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Treptow-Köpenick · Gesellschaft

Notfallkarte gegen Gewalt: Treptow-Köpenick bündelt Hilfenummern

Das Bezirksamt Treptow-Köpenick hat erstmals eine Notfallkarte gegen häusliche Gewalt herausgegeben. Was draufsteht, wo du sie bekommst und wo Verletzungen gerichtsfest dokumentiert werden.

Ida Nagel Veröffentlicht
Ein unbedruckter Faltflyer und ein Smartphone liegen neben einer Teetasse auf einem hellen Holztisch.
Die Notfallkarte bündelt wichtige Beratungsnummern und Hilfsangebote bei häuslicher Gewalt für Treptow-Köpenick. (KI-generiertes Symbolbild)
Inhalt (7 Abschnitte)
  1. Welche Nummern stehen auf der Notfallkarte?
  2. Wo lassen sich Verletzungen gerichtsfest dokumentieren?
  3. Welche Hilfe gibt es direkt im Bezirk?
  4. Wie kommst du an die gedruckte Karte?
  5. Was die Karte leistet und was nicht
  6. Wie es weitergeht
  7. Quellen

Das Bezirksamt Treptow-Köpenick verteilt erstmals eine Notfallkarte gegen häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt. Der Faltflyer erscheint in 30.000 Exemplaren und bündelt Notrufe, Beratungsstellen, Frauenhäuser und Kliniken. Wichtigste Nummer ist die BIG Hotline 030 611 03 00, rund um die Uhr erreichbar. Die Karte gibt es auch als PDF beim Bezirksamt.

Akute Gefahr: Polizei 110, Rettungsdienst 112. Beratung rund um die Uhr, anonym und mehrsprachig: BIG Hotline 030 611 03 00 oder das bundesweite Hilfetelefon «Gewalt gegen Frauen» 116 016.

Wer in Treptow-Köpenick Gewalt in der Partnerschaft oder Familie erlebt, bekommt die wichtigsten Anlaufstellen jetzt auf einem Blatt. Das Bezirksamt hat am seine erste Notfallkarte gegen Gewalt vorgestellt. Erarbeitet hat sie die Gleichstellungsbeauftragte des Bezirks. Gedruckt werden 30.000 Faltflyer, die in Ämtern, bei freien Trägern und Beratungsstellen ausliegen sollen; zuerst gehen sie an Beratungsstellen und Frauenprojekte im Bezirk.

Die Karte gibt es auch digital. Ein QR-Code auf dem Flyer führt zur Seite «Hilfe bei Gewalt» des Bezirksamts, die bei geänderten Angeboten aktualisiert wird. Bis Ende 2026 plant das Bezirksamt außerdem eine Fassung im Postkartenformat mit Brailleschrift für Menschen mit Sehbehinderung.

Welche Nummern stehen auf der Notfallkarte?

Die Notfallkarte Treptow-Köpenick nennt neben 110 und 112 vor allem Telefonberatungen, die ohne Termin erreichbar sind. Die BIG Hotline der Berliner Initiative gegen Gewalt gegen Frauen ist laut eigener Website rund um die Uhr erreichbar, auch an Wochenenden und Feiertagen, und vermittelt freie Plätze in Frauenhäusern und Zufluchtswohnungen. Das Hilfetelefon berät an 365 Tagen im Jahr, auch Angehörige und Freundinnen.

Ausgewählte Nummern der Notfallkarte Treptow-Köpenick, Stand: Oktober 2026
Angebot Telefon Erreichbarkeit
BIG Hotline bei häuslicher Gewalt 030 611 03 00 24 Stunden, mehrsprachig, anonym
Hilfetelefon «Gewalt gegen Frauen» 116 016 24 Stunden, mehrsprachig
Frauenkrisentelefon 030 615 42 43 feste Sprechzeiten
Opferhilfe Berlin 030 395 28 67 Beratung für Opfer von Straftaten
Zufluchtswohnung Offensiv’91 (Köpenick) 030 63 22 38 45 Schutzwohnung im Bezirk
Kindernotdienst (0 bis 13 Jahre) 030 61 00 61 24 Stunden
Jugendnotdienst (14 bis 18 Jahre) 030 61 00 62 24 Stunden
Mädchennotdienst (12 bis 21 Jahre) 030 61 00 63 24 Stunden

Die Angaben stammen aus dem Druck-PDF der Notfallkarte und der Hilfeseite des Bezirksamts, Stand Oktober 2026. Auf der Karte stehen zusätzlich die Aufnahmenummern aller Berliner Frauenhäuser sowie spezialisierte Stellen, etwa für Stalking, sexualisierte Gewalt, Menschenhandel und queere Betroffene.

Wo lassen sich Verletzungen gerichtsfest dokumentieren?

Verletzungen nach einer Gewalttat lassen sich in Treptow-Köpenick in zwei Notaufnahmen gerichtsfest dokumentieren: im Krankenhaus Hedwigshöhe am Höhensteig in Bohnsdorf und in den DRK Kliniken Köpenick an der Salvador-Allende-Straße 2–8 (Eingang über den Müggelschlösschenweg). Darauf weist die Notfallkarte ausdrücklich hin.

Spezialisiert ist die Gewaltschutzambulanz der Charité in der Birkenstraße 62 (Haus N) in Moabit. Dort halten Ärztinnen Verletzungen so fest, dass sie vor Gericht verwertbar sind; die Untersuchung ist kostenlos, die Beweisaufnahme auch anonym möglich. Für die Ambulanz brauchst du einen Termin: 030 450 570 270, telefonisch Montag bis Freitag von 8.30 bis 15 Uhr.

Welche Hilfe gibt es direkt im Bezirk?

Im Bezirk selbst nennt das Bezirksamt drei Anlaufstellen: die Fachberatungsstelle MuTraum von Offensiv’91 in der Schnellerstraße 23 in Schöneweide, das Frauenzentrum Treptow-Köpenick in der Radickestraße 55 in Adlershof (0151 18 88 79 02) und die Zufluchtswohnung in Köpenick. Dazu kommen die beiden Polizeiabschnitte, die rund um die Uhr erreichbar sind:

  • Abschnitt 35 (Treptow), Segelfliegerdamm 42: 030 4664 335 700
  • Abschnitt 36 (Köpenick), Karlstraße 8: 030 4664 336 600

Der Abschnitt 36 bietet 2027 außerdem fünf Sprechstunden speziell zu häuslicher Gewalt an, jeweils von 11.30 bis 14.30 Uhr: am , , , und . Wie du eine Anzeige erstattest, auch online, steht in unserem Überblick zur Anzeige bei der Polizei Berlin.

Wie kommst du an die gedruckte Karte?

Die gedruckte Notfallkarte liegt nach Angaben des Bezirksamts in öffentlichen Einrichtungen des Bezirks, bei Beratungsstellen und freien Trägern aus. Weitere Einrichtungen, Vereine und auch Privatpersonen, die Karten auslegen oder weitergeben wollen, können sie bei der Gleichstellungsbeauftragten im Rathaus Köpenick bestellen (Alt-Köpenick 21, Telefon 030 90297 2306). Wer die Karte nur für sich braucht, lädt das PDF herunter oder speichert die Nummern im Handy – unauffälig unter einem neutralen Namen, wenn jemand mitliest.

Was die Karte leistet und was nicht

  • Neu sind nicht die Angebote, sondern die Bündelung: Berlinweite Hotlines, Frauenhäuser, Kliniken und Beratungsstellen im Bezirk stehen erstmals auf einem Treptow-Köpenicker Faltblatt.
  • Einen freien Frauenhausplatz garantiert die Karte nicht. Berlin hat zwar gerade sein elftes Frauen- und Kinderschutzhaus eröffnet; die Vermittlung läuft aber weiter über die BIG Hotline.
  • Die Hilfeseite des Bezirksamts nennt auch Beratung für Täter, etwa bei der Volkssolidarität (030 40366 1200). Das zielt darauf, Gewalt zu beenden, bevor sie sich wiederholt.

Wie es weitergeht

Bis Ende 2026 soll die Braille-Fassung folgen. Im November 2026 läuft in Treptow-Köpenick zudem der Aktionsmonat «Solidarischer November» unter dem Motto «Gemeinsam stark – für ein Leben ohne Gewalt»; der 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Weitere Meldungen aus dem Bezirk findest du auf unserer Seite zu Treptow-Köpenick, Hilfe bei Nachstellung im Ratgeber Stalking in Berlin.

Quellen

Ida Nagel

Redakteurin Gesellschaft & Wohnen

Hallo, ich bin Ida, und bei BerlinEcho bin ich zuständig für Gesellschaft und Wohnen – also für die Themen, die im Alltag meiner Mitmenschen am meisten präsent sind: Wo finde ich eine Wohnung, die ich mir leisten kann? …

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