Beim Forty4 Friedrichshain Bau an der Stralauer Allee zeigt sich derzeit, wie Berlins Investorenarchitektur den Bezirk unwiderruflich verändert. Wo früher Brachflächen und ein leeres Autohaus das Bild prägten, wächst nun ein massives Quartier für Arbeiten und temporäres Wohnen heran. Wenn ich an der Warschauer Brücke stehe und auf die massiven Betonstrukturen blicke, drängt sich mir unweigerlich die Frage auf, für wen diese Stadt eigentlich noch gebaut wird.
- 40.000 m² Bruttogeschossfläche entstehen verteilt auf vier Gebäude an der Stralauer Allee 44–47.
- Oktober 2025 markierte den offiziellen Beginn der Hochbauarbeiten durch das Bauunternehmen PORR.
- 344 Zimmer umfasst das geplante Lifestyle-Hotel der Marke „The Cloud One“ (geplante Öffnung 2026).
- 93 möblierte Apartments werden für temporäres Wohnen im ersten Bauabschnitt realisiert.
- 30 Prozent CO2-reduzierter Beton kommt laut Projektentwicklern auf der Baustelle zum Einsatz.
Was ist der Forty4 Friedrichshain Bau?
Der Forty4 Friedrichshain Bau ist ein großflächiges Stadtentwicklungsprojekt an der Stralauer Allee 44–47 in Berlin. Auf über 40.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche entstehen bis Oktober 2027 vier Gebäude, die Büros, ein Hotel und möblierte Wohnungen auf Zeit vereinen. Für den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg bedeutet das Projekt eine weitere massive Verdichtung des ohnehin stark kommerzialisierten Areals rund um die Warschauer Brücke.
🏗️ Architektur und Nutzungsmix an der Stralauer Allee
Wer den Forty4 Friedrichshain Bau aus der Nähe betrachtet, erkennt schnell die Dimensionen. Das Architekturbüro Tchoban Voss Architekten hat ein Quartier entworfen, das aus vier Baukörpern mit insgesamt neun unterschiedlichen Fassaden besteht. Diese optische Kleinteiligkeit soll verhindern, dass der Komplex wie ein einziger monotoner Block wirkt. Dennoch bleibt es ein massiver Eingriff in die Stadtstruktur.
Das Quartier ist primär als Arbeitsstandort für größere Unternehmen konzipiert, die zusammenhängende Flächen suchen. Um nach Feierabend keine tote Bürowüste zu hinterlassen, setzen die Entwickler auf einen Nutzungsmix. Im ersten Bauabschnitt, der rund 20.000 Quadratmeter umfasst, entstehen neben den Büroflächen ein Apartmenthaus mit 93 Einheiten für temporäres Wohnen sowie ein Lifestyle-Hotel der Marke „The Cloud One“ mit 344 Zimmern. Die Eröffnung des Hotels ist für das Jahr 2026 geplant.
Zwei Innenhöfe mit 500 und 550 Quadratmetern sowie eine 650 Quadratmeter große Dachterrasse sollen Aufenthaltsqualität schaffen. Für die Mobilität wurde eine Tiefgarage genehmigt, die bewusst den Fokus verschiebt: Sie bietet Platz für 370 Fahrräder, aber nur für 70 Pkw.
| Merkmal | Details zum Projekt |
|---|---|
| Projektname | Forty4 |
| Adresse | Stralauer Allee 44–47, 10245 Berlin-Friedrichshain |
| Bruttogeschossfläche | ca. 40.000 m² |
| Architektur | Tchoban Voss Architekten |
| Bauausführung | PORR GmbH & Co. KGaA |
| Nutzung | Büros, Hotel (344 Zimmer), 93 Apartments, Gastronomie |
| Fertigstellung | Hotel 2026, Gesamtprojekt Oktober 2027 |

🌱 Nachhaltigkeit auf der Baustelle: CO2-reduzierter Beton
Ein zentrales Element beim Forty4 Friedrichshain Bau ist die Materialwahl. Nach der Aushebung der 4.000 Quadratmeter großen Baugrube startete im Oktober 2025 der Hochbau. Dabei setzt das ausführende Bauunternehmen PORR auf ressourcenschonende Methoden. So werden laut Unternehmensangaben 30 Prozent CO2-reduzierter Beton verarbeitet.
Andreas Kimling, Regionalleiter Hochbau Ost bei PORR, erklärte dazu laut einer Pressemitteilung des Unternehmens: „Dank durchgängiger Planung mit dem 3D-Modell konnten wir Prozesse von Beginn an optimieren und mögliche Fehlerquellen frühzeitig erkennen. Bereits in der Partneringphase haben wir konkrete Verbesserungsvorschläge und Einsparpotenziale eingebracht.“
Ein Teilprojekt innerhalb des Ensembles nutzt zudem Infraleichtbeton für die Außenwände. Diese spezielle Bauweise kommt ohne zusätzliche Dämmung aus und gilt als besonders langlebig. In den Wohnbereichen sind Holz-Hybriddecken vorgesehen, Photovoltaikanlagen auf den Dächern und ein Verdunstungssystem für Regenwasser sollen das Mikroklima im Quartier erträglich halten.
💥 Kritik aus dem Kiez: Clubkultur unter Druck

Dass der Forty4 Friedrichshain Bau nicht bei allen auf Gegenliebe stößt, verwundert in diesem Teil Berlins kaum. Die zunehmende Verdichtung rund um die Warschauer Brücke sorgt in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) für hitzige Debatten. Vertreter von SPD und CDU sehen insbesondere die steigende Zahl an Hotelprojekten kritisch. Friedrichshain hat bereits eine der höchsten Betten-Dichten der Stadt.
Die Sorge der Anwohner und Kulturschaffenden ist berechtigt: Wo hochpreisige Apartments und Business-Hotels entstehen, steigt der Druck auf das Kleingewerbe. Die Diskussionen erinnern stark an die Auseinandersetzungen um die RAW-Gelände Bebauung, die nur wenige hundert Meter entfernt liegt. Die Clubkultur, die Friedrichshain einst international berühmt machte, wird zunehmend an den Rand gedrängt. Die Projektentwickler der L & L Immobilien GmbH verweisen hingegen auf die zentrale Lage und betonen, dass das Gebäude bereits zu 50 Prozent vorvermietet sei.
❓ Häufige Fragen (FAQ)
Wer ist für den Forty4 Friedrichshain Bau verantwortlich?
Der Forty4 Friedrichshain Bau wird von der BML Projekte GmbH und der L & L Immobilien GmbH aus München entwickelt. Die architektonische Gestaltung stammt von Tchoban Voss Architekten, während die bauliche Umsetzung durch die Berliner Niederlassung der PORR GmbH & Co. KGaA erfolgt.
Wann wird das Quartier an der Stralauer Allee fertiggestellt?
Der Hochbau startete im Oktober 2025. Das im Quartier integrierte Hotel der Marke „The Cloud One“ soll bereits im Jahr 2026 eröffnen. Die vollständige Fertigstellung aller vier Gebäude des Quartiers ist für Oktober 2027 vorgesehen.
Was beinhaltet das neue Hotel The Cloud One?
Das Lifestyle-Hotel der Marke The Cloud One (eine Marke der Motel One Group) wird 344 Zimmer umfassen. Es richtet sich an Touristen und Geschäftsreisende und bildet einen zentralen Bestandteil des neuen Nutzungsmixes an der Warschauer Brücke.
Warum gibt es Kritik an dem Neubauprojekt?
Lokalpolitiker und Anwohner kritisieren die massive bauliche Verdichtung im Bezirk. Es besteht die berechtigte Sorge, dass teure Büros und Hotels die Mieten für das ansässige Kleingewerbe weiter in die Höhe treiben und die für Friedrichshain typische Clubkultur endgültig verdrängen.
Wie nachhaltig ist der Bau des Quartiers geplant?
Die Entwickler setzen auf 30 Prozent CO2-reduzierten Beton, Holz-Hybriddecken in den Wohnbereichen und Infraleichtbeton, der keine zusätzliche Dämmung benötigt. Zudem sind Photovoltaikanlagen und ein Regenwasser-Verdunstungssystem für ein besseres Mikroklima vorgesehen.

🏁 Fazit: Ein Quartier für Investoren, nicht für den Kiez
Der Forty4 Friedrichshain Bau ist ein architektonisches Statement, das den Wandel der Mediaspree zementiert. Technisch und ökologisch setzen die Entwickler mit Holz-Hybrid-Bauweise und CO2-reduziertem Beton durchaus moderne Standards, die sich sehen lassen können. Wer jedoch auf eine Belebung des Kiezes für die eigentlichen Anwohner hofft, wird enttäuscht.
Mit 344 neuen Hotelzimmern und hochpreisigen Business-Apartments richtet sich das Quartier an ein internationales, zahlungskräftiges Publikum. Für die Kulturschaffenden und das Kleingewerbe in Friedrichshain bedeutet dieser Komplex vor allem eines: Der finanzielle Druck auf die letzten Freiräume rund um die Warschauer Brücke nimmt weiter zu.
🎭 Über die Autorin: Ariane Nagel – Redakteurin Kultur & Meinung
Ich beobachte die Baustelle an der Stralauer Allee schon länger auf meinem täglichen Weg zur Oberbaumbrücke. Dass hier neben dem RAW-Gelände nun der nächste massive Büro- und Hotelkomplex entsteht, zeigt, wie sehr der Druck auf die letzten kreativen Freiräume in Friedrichshain wächst.
→ Alle Autoren des BerlinEcho-Redaktionsteams →
🤖 Dieser Artikel entstand mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI). Angaben basieren auf verfügbaren Quellen zum Zeitpunkt der Erstellung. Für Korrekturen oder Hinweise: Kontakt zur Redaktion →




