Die Schulplätze in Pankow waren in diesem Jahr knapp wie selten – doch das gefürchtete Anmelde-Drama blieb aus. Weil beliebte Schulen zusätzliche Klassen eröffneten und die Berliner Schulbauoffensive weiter neue Plätze schafft, verlief die Vergabe für das Schuljahr 2026/27 vergleichsweise glimpflich. Den Planungen zufolge sollen in Berlin sogar rund 18 weitere Schulen entstehen. Trotzdem gibt es Absagen – und an weniger gefragten Standorten fallen Klassen weg.
📑 Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Von rund 3.700 Anmeldungen für die 7. Klasse in Pankow wurden 2.927 Wünsche erfüllt.
- Etwa 350 Familien erhielten eine Angebotsschule; nach Extra-Klassen blieben nur rund 62 ganz ohne Pankow-Platz.
- Beliebte Schulen eröffneten zusätzliche Klassen – über 150 Plätze mehr als geplant.
- Berlinweit sollen weitere Schulen entstehen; berichtet wird von rund 18 Neubauten.
- An weniger nachgefragten Standorten werden dagegen Klassen gestrichen.
Schulplätze in Pankow: So lief die Vergabe 2026
Wer in Pankow ein Schulplatz-Drama mit Hunderten Absagen erwartet hatte, wurde überrascht. Von rund 3.700 Anmeldungen für die siebten Klassen konnte das Schulamt 2.927 Wünsche berücksichtigen. Etwa 350 Familien erhielten stattdessen eine Angebotsschule – meist im Bezirk, in einzelnen Fällen auch außerhalb. Die Bescheide gingen am 10. Juni 2026 raus.
Entscheidend war die Eröffnung zusätzlicher Klassen: Sie brachte über 150 Plätze mehr als ursprünglich geplant. Dadurch müssen nach jetzigem Stand nur noch rund 62 Familien ganz ohne Platz im Bezirk auskommen. Oberste Priorität bei der Vergabe hatte der Schulweg, der nach ständiger Rechtsprechung etwa eine Stunde je Richtung nicht überschreiten soll. Den offiziellen Stand veröffentlicht das Schulamt Pankow.
Diese Schulen nehmen zusätzliche Klassen auf
Die zusätzlichen Schulplätze in Pankow entstanden vor allem an gefragten Oberschulen. Zu den Schulen, die weitere Bewerberinnen und Bewerber aufnahmen und inzwischen voll belegt sind, zählen laut Bezirksamt die Gustave-Eiffel-Schule, die Hufeland-Schule, das Max-Delbrück-Gymnasium und das Robert-Havemann-Gymnasium. Sie liegen überwiegend im dicht besiedelten Norden und Osten des Bezirks.
Für Familien heißt das: Wer keinen Platz an der Wunschschule bekommen hat, sollte sein Kind trotzdem an der Angebotsschule anmelden und parallel die Nachrück-Liste im Blick behalten. Über frei werdende Plätze informiert das Schulamt – teils bis in die Sommerferien hinein. Wie das Anmeldeverfahren funktioniert, erklären wir im Ratgeber Schulanmeldung in Berlin.
18 neue Schulen: Was die Bauoffensive bringt
Für etwas Entspannung sorgt die Berliner Schulbauoffensive. Bis zum Schuljahr 2025/26 entstanden berlinweit 32 Schulneubauten, dazu 123 bauliche Erweiterungen und 61 neue Sporthallen – zusammen rund 53.000 zusätzliche Schulplätze. Bis zum Start des Schuljahres 2026/27 soll diese Zahl auf etwa 62.000 steigen. Berichten zufolge sind in der aktuellen Planung rund 18 weitere Schulen vorgesehen.
Den Rahmen der Berliner Bildungspolitik setzt ein Leitfaden, den der Senat auf Vorlage von Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) im April 2026 beschloss. Er wandelt starre Vorgaben zu Raumgrößen oder Geschossen in flexiblere Soll-Werte um, damit Neubauten schneller entstehen. Umgesetzt werden viele Standorte als modulare Compartment-Schulen durch die landeseigene HOWOGE – pro Standort in nur rund 18 Monaten Bauzeit. Die Kehrseite: Wo die Nachfrage sinkt, werden Klassenzüge zurückgefahren oder ganz gestrichen.
Trotzdem zu wenig Plätze: der Blick über Pankow hinaus
Die Schulplätze in Pankow sind nur ein Teil eines berlinweiten Problems – so glimpflich wie hier lief es nicht überall. Berlinweit bekamen rund 2.800 künftige Siebtklässlerinnen und Siebtklässler keine ihrer drei Wunschschulen; viele Familien denken über einen Widerspruch nach. Auch in Charlottenburg-Wilmersdorf und in Spandau ist die Lage eng.
Trotz aller Neubauten bleibt eine Lücke: Nach Einschätzung der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie fehlen in Berlin weiterhin rund 5.000 Gymnasial- und über 9.000 Plätze an Integrierten Sekundarschulen. Einen Überblick über die Neubauprojekte in den Bezirken haben wir bereits in unserem Beitrag zu den neuen Schulplätzen in Berlin gegeben.
Pankow ist der bevölkerungsreichste Bezirk Berlins und seit Jahren Sinnbild für knappe Schulplätze. Dass die Vergabe 2026 ohne großes Drama auskam, ist vor allem den kurzfristig eröffneten Extra-Klassen zu verdanken – ein Notnagel, kein Konzept. Denn volle Klassenzimmer an beliebten Schulen sind die Kehrseite derselben Medaille: Mehr Köpfe pro Raum bedeuten weniger individuelle Förderung. Neue Schulen sind deshalb richtig, doch sie kommen langsam. Bis dahin bleibt die Lage das, was sie ist: gerade so beherrschbar.
Quellen
| Quelle | Thema |
|---|---|
| Bezirksamt Pankow (Schul- und Sportamt) | Schulplatzvergabe 2026, Angebotsschulen |
| Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie | Schulbauoffensive, Leitfaden, Platzbedarf |
| Tagesspiegel | Extra-Klassen, Zahlen zur Vergabe |
| Berliner Morgenpost | Bildungsbilanz, geplante Neubauten |
Häufige Fragen zu Schulplätzen in Pankow
Wie viele Schulplätze in Pankow wurden 2026 vergeben?
Von rund 3.700 Anmeldungen für die siebten Klassen erfüllte das Schulamt 2.927 Wünsche. Etwa 350 Familien erhielten eine Angebotsschule; nach zusätzlichen Klassen blieben nur rund 62 ganz ohne Platz im Bezirk.
Welche Pankower Schulen haben zusätzliche Klassen eröffnet?
Zusätzliche Bewerber nahmen laut Bezirksamt unter anderem die Gustave-Eiffel-Schule, die Hufeland-Schule, das Max-Delbrück-Gymnasium und das Robert-Havemann-Gymnasium auf. Insgesamt entstanden über 150 Plätze mehr.
Wie viele neue Schulen plant Berlin?
Die Schulbauoffensive schuf bis 2025/26 rund 53.000 zusätzliche Plätze, bis 2026/27 sollen es etwa 62.000 sein. Berichten zufolge sind in der aktuellen Planung rund 18 weitere Schulen vorgesehen.
Was kann ich tun, wenn mein Kind keinen Platz bekommt?
Das Kind zunächst an der Angebotsschule anmelden, die Nachrück-Liste beobachten und bei Bedarf fristgerecht Widerspruch einlegen. Beratung gibt es beim Schulamt Pankow.
Unsere Einordnung
Die gute Nachricht: In Pankow muss diesmal kaum jemand in einen anderen Bezirk pendeln. Die schlechte: Das gelingt nur mit volleren Klassen und Plätzen, die kurzfristig draufgesattelt werden. Neue Schulen sind überfällig – aber 18 Monate Bauzeit pro Standort heißt auch, dass Familien noch Jahre mit der Enge leben. Mein Rat an Eltern: Angebotsschule annehmen, Nachrücken abwarten und Widerspruchsfristen kennen. Wir bleiben an den Standort-Entscheidungen dran.
– Ida Nagel, Gesellschafts- und Wohnungsredakteurin, BerlinEcho
ℹ️ Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde unter Einsatz von KI-Tools (Claude, Gemini) recherchiert und vorstrukturiert, anschließend redaktionell überarbeitet, mit Berliner Lokalkenntnis ergänzt und faktengeprüft durch die BerlinEcho-Redaktion.




