Das Olympiastadion Berlin steht wie kaum ein zweites Bauwerk für die Zerrissenheit der deutschen Hauptstadt zwischen dunkler Vergangenheit und feiernder Gegenwart. Wenn ich an Spieltagen in Westend aus der U-Bahn steige, spürt man sofort die Wucht dieser Architektur, die heute 73.856 feiernden Fans von Hertha BSC oder zehntausenden Konzertbesuchern Platz bietet. Die einstige NS-Propagandastätte hat sich durch behutsame Umbauten zu einem der wichtigsten Fünf-Sterne-Stadien Europas gewandelt, in dem 2024 das Finale der Fußballeuropameisterschaft ausgetragen wurde.
- 73.856 überdachte Sitzplätze fasst die Arena bei ausverkauften Spielen von Hertha BSC.
- 11,00 € kostet das reguläre Ticket für eine selbstständige Besichtigung (Stand: April 2026).
- Am 30. August 2026 findet das traditionsreiche Leichtathletik-Meeting ISTAF statt.
- Rund 300.000 Besucher verzeichnet das Stadiongelände jährlich außerhalb der Großevents.
- Die Highlight-Tour dauert 60 Minuten und führt in die unterirdischen Kabinentrakte.
| Merkmal | Daten & Fakten | Quelle |
|---|---|---|
| Eröffnung | 1. August 1936 | Wikipedia |
| Architekt | Werner March | Wikipedia |
| Kapazität | 73.856 (Sitzplätze) | Olympiastadion GmbH |
| Heimverein | Hertha BSC | Hertha BSC |
| Adresse | Olympischer Platz 3, 14053 Berlin | Offiziell |
| UEFA-Status | Fünf-Sterne-Stadion | UEFA |
🏛️ Geschichte und Architektur (1936 bis heute)
Wer sich dem Gelände vom Olympischen Platz nähert, spürt die historische Last. Das Bauwerk wurde von 1934 bis 1936 anlässlich der Olympischen Sommerspiele erbaut. Der Architekt Werner March schuf damals Platz für 100.000 Zuschauer. Mit seinen klaren geometrischen Grundformen orientiert sich die Anlage an antiken Sportstätten – ein steingewordenes Machtinstrument der Nationalsozialisten, das den Einzelnen klein wirken lassen sollte.
Doch das Stadion ist nur ein Teil des ehemaligen Reichssportfeldes. Dazu gehören auch das Maifeld, das ursprünglich für gewaltige Propagandaveranstaltungen angelegt wurde, sowie die Waldbühne. Letztere ist wie ein antikes Amphitheater gestaltet und beheimatete 1936 die olympischen Turnwettkämpfe. Heute finden an gleicher Stelle, mitten im Grünen, friedliche Sommerkonzerte statt. Neben dem Brandenburger Tor und der East Side Gallery Berlin gehört das Stadiongelände mit rund 300.000 Besuchern jährlich zu den meistbesuchten historischen Orten der Stadt.
Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde das Areal massiv umfunktioniert. Laut offiziellen historischen Aufzeichnungen diente es als Bunker, Produktionsstandort für Zünder, Lagerort für Munition und Lebensmittel sowie als Ausweichstandort des Rundfunks. Wer heute das Gelände besucht, kann auf einem Geschichtspfad mit 45 Informationstafeln in die komplexe Historie eintauchen.
⚽ Hertha BSC und die legendäre Ostkurve
Im sportlichen Alltag ist die Arena vor allem eines: die Heimspielstätte des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC. Wenn die Begegnung ausverkauft ist, fiebern 73.856 Fans mit ihren Mannschaften. Das Herzstück bildet dabei die Ostkurve. Sie gehört den langjährigen Anhängern der „alten Dame“, wie die Hertha in Berlin liebevoll genannt wird.
90 Minuten in der Ostkurve bedeuten 90 Minuten pure Emotion. Hier wird mit Inbrunst geschimpft und gepfiffen, und im nächsten Moment jubeln Wildfremde gemeinsam und fallen sich in die Arme. Diese Leidenschaft macht den Stadionbesuch auch für neutrale Fußballfans zu einem Erlebnis. Das Olympiastadion Berlin ist aber nicht nur im Liga-Alltag gefragt: Regelmäßig im Frühjahr wird hier final um den DFB-Pokal gekämpft. Im Jahr 2006 war es Endspielort der Fußball-Weltmeisterschaft und 2024 wurde hier das Finale der EURO 2024 ausgetragen, bei dem Spanien den Titel holte.

🎤 Konzerte und Leichtathletik 2026
Mehr als nur Fußball: Im Sommer wandelt sich das Rund zu einer der spektakulärsten Open-Air-Locations Europas. In den vergangenen Jahren spielten hier Legenden wie The Rolling Stones, Madonna, Depeche Mode oder Coldplay. Für das Jahr 2026 stehen bereits absolute Highlights fest: Laut offiziellem Veranstaltungskalender kehrt Helene Fischer am 13. Juni 2026 mit ihrer 360° Stadion Tour zurück. Zwei Wochen später, am 28. Juni 2026, bringt Bruno Mars seine „The Romantic Tour“ nach Charlottenburg.
Auch der Spitzensport abseits des Fußballs hat hier eine feste Heimat. Die Athleten des Internationalen Stadionfestes (ISTAF) werden am Sonntag, 30. August 2026, wieder von Zehntausenden angefeuert. Bereits 2009 war das Stadion Austragungsort der Leichtathletik-WM, 2018 kämpften Sportler um Medaillen bei der Leichtathletik-EM. Und wer selbst aktiv werden möchte: Bei Events wie dem B2RUN oder dem S25 dürfen Freizeitsportler selbst über die berühmte blaue Laufbahn sprinten.
📍 Besichtigung: Tickets, Preise und Öffnungszeiten
Wer das Olympiastadion Berlin abseits des Event-Trubels besichtigen möchte, hat zwei Möglichkeiten: eine selbstständige Erkundung oder eine geführte Tour. Bei der angeführten Besichtigung bewegst du dich frei auf dem Stadiongelände und findest auf zahlreichen Tafeln spannende Hintergrundgeschichten. Alternativ buchst du die 60-minütige Highlight-Tour. Ein Guide führt dich dabei in Bereiche, die der Öffentlichkeit sonst verborgen bleiben – darunter die Umkleidekabinen, unterirdische Hallen und die VIP-Bereiche.
→ Tickets online buchen
🕐 Öffnungszeiten: Apr–Okt: tägl. 09:00–19:00 Uhr · Nov–März: tägl. 10:00–16:00 Uhr · August: tägl. 09:00–20:00 Uhr
🚇 ÖPNV: U2 (Olympia-Stadion) oder S3/S9 (Olympiastadion), dann 5 Min. zu Fuß
🚗 Auto: 25 Min. von Mitte · 10 Min. vom Ku’damm
🅿️ Parkplatz: Kostenpflichtige Parkplätze am Olympischen Platz (an Nicht-Spieltagen oft frei)

💡 Tipp: An Spieltagen von Hertha BSC sind touristische Besichtigungen meist nicht möglich. Prüfe vorab den Kalender.
🐰 Oster-Special und Ferienangebote
Besonders für Familien lohnt sich ein Besuch im Frühling. Zu Ostern feiert das Stadion traditionell die Saisoneröffnung mit einer großen Eiersuche auf dem gesamten Gelände. Laut offizieller Ankündigung der Stadt Berlin werden von Karfreitag bis Ostermontag täglich jeweils 50 Ostereier versteckt, die für verschiedene Gewinne wie Tickets und Gutscheine stehen.
Außerdem öffnet das Stadion an diesen Tagen seine sonst nicht zugängliche blaue Laufbahn sowie den Innenraum für Besucher. Ergänzt wird das Angebot durch eine Torwand, Mini-Fußballfelder und das Hertha-Maskottchen Herthinho, das vor Ort anzutreffen ist. Bei Großveranstaltungen und Feiertagen wird der Takt der U-Bahn verdichtet, dennoch lohnt sich vorab ein Blick auf aktuelle BVG Störungen heute, um entspannt und pünktlich in Westend anzukommen.
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Wie viel kostet der Eintritt ins Olympiastadion Berlin?
Ein reguläres Ticket für die selbstständige Besichtigung kostet 11,00 € für Erwachsene und 8,00 € ermäßigt. Kinder zwischen 6 und 14 Jahren zahlen 6,00 €. Für Familien gibt es eine Familienkarte für 25,00 €, die für zwei Erwachsene und bis zu drei Kinder bis 16 Jahre gilt (Stand: April 2026).
Wann ist das Olympiastadion Berlin für Besucher geöffnet?
Die Öffnungszeiten variieren je nach Saison. Von April bis Oktober ist täglich von 09:00 bis 19:00 Uhr geöffnet, im August sogar bis 20:00 Uhr. In den Wintermonaten (November bis März) kannst du das Gelände täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr besichtigen. An Spieltagen von Hertha BSC ist für Touristen geschlossen.
Welche Konzerte finden 2026 im Olympiastadion Berlin statt?
Für den Sommer 2026 sind bereits große Highlights bestätigt. Am 13. Juni 2026 macht Helene Fischer mit ihrer 360° Stadion Tour halt in Berlin. Am 28. Juni 2026 tritt der US-Superstar Bruno Mars im Rahmen seiner „The Romantic Tour“ in der Arena auf.
Was sieht man bei der Highlight-Tour im Olympiastadion Berlin?
Die 60-minütige geführte Highlight-Tour bringt dich an Orte, die bei einer normalen Besichtigung verschlossen bleiben. Du erhältst exklusiven Zugang zu den unterirdischen Hallen, den VIP-Bereichen und kannst einen Blick in die Umkleidekabinen der Spieler werfen.
Wie komme ich am besten zum Stadion in Charlottenburg?
Die Anreise mit der BVG ist unkompliziert. Du nimmst entweder die U-Bahn-Linie U2 bis zur Station „Olympia-Stadion“ oder die S-Bahn-Linien S3 beziehungsweise S9 bis zum S-Bahnhof „Olympiastadion“. Von beiden Stationen sind es nur etwa fünf Minuten Fußweg bis zum Haupteingang am Osttor.

🏁 Fazit: Ein Ort der Kontraste
Das Olympiastadion Berlin vereint wie kaum ein anderer Ort in der Stadt monumentale NS-Architektur mit lebendiger, moderner Fankultur. Ob bei einem packenden Spiel von Hertha BSC in der Ostkurve, einem Sommerkonzert auf der blauen Laufbahn oder einer ruhigen historischen Führung über das Maifeld – die Anlage zieht jeden in ihren Bann. Für Geschichtsinteressierte und Sportfans gehört ein Besuch im Westen Berlins zum absoluten Pflichtprogramm.
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🏠 Über den Autor: Ida Nagel – Redakteurin Gesellschaft & Wohnen
Wenn ich an einem Bundesliga-Wochenende an der U-Bahn-Station Ruhleben vorbeifahre, sehe ich, wie das monumentale Stadion den ganzen Kiez in Westend dominiert. Architektur, die einst zur Einschüchterung gebaut wurde, gehört heute den feiernden Berlinern – dieser Kontrast fasziniert mich bei jedem Spaziergang über das Maifeld aufs Neue.
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