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Bahnhöfe Berlin

Park and Ride Berlin: Wo P+R-Plätze sind und was sie kosten

Berlin hat 48 Park-and-Ride-Anlagen mit 4.483 Stellplätzen, die meisten im Osten und fast alle kostenlos. Welche Bahnhöfe die meisten Plätze haben, wo inzwischen Parkgebühren gelten und warum vormittags oft alles voll ist.

Hannes Nagel Veröffentlicht · aktualisiert
Voller Parkplatz an einer Bahnstrecke mit geparkten Autos am Morgen und einer vorbeifahrenden S-Bahn im Hintergrund
Viele P+R-Parkplätze an Berliner Bahnhöfen sind an Werktagen bereits am Vormittag fast vollständig belegt. (KI-generiertes Symbolbild)
Inhalt (7 Abschnitte)
  1. Wo gibt es Park-and-Ride-Plätze in Berlin?
  2. Ist Park and Ride in Berlin kostenlos?
  3. Wie voll sind die P+R-Plätze?
  4. Gibt es Ladesäulen an P+R-Anlagen?
  5. Was ist mit Park and Ride im Brandenburger Umland?
  6. Häufige Fragen zu Park and Ride in Berlin
  7. Quellen

Berlin hat laut Senatsverwaltung für Mobilität 48 Park-and-Ride-Anlagen mit 4.483 Stellplätzen an S- und U-Bahnhöfen (Stand August 2024). Fast alle sind kostenlos und allgemein zugänglich. Die größten liegen in Pankow-Heinersdorf, Springpfuhl und Ahrensfelde. Vormittags sind die Plätze im Schnitt zu 89 Prozent belegt, wer spät kommt, sucht oft vergeblich.

Park and Ride heißt: Auto am Bahnhof abstellen, mit S-Bahn, U-Bahn oder Regionalzug weiterfahren. Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt hat die Berliner Anlagen gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) und der BahnStadt GmbH erstmals vollständig erfasst. Gezählt wurde von September bis November 2023, die Steckbriefe tragen den Stand 27. Juni 2024. Neuere Gesamtzahlen gibt es nicht. Die meisten Anlagen liegen am Stadtrand im Osten: 13 allein in Marzahn-Hellersdorf.

Update vom 2. Oktober 2026: Alle Zahlen stammen jetzt aus der amtlichen P+R-Erfassung des Senats. Korrektur: In einer früheren Version war von rund 8.000 Stellplätzen in Berlin und von Gebühren von 1 bis 3 Euro pro Tag im Umland die Rede; belegt sind 4.483 Plätze in 48 Anlagen. Ladesäulen gab es bei der Erfassung auf keiner Anlage. Neu ist die Sanierung in Pankow-Heinersdorf vom April 2026.

Wo gibt es Park-and-Ride-Plätze in Berlin?

Park-and-Ride-Anlagen gibt es in zehn der zwölf Berliner Bezirke, vor allem an Endbahnhöfen und Außenstationen im Osten und Nordosten. Die Übersichtstabelle des Senats listet für die Erhebung 51 Anlagen an 39 Bahnhöfen; drei davon sind inzwischen keine P+R-Plätze mehr. Die zehn Bahnhöfe mit den meisten Plätzen:

Größte P+R-Standorte in Berlin nach Stellplätzen (Erhebung Herbst 2023, Stand der Tabelle 27.06.2024)
Bahnhof Bezirk Anschluss Stellplätze Auslastung 8–14 Uhr
Pankow-Heinersdorf (2 Anlagen) Pankow S 501 55 % / 85 %
Springpfuhl Marzahn-Hellersdorf S 410 85 %
Ahrensfelde (3 Anlagen) Marzahn-Hellersdorf S, Regio 371 71–90 %
Buch (2 Anlagen) Pankow S 289 79 % / 95 %
Altglienicke Treptow-Köpenick S 271 77 %
Hönow (2 Anlagen) Marzahn-Hellersdorf U 264 90 % / 104 %
Elsterwerdaer Platz Marzahn-Hellersdorf U 208 92 %
Grünau (3 Anlagen) Treptow-Köpenick S 193 89–98 %
Parchimer Allee (2 Anlagen) Neukölln U 188 94 % / 97 %
Marzahn Marzahn-Hellersdorf S 176 98 %

Im Westen und Süden sind die Anlagen kleiner, etwa am U-Bahnhof Alt-Mariendorf (130 Plätze), am S+U Heidelberger Platz (139) oder am S-Bahnhof Wannsee (33). Wo genau welche Anlage liegt, zeigt die P+R-Karte im Geoportal Berlin, die auch Anlagen im Brandenburger Umland enthält.

Pankow-Heinersdorf ist seit Ende April 2026 frisch saniert. Das Bezirksamt Pankow hat dort laut Mitteilung vom 19. Mai 2026 rund 550.000 Euro in Parkflächen, Gehwege und Beschilderung gesteckt; die Plätze unter der Autobahnbrücke sind jetzt markiert.

Ist Park and Ride in Berlin kostenlos?

Ja, bis auf wenige Ausnahmen sind die Berliner P+R-Anlagen kostenfrei und allgemein zugänglich, so steht es im Endbericht der Senatsverwaltung. Einen Fahrscheinnachweis zum Parken nennt der Bericht nicht. Kontrolliert wird im Rahmen der üblichen Runden der bezirklichen Ordnungsämter.

Zwei frühere Anlagen kosten inzwischen Geld, weil sie in Parkzonen aufgegangen sind: am S+U Bundesplatz seit August 2023 (Zone 121, 2 Euro pro Stunde, Mo–Fr 9–20 Uhr, Sa 9–18 Uhr) und am S+U Innsbrucker Platz seit Oktober 2023 (Zone 87, 3 Euro pro Stunde, Mo–Fr 9–22 Uhr, Sa 9–18 Uhr). Für Jungfernheide und Heidelberger Platz planten die Bezirke laut Bericht ebenfalls eine Bewirtschaftung. Am S-Bahnhof Friedrichshagen ist die Anlage sonntags gesperrt, weil dort ein Flohmarkt stattfindet. Ob dein Ziel in einer Parkzone liegt, zeigt der Parkzonen-Finder für Berlin.

Wie voll sind die P+R-Plätze?

Die Berliner P+R-Plätze waren bei der Erhebung im Schnitt zu 86 Prozent belegt, vormittags zwischen 10 und 11:30 Uhr zu 89 Prozent, abends nur zu 47 Prozent. Über 100 Prozent, also mehr Autos als markierte Plätze, lagen unter anderem Breitenbachplatz P2 (125 Prozent), Friedrichshagen (114), Hermsdorf (113), Tempelhof (107), Rudow (105) und Alt-Mariendorf (104).

Viele Plätze werden gar nicht für Park and Ride genutzt. Nach der Kennzeichenerfassung waren 53 Prozent der Parkvorgänge voraussichtlich keine P+R-Fahrten. 58 Prozent der Autos kamen aus Berlin, 28 Prozent aus Brandenburg, 14 Prozent aus dem übrigen Deutschland oder dem Ausland. In Marzahn parken laut Bericht vermutlich Kunden und Beschäftigte des Einkaufszentrums Eastgate, um Parkhausgebühren zu sparen; in Altglienicke stehen viele Autos von Flugreisenden über Tage, weil der BER nah ist.

Gibt es Ladesäulen an P+R-Anlagen?

An den Berliner P+R-Anlagen gab es bei der Erfassung im Herbst 2023 keine allgemein nutzbaren Ladestellplätze für E-Autos. Gezählt wurden dagegen 58 Behindertenstellplätze, die im Schnitt zu 14 Prozent belegt waren. Ob seitdem Ladepunkte dazugekommen sind, geht aus den Senatsunterlagen nicht hervor.

Was ist mit Park and Ride im Brandenburger Umland?

Im Umland gibt es deutlich mehr Plätze als in Berlin: An Brandenburger Bahnhöfen standen 2019 rund 22.800 ausgewiesene P+R-Stellplätze, so ein VBB-Gutachten, das der Senatsbericht zitiert. Bis 2030 empfahl das Gutachten 8.800 weitere. Berlin hat zwischen 2023 und 2026 neue Anlagen im Umland mitfinanziert. Eine der größten ist das 2022 eröffnete Parkhaus am S-Bahnhof Bernau-Friedenstal mit 590 kostenpflichtigen P+R-Plätzen.

Für die Weiterfahrt brauchst du ein gültiges Ticket für den Nahverkehr. Welche Tarifbereiche du ab dem Umland brauchst, steht im Überblick zum ABC-Ticket in Berlin. Wer täglich pendelt, fährt oft mit dem Deutschlandticket günstiger.

Häufige Fragen zu Park and Ride in Berlin

Brauchst du ein Ticket, um auf einem P+R-Parkplatz zu parken?

Nein, nach dem Endbericht der Senatsverwaltung sind die Berliner P+R-Anlagen bis auf wenige Ausnahmen kostenfrei und allgemein zugänglich; einen Fahrscheinnachweis zum Parken nennt der Bericht nicht. Ein Ticket brauchst du erst für die Weiterfahrt mit S-Bahn, U-Bahn oder Regionalzug. Kontrollen erfolgen durch die bezirklichen Ordnungsämter im Rahmen ihrer üblichen Runden.

Wie lange darfst du auf einem P+R-Parkplatz stehen?

Eine allgemeine Höchstparkdauer für Berliner P+R-Anlagen nennt der Senatsbericht nicht. Parkzeitbegrenzungen und Gebühren fanden die Gutachter nur an den Anlagen, die inzwischen in Parkzonen aufgegangen sind, also Bundesplatz und Innsbrucker Platz. Achte trotzdem auf die Schilder vor Ort: In Friedrichshagen etwa ist die Anlage sonntags wegen eines Flohmarkts nicht nutzbar.

Wo gibt es eine Karte aller P+R-Anlagen?

Eine Karte aller P+R-Anlagen in Berlin und im Brandenburger Umland bietet das Geoportal Berlin. Die Senatsverwaltung für Mobilität verlinkt sie auf ihrer Seite zu Park and Ride; über die Suche lässt sich der Bahnhofsname eingeben, ein Klick auf die Anlage öffnet Details. Dort gibt es außerdem die Standort-Steckbriefe für jede Berliner Anlage, sortiert nach Bezirken.

Wer ist für P+R-Anlagen in Berlin zuständig?

Für die P+R-Anlagen in Berlin sind die Straßenverkehrsbehörden der Bezirke zuständig, für Anlagen im Brandenburger Umland die dortigen Projektträger. Eigentümer der Flächen ist meist das Land Berlin; Ausnahmen sind etwa Bundesplatz und Heidelberger Platz (Bund), Hermsdorf und Stresow (Deutsche Bahn) sowie Altglienicke, das überwiegend einem privaten Eigentümer gehört.

Quellen

Hannes Nagel

Redakteur Wirtschaft & Verkehr

Ich bin Hannes, und ich schreibe bei BerlinEcho über Wirtschaft und Verkehr – zwei Themen, die in Berlin enger zusammenhängen, als man denkt. Wer in einer Stadt wohnt, in der die BVG täglich ausläuft und gleichzeitig das teuerste …

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