Berlin will seine Verwaltungsdaten an einem zentralen Ort bündeln. Der Senat hat am Dienstag Handlungsempfehlungen für den dauerhaften Aufbau des Data Hub Berlin beschlossen – einer Open-Source-Plattform, die Daten aus verschiedenen Quellen verknüpfen und datenbasierte Entscheidungen in Politik und Verwaltung erleichtern soll. Damit soll der seit 2025 laufende Prototyp in den landesweiten Regelbetrieb überführt werden. Was hinter dem Projekt steckt und welche Fragen offen sind.
📑 Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Beschluss: Der Senat hat am 9. Juni 2026 Handlungsempfehlungen für den dauerhaften Betrieb des Data Hub Berlin verabschiedet.
- Ziel: ein zentraler Knotenpunkt für das gesamtstädtische Datenmanagement.
- Technik: anwendungsneutral, Open Source, Basis ist die urbane Datenplattform CIVITAS/CORE.
- Stand: Prototyp seit April 2025 in der Pilotphase, getestet von der Technologiestiftung Berlin.
- Offen: Finanzierung, Zeitplan und die Fortführung nach der Wahl im September.
Was ist der Data Hub Berlin?

Der Data Hub Berlin ist als zentrale Datenplattform der Berliner Verwaltung gedacht: Daten aus verschiedenen Quellen – von Senatsverwaltungen bis zu Bezirksämtern – sollen dort gebündelt, verknüpft und zugänglich gemacht werden. Statt dass jede Behörde eigene Insellösungen entwickelt, stellt die Plattform gemeinsame Werkzeuge bereit, mit denen sich Daten ablegen, verarbeiten und etwa als interaktive Dashboards visualisieren lassen.
Technisch setzt das Projekt auf eine offene, modulare Architektur und konsequent auf Open Source: Der Prototyp fußt auf der urbanen Datenplattform CIVITAS/CORE und wird an die Bedürfnisse der Berliner Verwaltung angepasst. Das soll die digitale Souveränität des Landes stärken – also die Unabhängigkeit von einzelnen kommerziellen Anbietern. Die möglichen Anwendungen reichen von Sozialraumanalysen über behördenübergreifendes Monitoring bis zu Digitalen Zwillingen und Simulationen für die Stadtpolitik.
| Data Hub Berlin | Angabe |
|---|---|
| Zweck | zentrales Datenmanagement der Berliner Verwaltung |
| Technik | Open Source, modular, Basis CIVITAS/CORE |
| Pilotphase | seit April 2025, Technologiestiftung Berlin |
| Pilotpartner | zwei Senatsverwaltungen, Bezirke Neukölln und Pankow |
| Beschluss | Handlungsempfehlungen für den Dauerbetrieb (9. Juni 2026) |
Was hat die Pilotphase gezeigt?
Seit April 2025 steht der Data Hub Berlin als prototypische Instanz zur Verfügung, betrieben und getestet von der Technologiestiftung Berlin im Auftrag der Senatskanzlei. In der Pilotphase wurden zunächst vier konkrete Anwendungsfälle erprobt – gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, der Sozialverwaltung sowie den Bezirken Neukölln und Pankow. Ein eigenes Kompetenzteam begleitet die Einführung; ein reines Selbstbedienungssystem ist die Plattform bislang nicht.
Die bisherigen Evaluationen bestätigen nach Angaben des Senats das große Potenzial einer gemeinsamen IT-Infrastruktur für datenbasiertes Verwaltungshandeln. Das Projekt ist Teil der Digitalstrategie „Gemeinsam Digital: Berlin“ und dokumentiert seine Fortschritte öffentlich – ein Ansatz, der sich von manch früherem Berliner IT-Vorhaben unterscheidet, dessen Fortgang eher im Verborgenen blieb.
Was hat der Senat nun beschlossen?
Mit dem Beschluss vom Dienstag – auf Vorlage des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner, der in derselben Woche zum CDU-Spitzenkandidaten gewählt wurde – nimmt der Senat die Handlungsempfehlungen für den Infrastruktur-Aufbau an und schafft damit nach eigener Darstellung die Voraussetzungen für den dauerhaften, landesweiten Betrieb.
„Der Data Hub ist ein Schlüsselprojekt für die digitale Zukunft unserer Stadt“, erklärte Florian Hauer, Chief Digital Officer des Landes Berlin. Die Plattform ermögliche ressortübergreifende Zusammenarbeit und neue Anwendungsfälle, „von interaktiven Dashboards über Digitale Zwillinge bis hin zu ressortübergreifenden Simulationen“. Hauer führt die Digitalgeschäfte des Landes seit Ende Mai kommissarisch, nachdem sein Vorgänger um Entlassung gebeten hatte. Beschlossen wurde der Data Hub übrigens in derselben Senatssitzung wie die neuen Leitlinien der Wohnungsnotfallhilfe.
Welche Fragen offen bleiben
So vielversprechend der Ansatz ist – einige Punkte bleiben offen. Erstens die Finanzierung: Ein landesweiter Dauerbetrieb samt Kompetenzteam kostet Geld, und Berlins Haushaltslage ist angespannt; konkrete Summen nennt die Mitteilung nicht. Zweitens der Datenschutz: Wo Verwaltungsdaten verknüpft werden, müssen Zugriffsrechte und Schutz personenbezogener Informationen sauber geregelt sein – das ist lösbar, aber aufwendig. Drittens die Erfahrung, dass der Sprung vom gelungenen Prototyp in den Regelbetrieb bei IT-Projekten der öffentlichen Hand oft die schwierigste Etappe ist.
Und schließlich der Zeitpunkt: Drei Monate vor der Abgeordnetenhauswahl beschlossen, wird die Umsetzung in die nächste Legislaturperiode fallen – ob und wie der künftige Senat das Projekt fortführt, entscheidet sich nach dem 20. September. Für die Bezirke, die als Pilotpartner bereits dabei sind, wäre Planungssicherheit jedenfalls hilfreich.
Eine gemeinsame Datenplattform statt dutzender Insellösungen – das ist der richtige Gedanke, und der Open-Source-Ansatz mit öffentlicher Dokumentation hebt sich wohltuend von früheren Berliner IT-Projekten ab. Die ehrliche Wahrheit lautet aber auch: Beschlossene Empfehlungen sind noch kein laufender Betrieb. Ob aus dem Data Hub Berlin das versprochene Rückgrat der datenbasierten Verwaltung wird, hängt an Finanzierung, Personal und dem politischen Willen der nächsten Regierung. Das Fundament ist gelegt – gebaut ist damit noch nichts.
– Maik Möhring, Herausgeber, BerlinEcho
Quellen
| Quelle | Inhalt |
|---|---|
| Senatskanzlei Berlin | Offizielle Informationen zum Data-Hub-Prototyp |
| Gemeinsam Digital: Berlin | Projektseite der Berliner Digitalstrategie |
| eGovernment | Fachbericht zur Pilotphase |
Häufige Fragen zum Data Hub Berlin
Was ist der Data Hub Berlin?
Eine zentrale, Open-Source-basierte Datenplattform für die Berliner Verwaltung. Sie soll Daten aus verschiedenen Quellen bündeln, verknüpfen und zugänglich machen, um datenbasierte Entscheidungen zu erleichtern.
Was hat der Senat beschlossen?
Am 9. Juni 2026 hat der Senat Handlungsempfehlungen für den Infrastruktur-Aufbau angenommen und damit die Voraussetzungen geschaffen, den Prototyp in den dauerhaften, landesweiten Betrieb zu überführen.
Wer betreibt die Plattform bisher?
In der Pilotphase testet die Technologiestiftung Berlin den Prototyp im Auftrag der Senatskanzlei – gemeinsam mit zwei Senatsverwaltungen und den Bezirken Neukölln und Pankow.
Was bedeutet digitale Souveränität in diesem Zusammenhang?
Durch den Open-Source-Ansatz bleibt das Land unabhängiger von einzelnen kommerziellen Software-Anbietern und behält die Kontrolle über seine Dateninfrastruktur.
Wann kommt der Regelbetrieb?
Einen konkreten Zeitplan nennt der Senat nicht. Die Umsetzung dürfte in die nächste Legislaturperiode fallen – nach der Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026.
Unsere Einordnung
Verwaltungsdigitalisierung klingt abstrakt, entscheidet aber über sehr Konkretes: wie schnell ein Bezirksamt Probleme erkennt, wie gut Sozialpolitik gesteuert wird, wie transparent die Stadt arbeitet. Der Data Hub Berlin ist dafür ein vernünftiger Baustein – sachlich begonnen, offen dokumentiert, technologisch zeitgemäß. Wir bleiben trotzdem nüchtern: Berlin hat schon manches Digitalprojekt groß angekündigt und klein beendet. Gemessen wird der Data Hub daran, ob er nach der Wahl Budget, Personal und Rückhalt behält.
– Maik Möhring, Herausgeber, BerlinEcho
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ℹ️ Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde unter Einsatz von KI-Tools (Claude, Gemini) recherchiert und vorstrukturiert, anschließend redaktionell überarbeitet und faktengeprüft durch die BerlinEcho-Redaktion. Grundlage sind die Senats-Pressemitteilung vom 9. Juni 2026 sowie öffentliche Projektinformationen des Landes Berlin.





