Für das geplante Hochhaus Marzahn Bauantrag und Genehmigung fehlen, da die Wohnungsbaugenossenschaft Marzahner Tor noch keinen offiziellen Antrag eingereicht hat (Stand: April 2026). Obwohl ein positiver Vorbescheid für 96 Wohnungen und Gewerbefläche an der Lea-Grundig-Straße existiert, ist der Baustart ungewiss. Die Genehmigung soll auf Basis von § 34 BauGB erfolgen, was im Bezirk für Diskussionen sorgt.
Das Wichtigste in Kürze
- Standort: An der Kreuzung Lea-Grundig-Straße und Jan-Petersen-Straße in Marzahn (12679) ist ein 19-stöckiger Neubau geplant.
- Status: Laut Senatsantwort vom April 2026 wurde noch kein Bauantrag eingereicht, weshalb auch keine Baugenehmigung vorliegt.
- Dimension: Ein positiver Vorbescheid sieht die Errichtung von 96 Wohneinheiten und 460 Quadratmetern Gewerbefläche vor.
- Rechtsgrundlage: Da kein Bebauungsplan existiert, wird das Vorhaben nach § 34 des Baugesetzbuches (BauGB) beurteilt.
- Sozialwohnungen: Bislang gibt es keine offiziellen Angaben zum Anteil sozial geförderter Wohnungen in dem Neubauprojekt.
Warum fehlt der Bauantrag für das Hochhaus in Marzahn?
Obwohl die Pläne für den 19-geschossigen Turm auf einem bisherigen Parkplatzgelände bereits für Diskussionen sorgen, herrscht auf behördlicher Ebene Stillstand. Die Wohnungsbaugenossenschaft Marzahner Tor möchte an der Kreuzung Lea-Grundig-Straße und Jan-Petersen-Straße neuen Wohnraum schaffen, doch das Fehlen eines offiziellen Zeitplans sorgt in der Bezirkspolitik für Irritationen. Der Linken-Abgeordnete Kristian Ronneburg hatte sich mit einer Schriftlichen Anfrage an den Berliner Senat gewandt, um den aktuellen Verfahrensstand zu klären.
Die Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung von Anfang April 2026 fiel knapp aus: Wie das Lokalportal Marzahn-Hellersdorf LIVE berichtet, wurde keine Baugenehmigung erteilt, da der Bauherr noch keinen Antrag eingereicht hat. Dieser Umstand ist bemerkenswert, da das Projekt in der Nachbarschaft seit Monaten als beschlossene Sache gilt. Folglich kann das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf derzeit keine Auskunft darüber geben, wann mit einem Baubeginn oder einer Fertigstellung zu rechnen ist.
Wie rechtfertigt der Bezirk ein 19-stöckiges Gebäude?
Eine zentrale Frage im Kiez ist, wie sich ein 19-stöckiges Gebäude in eine Umgebung einfügt, in der die angrenzenden Plattenbauten maximal elf Stockwerke hoch sind. Der Bezirk verteidigt das Vorhaben städtebaulich. Da für das Grundstück kein festgesetzter Bebauungsplan (B-Plan) vorliegt, wird das Projekt nach Paragraph 34 des Baugesetzbuches (BauGB) bewertet. Dieser Paragraph schreibt vor, dass sich ein Neubau in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen muss.
Die Argumentation des Bezirks stützt sich auf das ursprüngliche Konzept der Großsiedlung Marzahn aus DDR-Zeiten. Dieses sah bereits vor, punktuell platzierte Wohnhochhäuser mit bis zu 21 Stockwerken als markante Akzente im Stadtbild zu setzen, insbesondere im Umfeld des Bürgerparks. Das geplante Gebäude an der Lea-Grundig-Straße soll dieses Ensemble östlich des Bürgerparks logisch vervollständigen. Kritiker sehen in dieser Auslegung des Paragraphen 34 jedoch den Versuch, eine maximale Nachverdichtung zu legitimieren.

Welche Wohnungen und Gewerbeflächen sind geplant?
Obwohl der finale Hochhaus Marzahn Bauantrag noch aussteht, gibt ein bereits erteilter positiver Vorbescheid Aufschluss über die geplanten Dimensionen. Demnach sollen 96 neue Wohneinheiten entstehen. Eine entscheidende Information fehlt jedoch: Weder der Bezirk noch der Senat machten konkrete Angaben zum Anteil sozial geförderter Wohnungen. Die Auskunft lautet, dass hierzu keine weiteren Informationen vorlägen. Angesichts des Bedarfs an bezahlbarem Wohnraum in Marzahn-Hellersdorf stellt diese Leerstelle einen politischen Kritikpunkt dar.
Konkreter sind die Pläne für das Erdgeschoss des Gebäudes. Hier sind 460 Quadratmeter für gewerbliche Nutzungen vorgesehen. Das Konzept umfasst einen Veranstaltungsraum, zwei kleinere Gewerbeeinheiten sowie eine Physiotherapie- und eine Arztpraxis. Durch diese Mischnutzung soll die lokale Infrastruktur gestärkt und das Gebäude in das Kiezleben integriert werden.
| Merkmal | Geplante Eckdaten | Quelle / Status |
|---|---|---|
| Standort | Lea-Grundig-Str. / Jan-Petersen-Str. (12679 Berlin) | Vorbescheid erteilt |
| Gebäudehöhe | 19 Stockwerke | Städtebauliches Konzept Marzahn |
| Wohnungen | 96 Wohneinheiten | Vorbescheid erteilt |
| Sozialwohnungen | Bislang keine Angaben | Senatsantwort (April 2026) |
| Gewerbefläche | 460 m² (Praxen, Veranstaltungsraum) | Vorbescheid erteilt |
Gibt es weitere Hochhausprojekte in Marzahn-Hellersdorf?
Während beim Projekt an der Lea-Grundig-Straße der Bauantrag noch aussteht, ist ein anderes Großvorhaben im Bezirk bereits im Genehmigungsverfahren. An der Märkischen Allee 160a plant ein Investor ebenfalls ein Hochhaus. Wie das Portal Entwicklungsstadt berichtet, soll dort ein 16-stöckiges Gebäude mit 574 Studentenwohnungen gebaut werden. Der entsprechende Bauantrag wurde bereits im Dezember 2025 eingereicht.

Mit einer maximalen Höhe von 53,6 Metern (inklusive technischer Aufbauten 55,8 Meter) fällt dieses Gebäude formal unter die Hochhausrichtlinie der Berliner Bauordnung. Ähnlich wie beim Projekt an der Lea-Grundig-Straße sind neben dem Wohnraum auch soziale und gewerbliche Angebote sowie Gesundheitsdienstleistungen vorgesehen. Um die lokale Infrastruktur zu entlasten, sieht das Konzept zudem 613 Fahrradstellplätze vor. Diese parallelen Entwicklungen verdeutlichen, dass der Bezirk Marzahn-Hellersdorf angesichts des knappen Baulands verstärkt auf vertikale Verdichtung setzt. Weitere wirtschaftliche Impulse im Bezirk zeigen sich auch an den Baustellen im Marzahner Gewerbegebiet.

Häufige Fragen zu Hochhaus Marzahn Bauantrag
Warum gibt es für das Hochhaus Marzahn noch keinen Bauantrag und keine Genehmigung?
Die Wohnungsbaugenossenschaft Marzahner Tor hat für das geplante 19-stöckige Gebäude noch keinen formellen Bauantrag beim Bezirksamt eingereicht. Ohne diesen Antrag kann die Verwaltung keine Baugenehmigung erteilen, was den aktuellen Stillstand bei den Zeitplänen erklärt.
Wo genau in Marzahn soll der 19-Geschosser gebaut werden?
Der Neubau ist auf einem bisherigen Parkplatzgelände an der Kreuzung Lea-Grundig-Straße und Jan-Petersen-Straße (12679 Berlin) geplant. Das Grundstück befindet sich östlich des Bürgerparks Marzahn und ist von 11-geschossigen Plattenbauten umgeben.
Wie viele Wohnungen entstehen im neuen Hochhaus?
Laut einem bereits erteilten positiven Vorbescheid sind in dem 19-stöckigen Turm insgesamt 96 Wohneinheiten vorgesehen. Diese Zahlen müssen im finalen Genehmigungsverfahren nach Einreichung des Bauantrags verbindlich bestätigt werden.
Wird es in dem Neubau geförderte Sozialwohnungen geben?
Dazu gibt es bislang keine offiziellen Informationen. Der Berliner Senat teilte auf eine parlamentarische Anfrage im April 2026 mit, dass keine Angaben zum Anteil sozial geförderter Wohnungen vorliegen. Dies ist einer der Hauptkritikpunkte an dem Projekt.
Wie rechtfertigt der Bezirk die Höhe von 19 Stockwerken?
Das Bezirksamt verweist auf das ursprüngliche städtebauliche Konzept der Großsiedlung Marzahn. Dieses sah punktuelle Wohnhochhäuser mit bis zu 21 Stockwerken als markante Akzente vor. Auf dieser Basis soll sich der Neubau nach § 34 BauGB in die Umgebung einfügen.
Fazit
Die Diskussionen um den fehlenden Hochhaus Marzahn Bauantrag verdeutlichen die Sensibilität des Themas Nachverdichtung in den Berliner Außenbezirken. Ein 19-stöckiger Turm stellt einen erheblichen Eingriff in die bestehende Nachbarschaftsstruktur an der Lea-Grundig-Straße dar. Dass ein solches Projekt auf Basis eines alten städtebaulichen Konzepts nach § 34 BauGB genehmigt werden könnte, ohne dass verbindliche Quoten für Sozialwohnungen vorliegen, führt zu Recht zu politischen Nachfragen.
Um die Akzeptanz im Kiez zu sichern, muss die Wohnungsbaugenossenschaft Marzahner Tor den formellen Antrag zeitnah einreichen und dabei klare Aussagen zur Bezahlbarkeit der 96 Wohnungen treffen. Bis dahin bleibt das Vorhaben ein Beispiel dafür, dass große Bauprojekte in Berlin oft von Ankündigungen geprägt sind, während die behördliche Umsetzung auf sich warten lässt.




