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Berlin-Wahl 2026

Linke Wahlprogramm Berlin: Die Versprechen des Wahlsiegers

Das Wahlprogramm der Berliner Linken versprach Mietenstopp, 7.500 kommunale Wohnungen pro Jahr und ein 9-Euro-Sozialticket. Mit 25,7 Prozent wurde die Linke am 20. September 2026 stärkste Kraft und sondiert seit dem 8. Oktober mit Grünen und SPD.

Maik Möhring Veröffentlicht · aktualisiert
Linke Wahlprogramm Berlin: Die Pläne im Überblick Berlin News
Inhalt (8 Abschnitte)
  1. Was versprach das Linke-Wahlprogramm beim Wohnen?
  2. Welche Pläne hatte die Linke für Verkehr, Sicherheit und Bildung?
  3. Wie hat die Linke bei der Berlin-Wahl 2026 abgeschnitten?
  4. Wie weit sind die Sondierungen der Linken mit Grünen und SPD?
  5. BerlinEcho-Einordnung: Was vom Programm in einer Koalition übrig bleiben könnte
  6. Wie es weitergeht
  7. Häufige Fragen zum Linke-Wahlprogramm
  8. Quellen

Das Wahlprogramm der Berliner Linken, «Berlin bezahlbar machen», versprach einen Mietenstopp bei den landeseigenen Wohnungen, 7.500 kommunale Neubauwohnungen pro Jahr, die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne und ein 9-Euro-Sozialticket. Bei der Wahl am 20. September 2026 wurde die Linke mit 25,7 Prozent und 45 Sitzen stärkste Kraft und sondiert seit dem 8. Oktober mit Grünen und SPD.

Update vom 13. Oktober 2026: Alle Zahlen stehen jetzt auf dem amtlichen Endergebnis, das der Landeswahlausschuss am 12. Oktober 2026 festgestellt hat. Die Linke bleibt bei 25,7 Prozent (plus 13,5 statt 13,4 Punkte), hat aber 45 statt 47 Sitze, weil das Abgeordnetenhaus nach einer Korrektur im Wahlkreis Spandau 1 nur 153 statt 158 Sitze hat. Linke, Grüne und SPD kämen auf 91 Sitze, nötig sind 77. In Mitte liegt die Linke bei 35,8 statt 35,9 Prozent. Neu ist der Stand der Sondierungen seit dem 8. Oktober.

Das Linke Wahlprogramm Berlin trägt den Titel «Berlin bezahlbar machen». Beschlossen hat es der Landesparteitag am 25. April 2026; Wohnen ist darin das dominierende Thema. Spitzenkandidatin war Elif Eralp, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Kandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin. Am 20. September 2026 kam die Linke laut Landeswahlleiter für Berlin, amtliches Endergebnis vom 12. Oktober 2026 auf 25,7 Prozent – ein Plus von 13,5 Punkten und Platz eins vor CDU (18,8), AfD (16,3), Grünen (14,3) und SPD (12,1). Als stärkste Kraft hat die Linke zu Gesprächen eingeladen. Einfach wird das nicht.

Was versprach das Linke-Wahlprogramm beim Wohnen?

Der Mietendeckel für die landeseigenen Wohnungsunternehmen ist das wichtigste Wohnversprechen der Linken. In den ersten 100 Tagen einer neuen Regierung soll per Senatsbeschluss ein einjähriger Mietenstopp gelten; danach sollen Mieterhöhungen im Wohnraumversorgungsgesetz auf höchstens 1 Prozent pro Jahr begrenzt werden. Für den Neubau will die Partei den Landesunternehmen jährlich bis zu 2 Milliarden Euro Eigenkapital zuführen, damit sie 7.500 kommunale Wohnungen pro Jahr bauen – eine Zahl, die auch die Bundeszentrale für politische Bildung nennt.

Dazu kommt die Vergesellschaftung. Im September 2021 stimmten 59,1 Prozent der Berliner beim Volksentscheid «Deutsche Wohnen & Co. enteignen» mit Ja; die Linke will rund 220.000 Wohnungen großer Konzerne in öffentliche Hand überführen und ein Vergesellschaftungsgesetz schnell beschließen. Große Vermieter mit mehr als 50 Wohnungen sollen nach dem Programm in Leichter Sprache jede dritte Wohnung günstig vermieten. Ein neues Landesamt für Mieterschutz soll Verstöße ahnden.

Welche Pläne hatte die Linke für Verkehr, Sicherheit und Bildung?

Im Nahverkehr will die Linke den Preisanstieg bei BVG und S-Bahn stoppen, das kostenlose Schülerticket erhalten und das Sozialticket wieder für 9 Euro anbieten. Bus und Bahn, Rad- und Fußwege sollen ausgebaut werden, wie auch zdfheute zusammenfasst. Langfristig nennt das Programm einen fahrscheinlosen Nahverkehr als Ziel.

Bei der Sicherheit setzt die Linke einen deutlich anderen Akzent als SPD und Grüne: Polizeiarbeit soll, wo immer möglich, durch soziale Arbeit ersetzt oder zumindest ergänzt werden. In den Programmübersichten von zdfheute und der Bundeszentrale für politische Bildung taucht Sicherheit nicht als eigener Schwerpunkt der Linken auf.

In der Bildung will die Linke die Gemeinschaftsschulen stark ausbauen: Jeder Bezirk soll bis 2031 mindestens zwei neue auf den Weg bringen, Schulneubauten sollen vorrangig Gemeinschaftsschulen werden. An allen Schulen sollen Psychologinnen und Psychologen arbeiten. Neu im Programm sind Kiezkantinen mit Mahlzeiten ab 3 Euro.

Wie hat die Linke bei der Berlin-Wahl 2026 abgeschnitten?

Die Linke wurde am 20. September 2026 mit 25,7 Prozent der Zweitstimmen stärkste Partei und stellt 45 der 153 Abgeordneten (amtliches Endergebnis; im vorläufigen Ergebnis waren es 47 von 158). Die Linke gewann 28 der 78 Wahlkreise direkt, mehr als jede andere Partei; die CDU kam auf 26. In sieben der zwölf Bezirke lag die Linke bei den Zweitstimmen vorn.

Die Hochburg ist Friedrichshain-Kreuzberg mit 44,2 Prozent (plus 23,2 Punkte); dort gingen alle fünf Wahlkreise an die Linke, Friedrichshain-Kreuzberg 1 an Elif Eralp. Auch Mitte (35,8) und Neukölln (33,0) wählten klar links. Am schwächsten blieb die Partei in Steglitz-Zehlendorf mit 15,1 Prozent – aber auch dort legte sie um 9,6 Punkte zu. Mehr zu den Bezirken findest du in unserem Artikel zur BVV-Wahl in Friedrichshain-Kreuzberg.

Linke-Zweitstimmen bei der Abgeordnetenhauswahl 2026 nach Bezirk (amtliches Endergebnis, Stand 12.10.2026, Quelle: Landeswahlleiter für Berlin)
Bezirk Zweitstimmen Linke Veränderung zu 2023 in Punkten
Mitte 35,8 % +20,0
Friedrichshain-Kreuzberg 44,2 % +23,2
Pankow 28,1 % +12,0
Charlottenburg-Wilmersdorf 19,9 % +12,2
Spandau 16,3 % +11,8
Steglitz-Zehlendorf 15,1 % +9,6
Tempelhof-Schöneberg 23,2 % +14,7
Neukölln 33,0 % +19,9
Treptow-Köpenick 26,6 % +10,7
Marzahn-Hellersdorf 20,2 % +5,7
Lichtenberg 28,8 % +10,3
Reinickendorf 16,1 % +11,6

Wie weit sind die Sondierungen der Linken mit Grünen und SPD?

Ein Parteitag der Linken beschloss am 25. September 2026 mit klarer Mehrheit, Grüne und SPD zu Sondierungen einzuladen, berichtet zdfheute. Die Grünen sagten zu, der SPD-Landesvorstand am 26. September ebenfalls – SPD-Chef Steffen Krach betonte aber, es gebe keinen Automatismus zu Koalitionsverhandlungen. Rechnerisch reicht es: Linke, Grüne und SPD kämen auf 91 Sitze, nötig sind 77.

Politisch gibt es zwei große Hürden. Erstens die Vergesellschaftung: Linke und Grüne wollen sie, die SPD lehnt sie ab. Zweitens Antisemitismus-Vorwürfe gegen Teile der Berliner Linken. SPD und Grüne machen eine verbindliche Verständigung über den Kampf gegen Antisemitismus und den Schutz jüdischen Lebens zur Voraussetzung für Sondierungen; beim ersten Dreiertreffen, einem rund fünfstündigen Vorgespräch am 1. Oktober 2026, einigten sich die drei Parteien nach dpa-Angaben noch nicht auf eine gemeinsame Linie beim Thema Antisemitismus. Die CDU wirbt parallel für ein Bündnis mit Grünen und SPD, wie die taz berichtet.

BerlinEcho-Einordnung: Was vom Programm in einer Koalition übrig bleiben könnte

  • Den Mietenstopp bei den landeseigenen Unternehmen will die Linke laut Programm per Senatsbeschluss durchsetzen, ohne Bundesgesetz – hier ist sie am wenigsten auf Berlin-fremde Mehrheiten angewiesen.
  • Bei der Vergesellschaftung stehen Linke und Grüne gegen die SPD. Ausgerechnet beim wohnungspolitischen Kernversprechen braucht die Linke also einen Kompromiss mit dem kleinsten möglichen Partner.
  • Bei Polizei und Sicherheit liegt die Linke am weitesten von SPD und Grünen entfernt, die beide eine besser ausgestattete Polizei versprochen haben.

Wie es weitergeht

Linke, Grüne und SPD sondieren seit dem 8. Oktober 2026, nachdem sie sich auf eine gemeinsame Vereinbarung zum Umgang mit Antisemitismus geeinigt hatten (dpa). Bis zum 16. Oktober soll laut Tagesspiegel feststehen, ob Koalitionsverhandlungen folgen; die Linke hat ihren Parteitag, der darüber entscheiden soll, um zwei Wochen verschoben. Nach dem amtlichen Endergebnis hätten die drei Parteien 91 der 153 Sitze im Abgeordnetenhaus. Kommt ein Bündnis zustande, könnte Elif Eralp Regierende Bürgermeisterin werden (Stand: 12. Oktober 2026). Mehr zur Kandidatin findest du im Artikel zur Linken-Spitzenkandidatur. Was die möglichen Partner versprochen haben, steht im Wahlprogramm der Grünen und im SPD-Wahlprogramm; alle Bündnis-Optionen findest du unter Koalition Berlin 2026.

Häufige Fragen zum Linke-Wahlprogramm

Was will die Linke beim Mietendeckel?

Die Linke will in den ersten 100 Tagen einer neuen Regierung per Senatsbeschluss einen Mietendeckel für die landeseigenen Wohnungsunternehmen einführen. Das bedeutet zunächst einen einjährigen Mietenstopp, danach sollen Erhöhungen auf höchstens 1 Prozent pro Jahr begrenzt werden. Für den privaten Markt setzt die Partei auf einen bundesweiten Mietendeckel und auf Auflagen für große Vermieter mit mehr als 50 Wohnungen.

Wie viele Sitze hat die Linke im Abgeordnetenhaus?

Die Linke hat nach dem amtlichen Endergebnis vom 12. Oktober 2026 45 der 153 Sitze im Abgeordnetenhaus. Mit 25,7 Prozent der Zweitstimmen legte sie um 13,5 Punkte zu. Die Partei gewann 28 der 78 Wahlkreise direkt, darunter alle fünf in Friedrichshain-Kreuzberg. Spitzenkandidatin Elif Eralp holte den Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg 1.

Reicht es für Rot-Grün-Rot in Berlin?

Rechnerisch ja: Linke (45), Grüne (25) und SPD (21) kämen zusammen auf 91 von 153 Sitzen, für eine Mehrheit sind 77 nötig. Ob es politisch reicht, ist offen. SPD und Grüne machen eine verbindliche Verständigung über den Kampf gegen Antisemitismus zur Voraussetzung, beim Thema Vergesellschaftung ist die SPD dagegen. Nach einem ersten Vorgespräch am 1. Oktober einigten sich die drei Parteien am 8. Oktober 2026 auf eine gemeinsame Vereinbarung zum Umgang mit Antisemitismus und begannen ihre Sondierungen.

Was plant die Linke beim Nahverkehr?

Die Linke will den Preisanstieg bei BVG und S-Bahn stoppen, das kostenlose Schülerticket erhalten und das Sozialticket wieder auf 9 Euro senken. Bus, Bahn, Rad- und Fußwege sollen ausgebaut werden. Langfristig strebt die Partei laut Programm einen fahrscheinlosen Nahverkehr an.

Quellen

Maik Möhring

Verantwortlicher & Chefredakteur

Moin, ich bin Maik – Gründer von BerlinEcho und verantwortlicher Redakteur. Ich baue seit Jahren digitale Medien auf, die ich wirklich für notwendig halte: unabhängig, ohne Konzernlogik im Rücken, mit echten Menschen dahinter. Berlin fasziniert mich als Stadt …

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