Berliner Schulsystem: ISS, Gymnasium oder Gemeinschaftsschule
Inhalt (8 Abschnitte)
- Wie ist das Berliner Schulsystem aufgebaut?
- Was unterscheidet ISS, Gemeinschaftsschule und Gymnasium?
- Haben alle Integrierten Sekundarschulen eine gymnasiale Oberstufe?
- Wer darf ans Gymnasium?
- Wie viele Kinder bekommen einen Platz am Gymnasium?
- Welche Termine gelten für den Übergang 2027?
- Häufige Fragen zum Berliner Schulsystem
- Quellen
Im Berliner Schulsystem wechseln Kinder nach der 6. Klasse auf eine Integrierte Sekundarschule, eine Gemeinschaftsschule oder ein Gymnasium. Alle drei führen zu allen Abschlüssen; das Abitur gibt es am Gymnasium nach 12, sonst nach 13 Schuljahren. Ans Gymnasium kommt nur, wer eine Notensumme von höchstens 14 hat oder den Probeunterricht besteht.
Berlin hat eine sechsjährige Grundschule. Danach gibt es nur zwei Schularten, die Integrierte Sekundarschule (ISS) und das Gymnasium; die Gemeinschaftsschule zählt statistisch zur ISS, führt Kinder aber oft von der 1. bis zur 10. Klasse gemeinsam. Neu ist der Weg ans Gymnasium: Das Probejahr gibt es nicht mehr, stattdessen entscheidet die Notensumme in Deutsch, Mathematik und erster Fremdsprache oder ein Probeunterricht. Für den Übergang 2027 hat die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie die ersten Termine veröffentlicht (Stand: 2. Oktober 2026).
Update vom 2. Oktober 2026: Wir haben den Text auf die neuen Aufnahmeregeln umgestellt. Neu sind die Termine für den Probeunterricht 2027, die Ergebnisse des Probeunterrichts 2026, die Zahlen zum Übergang 2026 und die Schul- und Schülerzahlen des Schuljahres 2025/26. Korrektur: Das Probejahr am Gymnasium, das der alte Text noch beschrieb, ist abgeschafft.
Wie ist das Berliner Schulsystem aufgebaut?
Das Berliner Schulsystem besteht aus der Grundschule (Klassen 1 bis 6) und zwei weiterführenden Schularten: der Integrierten Sekundarschule, zu der die Gemeinschaftsschulen gezählt werden, und dem Gymnasium. Grundständige Gymnasien nehmen Kinder schon nach der 4. Klasse auf. Laut Senatsbroschüre «Wohin nach der Grundschule?» können an allen Schularten alle Abschlüsse erreicht werden: Berufsbildungsreife, erweiterte Berufsbildungsreife, Mittlerer Schulabschluss und Abitur.
Im Schuljahr 2025/26 gab es in Berlin 142 öffentliche Integrierte Sekundar- und Gemeinschaftsschulen und 95 öffentliche Gymnasien, dazu 47 beziehungsweise 20 Schulen in freier Trägerschaft. An den öffentlichen ISS und Gemeinschaftsschulen lernten in der Sekundarstufe I 70.722 Kinder und Jugendliche, an den öffentlichen Gymnasien in den Klassen 5 bis 10 54.987. So steht es in den Eckdaten der Bildungsstatistik zum Stichtag 6. Oktober 2025.
Was unterscheidet ISS, Gemeinschaftsschule und Gymnasium?
Der wichtigste Unterschied zwischen ISS und Gymnasium in Berlin ist die Zeit bis zum Abitur: 12 Schuljahre am Gymnasium, 13 an der ISS und an der Gemeinschaftsschule. Dazu kommen Unterschiede bei Klassengröße, Stundenzahl und Versetzung.
| Merkmal | ISS und Gemeinschaftsschule | Gymnasium |
|---|---|---|
| Schuljahre bis zum Abitur | 13 | 12 |
| Kinder pro Klasse | in der Regel 26 (Klasse 7/8) | höchstens 32 (Klasse 7) |
| Wochenstunden Klasse 7/8 | 31 | 33 |
| Wochenstunden Klasse 9/10 | 32 | 34 |
| Weiterkommen | Aufrücken in Klasse 7 bis 10 immer | Versetzung |
| Ganztag | gebunden, teilgebunden oder offen | an einigen Gymnasien |
Die Gemeinschaftsschule ist eine Sonderform: Dort lernen Kinder von der 1. bis zur 10. Klasse zusammen. Wer die Primarstufe einer Gemeinschaftsschule besucht, bleibt nach Angaben der Senatsverwaltung beim Wechsel in die 7. Klasse ohne neue Anmeldung an der Schule.
Haben alle Integrierten Sekundarschulen eine gymnasiale Oberstufe?
Nicht jede Integrierte Sekundarschule in Berlin hat eine eigene gymnasiale Oberstufe. Laut Senatsbroschüre arbeiten ISS ohne eigene Oberstufe mit Oberstufenzentren, zum Beispiel einem beruflichen Gymnasium, oder mit anderen ISS und Gemeinschaftsschulen zusammen. Welche Schule welche Oberstufe anbietet, steht im Verzeichnis aller weiterführenden Schulen 2026/2027 der Senatsverwaltung.
Wer darf ans Gymnasium?
Ans Gymnasium in Berlin kommt seit der Schulgesetzänderung nur, wer seine Eignung nachweist. Maßgeblich ist die Notensumme in Deutsch, Mathematik und erster Fremdsprache aus dem zweiten Halbjahr der 5. und dem ersten Halbjahr der 6. Klasse. Liegt sie bei höchstens 14, kann das Kind direkt am Gymnasium angemeldet werden. Liegt sie darüber, muss es laut Senatsverwaltung den Probeunterricht bestehen. Das Probejahr in Klasse 7 gibt es nicht mehr.
Der Probeunterricht dauert etwa drei Stunden und besteht aus drei Arbeitsheften: Deutsch, Mathematik und ein überfachlicher Teil. Bestanden hat, wer mindestens 75 Prozent der Bewertungseinheiten erreicht. 2026 nahmen laut Fragen und Antworten zum Probeunterricht 1.223 Kinder teil, 1,22 Prozent bestanden (2025: 1.937 Teilnehmende, 2,6 Prozent). Die durchschnittliche Lösungsquote lag in Deutsch bei 37,45 Prozent, in Mathematik bei 45,02 Prozent.
Wie viele Kinder bekommen einen Platz am Gymnasium?
Am Übergangsverfahren 2026 nahmen 27.767 künftige Siebtklässler teil. Laut Pressemitteilung der Bildungsverwaltung vom 26. Juni 2026 bekamen von den fristgerecht Angemeldeten 10.563 einen Platz an einem Gymnasium und 16.891 an einer ISS oder Gemeinschaftsschule. Mehr als 90 Prozent erhielten einen Platz an einer ihrer Wunschschulen. Rund 21 Prozent der Kinder mit Gymnasialempfehlung entschieden sich bewusst für eine ISS oder Gemeinschaftsschule.
Welche Termine gelten für den Übergang 2027?
Für den Übergang in die 7. Klasse zum Schuljahr 2027/28 hat die Senatsverwaltung bisher die Termine rund um den Probeunterricht veröffentlicht:
- : Halbjahreszeugnis mit Förderprognose und Anmeldebogen, bei einer Notensumme über 14 auch das Formular für den Probeunterricht,
- oder : freiwillige Anmeldung zum Probeunterricht an der zuletzt besuchten Grundschule,
- : Probeunterricht an einer von zwölf Standortschulen, eine pro Bezirk.
Den Anmeldezeitraum an den weiterführenden Schulen hat die Verwaltung für 2027 noch nicht veröffentlicht. Zum Vergleich: 2026 lag er vom 5. bis 12. März. Alle Ferientermine stehen in der Übersicht der Schulferien 2026 und 2027. Angemeldet wird an der Erstwunschschule mit Anmeldebogen und Förderprognose; Zweit- und Drittwunsch kommen dazu. Wer jüngere Kinder hat, findet die Fristen zur Schulanmeldung im Artikel zur Einschulung 2027.
Häufige Fragen zum Berliner Schulsystem
Kann man an einer Integrierten Sekundarschule Abitur machen?
Ja. An der Integrierten Sekundarschule und an der Gemeinschaftsschule kannst du in Berlin das Abitur ablegen, allerdings nach 13 statt nach 12 Schuljahren wie am Gymnasium. Hat die eigene Schule keine gymnasiale Oberstufe, arbeitet sie laut Senatsverwaltung mit einem Oberstufenzentrum, etwa einem beruflichen Gymnasium, oder mit einer anderen Schule zusammen.
Wie berechnet sich die Notensumme für das Gymnasium?
Addiert werden die Zeugnisnoten in Deutsch, Mathematik und erster Fremdsprache aus dem zweiten Halbjahr der 5. Klasse und dem ersten Halbjahr der 6. Klasse, also sechs Noten. Beträgt die Summe höchstens 14, ist das Kind für das Gymnasium geeignet. Beispiel: Dreimal die 2 und dreimal die 3 ergibt 15, dann ist der Probeunterricht nötig.
Was passiert, wenn mein Kind den Probeunterricht nicht besteht?
Dann kann dein Kind nicht an einem Gymnasium angemeldet werden, wohl aber an einer Integrierten Sekundarschule oder Gemeinschaftsschule. Der Weg zum Abitur bleibt dort offen, nur dauert er 13 Jahre. Eltern können laut Senatsverwaltung bei der zuständigen Schulaufsicht Einsicht in die Unterlagen des Probeunterrichts beantragen. Bei Krankheit gibt es mit Attest einen Nachtermin.
Müssen Kinder aus anderen Bundesländern ihre Eignung nachweisen?
Das hängt von der bisherigen Schule ab. Wer in einem anderen Bundesland oder an einer Deutschen Schule im Ausland schon ein Gymnasium besucht hat, kann laut Senatsverwaltung direkt an einem Berliner Gymnasium angemeldet werden. Kinder von nichtgymnasialen Schularten brauchen bei einer Notensumme über 14 den Probeunterricht. Für Kinder von anderen Schulen im Ausland entscheidet die Schulaufsicht im Einzelfall.
Quellen
- Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie: Wohin nach der Grundschule? (abgerufen am 02.10.2026)
- Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie: Wechsel auf eine weiterführende Schule zur 7. Klasse (abgerufen am 02.10.2026)
- Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie: Fragen und Antworten zum Probeunterricht (abgerufen am 02.10.2026)
- Broschüre «Wohin nach der Grundschule? Weiterführende Schulen 2026/2027» (abgerufen am 02.10.2026)
- Bildungsstatistik: Ausgewählte Eckdaten allgemeinbildende Schulen 2025/2026, Stichtag 06.10.2025 (abgerufen am 02.10.2026)
- Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie: Pressemitteilung vom 26.06.2026 zum Übergang in Klasse 7 (abgerufen am 02.10.2026)
Ida Nagel
Redakteurin Gesellschaft & Wohnen
Hallo, ich bin Ida, und bei BerlinEcho bin ich zuständig für Gesellschaft und Wohnen – also für die Themen, die im Alltag meiner Mitmenschen am meisten präsent sind: Wo finde ich eine Wohnung, die ich mir leisten kann? …
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