Mit neun Jahren Verspätung ist es so weit: Die S-Bahn S15 nimmt am 15. Juni 2026 den Betrieb auf. Um 11.57 Uhr soll der erste Zug mit Fahrgästen am provisorischen Bahnsteig unter der Invalidenstraße starten und über Wedding nach Gesundbrunnen fahren, wie Berlins Bahnchef Alexander Kaczmarek ankündigte. Eigentlich hätte die Linie schon 2017 rollen sollen. Und parallel stehen dem Berliner Bahnverkehr turbulente Tage bevor.
📑 Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Start: 15. Juni 2026, der erste Zug fährt um 11.57 Uhr.
- Strecke: Gesundbrunnen – Wedding – Hauptbahnhof, knapp vier Kilometer, alle zehn Minuten.
- Rekord-Verspätung: Geplant war die Inbetriebnahme für 2017 – neun Jahre später ist es so weit.
- Provisorium: Gehalten wird vorerst an einem Interimsbahnsteig unter der Invalidenstraße, nicht direkt unter dem Hauptbahnhof.
- Achtung Fahrgäste: Am 14. Juni wird die Stadtbahn für Fern- und Regionalzüge bis Mitte Dezember gesperrt, die ICE-Strecke nach Hamburg geht wieder in Betrieb.
Wann startet die S-Bahn S15?

Die S-Bahn S15 startet am 15. Juni 2026. Der erste Zug mit Fahrgästen fährt um 11.57 Uhr und verbindet Gesundbrunnen über Wedding mit dem Hauptbahnhof. Anschließend verkehrt die Linie alle zehn Minuten. Den Termin nannte Berlins Bahnchef Alexander Kaczmarek bei einer Besichtigung des neuen Bahnsteigs.
Mit knapp vier Kilometern ist die S15 die kürzeste S-Bahnlinie der Hauptstadt-Region. Für Reisende bringt sie trotzdem einen klaren Gewinn: Vom Hauptbahnhof nach Wedding dauert die Fahrt nur rund zwei Minuten, bis Gesundbrunnen etwa fünf. Damit ist der Hauptbahnhof endlich direkt an den nördlichen S-Bahn-Ring angebunden. Am Hauptbahnhof endet die S15 auf Gleis 22; über eine unterirdische Passerelle erreichst du die Tram M10, die U5 und die Fernbahn. Wer rund um den Bahnhof übernachten will, findet Tipps in unserem Überblick zu Hotels in Berlin-Mitte.
| S15 im Überblick | Details |
|---|---|
| Start | 15. Juni 2026, erster Zug 11.57 Uhr |
| Strecke | Gesundbrunnen – Wedding – Hauptbahnhof (~4 km) |
| Takt | alle 10 Minuten |
| Fahrzeit | Hbf–Wedding ~2 Min, Hbf–Gesundbrunnen ~5 Min |
| Besonderheit | kürzeste S-Bahnlinie Berlins, vorerst Provisorium |
| Verspätung | 9 Jahre (geplant war 2017) |
Warum hat die S15 neun Jahre Verspätung?
Die S15 hat neun Jahre Verspätung, weil Bau und Planung von einer ganzen Kaskade an Pannen begleitet wurden. Die Planung für den ersten Abschnitt begann 2011, die Inbetriebnahme war für 2017 vorgesehen. Stattdessen musste die Bahn einen Eröffnungstermin nach dem anderen absagen – zuletzt im Jahrestakt.
Ein zentrales Problem waren zuletzt fehlende Prüfer für den Zulassungs- und Abnahmeprozess wichtiger Anlagen, etwa der Notstromversorgung. Erst am 30. Mai 2026 fanden erfolgreiche Probefahrten statt, bei der jüngsten Abnahme nahm das Projekt die entscheidenden Hürden. Ein Kuriosum am Rande: Ursprünglich hieß das Projekt «S21». Wegen der Verwechslungsgefahr mit dem Bauprojekt «Stuttgart 21» spricht die Bahn inzwischen lieber von der S15. Solche Großprojekte der Daseinsvorsorge ziehen sich in Berlin oft über Jahre – ein Muster, das auch andere Bauvorhaben der Stadt kennen.
Was hat es mit dem provisorischen Bahnsteig auf sich?
Die S15 hält vorerst an einem provisorischen Bahnsteig unter der Invalidenstraße – und nicht direkt unter dem Hauptbahnhof. Der eigentlich vorgesehene Bahnsteig kann wegen technischer Schwierigkeiten mit den darüberliegenden Brücken bis auf Weiteres nicht gebaut werden. Diese größte Panne dürfte erst Mitte der 2030er Jahre behoben sein.
Für Fahrgäste bedeutet das längere Wege beim Umsteigen. Der Interimsbahnhof kostet die Bahn einen hohen zweistelligen Millionenbetrag, die verkehrliche Bedeutung des kurzen Stücks ist dagegen vorerst gering. Dass ausgerechnet beim 2006 eröffneten Hauptbahnhof an solchen Stellen gespart wurde, holt die Bahn nun ein. Wie anfällig zentrale Bauwerke sein können, zeigt übrigens auch der jüngste TÜV-Baurechtsreport zu Berlins Sonderbauten.
Was ändert sich sonst noch im Bahnverkehr?
Rund um den S15-Start ändert sich im Berliner Bahnverkehr noch viel mehr. Am Sonntag, 14. Juni, wird die Stadtbahn für Fern- und Regionalzüge für ein halbes Jahr gesperrt: Bis Mitte Dezember fahren keine Fern- und Regionalzüge zwischen Ostbahnhof und Charlottenburg. Fahrgäste müssen auf die parallele S-Bahn umsteigen, Fernzüge werden durch den Tunnel umgeleitet, viele Regionalzüge fallen aus.
Die Bahn bündelt in diesen sechs Monaten zahlreiche Arbeiten, unter anderem am Bahnhof Zoo und am Hauptbahnhof. Dort werden erstmals Weichen eingebaut, um den Betrieb flexibler zu machen – auch das war bei der Eröffnung 2006 eingespart worden. Bereits einen Tag vor der Stadtbahn-Sperrung, am 14. Juni, wird die ICE-Strecke nach Hamburg nach der Generalsanierung wieder befahren, der Busersatzverkehr endet. Eigentlich sollte sie schon Ende April wieder rollen, doch der harte Winter durchkreuzte den Plan.
Wie geht es mit der S15 weiter?
Die S15 soll langfristig deutlich wachsen. Als Nächstes fehlt noch die seit Jahrzehnten vorgesehene Zwischenstation Perleberger Brücke. Sie war dem Land Berlin lange zu teuer; erst 2023 bestellte der Senat die Station. Nun soll sie nachträglich ergänzt werden – einen Termin gibt es nicht, die Kosten dürften sich vervielfachen.
Die Kurve vom Hauptbahnhof nach Westen auf den Nordring soll erst 2029 mit der Inbetriebnahme der Siemensbahn befahren werden. Ganz langfristig soll die S15 die Berliner Innenstadt unterqueren: vom Nordring über Hauptbahnhof, Potsdamer Platz und Gleisdreieck bis zu den S-Bahnhöfen Yorckstraße und Großgörschenstraße. Aktuell geplant wird allerdings nur der zweite Abschnitt, der dritte liegt in ferner Zukunft. Mehr Themen aus dem Berliner Alltag findest du laufend bei uns.
Neun Jahre Verspätung, ein Provisorium für die nächsten zehn Jahre und eine fehlende Zwischenstation: Die S15 ist ein Lehrstück über Berliner Großprojekte. Und doch ist der 15. Juni ein guter Tag, denn der Hauptbahnhof bekommt endlich seine direkte Ring-Anbindung. Für den Moment überwiegt aber die Warnung an alle Pendler: Wer ab dem 14. Juni mit Fern- oder Regionalzügen über die Stadtbahn will, sollte sechs Monate Geduld und einen Plan B einpacken. Die wahre Bewährungsprobe ist nicht die Eröffnung der kürzesten Linie der Stadt, sondern das halbe Jahr Stadtbahn-Sperrung dahinter.
Quellen
| Quelle | Inhalt |
|---|---|
| Deutsche Bahn, Projekt S21/S15 | Offizielle Projektinformationen und Bauabschnitte |
| Der Tagesspiegel | Aussagen von Bahnchef Alexander Kaczmarek zum Starttermin |
| Berliner Zeitung | Fahrplandetails und Angaben aus dem DB-Navigator |
Häufige Fragen zur S-Bahn S15
Wann fährt die S-Bahn S15 zum ersten Mal?
Die S-Bahn S15 nimmt am 15. Juni 2026 den Betrieb auf. Der erste Zug mit Fahrgästen startet um 11.57 Uhr am provisorischen Bahnsteig unter der Invalidenstraße. Danach fährt die Linie im Zehn-Minuten-Takt.
Welche Stationen bedient die S15?
Die S15 verbindet Gesundbrunnen über Wedding mit dem Hauptbahnhof. Eine Zwischenstation gibt es zunächst nicht; die geplante Station Perleberger Brücke soll erst später nachgerüstet werden. Mit knapp vier Kilometern ist die S15 die kürzeste S-Bahnlinie Berlins.
Warum hatte die S15 so viel Verspätung?
Die ursprünglich für 2017 geplante Strecke wurde durch zahlreiche Bau- und Planungspannen immer wieder verschoben. Zuletzt fehlten Prüfer für den Zulassungs- und Abnahmeprozess. Erfolgreiche Probefahrten gab es schließlich Ende Mai 2026.
Was passiert am 14. Juni mit der Stadtbahn?
Am 14. Juni wird die Stadtbahn für Fern- und Regionalzüge gesperrt. Bis Mitte Dezember verkehren keine Fern- und Regionalzüge zwischen Ostbahnhof und Charlottenburg. Fahrgäste müssen auf die parallele S-Bahn ausweichen, viele Regionalzüge fallen aus.
Wann fährt die S15 weiter als bis Gesundbrunnen?
Die Kurve vom Hauptbahnhof nach Westen auf den Nordring soll erst 2029 mit der Siemensbahn in Betrieb gehen. Die langfristige Unterquerung der Innenstadt bis Yorckstraße und Großgörschenstraße liegt noch in ferner Zukunft.
Unsere Einordnung
Vier Kilometer in neun Jahren – das klingt nach einem schlechten Witz, ist aber Berliner Verkehrsrealität. Trotzdem lohnt der nüchterne Blick: Der Hauptbahnhof war seit 2006 schlecht an den Nordring angebunden, diese Lücke schließt die S15 nun. Der eigentliche Stresstest beginnt jedoch einen Tag früher, wenn die Stadtbahn für ein halbes Jahr dichtmacht. Pendlerinnen und Pendler sollten ihre Wege jetzt schon umplanen – und sich von der hübschen Eröffnungsmeldung nicht über die sechs harten Monate danach hinwegtäuschen lassen.
– Hannes Nagel, Wirtschafts- & Verkehrsredakteur, BerlinEcho
Bleib informiert: Der BerlinEcho-Newsletter liefert dir täglich die wichtigsten Berliner News direkt ins Postfach. Jetzt abonnieren →
ℹ️ Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde unter Einsatz von KI-Tools (Claude, Gemini) recherchiert und vorstrukturiert, anschließend redaktionell überarbeitet, mit Berliner Lokalkenntnis ergänzt und faktengeprüft durch die BerlinEcho-Redaktion.





