Der Jugendklub Wildwuchs in der Spandauer Wilhelmstadt bekommt eine neue Rollsportanlage – mit einer „Open Bowl“ als Herzstück. Rund eine Million Euro kostet das Projekt an der Götelstraße 70, direkt gegenüber der Jugendfreizeiteinrichtung. Die Umsetzung ist laut Bezirksamt Spandau für 2026/27 vorgesehen. Parallel wird die notorisch holprige Götelstraße erneuert, eine neue Erschließungsstraße gebaut – und es kommen neue Bäume: Entsiegelung, Begrünung und Regenwasserversickerung sind fester Teil der Planung. Damit wächst rund um den Wildwuchs Spandau Stück für Stück ein komplettes Jugend- und Freizeitquartier zwischen Havel und Heerstraße zusammen.

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Kurz zusammengefasst: Nach dem 2025 eröffneten Neubau des Jugendklubs Wildwuchs plant der Bezirk Spandau als nächsten Schritt eine Rollsportanlage mit Open Bowl auf der Freifläche gegenüber – für rund eine Million Euro, umgesetzt 2026/27. Gleichzeitig wird die Götelstraße saniert, eine neue Erschließungsstraße angelegt und das Areal begrünt.
📋 Das Wichtigste in Kürze
- Rollsportanlage mit Open Bowl: geplant an der Götelstraße 70, Kosten laut Bezirksamt ca. 1 Million Euro, Umsetzung 2026/27
- Neue Bäume: Entsiegelung, Begrünung und Regenwasserversickerung sind Teil der Flächenplanung
- Neue Straße: Die Götelstraße wird erneuert, dazu kommt eine neue Erschließungsstraße für Fußgänger und Radfahrer
- Neubau bereits fertig: Der Wildwuchs-Neubau (rund 1.500 m²) wurde am 22. Januar 2025 eröffnet – gefördert mit 8,2 Millionen Euro
- Schon eröffnet: Bolzplatz (ca. 1.800 m²) und inklusiver Spielplatz an der Götelstraße 68–70 (November 2024)
📖 Inhaltsverzeichnis
🛹 Open Bowl am Wildwuchs Spandau: Das Herzstück der neuen Anlage
Die geplante Rollsportanlage an der Götelstraße 70 entsteht auf einer bislang ungenutzten Außenfläche gegenüber dem Jugendklub und soll eine „Open Bowl“ als zentrales Element erhalten – eine offene Beton-Schüssel, in der Skater, Scooter- und BMX-Fahrer ohne Startrampe einsteigen können. Das Bezirksamt Spandau beziffert die Kosten auf der Beteiligungsplattform meinBerlin mit rund einer Million Euro, die Laufzeit voraussichtlich bis 2027.
Bemerkenswert an dem Projekt: Die Jugendlichen haben mitgeplant. Bereits im August 2021 fand eine Kinder- und Jugendbeteiligung statt, zusätzlich wurden Rollsport-Experten in Gestaltung und Ausführung einbezogen. Das ursprüngliche Stadtentwicklungskonzept von 2019 hatte für die rund 1.910 m² große Fläche noch 450.000 Euro veranschlagt – die Kostenschätzung hat sich seither also mehr als verdoppelt. Berlin halt.
🌳 Neue Bäume statt Beton: Wie grün wird das Areal an der Götelstraße?
Die Freiflächengestaltung rund um die neue Skateanlage setzt laut Bezirksamt ausdrücklich auf Entsiegelung, Begrünung, Förderung der Artenvielfalt und Regenwasserversickerung – konkret bedeutet das: weniger Asphalt, mehr Bäume und Grünflächen zwischen Bowl, Bolzplatz und Havelufer. Das passt zur Lage: Das Gelände liegt in Hanglage nahe der Havel, das Niederschlagswasser soll zu großen Teilen über Versickerungsflächen statt über die Kanalisation entwässert werden.
Für die Wilhelmstadt mit ihren knapp 40.000 Einwohnern ist das mehr als Kosmetik. Der Ortsteil gehört zum Sanierungsgebiet im Bund-Länder-Programm „Lebendige Zentren und Quartiere“, das die Havel-Uferbereiche gezielt an die Wohnquartiere anbinden will. Eine neue Wegeverbindung vom Spielplatz durch den Naturraum zur Havel ist bereits angelegt. Wer sehen will, wie Spandau im Vergleich zu den übrigen Ortsteilen tickt, findet die Einordnung in unserem Atlas aller 97 Berliner Ortsteile.
🚧 Warum wird die Götelstraße umgebaut?
Die Götelstraße gilt seit Jahren als eine der holprigsten Straßen im Berliner Westen – Teile der Fahrbahn sind bis heute ein unbefestigtes, „wildes“ Provisorium, wie es das Bezirksamt auf der Projektseite des Sanierungsgebiets Wilhelmstadt selbst nennt. Genau das soll sich ändern: Die Straße wird erneuert, zusätzlich entsteht eine neue Erschließungsstraße, die auch Fußgängern und Radfahrern dient.
Der Umbau erschließt zugleich die Grundstücke des gewachsenen Infrastrukturkomplexes: Jugendklub, Bolzplatz, inklusiver Spielplatz, künftig die Rollsportanlage – und die Neubauvorhaben im Block südlich des Spandauer Südhafens. Wegen der Hanglage stellt die Entwässerung besondere Anforderungen; nur ein Teil des Regenwassers kann über die übliche Straßenentwässerung laufen. Mehr zu Berliner Straßen- und Bauprojekten findest du laufend in unserer Rubrik Verkehr.
🏛️ Vom Containerprovisorium zum Vorzeige-Jugendklub: Was schon steht
Der Neubau des Jugendklubs Wildwuchs an der Götelstraße 64 wurde am 22. Januar 2025 feierlich übergeben – nach acht Jahren Bauzeit seit 2017, in denen Team und Jugendliche in einem Containerprovisorium ausharrten. Das zweigeschossige Gebäude der Architekten Hagemann + Liss bietet rund 1.500 m² Fläche und verdreifacht die Kapazität der Einrichtung, wie Jugendstadträtin Tanja Franzke bei der Eröffnung betonte. Finanziert wurde der Bau mit 8,2 Millionen Euro aus dem Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren und Quartiere“ von Bund und Land; die Gesamtkosten lagen laut Bezirksamt bei rund 9,2 Millionen Euro.
Das Angebot kann sich sehen lassen: Sporthalle mit Kletterwand, Beachvolleyballfeld, Kanus mit direktem Havel-Zugang, Musikproduktion, Graffiti – dazu das Spandauer Kinder- und Jugend-Beteiligungsbüro im Haus. Geleitet wird die Einrichtung, ein Gemeinschaftsprojekt des Bezirksamts Spandau und der GSJ (Gesellschaft für Sport- und Jugendsozialarbeit gGmbH), von Sozialarbeiter Alexandros Kallias, den der Tagesspiegel zur Eröffnung porträtierte. Bezirksbürgermeister Frank Bewig (CDU) nannte den Standort bei der Übergabe eine „moderne und vielseitige Anlaufstelle für junge Menschen“. Vor dem Haus erklärt seit der Eröffnung die Kunst-am-Bau-Installation „Mobilis in Mobile“ von Kai Schiemenz einen Wasserkreislauf: Ein Windrad treibt eine Pumpe an, die Regenwasser aus einer Zisterne auf einen Findling fördert.
🏛️ BERLINECHO-EINORDNUNG
Was die Pressemitteilungen nicht erzählen
Warum dauert es am Wildwuchs Spandau eigentlich so lange – und was heißt das für andere Bezirke?
1. Die Kostenkurve zeigt steil nach oben
Aus 450.000 Euro Kostenschätzung für die Skateanlage (ISEK 2019) wurden rund 1 Million Euro. Beim Neubau wurden aus dem Sanierungsplan gravierende Baumängel, ein kompletter Neubau und 9,2 Millionen Euro Gesamtkosten. Das ist kein Spandauer Sonderfall, sondern Berliner Baupreis-Realität.
2. Acht Jahre Container sind der eigentliche Skandal
Baubeginn 2017, Eröffnung 2025 – eine Jugendlichen-Generation hat den alten Wildwuchs nie ohne Provisorium erlebt. Wer 2017 mit zwölf in den Klub kam, war zur Eröffnung volljährig.
3. Die Beteiligung war diesmal echt
Jugendbeteiligung 2021, Rollsport-Experten in der Planung, eine Befragung von über 2.000 jungen Menschen 2024 – das Verfahren am Wildwuchs geht deutlich über das übliche Feigenblatt hinaus und dürfte zur Blaupause für andere Bezirke werden.

4. Die Wilhelmstadt wird systematisch aufgewertet
Spielplatz, Bolzplatz, Jugendklub, Bowl, Straße, Havel-Wege: Hier entsteht mit Fördermillionen ein zusammenhängendes Quartier. Die spannende Frage ist, was das mittelfristig mit den Mieten im günstigen Spandau macht.
📌 EHRLICHE EINORDNUNG:
Die Pressemitteilungen feiern Eröffnungen – die Bauzeitverlängerungen, Kostensprünge und die Frage, wer die Anlage ab 2027 pflegt und betreut, tauchen darin nicht auf. Ob die Open Bowl wirklich 2026/27 fertig wird, entscheidet sich an der Haushaltslage des Bezirks.
Michelle Möhring · Redakteurin Bezirke & Familie
Ich habe selten ein Bezirksprojekt gesehen, bei dem Jugendliche so konsequent mitgeplant haben – wenn die Bowl 2027 steht, hat Spandau vieles richtig gemacht.
📊 Die Fakten im Überblick
| Aspekt | Details | Quelle |
|---|---|---|
| Was | Rollsportanlage mit Open Bowl, ca. 1 Mio. Euro | meinBerlin / Bezirksamt Spandau |
| Wo | Götelstraße 70, Wilhelmstadt, gegenüber dem Jugendklub | meinBerlin |
| Wann | Umsetzung 2026/27, Laufzeit vsl. bis 2027 | meinBerlin |
| Neubau | Eröffnet 22.01.2025, 1.500 m², 8,2 Mio. Euro Förderung | Bezirksamt Spandau |
| Straße | Erneuerung Götelstraße + neue Erschließungsstraße | wilhelmstadt-bewegt.de |
❓ Häufige Fragen zum Wildwuchs Spandau
Was ist die Open Bowl am Jugendklub Wildwuchs?
Die Open Bowl ist das geplante Herzstück der neuen Rollsportanlage an der Götelstraße 70 in der Wilhelmstadt – eine offene, in den Boden eingelassene Beton-Schüssel für Skateboards, Scooter und BMX. Sie entsteht auf einer bislang ungenutzten Freifläche direkt gegenüber der Jugendfreizeiteinrichtung. Das Bezirksamt Spandau veranschlagt für die gesamte Anlage rund eine Million Euro; in die Gestaltung wurden Rollsport-Experten und Jugendliche einbezogen.
Wann wird die Rollsportanlage an der Götelstraße gebaut?
Laut Bezirksamt Spandau ist die Umsetzung der Rollsportanlage für 2026/27 vorgesehen, die Laufzeit des Vorhabens läuft auf der Beteiligungsplattform meinBerlin voraussichtlich bis 2027. Die Kinder- und Jugendbeteiligung fand bereits im August 2021 statt. Ob der Zeitplan hält, hängt wie bei vielen Berliner Bauprojekten von Ausschreibungen und Haushaltslage ab – Verzögerungen kennt der Standort aus der Neubau-Phase zur Genüge.
Was kostet die neue Skateanlage in Spandau?
Das Bezirksamt Spandau beziffert die Kosten auf rund eine Million Euro, finanziert über das Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren und Quartiere“. Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept von 2019 hatte für die rund 1.910 m² große Fläche ursprünglich noch 450.000 Euro geschätzt – die Kostenerwartung hat sich seither also mehr als verdoppelt, was dem allgemeinen Anstieg der Berliner Baupreise entspricht.
Welche Angebote gibt es im Jugendklub Wildwuchs heute?
Der 2025 eröffnete Neubau bietet auf rund 1.500 m² eine Sporthalle mit Kletterwand, ein Beachvolleyballfeld, Kanus mit direktem Havel-Zugang, Musikproduktion, Kreativangebote wie Graffiti sowie das Spandauer Kinder- und Jugend-Beteiligungsbüro. Draußen stehen bereits ein rund 1.800 m² großer Bolzplatz und ein inklusiver Spielplatz zur Verfügung. Träger ist das Bezirksamt Spandau gemeinsam mit der GSJ gGmbH, die Einrichtung besteht seit 1989.
Wie erreiche ich den Wildwuchs in der Wilhelmstadt?
Der Jugendklub liegt an der Götelstraße 64, 13595 Berlin, im Spandauer Ortsteil Wilhelmstadt – nahe der Havel und südlich der Heerstraße. Mit dem Bus erreichst du die Einrichtung über die Linie M36, Haltestelle Genfenbergstraße. Geöffnet ist in der Regel Montag bis Donnerstag von 14 bis 20 Uhr, freitags bis in den Abend und sonntags von 14 bis 18 Uhr.
🏁 Fazit: Die Wilhelmstadt bekommt ihr Jugendquartier
Rund um den Wildwuchs Spandau entsteht Schritt für Schritt ein komplettes Freizeitareal: Neubau, Spielplatz und Bolzplatz stehen, Open Bowl, neue Bäume und die sanierte Götelstraße sollen bis 2027 folgen. Nach acht Jahren Containerprovisorium ist das Tempo inzwischen bemerkenswert – bleibt die Frage, ob Zeitplan und Kostenrahmen diesmal halten. Wir bleiben dran.
🗞 Über die Autorin: Michelle Möhring – Redakteurin Bezirke & Familie
Ich schaue mir an, was Berlins Bezirke für Familien und junge Menschen wirklich tun – jenseits der Pressemitteilungen.
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