Friedrichshain 📅 22. April 2026 ⏱ 7 Min. 👁 73 Aufrufe

Forty4 Friedrichshain Bau: 40.000 m² Quartier verdrängt die Clubkultur

Forty4 Friedrichshain Bau – an der Stralauer Allee entsteht ein massives Quartier mit Hotel und Büros. Warum die Kritik im Kiez wächst. → Jetzt lesen

Folge BerlinEcho
Erhalte alle Berlin-News dort, wo es dir am besten passt.
Kurzantwort

Der Forty4 Friedrichshain Bau ist ein neues, 40.000 Quadratmeter großes Mixed-Use-Quartier an der Stralauer Allee. Bis Oktober 2027 entstehen dort vier Gebäude mit Büros, einem Lifestyle-Hotel mit 344 Zimmern und 93 möblierten Apartments. Das Projekt steht wegen der fortschreitenden Verdrängung der lokalen Clubkultur und der zunehmenden baulichen Verdichtung im Bezirk in der Kritik.

Inhaltsverzeichnis+
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was genau ist der Forty4 Friedrichshain Bau?
  3. Welches Konzept verfolgt das Quartier an der Stralauer Allee?
  4. Wie nachhaltig wird das Forty4-Projekt gebaut?
  5. Warum steht der Neubau in Friedrichshain in der Kritik?
  6. Häufige Fragen zu Forty4 Friedrichshain Bau
  7. Fazit

Das Wichtigste in Kürze

  • Standort und Größe: An der Stralauer Allee 44–47 entstehen auf 40.000 m² Bruttogeschossfläche vier neue Gebäude.
  • Baubeginn: Der offizielle Beginn der Hochbauarbeiten durch das Bauunternehmen PORR war für Oktober 2025 angesetzt.
  • Hotel: Ein Lifestyle-Hotel der Marke „The Cloud One“ mit 344 Zimmern soll bereits 2026 eröffnen.
  • Wohnen: Im ersten Bauabschnitt werden 93 möblierte Apartments für temporäres Wohnen realisiert.
  • Nachhaltigkeit: Laut Projektentwicklern kommen auf der Baustelle 30 Prozent CO2-reduzierter Beton zum Einsatz.

Was genau ist der Forty4 Friedrichshain Bau?

Der Forty4 Friedrichshain Bau ist ein großflächiges Stadtentwicklungsprojekt an der Stralauer Allee 44–47. Auf einer Bruttogeschossfläche von 40.000 m² entsteht bis Oktober 2027 ein Quartier, das Büros, ein Hotel und möblierte Wohnungen auf Zeit in vier Gebäuden vereint.

An der Stralauer Allee, wo früher Brachflächen und ein leeres Autohaus das Bild prägten, wächst ein massives Quartier für Arbeiten und temporäres Wohnen heran. Für den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg bedeutet das Projekt eine weitere Verdichtung des bereits stark kommerzialisierten Areals rund um die Warschauer Brücke. Die neuen Betonstrukturen verändern das Stadtbild nachhaltig und werfen die Frage auf, für welche Zielgruppen in Berlin gebaut wird.

Welches Konzept verfolgt das Quartier an der Stralauer Allee?

Das architektonische Konzept von Tchoban Voss Architekten sieht vier Baukörper mit neun unterschiedlichen Fassaden vor, um Monotonie zu vermeiden. Das Quartier ist primär als Arbeitsstandort konzipiert und wird durch ein Hotel, Apartments und Gastronomie ergänzt, um das Areal zu beleben.

Das Quartier ist vor allem als Standort für größere Unternehmen gedacht, die zusammenhängende Büroflächen suchen. Um nach Feierabend eine lebendige Atmosphäre zu schaffen, setzen die Entwickler auf einen Nutzungsmix. Der erste Bauabschnitt umfasst rund 20.000 Quadratmeter und beinhaltet neben Büroflächen ein Apartmenthaus mit 93 Einheiten für temporäres Wohnen sowie ein Lifestyle-Hotel der Marke „The Cloud One“ mit 344 Zimmern. Die Eröffnung des Hotels ist für das Jahr 2026 geplant.

Für Aufenthaltsqualität sollen zwei Innenhöfe mit 500 und 550 Quadratmetern sowie eine 650 Quadratmeter große Dachterrasse sorgen. Die genehmigte Tiefgarage legt den Fokus auf nachhaltige Mobilität: Sie bietet Platz für 370 Fahrräder, aber nur für 70 PKW.

Merkmal Details zum Projekt
Projektname Forty4
Adresse Stralauer Allee 44–47, 10245 Berlin-Friedrichshain
Bruttogeschossfläche ca. 40.000 m²
Architektur Tchoban Voss Architekten
Bauausführung PORR GmbH & Co. KGaA
Nutzung Büros, Hotel (344 Zimmer), 93 Apartments, Gastronomie
Fertigstellung Hotel 2026, Gesamtprojekt Oktober 2027
Forty4 Friedrichshain Bau Berlin News
Foto: Christina & Peter

Wie nachhaltig wird das Forty4-Projekt gebaut?

Die Bauherren setzen auf ressourcenschonende Methoden, darunter 30 Prozent CO2-reduzierter Beton. Weitere Maßnahmen umfassen den Einsatz von Infraleichtbeton ohne zusätzliche Dämmung, Holz-Hybriddecken, Photovoltaikanlagen auf den Dächern sowie ein Verdunstungssystem für Regenwasser zur Verbesserung des Mikroklimas.

Nach der Aushebung der 4.000 Quadratmeter großen Baugrube startete im Oktober 2025 der Hochbau. Das ausführende Bauunternehmen PORR setzt dabei auf nachhaltige Materialien und Prozesse. Andreas Kimling, Regionalleiter Hochbau Ost bei PORR, erklärte laut einer Pressemitteilung des Unternehmens: „Dank durchgängiger Planung mit dem 3D-Modell konnten wir Prozesse von Beginn an optimieren und mögliche Fehlerquellen frühzeitig erkennen. Bereits in der Partneringphase haben wir konkrete Verbesserungsvorschläge und Einsparpotenziale eingebracht.“

Ein Teilprojekt innerhalb des Ensembles nutzt zudem Infraleichtbeton für die Außenwände, eine Bauweise, die als besonders langlebig gilt. In den Wohnbereichen sind Holz-Hybriddecken vorgesehen, während Photovoltaikanlagen und ein Regenwassermanagement das ökologische Konzept abrunden.

Warum steht der Neubau in Friedrichshain in der Kritik?

Die Kritik am Forty4 Friedrichshain Bau entzündet sich an der zunehmenden Verdichtung und Kommerzialisierung des Kiezes. Anwohner und Lokalpolitiker befürchten, dass hochpreisige Apartments und Business-Hotels die für den Bezirk prägende Clubkultur sowie das ansässige Kleingewerbe weiter verdrängen.
Forty4 Friedrichshain Bau: 40.000 m² Quartier verdrängt die Clubkultur - Berlin News Highlights

Die massive Bebauung rund um die Warschauer Brücke sorgt in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) regelmäßig für Debatten. Insbesondere die steigende Zahl an Hotelprojekten wird kritisch gesehen, da Friedrichshain bereits eine der höchsten Betten-Dichten Berlins aufweist. Die Sorgen der Anwohner und Kulturschaffenden sind berechtigt: Wo neue, teure Immobilien entstehen, steigt der wirtschaftliche Druck auf bestehende Strukturen.

Die Diskussionen ähneln den Auseinandersetzungen um die RAW-Gelände Bebauung, die nur wenige hundert Meter entfernt stattfindet. Die Clubkultur, die Friedrichshain international bekannt gemacht hat, gerät zunehmend unter Druck. Die Projektentwickler der L & L Immobilien GmbH verweisen hingegen auf die zentrale Lage und betonen, dass das Gebäude bereits zu 50 Prozent vorvermietet sei.

⚠️ Hinweis: Die Stralauer Allee ist durch die zahlreichen parallelen Großbaustellen stark belastet. Radfahrer und Fußgänger müssen in diesem Bereich bis voraussichtlich Ende 2027 mit geänderten Verkehrsführungen und temporären Sperrungen rechnen.

Häufige Fragen zu Forty4 Friedrichshain Bau

Wer ist für den Forty4 Friedrichshain Bau verantwortlich?

Der Forty4 Friedrichshain Bau wird von der BML Projekte GmbH und der L & L Immobilien GmbH aus München entwickelt. Die architektonische Gestaltung stammt von Tchoban Voss Architekten, während die bauliche Umsetzung durch die Berliner Niederlassung der PORR GmbH & Co. KGaA erfolgt.

Wann wird das Quartier an der Stralauer Allee fertiggestellt?

Der Hochbau startete im Oktober 2025. Das im Quartier integrierte Hotel der Marke „The Cloud One“ soll bereits im Jahr 2026 eröffnen. Die vollständige Fertigstellung aller vier Gebäude des Quartiers ist für Oktober 2027 vorgesehen.

Was beinhaltet das neue Hotel The Cloud One?

Das Lifestyle-Hotel der Marke The Cloud One, eine Marke der Motel One Group, wird 344 Zimmer umfassen. Es richtet sich an Touristen sowie Geschäftsreisende und bildet einen zentralen Bestandteil des neuen Nutzungsmixes an der Warschauer Brücke.

Warum gibt es Kritik an dem Neubauprojekt?

Lokalpolitiker und Anwohner kritisieren die massive bauliche Verdichtung im Bezirk. Es besteht die Sorge, dass teure Büros und Hotels die Mieten für das ansässige Kleingewerbe weiter in die Höhe treiben und die für Friedrichshain typische Clubkultur verdrängen.

Wie nachhaltig ist der Bau des Quartiers geplant?

Die Entwickler setzen auf 30 Prozent CO2-reduzierten Beton, Holz-Hybriddecken in den Wohnbereichen und Infraleichtbeton, der keine zusätzliche Dämmung benötigt. Zudem sind Photovoltaikanlagen und ein Regenwasser-Verdunstungssystem für ein besseres Mikroklima vorgesehen.

Forty4 Friedrichshain Bau Berlin News
Foto: Phaeng _yo

Fazit

Der Forty4 Friedrichshain Bau ist ein weiteres Symbol für den Wandel entlang der Mediaspree. Während das Projekt mit CO2-reduziertem Beton und Holz-Hybrid-Bauweise technisch moderne und ökologische Standards setzt, bleibt der soziale Mehrwert für den Kiez fraglich. Das Quartier richtet sich mit 344 Hotelzimmern und hochpreisigen Business-Apartments primär an ein internationales und zahlungskräftiges Publikum.

Für die lokale Kultur- und Gewerbeszene bedeutet dieser Komplex vor allem eine weitere Zunahme des finanziellen Drucks. Die letzten Freiräume rund um die Warschauer Brücke geraten durch solche Großprojekte zunehmend in Bedrängnis, was den einzigartigen Charakter Friedrichshains nachhaltig zu verändern droht.

AN
✍ Über den Autor
Redakteurin Kultur & Meinung

Ich bin Ariane, und ich schreibe das, was andere vielleicht nicht schreiben wollen: klare Meinungen. Bei BerlinEcho verantworte ich Kultur und Meinung – und ja, das passt gut zusammen, denn Kultur ohne Haltung ist Dekoration. Berlin ist kulturell einzigartig – das Theaterleben, die Literaturszene, die Kunsträume in Hinterhöfen. Ich besuche Premieren und Ausstellungseröffnungen, schreibe Kritiken, die tatsächlich etwas sagen, und zeige auch, wenn etwas nicht funktioniert. In meiner Kolumne geht es um Dinge, die mir auffallen – gesellschaftliche Widersprüche, Berliner Eigenheiten, manchmal auch einfach Dinge, die mich beschäftigen. Ob das beim Lesen Zustimmung oder Widerspruch auslöst: beides ist mir recht, solange es eine echte Reaktion ist. Für Pressematerialien, Einladungen und Diskussionen bin ich über Twitter oder Instagram erreichbar.

Berliner Theaterwelt Literatur Ausstellungen Filmfestivals Kulturpolitik Kolumne & Kommentar Gesellschaftskritik
📍 Berlin ⭐ Redakteurin BerlinEcho · Kulturkritik & Meinung · Berliner Theaterwelt und Literaturszene · Kolumnistin ✍ 211 Artikel