Bouchéstraße Alt-Treptow: Diagonalsperre ab 9. November
Inhalt (7 Abschnitte)
Das Bezirksamt Treptow-Köpenick baut am 9. November 2026 einen Modalfilter an der Ecke Kiefholzstraße/Bouchéstraße in Alt-Treptow ein. Zehn Poller, fünf davon herausnehmbar, sperren die Kreuzung diagonal für Autos. Die Kiefholzstraße wird zwischen Lohmühlenstraße und Bouchéstraße zur Einbahnstraße, ebenso die Bouchéstraße bis zur Jordanstraße. Radfahrende dürfen weiter in beide Richtungen fahren.
Im Karl-Kunger-Kiez in Alt-Treptow endet bald die Abkürzung über die Bouchéstraße. Das Bezirksamt Treptow-Köpenick kündigte am 27. Oktober 2026 an, eine sogenannte Diagonalsperre an der Kreuzung Kiefholzstraße/Bouchéstraße zu bauen. Termin ist der . Ziel ist weniger Durchgangsverkehr durch den Kiez. Wer dort täglich mit dem Auto durchfährt, muss sich eine neue Route suchen.
- Ort: Kreuzung Kiefholzstraße/Bouchéstraße, Alt-Treptow
- Einbau: geplant ab 9. November 2026, wetterabhängig
- Sperre: 10 Poller diagonal über die Kreuzung, 5 davon herausnehmbar
- Neu: Einbahnstraßen in der Kiefholzstraße (Lohmühlenstraße bis Bouchéstraße) und in der Bouchéstraße (Kiefholzstraße bis Jordanstraße)
- Rad: in beiden Straßen weiter in beide Richtungen frei
Was ändert sich an der Kreuzung Kiefholzstraße/Bouchéstraße?
Die Diagonalsperre teilt die Kreuzung Kiefholzstraße/Bouchéstraße in zwei Hälften. Autos können nur noch abbiegen, aber nicht mehr geradeaus durch den Kiez fahren. Zehn Poller bilden die Linie, fünf lassen sich herausnehmen – für Feuerwehr, Rettungsdienst und Versorgungsfahrzeuge.
Mit der Sperre dreht sich die Verkehrsführung im Umfeld. Die Kiefholzstraße wird von der Lohmühlenstraße bis zur Bouchéstraße zur Einbahnstraße. Auch in der Bouchéstraße zwischen Kiefholzstraße und Jordanstraße geht es dann nur noch in eine Richtung. In welche Richtung jeweils, hat das Bezirksamt in seiner Mitteilung nicht genannt; maßgeblich sind die Schilder vor Ort. Radfahrende sind ausgenommen und dürfen in beide Richtungen fahren.
Wann wird gebaut und wie lange dauert es?
Der Modalfilter soll laut Bezirksamt am 9. November 2026 eingebaut werden, vorher werden die Markierungen aufgetragen. Weil Markierungsfarbe nur bei trockenem Wetter und ausreichenden Temperaturen hält, kann sich der Termin verschieben. Während der Arbeiten fließt der Verkehr halbseitig an der Baustelle vorbei. Eine Vollsperrung ist nicht angekündigt.
Warum kommt die Sperre gerade jetzt?
Die Diagonalsperre ist der zweite Teil der Fahrradstraße in der Bouchéstraße. Den ersten Abschnitt zwischen Karl-Kunger-Straße und Heidelberger Straße hat das Straßen- und Grünflächenamt vom 27. Oktober bis 1. Dezember 2025 neu asphaltiert und im Dezember 2025 freigegeben, inklusive einer Gehwegvorstreckung am Kinder- und Jugendzirkus Cabuwazi. Der zweite Abschnitt bis zur Kiefholzstraße war schon damals für 2026 angekündigt.
Politisch geht das Projekt auf zwei Beschlüsse der Bezirksverordnetenversammlung zurück: «Kiezblock Alt-Treptow» vom 9. September 2021 und «Kungerkiezblock – Straßen für alle» vom 5. Mai 2022. Daraus entstand ein Kiezblockkonzept, das Planungsbüros mit Anwohnenden erarbeitet und im November 2024 in der Bouchéschule vorgestellt haben. 2025 bekräftigte die BVV mit dem Beschluss «Gegen den verkehrspolitischen Rückwärtsgang – Kungerkiezblock weiter umsetzen», dass der Bezirk dranbleiben soll.
Was die Mitteilung nicht sagt
- Fahrtrichtungen der neuen Einbahnstraßen: offen. Anwohnende mit Auto sollten die Beschilderung ab Anfang November im Blick behalten.
- Ausweichverkehr: Ob sich der Durchgangsverkehr auf Heidelberger Straße, Lohmühlenstraße oder Elsenstraße verlagert, hat das Bezirksamt nicht bewertet. Zahlen aus einer Verkehrszählung nennt die Mitteilung nicht.
- Kosten: keine Angabe.
Der Kungerkiez steht nicht allein. Wie es um die Kiezblocks in Berlin insgesamt steht, nachdem der Senat die Förderung gestoppt hatte, zeigt unsere Bilanz der Kiezblocks in Berlin. Ein paar Straßen weiter ändert sich ebenfalls viel: Am Schmollerplatz in Alt-Treptow fallen Parkplätze weg, eine Parkzone kommt.
Wie geht es im Kungerkiez weiter?
Mit dem Modalfilter ist die Fahrradstraße Bouchéstraße zwischen Kiefholzstraße und Heidelberger Straße vollständig. Bezirksstadträtin Claudia Leistner, zuständig für Stadtentwicklung, Straßen, Grünflächen und Umwelt, nennt die Sperre einen «weiteren wichtigen Baustein» des Verkehrskonzepts. Weitere Maßnahmen aus dem Konzept von 2024 hat das Bezirksamt in dieser Mitteilung nicht terminiert. Neuigkeiten aus dem Bezirk sammeln wir auf der Seite Treptow-Köpenick.
Häufige Fragen zur Diagonalsperre
Können Rettungswagen und Müllabfuhr den Modalfilter passieren?
Ja. Von den zehn Pollern der Diagonalsperre sind laut Bezirksamt Treptow-Köpenick fünf herausnehmbar. So können Rettungs- und Versorgungsfahrzeuge die Kreuzung Kiefholzstraße/Bouchéstraße bei Bedarf durchfahren. Für den normalen Autoverkehr ist die Durchfahrt nach dem Einbau am 9. November 2026 gesperrt; die Grundstücke bleiben über die neuen Einbahnstraßen erreichbar.
Steht der Termin am 9. November 2026 fest?
Nicht ganz. Vor den Pollern müssen Markierungen aufgetragen werden, und Markierungsarbeiten hängen stark vom Wetter ab. Das Bezirksamt schreibt deshalb selbst, dass sich der Einbau verschieben kann. Während der Arbeiten wird der Verkehr halbseitig an der Baustelle vorbeigeführt.
Dürfen Radfahrende gegen die Einbahnstraße fahren?
Ja. Nach Angaben des Bezirksamts können Radfahrende in der Kiefholzstraße und in der Bouchéstraße weiterhin in beide Richtungen fahren, auch nachdem dort Einbahnstraßen eingerichtet sind. Die Bouchéstraße ist zwischen Kiefholzstraße und Heidelberger Straße als Fahrradstraße ausgewiesen, in der Radfahrende Vorrang haben und nebeneinander fahren dürfen.
Quellen
- Bezirksamt Treptow-Köpenick: Modalfilter in der Bouchéstraße (27.10.2026)
- Bezirksamt Treptow-Köpenick: Verkehrsfreigabe der Fahrradstraße Bouchéstraße (08.12.2025)
- Bezirksamt Treptow-Köpenick: Fahrbahnsanierung als Vorbereitung für die Fahrradstraße (17.10.2025)
- Bezirksamt Treptow-Köpenick: Kiezblockkonzept Kungerkiez, Abschlussveranstaltung (11.11.2024)
Hannes Nagel
Redakteur Wirtschaft & Verkehr
Ich bin Hannes, und ich schreibe bei BerlinEcho über Wirtschaft und Verkehr – zwei Themen, die in Berlin enger zusammenhängen, als man denkt. Wer in einer Stadt wohnt, in der die BVG täglich ausläuft und gleichzeitig das teuerste …
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