Die Berliner Sicherheitsbehörden haben das Lagebild zur sogenannten Clankriminalität für 2025 vorgelegt. Mit Stand 9. Januar 2026 werden 685 Personen diesem Phänomenbereich zugerechnet; registriert wurden 952 Straftaten von 342 Tatverdächtigen. Die Zahlen steigen – doch der Begriff Clankriminalität in Berlin ist wissenschaftlich wie rechtlich umstritten. Wir zeigen die Daten und die Kritik.
📑 Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Zahlen: 685 zugerechnete Personen (Stand 9. Januar 2026), 952 Straftaten, 342 Tatverdächtige im Jahr 2025.
- Anstieg: Personen +11 Prozent, Tatverdächtige +16 Prozent, Straftaten +12 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
- Delikte: Schwerpunkt Rohheitsdelikte (23 Prozent), dann Verkehrs- und Diebstahlsdelikte (je 15,65 Prozent).
- Bekämpfung: frühzeitige Intervention, Prävention und das Vorgehen gegen inkriminierte Autovermietungen.
- Umstritten: Fachleute halten den Begriff „Clankriminalität“ für unscharf und stigmatisierend.
Was steht im Lagebild Clankriminalität 2025?

Das Lagebild zur Clankriminalität in Berlin wird jährlich von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport gemeinsam mit der Polizei veröffentlicht. Für 2025 weist es 685 Personen aus, die dem Phänomenbereich zugerechnet werden (Stand 9. Januar 2026) – ein Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Registriert wurden 952 Straftaten durch 342 Tatverdächtige.
Damit stieg die Zahl der Tatverdächtigen um 16 Prozent, die der Straftaten um zwölf Prozent. Den größten Anteil machten Rohheitsdelikte aus (23 Prozent) – dazu zählen Körperverletzung, Raub und Straftaten gegen die persönliche Freiheit. Es folgten Verkehrsstraftaten und Diebstahlsdelikte mit je 15,65 Prozent. Einordnend wichtig: Laut Behördenangaben besitzen 46 Prozent der zugerechneten Personen die deutsche Staatsangehörigkeit. Andere Ermittlungen gegen organisierte Strukturen laufen parallel, auch in mehreren Bezirken.
| Lagebild 2025 | Wert (Veränderung) |
|---|---|
| Zugerechnete Personen | 685 (+11 %) |
| Tatverdächtige | 342 (+16 %) |
| Straftaten | 952 (+12 %) |
| Rohheitsdelikte | 23 % |
| Verkehr / Diebstahl | je 15,65 % |
| Deutsche Staatsangehörigkeit | 46 % der Personen |
Wie ordnet sich der Anstieg ein?
Der Zuwachs fällt auf, sollte aber im längeren Verlauf gelesen werden. 2024 war die Zahl der registrierten Straftaten zunächst von 1.063 auf 851 gesunken; nun liegt sie mit 952 wieder höher. Schwankungen sind in diesem Feld üblich, zumal die Behörden von einem großen Dunkelfeld ausgehen und Strukturerkenntnisse für die Bekämpfung als entscheidend ansehen.
Wichtig für die Einordnung der Clankriminalität in Berlin ist die Größenordnung: Gemessen an der gesamten Kriminalität einer Millionenstadt macht der Phänomenbereich nur einen kleinen Anteil aus. Fachleute warnen davor, ihn zum zentralen Sicherheitsproblem zu erklären. Weitere Hintergründe bündeln wir in der Rubrik Gesellschaft.
Wie geht Berlin gegen das Phänomen vor?
Die Behörden definieren das Phänomen über die systematische Nutzung familiärer, sozialer und wirtschaftlicher Strukturen, um Straftaten zu ermöglichen oder zu verschleiern. Als zentrale Arbeitsfelder nennt die Senatsverwaltung für 2025 erneut die frühzeitige Intervention, die Prävention sowie das Vorgehen gegen inkriminierte Autovermietungen.
Als wachsende Herausforderung beschreibt die Polizei die Durchdringung legaler Wirtschaftsbereiche, komplexe Firmenkonstrukte und digitale Finanzwege. Entsprechend setzt die Strafverfolgung verstärkt auf die Abschöpfung illegal erlangter Vermögen. Solche behördlichen Maßnahmen sind ein wiederkehrendes Thema der Berliner Sicherheitspolitik – von Razzien bis zu Polizeieinsätzen.
Warum ist der Begriff umstritten?
So eindeutig die Zahlen wirken, so umstritten ist der Begriff dahinter. Fachleute kritisieren seit Jahren, dass „Clankriminalität“ weder gesetzlich definiert ist noch innerhalb der Polizei einheitlich verstanden wird. Der MEDIENDIENST Integration und Forschende wie der Politikwissenschaftler Mahmoud Jaraba weisen darauf hin, dass der Begriff ganze Familien unter Verdacht stelle, obwohl nur wenige Angehörige Straftaten begehen. Der überwiegende Teil distanziere sich davon.
Kriminologinnen und Juristen geben zudem zu bedenken, dass ein Fokus auf vermeintlich „ethnische“ Gruppen verfassungsrechtlich heikel und für die Bekämpfung wenig wirksam sei – vorhandene Instrumente gegen organisierte Kriminalität und Bandenkriminalität reichten aus, ohne zu ethnisieren. Auch der Anteil an der Gesamtkriminalität ist gering. Demgegenüber verweisen die Behörden darauf, der Begriff sei bewusst nicht stigmatisierend angelegt und beschreibe ein reales Phänomen abgeschotteter, über Familienbande organisierter Strukturen. Klar ist: Eine pauschale Verbindung von Herkunft und Kriminalität wäre unzulässig – ein Punkt, der auch in Debatten über Migration und Teilhabe immer wieder aufkommt.
Steigende Fallzahlen sind ein ernstzunehmendes Signal – Gewaltdelikte und kriminelle Wirtschaftsstrukturen gehören konsequent verfolgt. Zugleich lohnt der nüchterne Blick: Mit 952 Straftaten bildet der Bereich nur einen kleinen Ausschnitt der gesamten Kriminalität in einer Millionenstadt ab, und fast die Hälfte der erfassten Personen sind deutsche Staatsangehörige. Seriöse Berichterstattung trennt deshalb zwischen Tätern und Familien, zwischen Strukturen und Herkunft. Wer das vermischt, trifft am Ende vor allem die vielen Unbeteiligten – und schwächt das Vertrauen, das gute Polizeiarbeit braucht.
Quellen
| Quelle | Inhalt |
|---|---|
| Der Tagesspiegel | Zahlen des Lagebilds und Einordnung der Behörden |
| MEDIENDIENST Integration | Wissenschaftliche Kritik am Begriff „Clankriminalität“ |
| Berliner Zeitung | Deliktstruktur und Definition der Polizei |
Häufige Fragen zur Clankriminalität in Berlin
Wie viele Personen zählt das Lagebild Clankriminalität 2025?
Mit Stand 9. Januar 2026 werden 685 Personen dem Phänomenbereich zugerechnet – elf Prozent mehr als im Vorjahr. 2025 wurden 952 Straftaten von 342 Tatverdächtigen registriert.
Welche Straftaten sind am häufigsten?
Den größten Anteil haben Rohheitsdelikte wie Körperverletzung und Raub mit 23 Prozent. Es folgen Verkehrsstraftaten und Diebstahlsdelikte mit jeweils 15,65 Prozent.
Warum ist der Begriff „Clankriminalität“ umstritten?
Fachleute kritisieren, dass der Begriff nicht einheitlich definiert ist, ganze Familien stigmatisiert und Herkunft mit Kriminalität verknüpft. Nur wenige Angehörige der betroffenen Familien sind kriminell; der Anteil an der Gesamtkriminalität ist gering.
Wie bekämpft Berlin die Clankriminalität?
Die Behörden setzen auf frühzeitige Intervention, Prävention, das Vorgehen gegen inkriminierte Autovermietungen und die Abschöpfung illegal erlangter Vermögen. Ein Schwerpunkt ist die Durchdringung legaler Wirtschaftsbereiche.
Wo finde ich das vollständige Lagebild?
Das vollständige Lagebild Clankriminalität Berlin 2025 ist auf der Internetseite der Senatsverwaltung für Inneres und Sport abrufbar.
Unsere Einordnung
Das Lagebild liefert Zahlen – aber keine einfachen Antworten. Dass Gewalt- und Wirtschaftsdelikte verfolgt werden müssen, steht außer Frage. Ebenso wichtig ist jedoch, wie darüber gesprochen wird: Ein Begriff, der Herkunft und Familie in den Vordergrund rückt, kann Menschen treffen, die mit Straftaten nichts zu tun haben. Die ehrlichste Lesart des Lagebilds ist deshalb eine doppelte – konsequent gegen Täter und ihre Strukturen vorzugehen und zugleich Pauschalurteile zu vermeiden. Beides gehört zusammen, wenn Sicherheit und Zusammenhalt in der Stadt gelingen sollen.
– Ida Nagel, Redaktion Gesellschaft, BerlinEcho
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ℹ️ Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde unter Einsatz von KI-Tools (Claude, Gemini) recherchiert und vorstrukturiert, anschließend redaktionell überarbeitet, eingeordnet und faktengeprüft durch die BerlinEcho-Redaktion. Die Zahlen stammen aus dem amtlichen Lagebild; die Einordnung des Begriffs gibt den fachlichen Diskussionsstand wieder.





