Frauen- und Kinderschutzhaus Berlin: 11. Haus mit 25 Betten
Inhalt (6 Abschnitte)
Berlin hat in dieser Woche sein elftes Frauen- und Kinderschutzhaus eröffnet. Die Einrichtung bietet zwölf Familienplätze mit 25 Betten, ihre Adresse bleibt aus Sicherheitsgründen geheim. Damit gibt es in Berlin nun 431 Familienplätze mit 946 Betten in Frauenhäusern und Zufluchtswohnungen, wie die Sozialverwaltung am 6. Oktober 2026 mitteilte.
Das neue Haus ist nach Angaben der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung das dritte Frauenhaus, das Berlin allein in diesem Jahr eröffnet. Dazu kamen 2026 zwei zusätzliche Fachberatungsstellen. Wer Schutz braucht, erreicht das Hilfesystem rund um die Uhr: über das Hilfetelefon unter 116 016 oder über die BIG-Hotline unter (030) 61 10 300.
- Das 11. Berliner Frauen- und Kinderschutzhaus bietet 12 Familienplätze mit 25 Betten.
- Die Adresse wird nicht veröffentlicht, weil sie die Bewohnerinnen schützt.
- Berlin zählt jetzt 431 Familienplätze mit 946 Betten, Zufluchtswohnungen eingerechnet.
- 2026 eröffnete das Land drei Frauenhäuser und nahm zwei Fachberatungsstellen in Betrieb.
Was ist über das neue Haus bekannt?
Das elfte Frauen- und Kinderschutzhaus ist ein Zufluchtsort für Frauen, die Gewalt erlebt haben und mit ihren Kindern Schutz suchen. Es soll mehr leisten als eine sichere Unterkunft: Die Mitarbeitenden begleiten die Bewohnerinnen nach Angaben der Senatsverwaltung auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben ohne Gewalt. Wer das Haus betreibt und wo es steht, nennt die Verwaltung nicht. Aus Sicherheitsgründen bleibt die Adresse vertraulich, das ist bei Frauenhäusern üblich und soll verhindern, dass gewalttätige Partner die Bewohnerinnen aufspüren.
Senatorin Cansel Kiziltepe verweist auf das Gewalthilfegesetz des Bundes. Es verpflichte dazu, dass jede Frau, die Gewalt erlebt, schnell und verlässlich Hilfe und einen sicheren Ort bekommt. Berlin setze diesen Auftrag um, sagte sie laut Mitteilung.
Wie viele Schutzplätze gibt es in Berlin?
Berlin verfügt seit dieser Woche über 431 Familienplätze mit 946 Betten in Frauenhäusern und Zufluchtswohnungen. Ein Familienplatz steht für eine Frau mit ihren Kindern, die Betten zählen alle Schlafplätze zusammen.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Frauen- und Kinderschutzhäuser | 11 |
| Neue Frauenhäuser 2026 | 3 |
| Neue Fachberatungsstellen 2026 | 2 |
| Familienplätze insgesamt | 431 |
| Betten insgesamt | 946 |
| Neues Haus: Familienplätze / Betten | 12 / 25 |
Reichen 431 Familienplätze für Berlin?
Der Europarat empfiehlt in der Istanbul-Konvention einen Familienplatz je 10.000 Einwohner, wie die Frauenhauskoordinierung in ihrer Statistik 2025 darlegt. Bei rund 3,92 Millionen Einwohnern (Stand 30. Juni 2026) entspräche das rechnerisch 392 Familienplätzen. Berlin meldet 431, also rund 1,1 je 10.000 Einwohner.
- Die Berliner Zahl enthält Zufluchtswohnungen. Ob Berlin und die Bundesstatistik gleich zählen, geht aus der Mitteilung nicht hervor, der Vergleich ist deshalb nur eine Orientierung.
- Bundesweit fehlen laut Frauenhauskoordinierung rund 12.000 Plätze (Berichtsjahr 2025). Die Bundesstatistik enthält keine gesonderten Berliner Werte.
- Ob die Plätze im Alltag frei sind, sagt die Gesamtzahl nicht. Die Senatsverwaltung nennt weder Auslastung noch Wartezeiten.
Das Gewalthilfegesetz, das der Bund im Februar 2025 beschlossen hat, schreibt ab 2032 einen Rechtsanspruch auf kostenlosen Schutz und Beratung für betroffene Frauen und ihre Kinder fest. Von 2027 bis 2036 unterstützt der Bund die Länder laut Bundesregierung mit 2,6 Milliarden Euro beim Ausbau.
Wo bekommen Betroffene in Berlin Hilfe?
Das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist unter 116 016 an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr, anonym und kostenfrei erreichbar, in 18 Fremdsprachen sowie in Leichter Sprache und Deutscher Gebärdensprache, so das Bundesfamilienministerium. Die Berliner BIG-Hotline berät kostenlos und vermittelt freie Frauenhausplätze, Telefon (030) 61 10 300. Die Fachberatungsstelle Frauenraum in Mitte, Torstraße 112, ist unter (030) 448 45 28 erreichbar, laut Bezirksamt Mitte dienstags von 12 bis 18 Uhr, donnerstags von 9 bis 15 Uhr und freitags von 11 bis 14 Uhr.
Bei akuter Gefahr gilt der Polizei-Notruf 110. Wer sich beobachtet oder verfolgt fühlt, findet weitere Hilfe im Ratgeber zu Stalking und Schutz in Berlin.
Wie es weitergeht
Ab 2027 fließen die Bundesmittel für den Ausbau, der Rechtsanspruch gilt ab 2032. Wer das Berliner Hilfesystem genauer ansehen will, kann bei der Pressestelle der Senatsverwaltung unter pressestelle@senasgiva.berlin.de ein Faktenblatt zur Gewalthilfe in Berlin anfordern. Weitere Artikel zu sozialen Themen aus der Hauptstadt stehen im Ressort Gesellschaft.
Quellen
- Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung: Berlin eröffnet 11. Frauen- und Kinderschutzhaus (Pressemitteilung vom 6. Oktober 2026)
- Frauenhauskoordinierung: Statistik 2025
- Bundesregierung: Schutz vor Gewalt gegen Frauen
- Bundesfamilienministerium: Hilfe und Beratung bei Gewalt
- Bezirksamt Mitte: Häusliche Gewalt
Ida Nagel
Redakteurin Gesellschaft & Wohnen
Hallo, ich bin Ida, und bei BerlinEcho bin ich zuständig für Gesellschaft und Wohnen – also für die Themen, die im Alltag meiner Mitmenschen am meisten präsent sind: Wo finde ich eine Wohnung, die ich mir leisten kann? …
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