Die Queere Grabstätte Berlin ist ein bundesweit einzigartiger Gedenk- und Bestattungsort für die LGBTIQ-Community. Sie entsteht auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Schöneberg und wird am 17. Mai 2026 eingeweiht. Das von der Schwulenberatung Berlin initiierte Projekt schließt eine Lücke in der Friedhofsmauer mit einer symbolträchtigen, bunten Mauer und schafft einen sichtbaren Ort der Erinnerung und Anerkennung.
Das Wichtigste in Kürze
- Ort: Die Grabstätte befindet sich auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in der Monumentenstraße in Berlin-Schöneberg.
- Einweihung: Die feierliche Eröffnung ist für den 17. Mai 2026 um 11 Uhr geplant.
- Gestaltung: Eine neue Mauer mit 27 verschiedenfarbigen Steinen, von denen über 100 hervorstehen, symbolisiert die Vielfalt der Community.
- Initiator: Das Projekt wurde von der Schwulenberatung Berlin initiiert und in Kooperation mit kirchlichen und städtischen Stellen realisiert.
- Bedeutung: Es handelt sich um die bundesweit erste Grab- und Gedenkstätte dieser Art, die speziell für LGBTIQ-Menschen geschaffen wird.
Was ist die Queere Grabstätte Berlin und wo entsteht sie?
In Berlin-Schöneberg wird im Frühjahr 2026 ein bundesweites Symbol für Erinnerung und Sichtbarkeit der queeren Gemeinschaft eröffnet. Auf dem historischen Alten St.-Matthäus-Kirchhof entsteht ein einzigartiger Ort, der die LGBTIQ-Community würdigt und einen neuen Raum für Trauer und Gedenken schafft. Die Initiative für dieses Projekt ging von der Schwulenberatung Berlin aus, die sich seit Jahren für die Rechte und die Sichtbarkeit von LSBTI-Menschen einsetzt.
Die Realisierung der Grabstätte ist das Ergebnis einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen der Schwulenberatung Berlin, der Kirchengemeinde und den zuständigen städtischen Stellen. Der Prozess umfasste die sorgfältige Auswahl des Standortes, die architektonische Gestaltung und die Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen. Die Schließung der einstigen Lücke in der Friedhofsmauer durch die Gedenkstätte symbolisiert dabei auch die Überwindung von Ausgrenzung und die Schaffung eines inklusiven Raumes. Über die Vorstellung des Entwurfs berichtete t-online.de bereits im Oktober 2025.

Welche Symbolik steckt hinter dem Design der Gedenkstätte?
Die Gestaltung der Grabstätte wurde bewusst gewählt, um die Vielfalt und Lebendigkeit der LGBTIQ-Community widerzuspiegeln. Wo sich einst eine Lücke in der Friedhofsmauer an der Monumentenstraße befand, ist nun eine beeindruckende Struktur entstanden. Die neue Mauer ist mit 27 verschiedenfarbigen Steinen versehen, die unterschiedlich weit hervorstehen. Mehr als 100 dieser Steine sind so angeordnet, dass sie ein dynamisches und zugleich würdiges Bild ergeben.
Diese Gestaltung bricht bewusst mit traditionellen Friedhofsästhetiken und schafft einen modernen, einladenden Ort. Die unterschiedliche Positionierung und Farbgebung der Steine steht für die individuelle Identität jedes Menschen sowie die bunte Bandbreite sexueller Orientierungen und Geschlechtsidentitäten. Die Queere Grabstätte Berlin ist damit nicht nur ein physischer Ort der Erinnerung, sondern auch ein Kunstwerk im öffentlichen Raum, das zum Nachdenken anregen und Dialoge fördern soll.
Warum ist der Standort in Berlin-Schöneberg so bedeutsam?
Die Entscheidung für den Standort Schöneberg ist kein Zufall. Der Bezirk rund um den Nollendorfplatz gilt seit Jahrzehnten als historisches und kulturelles Zentrum der queeren Szene in Berlin. Hier finden sich zahlreiche Bars, Clubs und Initiativen, die sich an die LGBTIQ-Community richten. Diese tiefe Verankerung im Kiez verleiht der Grabstätte eine zusätzliche Bedeutung und stellt sicher, dass sie von der Community als ihr eigener Ort wahrgenommen wird. Es ist ein weiteres Mosaikstück in der reichen Geschichte des Bezirks als Ort der Vielfalt und Toleranz. Auch der Nollendorfplatz hat eine lange Geschichte als Regenbogenkiez.
Der Alte St.-Matthäus-Kirchhof ist zudem ein historischer Friedhof, der für seine kulturhistorisch bedeutenden Grabmäler bekannt ist. Viele dieser Grabstätten stehen unter Denkmalschutz und zeugen von der reichen Geschichte des Bezirks. Der Kirchhof liegt auf der sogenannten Roten Insel, einem Gebiet, das für seine besondere soziale und politische Geschichte bekannt ist. Die neue Grabstätte reiht sich somit in eine lange Tradition von Gedenkorten ein, die an das Leben und Wirken verschiedener Gemeinschaften erinnern.

Welche Bedeutung hat die Grabstätte für die LGBTIQ-Community?
Die Schaffung eines speziellen Ortes wie diesem Lgbtiq Friedhof Schöneberg ist für viele Mitglieder der Community von großer Bedeutung. Traditionelle Friedhöfe boten in der Vergangenheit oft keinen Raum für die spezifischen Bedürfnisse und die Identität von LSBTI-Menschen. Dies betrifft sowohl die Gestaltung von Grabstätten als auch die Anerkennung von Lebenspartnerschaften und Familienstrukturen. Die neue Grabstätte auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof schafft hier Abhilfe und bietet einen Ort, an dem sich Angehörige sicher und verstanden fühlen können.
Es ist ein klares Zeichen der Inklusion und ein wichtiger Schritt zur vollständigen gesellschaftlichen Akzeptanz. Marcel de Groot von der Schwulenberatung Berlin betonte gegenüber FluxFM, dass die Grabstätte rund 30 Quadratmeter groß sein wird und Platz für eine Vielzahl von Gräbern bietet. Als bundesweit einzigartiges Projekt könnte die queere Grabstätte in Berlin zudem als Modell für ähnliche Initiativen in anderen deutschen Städten dienen.
| Aspekt | Details | Quelle |
|---|---|---|
| Standort | Alter St.-Matthäus-Kirchhof, Monumentenstraße | Schwulenberatung Berlin |
| Größe | Rund 30 Quadratmeter | FluxFM (Interview Marcel de Groot) |
| Gestaltung | Mauer mit 27 verschiedenfarbigen, hervorstehenden Steinen | queer.de |
| Einweihung | 17. Mai 2026, 11 Uhr | queer.de |

Häufige Fragen zu Queere Grabstätte Berlin
Was ist die Queere Grabstätte Berlin?
Die Queere Grabstätte Berlin ist eine bundesweit einzigartige Grab- und Gedenkstätte für LSBTIQ-Menschen auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Berlin-Schöneberg. Sie wurde von der Schwulenberatung Berlin initiiert und besteht aus einer Mauer mit 27 verschiedenfarbigen Steinen, die die Vielfalt der Community symbolisieren. Der Ort dient der Erinnerung, Trauer und als sichtbares Zeichen der Anerkennung.
Wo genau befindet sich die Queere Grabstätte Berlin?
Die Grabstätte befindet sich auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in der Monumentenstraße in Berlin-Schöneberg. Dieser historische Friedhof liegt im Ortsteil Schöneberg auf der sogenannten Roten Insel, einem Gebiet mit einer besonderen sozialen und politischen Geschichte, das seit Langem als Zentrum der queeren Kultur in Berlin gilt.
Wann wird die Queere Grabstätte Berlin eingeweiht?
Die feierliche Einweihung der Queeren Grabstätte Berlin ist für den 17. Mai 2026 um 11 Uhr geplant. An diesem Tag wird der Ort offiziell der Öffentlichkeit übergeben und bietet der LSBTIQ-Community einen neuen, würdigen Raum für Gedenken und Zusammenkunft. Die genaue Zeremonie wird von der Schwulenberatung Berlin organisiert.
Wer hat die Queere Grabstätte Berlin initiiert?
Die Initiative zur Schaffung der Queeren Grabstätte Berlin ging von der Schwulenberatung Berlin aus. Diese Organisation engagiert sich seit vielen Jahren für die Belange der LSBTIQ-Community in der Hauptstadt und hat das Projekt in enger Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde und den zuständigen städtischen Behörden realisiert. Ihr Ziel ist es, einen sichtbaren und inklusiven Ort der Erinnerung zu schaffen.
Was ist die Bedeutung vom Lgbtiq Friedhof Schöneberg für Berlin?
Der Lgbtiq Friedhof Schöneberg ist ein starkes Symbol für die Vielfalt und Inklusion in Berlin. Er unterstreicht die Rolle der Hauptstadt als Vorreiterin in der Akzeptanz und Würdigung der LSBTIQ-Community. Der Friedhof bietet einen sicheren und anerkannten Ort für Trauer und Gedenken, der die spezifischen Lebenswege queerer Menschen respektiert und sichtbar macht, wo traditionelle Strukturen oft nicht ausreichten. Es ist ein wichtiger Schritt in der Berliner Erinnerungskultur.
Fazit
Die Errichtung der Queeren Grabstätte Berlin auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Schöneberg ist ein bedeutsames Projekt, das weit über die Grenzen des Bezirks hinausstrahlt. Es schafft nicht nur einen würdigen Ort der Erinnerung für die LSBTIQ-Community, sondern sendet auch ein starkes Signal der Inklusion und Anerkennung in die gesamte Gesellschaft. Durch die symbolträchtige Gestaltung und die Verankerung im Herzen des queeren Berlins wird ein Raum geschaffen, der sowohl Trauer ermöglicht als auch die Vielfalt des Lebens feiert. Berlin, und insbesondere der Bezirk Tempelhof-Schöneberg, beweist damit einmal mehr seine Rolle als Vorreiter in der Förderung von Vielfalt und Toleranz. Für Interessierte bietet es sich an, die Entwicklungen bis zur Eröffnung im Mai 2026 weiter zu verfolgen oder den historischen Kirchhof bereits jetzt zu besuchen.




