihre Mutter Anita 1962 durch den Tunnel in den Westen gebracht hatte – einen Dokumentarfilm über ihren Onkel: „Der Fluchthelfer – Wege in die Freiheit“.

📍 Bernauer Straße: Wo die Geschichte heute steht

Der historische Schauplatz des Tunnel 29 liegt heute zwischen den Bezirken Mitte und Pankow. Die Bernauer Straße war 1961 bis 1989 unmittelbarer Frontabschnitt der Berliner Mauer – die Häuser auf der südlichen Seite gehörten zu Ost-Berlin, die Strasse selbst lag im Westen. Heute verläuft hier die Gedenkstätte Berliner Mauer auf einer Länge von rund 1,4 Kilometern. Die Schönholzer Straße, das Ausstiegsende des Tunnels, liegt im Ortsteil Mitte und grenzt unmittelbar an Pankow.

Wer heute die Bernauer Straße zwischen Nordbahnhof und Schwedter Straße entlanggeht, findet Erinnerungsstelen, das Dokumentationszentrum, den Geschichtsturm und die rekonstruierten Mauerelemente. Die Stiftung Berliner Mauer dokumentiert dort die Geschichte der Tunnelfluchten – und Herschels Tunnel 29 ist einer der zentralen Bezugspunkte. Auch im Museum der Berliner Unterwelten am Gesundbrunnen, im Bezirk Mitte, ist ein im Originalmaßstab nachgebauter Tunnel zu sehen.

🔎 Recherche-Quellen im Überblick

Fluchthelfer Hasso Herschel ist tot: Der Mann hinter dem Tunnel 29 - Berlin News Highlights
Aspekt Details Quelle
Todesdatum 21.05.2026, 91 Jahre, Uckermark Berliner Zeitung
Bestätigung Tod Dietmar Arnold, Berliner Unterwelten Berliner Unterwelten
Tunnel 29 Details 120 m, 29 Geflüchtete am 14./15.09.1962 Wikipedia
Italienische Mitstreiter Domenico Sesta, Luigi Spina NPR
Bundesverdienstkreuz 2012, am Bande Bundespräsidialamt
NBC-Finanzierung Filmrechte gegen Vorschuss NBC News Archiv
Verfilmung 2001 „Der Tunnel“ mit Heino Ferch Fernsehserien.de
Erstmeldungen Welt, RBB, dpa 260523-930-121291/1 Welt / RBB / dpa

🏛️ BERLINECHO-EINORDNUNG

Warum dieser Tod ein doppelter Einschnitt ist

Hasso Herschel war kein Politiker, kein Prominenter, kein offizielles Symbol. Aber sein Tod markiert eine Zäsur – aus zwei Gründen.

1. Eine Generation der Zeitzeugen geht
Die Menschen, die als Erwachsene den Mauerbau 1961 erlebten und mit Werkzeug und Schaufel gegen ihn arbeiteten, sind heute über 85. Mit Hasso Herschel verliert die Berliner Erinnerungskultur einen der wenigen verbliebenen Akteure, die aus eigener Anschauung schildern konnten, was es bedeutete, im engen Erdkanal unter dem Todesstreifen zu liegen. Schulklassen, die noch vor zwei Jahren mit ihm sprachen, hatten echtes Privileg – nachfolgende werden nur noch Dokumentationen sehen.

2. Fluchthilfe war nie eindeutig
In der heutigen Erinnerung erscheint Fluchthilfe als reine Heldengeschichte. Die historische Realität war komplexer: Studentenidealismus der frühen Jahre wich ab 1965 zunehmend kommerziellem Geschäft, das Bundesdeutsche zum Teil über Westgeld vermittelten, manchmal mit ethisch fragwürdigen Akteuren. Herschel selbst hat das gegenüber Journalisten offen angesprochen. Ein guter Nachruf nimmt das mit – ohne den Wert seiner Lebensleistung zu schmälern. Im Gegenteil: Genau weil Herschel die Widersprüche kannte und benannte, ist sein Bild nicht das eines Denkmals, sondern das eines Menschen.

3. Berlin schuldet diesen Menschen mehr als nur Pflichtteile
In Bernauer Straße, Berliner Unterwelten und Stiftung Berliner Mauer wird seriös erinnert. In der breiten Stadtöffentlichkeit ist Tunnel 29 vielen nur noch ein Filmtitel. Eine Stadt, die jedes Jahr Millionen Touristen für ihre Mauergeschichte begeistert, könnte aktiver werden – etwa durch eine sichtbare Würdigung im Bezirk Mitte, eine Tafel am tatsächlichen Tunnel-Ausgang in der Schönholzer Straße, ein Stipendium für Schüler-Zeitzeugen-Begegnungen.

4. Die einfache Frage am Ende
Was hätte man selbst getan, 1961? Diese Frage ist die eigentliche Hinterlassenschaft des Fluchthelfer Hasso Herschel. Sie ist unbequem, sie hat keine einfache Antwort, und genau deshalb ist sie wertvoll.

📌 EHRLICHE EINORDNUNG:
Mit Hasso Herschel verliert Berlin einen Mann, der für tausende Lebensläufe die entscheidende Weichenstellung bedeutete. Heute leben Menschen in den Westbezirken, in Bayern, in den USA, weil Herschel und seine Mitstreiter Werkzeug in die Hand nahmen. Dieses Gewicht trägt kein Schlagzeilensatz. Aber es trägt jeder, der einmal vor dem nachgebauten Tunnel an der Bernauer Straße stand.

Maik Möhring · Chefredakteur BerlinEcho
Ich beobachte die Berliner Erinnerungskultur seit vielen Jahren – von Gedenkstätten bis zu Geschichts-Cafés in den Bezirken. Mein Anspruch bei Nachrufen: ohne Pathos, mit Fakten, im Respekt vor dem Leben, das gewürdigt wird.

❓ Häufig gestellte Fragen zu Fluchthelfer Hasso Herschel

Wann starb der Fluchthelfer Hasso Herschel?

Hasso Herschel starb am Donnerstag, dem 21. Mai 2026, im Alter von 91 Jahren. Sein Tod wurde am Samstag, dem 23. Mai 2026, durch den Verein Berliner Unterwelten und seinen Vorsitzenden Dietmar Arnold öffentlich bestätigt. Herschel lebte zuletzt auf einem Bauernhof in der Uckermark in Brandenburg.

Wann und wo wurde Hasso Herschel geboren?

Hasso Herschel wurde 1935 in Dresden geboren. Er beteiligte sich 1953 am DDR-weiten Volksaufstand und wurde später wegen Schmuggels zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt.

Was war der Tunnel 29?

Der Tunnel 29 war ein 120 Meter langer Fluchttunnel unter der Berliner Mauer. Er führte von einem Hauskeller in der Bernauer Straße in West-Berlin in ein Hinterhaus in der Schönholzer Straße im damaligen Ost-Berlin. Den Tunnel gruben Hasso Herschel, die italienischen Studenten Domenico Sesta und Luigi Spina sowie rund 30 weitere Helfer.

Wie viele Menschen flohen durch den Tunnel 29?

Am 14. und 15. September 1962 flohen insgesamt 29 Menschen aus Ost- nach West-Berlin durch den Tunnel – daher der Name „Tunnel 29″. Unter den Geflüchteten waren auch Hasso Herschels Schwester Anita Moeller, ihr Mann und ihre einjährige Tochter.

Wie vielen Menschen half der Fluchthelfer Hasso Herschel insgesamt?

Nach Schätzungen des Vereins Berliner Unterwelten half Hasso Herschel über zehn Jahre Fluchthilfe rund 1.000 Menschen in den Westen – zunächst durch Tunnel, später durch präparierte Fahrzeuge und gefälschte Pässe. Vereinschef Dietmar Arnold sagt, die Zahl 1.000 sei kursierende Schätzung; sicher belegt sei sie nicht, „aber es waren sehr viele“.

Welche Auszeichnungen hat Hasso Herschel erhalten?

2012 wurde Hasso Herschel gemeinsam mit 14 weiteren ehemaligen DDR-Fluchthelfern mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. 2010 trat er dem Verein Berliner Unterwelten bei, 2019 wurde er dort Ehrenmitglied.

Gibt es eine Verfilmung seiner Geschichte?

Ja. Der zweiteilige Fernsehfilm „Der Tunnel“ (2001) auf SAT.1 mit Heino Ferch, Sebastian Koch und Claudia Michelsen basiert auf Herschels Lebensgeschichte. Die Hauptfigur „Harry Melchior“ ist an Herschel angelehnt. 2011 drehte zudem Herschels Nichte Astrid Nora Moeller den Dokumentarfilm „Der Fluchthelfer – Wege in die Freiheit“.

Wo kann man die Tunnel-Geschichte heute in Berlin erleben?

An der Bernauer Straße zwischen den Bezirken Mitte und Pankow erstreckt sich auf rund 1,4 Kilometern die Gedenkstätte Berliner Mauer mit Dokumentationszentrum, Geschichtsturm und Mauerresten. Im Museum der Berliner Unterwelten am Gesundbrunnen (Bezirk Mitte) ist ein im Originalmaßstab nachgebauter Fluchttunnel zu sehen.

🏁 Fazit: Eine Zäsur für die Berliner Erinnerung

Mit dem Tod von Hasso Herschel verliert die Hauptstadt eine ihrer eindrücklichsten Stimmen aus der Zeit der Berliner Mauer. Wer ihn erlebt hat – in Vorträgen, auf Tunnelführungen, in Interviews – beschreibt einen Mann ohne Pathos, der von 1961 sprach wie von gestern. Der seine drei Tunnelprojekte als handwerkliche Aufgabe sah, nicht als Heldentat. Der die Widersprüche der späteren kommerziellen Fluchthilfe offen ansprach und doch unermüdlich die Bedeutung der ersten Jahre der Mauer betonte.

Berlin hat in den vergangenen Jahren viele dieser Zeitzeugen verloren. Mit Herschel geht einer der letzten Tunnelgräber. Was bleibt, sind die Akten der Stasi, die Dokumentation der Berliner Unterwelten, der Spielfilm mit Heino Ferch, die Erinnerungstafeln an der Bernauer Straße – und ein einzelner Satz, den Dietmar Arnold am Samstag sagte: „Ich zähle ihn zu den alten Haudegen.“

🗞 Über den Autor: Maik Möhring – Chefredakteur BerlinEcho
Ich beobachte Berliner Politik und Erinnerungskultur seit Jahren. Bei Nachrufen ist mein Anspruch klar: ohne Pathos, mit Fakten, im Respekt vor dem Leben, das gewürdigt wird – und mit Quellen, die nachprüfbar sind.
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MM
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Moin, ich bin Maik – Gründer von BerlinEcho und verantwortlicher Redakteur. Ich baue seit Jahren digitale Medien auf, die ich wirklich für notwendig halte: unabhängig, ohne Konzernlogik im Rücken, mit echten Menschen dahinter. Berlin fasziniert mich als Stadt der Brüche: Hipster-Kieze neben Plattenbau, Bundespolitik neben Bezirksstreit, globale Startup-Szene neben klassischem Berliner Kleingarten. Diesen Widersprüchen geht BerlinEcho nach – täglich. Als Verleger verantworte ich alles, was auf dieser Seite erscheint. Das ist mir wichtig zu sagen, weil es in einer Zeit, in der viele Medien hinter anonymen Redaktionen verschwinden, nicht selbstverständlich ist. Bei BerlinEcho steht immer jemand mit dem Namen dafür ein. Mein Hintergrund ist digitales Publizieren: SEO, Content-Strategie, Aufbau von Nachrichtenportalen – das mache ich seit Jahren, für meine eigenen Seiten und für Kunden. BerlinEcho ist mein liebstes Projekt, weil es direkt an dem Ort spielt, wo gerade Deutschland-Geschichte geschrieben wird.

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📍 Berlin ⭐ Gründer Maik Möhring Media · Verleger & verantwortlicher Redakteur · Langjährige Erfahrung in digitalem Publizieren · Mehrere Online-Medien in Deutschland. ✍ 307 Artikel