Wirtschaft 📅 20. Mai 2026 ⏱ 9 Min. 👁 32 Aufrufe

Eurowings am BER: Lufthansa-Tochter stockt nach Ryanair-Abzug auf

Eurowings am BER baut aus: Zum Winterflugplan 2026/27 stationiert die Lufthansa-Tochter zwei zusätzliche Maschinen am Hauptstadtflughafen. Neue Ziele wie Bologna und mehr Kanaren-Flüge füllen die Lücke, die Ryanair mit dem Abzug von sieben Jets hinterlässt.

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Eurowings am BER stockt deutlich auf: Die Lufthansa-Tochter stationiert zum Winterflugplan 2026/27 zwei zusätzliche Flugzeuge am Hauptstadtflughafen und wächst damit auf elf Maschinen. Mehr als 300 Crew-Mitglieder gehören dazu, dazu kommen neue Ziele wie Bologna. Die Botschaft ist klar: Wo Ryanair sieben Jets abzieht, will der Lufthansa-Konzern in die Lücke stoßen.

Kurz zusammengefasst: Eurowings am BER baut den Standort aus und kommt auf elf Flugzeuge. Neue Strecke ist Bologna, dazu kommen mehr Verbindungen auf die Kanaren. Hintergrund ist der Ryanair-Rückzug von Ende April – der irische Billigflieger streicht in Berlin sieben Jets und halbiert das Winter-Angebot.

📋 Das Wichtigste in Kürze

  • Elf Flugzeuge am BER: Eurowings stationiert zwei zusätzliche Maschinen zum Winterflugplan 2026/27.
  • 300+ Crew-Mitglieder bedienen rund 50 Ziele ab Berlin.
  • Bologna ist neu im Programm – plus mehr Flüge nach Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote und Teneriffa.
  • Lufthansa-Gruppe stellt 30 Prozent aller Flüge am BER und bleibt klare Marktführerin.
  • Ryanair zieht sieben Jets ab – Begründung: zu hohe Standortkosten. Verdi sieht eine Reaktion auf einen neuen Betriebsrat.
  • Luftverkehrsteuer sinkt ab 1. Juli 2026 – Bundestag entscheidet am 21. Mai 2026.

🚨 Was Eurowings am BER konkret plant

Die Lufthansa-Tochter stationiert zwei zusätzliche Maschinen zum Winterflugplan und kommt damit am BER auf elf Flugzeuge. Die Flotte fliegt rund 50 Ziele an, mehr als 300 Mitarbeitende gehören dazu – Cockpit, Kabine und Bodenpersonal zusammen. Neue Direktverbindung: Bologna in Norditalien, exakt eine der Strecken, die Ryanair zuletzt bedient hat.

Auf die Kanaren legt die Airline ebenfalls nach. Mehr Flüge nach Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote und Teneriffa sollen den Berliner Winter-Reiseverkehr abdecken. Eurowings-Chef Max Kownatzki bringt es so auf den Punkt: „Wir glauben an Berlin und sehen – allen Krisen zum Trotz – gute Perspektiven für den Standort.“ Klingt nach Bekenntnis. Ist aber auch knallhartes Marktkalkül.

Schon zur Sommersaison 2026 hatte die Airline sechs neue Strecken ab Berlin angekündigt: London Heathrow, Lissabon, Sarajevo, Olbia, Neapel und Kavala. Der Berliner Netzausbau läuft also seit Monaten – die jetzt zusätzlichen Jets sind die zweite Stufe. Mit elf Flugzeugen ist Eurowings am BER inzwischen größer als der bisherige Discount-Konkurrent Ryanair vor seinem Rückzug.

🚇 Warum Ryanair den BER halbiert

Eurowings am BER – 🚇 Warum Ryanair den BER halbiert
🚇 Warum Ryanair den BER halbiert

Ryanair hat Ende April 2026 angekündigt, sieben fest am BER stationierte Flugzeuge abzuziehen und das Winter-Angebot in Berlin um die Hälfte zu kürzen. Offiziell nennt der irische Billigflieger die Kostenstruktur als Grund: zu hohe staatliche Steuern, gestiegene Flughafenentgelte, kein wettbewerbsfähiges Umfeld.

Die Gewerkschaft Verdi sieht das anders. Aus Verdi-Sicht ist der Rückzug eher eine Reaktion auf die Gründung eines Standort-Betriebsrats bei der Ryanair-Tochter Malta Air. Beweisen lässt sich das nicht. Auffällig ist die Symbolik aber schon. Klar ist: Die Berliner Lücke ist groß – sieben Jets, dazu das halbierte Winter-Programm. Genau hier setzt jetzt die Lufthansa-Tochter an.

💼 Wie die Lufthansa-Gruppe den BER dominiert

Die Lufthansa-Gruppe stellt nach eigenen Angaben rund 30 Prozent aller Flüge am Hauptstadtflughafen BER und ist damit klare Marktführerin. Zum Konzern gehören neben Eurowings auch Lufthansa selbst, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines und SunExpress.

Easyjet, bisher zweitgrößter Anbieter mit elf Jets am BER, hat das Programm in den vergangenen Jahren ebenfalls reduziert. Mit dem Ryanair-Abzug verschiebt sich das Kräfteverhältnis weiter in Richtung Lufthansa-Konzern. Die Konsequenz für Berlin-Reisende: weniger Discount-Optionen, mehr Vollservice. Wer bisher für 19,99 Euro nach Mallorca geflogen ist, muss umplanen.

📊 Was sich ab 1. Juli bei der Luftverkehrsteuer ändert

Die Bundesregierung senkt die Luftverkehrsteuer zum 1. Juli 2026 zurück auf das Niveau vor Mai 2024. Der Bundestag entscheidet am Donnerstag, 21. Mai 2026, über das entsprechende Gesetz – einen Tag nach der Eurowings-Ankündigung. Die Kurzstrecken-Steuer fällt von 15,53 auf 13,03 Euro pro Ticket.

Auch Mittel- und Langstrecken werden günstiger. Die Mittelstrecke sinkt von 39,34 auf 33,01 Euro, die Langstrecke von 70,83 auf 59,43 Euro. Dem Staat entgehen damit rund 350 Millionen Euro pro Jahr. Die Branche begrüßt den Schritt – als ersten von vielen. Kownatzki wird deutlich: „Die seit 2019 mehr als verdoppelten Steuern und Gebühren führen dazu, dass viele Airlines inzwischen einen Bogen um Deutschland machen.“

Streckenklasse Steuer bis 30.06.2026 Steuer ab 01.07.2026 Ersparnis
Kurzstrecke (bis 2.500 km) 15,53 € 13,03 € 2,50 €
Mittelstrecke (2.500–6.000 km) 39,34 € 33,01 € 6,33 €
Langstrecke (über 6.000 km) 70,83 € 59,43 € 11,40 €

🏘️ Was der Umbau für Berliner Reisende bedeutet

Konkret ändert sich das Angebot ab November 2026: eine neue Direktverbindung nach Bologna, mehr Frequenzen auf die Kanaren, stabilere Sitzplatz-Kontingente in der Hauptreisezeit. Der Hauptstadtflughafen liegt in der Nähe der Bezirksgrenze zu Treptow-Köpenick. Wer bisher Ryanair-Tarife unter 30 Euro gebucht hat, findet bei der Lufthansa-Tochter selten direkten Ersatz.

Dafür gibt es Konzern-Standards: feste Sitzplatz-Garantie, Kulanz bei Umbuchungen, Miles-and-More-Anbindung. Für Pendler und Wochenendreisende ist das ein Tausch – nicht zwingend zum Nachteil. Für Studierende und Geringverdiener, die jahrelang von Ryanair-Discountpreisen profitiert haben, ist es eine handfeste Verteuerung. Mehr News rund um den Hauptstadtflughafen findest du im BerlinEcho-Themenhub Flughafen BER.

🏛️ BERLINECHO-EINORDNUNG

Was die Pressemitteilungen nicht erzählen

Die Ankündigung der Lufthansa-Tochter ist sauber inszeniert – einen Tag bevor der Bundestag über die Luftverkehrsteuer entscheidet. Zufall? Eher nicht.

1. Timing als politisches Signal
Eurowings setzt die Ankündigung exakt vor die Bundestagsdebatte am 21. Mai 2026. Die Botschaft an Berlin und Bonn: „Wir investieren – wenn die Politik die Rahmenbedingungen verbessert.“ Das ist Lobbying mit Flotten-Plan.

2. Monopol-Tendenz am BER
Mit 30 Prozent Marktanteil zieht der Lufthansa-Konzern davon. Wenn Ryanair geht und Easyjet das Programm ebenfalls reduziert, fehlt der Preisdruck. Ticketpreise werden in den nächsten zwei Wintern voraussichtlich steigen.

3. Berlin verliert sein Billig-Image
Die Hauptstadt war jahrelang das Tor für günstige Europa-Trips. Damit ist es vorbei. Berliner, die mit Ryanair zwischen Kreuzberg und Krakau pendeln konnten, finden bei Eurowings keine direkten Ersatz-Tarife. Studierende, Geringverdiener und Wochenend-Pendler sind die Verlierer dieses Umbaus.

4. Verdi-Vorwurf hängt im Raum
Die Gewerkschaft sieht den Ryanair-Rückzug als Reaktion auf einen neuen Betriebsrat bei Malta Air. Wenn das stimmt, ist der Eurowings-Ausbau auch ein arbeitspolitisches Signal: Hier gilt deutsches Arbeitsrecht, Crews haben Tarifverträge. Für 300 Mitarbeitende am BER ist das ein echter Unterschied.

Eurowings am BER: Lufthansa-Tochter stockt nach Ryanair-Abzug auf - Berlin News Highlights

📌 EHRLICHE EINORDNUNG:
Eurowings macht, was Lufthansa-Töchter machen sollen: Lücken schließen. Die Pressemitteilung verschweigt aber, dass Berlin damit eines seiner letzten echten Wettbewerbs-Argumente verliert. Wenn die Politik nicht zügig weitere Entlastungen bringt, wird der BER zum Konzern-Flughafen mit Konzern-Preisen.

Hannes · Ressort Wirtschaft & Verkehr
Ich beobachte die BER-Entwicklung seit der verkorksten Eröffnung 2020. Was hier passiert, ist die endgültige Lufthansa-isierung des Hauptstadt-Luftverkehrs. Wirtschaftlich nachvollziehbar – verkehrspolitisch ein Verlust für die Berliner.

📋 Quellen-Tabelle

Aspekt Details Quelle
Was Zwei zusätzliche Jets am BER, Flotte wächst auf 11 Flugzeuge Tagesspiegel
Wann Winterflugplan 2026/27, Ankündigung 20. Mai 2026 airliners.de
Neue Ziele Bologna, mehr Flüge zu Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote, Teneriffa Tagesspiegel
Ryanair-Rückzug 7 Jets, Winter-Programm halbiert (Ankündigung Ende April 2026) B.Z. Berlin
Steuersenkung Kurzstrecke 15,53 → 13,03 € ab 01.07.2026 Bundesfinanzministerium
Bundestag-Termin Donnerstag, 21. Mai 2026, halbstündige Debatte Deutscher Bundestag

❓ Häufige Fragen zum BER-Ausbau

Wie viele Flugzeuge hat Eurowings am BER ab Winter 2026?

Eurowings hat ab dem Winterflugplan 2026/27 elf Flugzeuge am Hauptstadtflughafen BER stationiert. Die Airline stockt damit um zwei Maschinen auf. Insgesamt sind mehr als 300 Crew-Mitglieder vor Ort, die rund 50 Ziele anfliegen. Der Winterflugplan beginnt traditionell Ende Oktober. Die Aufstockung wurde am 20. Mai 2026 angekündigt – einen Tag vor der Bundestags-Entscheidung über die Luftverkehrsteuer-Senkung.

Warum zieht Ryanair seine Flugzeuge aus Berlin ab?

Ryanair hat Ende April 2026 angekündigt, sieben Flugzeuge aus Berlin abzuziehen und das Winter-Angebot zu halbieren. Als offiziellen Grund nennt der irische Billigflieger die hohen Steuern, Gebühren und gestiegenen Flughafenentgelte am Standort Deutschland. Die Gewerkschaft Verdi vermutet einen anderen Hintergrund: Der Rückzug erfolge zeitnah zur Gründung eines Standort-Betriebsrats bei der Ryanair-Tochter Malta Air und sei eher arbeitsrechtlich motiviert.

Welche neuen Ziele fliegt Eurowings ab Berlin an?

Als neue Direktverbindung kommt Bologna in Norditalien hinzu – eine Strecke, die bisher Ryanair bedient hat. Zusätzlich erhöht die Airline die Frequenzen auf die Kanarischen Inseln: Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote und Teneriffa werden häufiger angeflogen. Schon zur Sommersaison 2026 waren London Heathrow, Lissabon, Sarajevo, Olbia, Neapel und Kavala neu im Programm. Insgesamt deckt die Flotte am BER damit rund 50 Ziele ab.

Wie hoch ist der Lufthansa-Marktanteil am BER?

Die Lufthansa-Gruppe stellt nach eigenen Angaben rund 30 Prozent aller Flüge am Hauptstadtflughafen BER und ist klare Marktführerin. Zum Konzern gehören neben Eurowings auch Lufthansa selbst, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines und SunExpress. Easyjet hält noch elf Jets am BER, hat das Programm aber in den letzten Jahren reduziert. Mit dem Ryanair-Abzug und dem aktuellen Ausbau verschiebt sich das Verhältnis weiter zugunsten der Lufthansa-Gruppe.

Wann sinkt die Luftverkehrsteuer in Deutschland?

Die Luftverkehrsteuer sinkt zum 1. Juli 2026 auf das Niveau vor Mai 2024 zurück. Für Kurzstrecken bis 2.500 Kilometer fallen statt 15,53 nur noch 13,03 Euro pro Ticket an. Mittelstrecken sinken von 39,34 auf 33,01 Euro, Langstrecken von 70,83 auf 59,43 Euro. Der Bundestag entscheidet am Donnerstag, 21. Mai 2026, in halbstündiger Debatte über das Zweite Gesetz zur Änderung des Luftverkehrsteuergesetzes. Anschließend muss noch der Bundesrat zustimmen.

Werden Flüge ab Berlin günstiger?

Vermutlich nur teilweise. Die Luftverkehrsteuer-Senkung bringt rechnerisch 2,50 Euro Entlastung pro Kurzstrecken-Ticket. Das Bundesfinanzministerium betont, dass die Ersparnis an Reisende weitergegeben werden soll – zwingen kann die Regierung die Airlines aber nicht. Gleichzeitig sinkt durch den Ryanair-Abzug der Preisdruck am BER deutlich: Wer bisher Discount-Tickets unter 30 Euro gebucht hat, findet bei Eurowings selten direkten Ersatz. Für viele Berliner Reisende bedeutet das höhere Durchschnittspreise trotz Steuersenkung.

Was sagt Eurowings zur Kostenbelastung in Deutschland?

Eurowings-CEO Max Kownatzki hat sich klar positioniert: „Wir glauben an Berlin und sehen – allen Krisen zum Trotz – gute Perspektiven für den Standort.“ Gleichzeitig kritisiert er die Kostenstruktur deutlich: „Die seit 2019 mehr als verdoppelten Steuern und Gebühren führen dazu, dass viele Airlines inzwischen einen Bogen um Deutschland machen.“ Er fordert weitere Entlastungen über die Luftverkehrsteuer-Senkung hinaus – sonst sei kein nachhaltiger Netzausbau möglich.

🏁 Fazit: Berlin wird zum Konzern-Flughafen

Mit Eurowings am BER auf elf Jets, 30 Prozent Lufthansa-Marktanteil und einem zurückweichenden Ryanair verändert sich der Hauptstadtflughafen strukturell. Für die Berliner Wirtschaft ist die Aufstockung kurzfristig ein Gewinn – Crews bleiben, Strecken bestehen, Anschlüsse funktionieren. Langfristig verliert die Hauptstadt aber ihr Billigflug-Image. Wer Discount-Tickets sucht, muss künftig nach Leipzig oder Hannover ausweichen. Die Steuersenkung ab Juli ist ein erster Schritt, reicht der Branche aber nicht. Berliner Reisende sollten sich auf höhere Durchschnittspreise einstellen. Alle weiteren News und Hintergründe rund um den Hauptstadtflughafen sammeln wir im BerlinEcho-Themenhub BER.

🗞 Über den Autor: Hannes – Redakteur Wirtschaft & Verkehr bei BerlinEcho
Ich verfolge seit Jahren, wie der BER vom Krisen-Flughafen zur strategischen Drehscheibe wird. Der Eurowings-Ausbau ist Wirtschaftspolitik mit Tragflächen – und ein Signal an die Bundesregierung, das man so deutlich selten sieht.
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