Zum Schuljahresbeginn am 24. August 2026 weist Marzahn-Hellersdorf auf sein Schulwegportal hin: Eltern können dort von der eigenen Haustür aus einen individuellen Schulweg berechnen lassen. Das Portal nutzt amtliche Geodaten, die Unfallstatistik der Polizei und Daten der Statistikämter und zeigt den schnellsten, den kürzesten und den statistisch sichersten Weg. Erreichbar ist es kostenlos im Browser.

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Das Wichtigste in Kürze
- Was: ein digitaler Schulwegplaner für alle Schulen im Bezirk Marzahn-Hellersdorf.
- Wo: unter mh.schulwegportal.de, ohne Installation im Browser auf Handy, Tablet oder Rechner.
- Was es zeigt: den schnellsten, den kürzesten und den statistisch sichersten Weg von der Haustür zur Schule.
- Datengrundlage: amtliche Geodaten Berlins, Unfallstatistik der Polizei, Daten der Statistikämter.
- Rechtlicher Hintergrund: Schulwegpläne sind im Berliner Mobilitätsgesetz vorgeschrieben.
- Wichtig: Die Routen sind Empfehlungen, keine Garantie. Der Bezirk rät, den Weg vorher mehrfach gemeinsam abzulaufen.
- Stand der Angaben: 24. August 2026.
Was das Schulwegportal kann
Die Bedienung folgt drei Schritten: Wohnadresse auf der Karte wählen, Schule auswählen, Route berechnen. Wer lieber sucht, findet über das Lupensymbol ein Eingabefeld für Start- und Zielpunkt. Alle Schulstandorte des Bezirks sind mit Adressen hinterlegt.
Berechnet werden drei Varianten, die farblich unterschieden sind – der schnellste, der kürzeste und der statistisch sicherste Weg. Diese drei sind selten identisch, und genau darin liegt der Nutzen: Der kürzeste Weg führt oft über die Hauptstraße, der sicherste einen Block weiter durch die Wohnstraße.
In die Berechnung fließen ein:
- Ampeln und Fussgängerüberwege
- Schienenverkehr und Tempolimits
- das Verkehrsaufkommen auf den einzelnen Abschnitten
- bekannte Aufmerksamkeitsstellen, also gemeldete Gefahrenpunkte
Auf der Karte lassen sich zusätzlich Orientierungspunkte einblenden: Radwege, Bushaltestellen und Bahnhöfe, Straßenlaternen, Spielplätze und öffentliche Gebäude. Die fertige Karte kann in verschiedenen Dateiformaten ausgedruckt werden – praktisch für den Kühlschrank oder die Schultasche.
Woher die Daten kommen
Das Portal rechnet nicht mit Schätzungen. Grundlage sind das Geoportal Berlin, die Unfallstatistik der Polizei sowie Daten des Landes- und des Bundesamts für Statistik. In der Karte sind Unfälle mit Personenschäden der vergangenen Jahre eingetragen, teils mit Datum, Unfallart, Licht- und Wetterverhältnissen.
Das macht das Werkzeug ehrlicher als jede Broschüre: Wo sich Unfälle häufen, ist es auf der Karte sichtbar. Der Tagesspiegel hat bei der Vorstellung des Portals mehrere Schwerpunkte im Bezirk benannt, unter anderem an der Hönower Straße in Mahlsdorf sowie im Umfeld einzelner Schulen in Biesdorf und Hellersdorf.
Aktualisiert wird laufend – bei Änderungen im Verkehrsnetz, neuen Tempolimits, neuen Schulstandorten oder neu gemeldeten Gefahrenpunkten. Damit löst der Bezirk ein altes Problem: Gedruckte Schulwegpläne waren nach der nächsten Baustelle veraltet.
Was in den anderen Bezirken gilt
Schulwegpläne sind keine freiwillige Leistung. Das Berliner Mobilitätsgesetz schreibt sie vor – es enthält ausserdem das Ziel, die Selbstständigkeit von Kindern im Fussverkehr zu fördern, und empfiehlt den Schulen die Bildung eigener Mobilitätsgremien.
In der Umsetzung unterscheiden sich die Bezirke allerdings deutlich:
- Marzahn-Hellersdorf hat mit dem Schulwegportal die weitreichendste digitale Lösung.
- Lichtenberg verfügt über ein vergleichbares interaktives Angebot, das aus der Elternvertretung des Bezirks hervorgegangen ist – die Anwendung, auf der auch das Marzahner Portal aufbaut.
- Berlinweit gibt es die klassischen Schulwegpläne für Grundschulen, die seit den 1990er Jahren gemeinsam mit Schulen und Bezirksämtern erstellt, regelmässig aktualisiert und den Erstklässlerinnen und Erstklässlern gedruckt übergeben werden. Sie sind auch online einsehbar.
Wer nicht in Marzahn-Hellersdorf wohnt, sollte also zuerst bei der eigenen Schule oder beim Bezirksamt fragen, welcher Plan dort vorliegt. Die Termine und Fristen zum Schuljahresbeginn stehen in unserem Beitrag zur Einschulung in Berlin, eine Übersicht der Schulen im Bezirk im Text zu den Schulen in Marzahn.
Was Eltern zusätzlich tun sollten
Der Bezirk sagt es selbst: Die berechneten Routen sind Empfehlungen. Was ein Algorithmus nicht kennt, ist das eigene Kind – wie es sich an Kreuzungen verhält, wie ablenkbar es ist, wie gut es Geschwindigkeiten einschätzt.
- Den Weg mehrfach gemeinsam ablaufen, und zwar zu der Uhrzeit, zu der das Kind ihn später geht. Morgenverkehr sieht anders aus als der Nachmittag.
- Das Kind führen lassen. Beim zweiten oder dritten Mal übernimmt es, die Eltern gehen nur mit. So zeigt sich, was noch nicht sitzt.
- An Kreuzungen anhalten und erklären, nicht nur überqueren. Wo steht man, worauf achtet man, was macht ein abbiegendes Auto.
- Umwege akzeptieren. Fünf Minuten mehr für eine Ampel statt einer freien Fahrbahn sind gut investiert.
- Bei Dunkelheit prüfen. Im Herbst geht dasselbe Kind denselben Weg im Dunkeln. Beleuchtung und Sichtbarkeit gehören zur Planung.
Ein Punkt, der oft übersehen wird: Das eigene Auto ist Teil des Problems. Wer sein Kind bis vor den Schuleingang fährt, erhöht das Verkehrsaufkommen genau dort, wo die anderen Kinder zu Fuss ankommen. Eine Haltestelle Entfernung zu parken und die letzten Meter zu gehen, entlastet alle.
Gefahrenstellen melden
Das Portal lebt von Hinweisen. Schulen und die Mobilitätsgremien der Schulen können Gefahrenpunkte melden. Nach einer Prüfung werden sie mit Bild und Beschreibung in der Karte markiert und fließen in künftige Routenberechnungen ein.
Der Weg dahinter ist verwaltungstypisch, aber nachvollziehbar: Die Meldungen gehen quartalsweise an das Straßen- und Grünflächenamt sowie an die Polizei, werden dort bearbeitet und je nach Art aufgenommen. Wer also eine kurze Ampelphase, eine zugewachsene Sichtachse oder einen fehlenden Zebrastreifen bemerkt, sollte den Hinweis über die Schule einbringen – nicht darauf warten, dass es jemand anders tut.
Weitere Verkehrsthemen stehen in der Rubrik Verkehr, Meldungen aus dem Bezirk in der Rubrik Marzahn-Hellersdorf.
Quellen im Überblick
| Angabe | Quelle |
|---|---|
| Funktionen, Datengrundlage, Hinweis auf mehrfaches Ablaufen | Schulwegportal Marzahn-Hellersdorf und Pressemitteilung des Bezirksamts vom 21. August 2026 |
| Pflicht zu Schulwegplänen, Förderung der Selbstständigkeit im Fussverkehr | Berliner Mobilitätsgesetz, Gesetze für Berlin |
| Berlinweite Schulwegpläne für Grundschulen | Schulwegpläne Berlin |
Häufige Fragen zum Schulweg
Wo finde ich das Schulwegportal?
Unter mh.schulwegportal.de. Das Angebot ist kostenlos, frei zugänglich und läuft ohne Installation im Browser auf Smartphone, Tablet und Rechner.
Welche Wege zeigt das Portal an?
Drei Varianten, farblich unterschieden: den schnellsten, den kürzesten und den statistisch sichersten Weg. Diese drei sind häufig nicht identisch – der kürzeste führt oft über die Hauptstraße.
Auf welchen Daten beruht die Berechnung?
Auf amtlichen Geodaten Berlins, der Unfallstatistik der Polizei und Daten der Statistikämter. Berücksichtigt werden Ampeln, Fussgängerüberwege, Schienenverkehr, Tempolimits, das Verkehrsaufkommen und gemeldete Gefahrenpunkte.
Gibt es das Portal auch in anderen Bezirken?
Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg haben digitale Angebote. In den übrigen Bezirken gibt es die klassischen Schulwegpläne für Grundschulen, die den Erstklässlern gedruckt übergeben und online veröffentlicht werden. Am besten bei der eigenen Schule nachfragen.
Ist der berechnete Weg sicher?
Er ist eine Empfehlung auf Datenbasis, keine Garantie. Der Bezirk rät ausdrücklich, den Weg vor dem ersten Schultag mehrfach gemeinsam mit dem Kind abzulaufen und an dessen Bedürfnisse anzupassen.
Wie melde ich eine Gefahrenstelle?
Über die Schule oder das Mobilitätsgremium der Schule. Die Meldungen werden quartalsweise an das Straßen- und Grünflächenamt sowie an die Polizei weitergegeben, geprüft und bei Bestätigung in der Karte markiert.
Fazit: Gutes Werkzeug, kein Ersatz für den Spaziergang
Ein Portal, das Unfalldaten und Tempolimits in eine Route umrechnet, ist besser als jeder gedruckte Plan – schon weil es nach der nächsten Baustelle noch stimmt. Den entscheidenden Teil kann es aber nicht übernehmen: Ein Kind lernt den Schulweg nicht auf dem Bildschirm, sondern indem es ihn geht. Wer heute noch keine Route geplant hat, fängt am besten heute Nachmittag damit an.
🗞 Über die Autorin: Michelle Möhring – Redaktion Bildung
Ich habe geprüft, was das Portal tatsächlich liefert und was in den anderen Bezirken gilt – die Pressemitteilung sagt dazu nichts, für Eltern ausserhalb von Marzahn-Hellersdorf ist es aber die erste Frage.
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