Neue Pläne für die Entwicklung von Späthsfelde Wohnungen in Berlin-Treptow sorgen für Gesprächsstoff. Während die beliebten Kleingärten vor einer drohenden Bebauung gerettet sind, rückt nun die gut 300 Jahre alte Späth’sche Baumschule in den Fokus der Stadtentwicklung. Als Anwohnerin von Treptow-Köpenick verfolge ich die Debatte um die dringend benötigten Wohnungen und den Erhalt von Grünflächen mit großer Spannung.
- Der Berliner Senat plant bis zu 2.500 neue Wohnungen in Berlin-Treptow (Späthsfelde).
- Ursprünglich waren bis zu 4.000 Wohnungen angedacht, später 3.600 Einheiten.
- Rund 300 Kleingärten sind durch ein neues Gesetz vor Bebauung geschützt.
- Die Späthsche Baumschule Bebauung auf ihren Flächen ist nun Teil des neuen Konzepts.
- Geplant sind viergeschossige Häuser, dahinter bis zu achtgeschossige Gebäude.
- Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler (SPD) sieht noch Spielraum bei der Höhe.
🏠 Neue Pläne für Späthsfelde Wohnungen: Kleingärten gerettet
Schon länger sucht der Berliner Senat nach geeigneten Flächen für dringend benötigte Wohnungen. Im Fokus steht dabei das Dreieck Späthsfelde im Ortsteil Treptow-Köpenick. Ursprünglich war die Rede von bis zu 4.000 neuen Wohneinheiten, später konkretisierten sich die Pläne auf 3.600 Wohnungen. Diese hätten jedoch den Verlust von rund 300 Kleingärten bedeutet. Diesen Plänen schob jedoch das neue Kleingartensicherungsgesetz, das seit März 2026 in Kraft ist, einen Riegel vor. Das Gesetz verbietet die Bebauung von Kleingartenflächen, um diese wichtigen Grün- und Erholungsräume zu schützen. Das exklusiv dem RBB vorliegende neue Konzept sieht nun vor, dass die Kleingärten weitgehend unangetastet bleiben. Stattdessen sollen die Späthsfelde Wohnungen auf anderen Flächen im Dreieck Späthsfelde entstehen.🌳 Späthsche Baumschule Bebauung im Fokus der Kritik
Die Rettung der Kleingärten hat jedoch eine Kehrseite: Die neuen Wohnungen sollen nun auf größeren Flächen der historischen Späth’schen Baumschule errichtet werden. Diese Nachricht traf Seniorchef Holger Zahn einigermaßen fassungslos, wie er gegenüber dem RBB erklärte. Die Späth’sche Baumschule, die über 300 Jahre alt ist, ist nicht nur ein Verkaufsort für Pflanzen, sondern auch ein wichtiges Bildungs- und Forschungszentrum. Hier befinden sich Gewächshäuser, eine Obstplantage, ein Sortengarten und der Weltenacker. Jährlich besuchen 150 Schulklassen das Gelände, Gartenbaustudierende der Humboldt-Universität forschen und lernen hier. Die geplante Späthsche Baumschule Bebauung würde den Charakter dieses grünen Zentrums erheblich verändern. Holger Zahn befürchtet, dass die Gartenhistorie und die grünen Events nicht mehr realisierbar wären, wenn die Baumschule nur noch zum Verladen und Verkaufen von Pflanzen genutzt werden könnte. Die Pläne sehen vor, unmittelbar neben dem verbleibenden Teil der Baumschule viergeschossige Häuser zu bauen, dahinter sogar sieben- bis achtgeschossige Gebäude.
⚖️ Wohnungsbau und Höhe: Ein politischer Balanceakt
Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler (SPD) verteidigt die Pläne und betont die Dringlichkeit neuer Wohnungen für Berlin. Laut dem neuen Plan sollen in Späthsfelde nun bis zu 2.500 Wohnungen entstehen. Dies sind zwar 1.500 Wohnungen weniger als ursprünglich angedacht, doch die Notwendigkeit, neuen Wohnraum zu schaffen, bleibt hoch. Gaebler verspricht, dass die rund zwei Hektar Kleingartenflächen, die umgesiedelt werden müssen, Ersatzflächen auf dem Areal in Späthsfelde erhalten werden, wie es das Kleingartensicherungsgesetz vorsieht. Was die Höhe der geplanten Wohnhäuser betrifft, sieht der Senator noch Spielraum für Konkretisierungen. Er gibt jedoch zu bedenken, dass eine geringere Bebauungsfläche, etwa durch den Erhalt weiterer Kleingärten, auch bedeuten würde, „etwas mehr in die Höhe zu gehen.“ Acht Geschosse hält Gaebler dabei nicht für ein „überragendes Hochhaus.“🏛️ BerlinEcho-Einordnung
Die Pläne für Späthsfelde zeigen Berlins Dilemma zwischen Wohnungsnot und Grünschutz. Die aktuelle Debatte ist ein Paradebeispiel für die komplexen Abwägungsprozesse in der Stadtentwicklung.
Die genauen Auswirkungen der Bebauung auf das Mikroklima und die Artenvielfalt der Späth’schen Baumschule werden in den offiziellen Mitteilungen nur am Rande thematisiert. Zudem fehlen konkrete Daten zur Anwohnerzufriedenheit in bereits dicht bebauten Gebieten von Treptow-Köpenick.
Als Anwohnerin von Treptow-Köpenick sehe ich, wie wertvoll die grünen Oasen für die Lebensqualität im Bezirk sind. Die Diskussion um Späthsfelde Wohnungen zeigt, wie wichtig eine ausgewogene Planung ist.
🌿 Kritik von den Grünen und Umweltschützern
Aus Sicht des stadtentwicklungspolitischen Sprechers der Grünen, Julian Schwarze, sind die geplanten Gebäude für Späthsfelde trotzdem zu hoch. Er plädiert dafür, noch einmal genau zu schauen, was in die Fläche dort passt und wie hoch man neben Kleingärten und Baumschule wirklich bauen kann. Eine Vorfestlegung auf Wohnungsanzahlen hält er für den falschen Ansatz. Der BUND Berlin lehnt die Entwicklung eines neuen Stadtquartiers in Späthsfelde grundsätzlich ab. Die Umweltschützer argumentieren, dass die Freiflächen im Dreieck Späthsfelde zu wertvoll für eine nachhaltige Stadtentwicklung seien. Sie warnen vor weiterer Versiegelung und ökologischen Schäden, insbesondere angesichts der Klimakrise. Die Flächen sind als „Dreieck Späthsfelde“ bekannt und umfassen rund 100 Hektar im Bezirk Treptow-Köpenick, wo ursprünglich bis zu 4.000 Wohnungen und Gewerbeflächen entstehen sollten.| Aspekt | Ursprünglicher Plan (bis 2025) | Neuer Plan (ab 2026) |
|---|---|---|
| Geplante Wohnungen | bis zu 4.000 (später 3.600) | bis zu 2.500 |
| Kleingärten | 300 Kleingärten betroffen | 20 Hektar unangetastet, 2 Hektar Umsiedlung |
| Bebauungsfläche | Kleingartenflächen | Flächen der Späth’schen Baumschule |
| Geplante Gebäudehöhe | unbekannt | vier- bis achtgeschossig |
| Rechtliche Grundlage | Ältere Planung | Neues Kleingartensicherungsgesetz (ab März 2026) |
🗺️ Dreieck Späthsfelde Wohnungsbau im Überblick
Das „Dreieck Späthsfelde“ ist ein rund 100 Hektar großes Areal im Bezirk Treptow-Köpenick und wurde bereits 2023 vom Senat als eines von 24 Stadtquartieren für die Entwicklung ausgewiesen. Ein Siegerkonzept für das neue Stadtquartier wurde bereits am 3. November 2025 von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gewählt. Der Rahmenplan, der die konkreten Bebauungsdetails festlegt, soll Mitte Juni 2026 im Senat beschlossen werden. Die Herausforderung besteht darin, Wohnungsbau, Gewerbeflächen, soziale Infrastruktur und Freiraum miteinander zu vereinbaren. Die Debatte um die Späthsfelde Wohnungen zeigt, wie schwierig es ist, in einer wachsenden Metropole wie Berlin alle Interessen unter einen Hut zu bekommen. Die Sichtweisen reichen von der dringenden Notwendigkeit neuen Wohnraums bis hin zum vehementen Schutz der letzten grünen Lungen der Stadt.🏙️ Mehr zum Wohnen in Berlin
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→ Alle Wohn-News für Berlin →❓ Häufige Fragen zu Späthsfelde Wohnungen
Wie viele Späthsfelde Wohnungen sind geplant?
Aktuell sind bis zu 2.500 Wohnungen im Dreieck Späthsfelde geplant. Ursprünglich waren es bis zu 4.000 Einheiten, doch aufgrund eines neuen Kleingartensicherungsgesetzes musste der Senat die Pläne anpassen. Die genaue Anzahl und die konkrete Ausgestaltung der Späthsfelde Wohnungen werden noch festgelegt.
Was bedeutet die Späthsche Baumschule Bebauung?
Die Bebauung betrifft größere Flächen der historischen Späth’schen Baumschule in Berlin-Treptow. Dort, wo sich derzeit Gewächshäuser, Obstplantagen und Lehrgärten befinden, sollen Wohnhäuser entstehen. Seniorchef Holger Zahn befürchtet, dass die Baumschule dadurch ihren Charakter als grünes Zentrum und Lernort verliert.
Werden Kleingärten in Späthsfelde bebaut?
Nein, die Kleingärten in Späthsfelde bleiben weitgehend erhalten. Ein neues Kleingartensicherungsgesetz, das seit März 2026 gilt, verbietet die Bebauung von Kleingartenflächen. Rund 20 Hektar bestehender Kleingärten bleiben unangetastet, während etwa zwei Hektar umgesiedelt werden müssen und Ersatzflächen auf dem Areal erhalten.
Wie hoch sollen die neuen Späthsfelde Wohnungen werden?
Die aktuellen Planungen sehen vor, dass zunächst viergeschossige Häuser gebaut werden, dahinter könnten Gebäude mit sieben bis acht Geschossen entstehen. Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler sieht hier noch Spielraum für Konkretisierungen, hält acht Geschosse jedoch nicht für ein überragendes Hochhaus.
Wann wird der Bebauungsplan für Späthsfelde beschlossen?
Der Rahmenplan für das neue Stadtquartier Späthsfelde, der die konkreten Bebauungsdetails festlegt, soll Mitte Juni 2026 im Senat beschlossen werden. Bis dahin können sich die genauen Pläne für die Späthsfelde Wohnungen noch weiter konkretisieren.

🏁 Fazit: Wohnungsbau in Späthsfelde bleibt umstritten
Die Pläne für die Späthsfelde Wohnungen in Berlin-Treptow spiegeln das grundlegende Dilemma der Hauptstadt wider: dringend benötigter Wohnraum versus der Erhalt von Grünflächen und historisch gewachsenen Strukturen. Während die Kleingärtner aufatmen können, steht die Späth’sche Baumschule nun im Mittelpunkt einer hitzigen Debatte. Die Diskussion um die Höhe der Gebäude und die Nutzung der Flächen wird voraussichtlich bis zur Beschlussfassung des Rahmenplans im Juni anhalten.
🏠 Über den Autor: Ida Nagel – Redakteurin Gesellschaft & Wohnen
Als Anwohnerin von Treptow-Köpenick verfolge ich die Diskussion um die Späthsfelde Wohnungen mit Sorge. Hier zeigt sich, wie schwierig es ist, Wohnungsbau und den Erhalt unserer grünen Kieze miteinander zu vereinbaren.
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