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Berlin

Blitzermarathon Berlin: Bilanz 2026 und welche Strafen drohen

Berlin hat 2026 an beiden Speedweeks teilgenommen, mit dem Blitzermarathon am 15. April. Die Bilanz der Polizei, warum keine Messstellen veröffentlicht wurden und welche Bußgelder, Punkte und Fahrverbote gelten.

Hannes Nagel Veröffentlicht · aktualisiert
Mobiles Geschwindigkeitsmessgerät auf einem Stativ an einer baumbestandenen Berliner Straße mit fließendem Verkehr.
Bei den Kontrollwochen 2026 erfasste die Berliner Polizei über 19.000 Geschwindigkeitsverstöße im gesamten Stadtgebiet. (KI-generiertes Symbolbild)
Inhalt (7 Abschnitte)
  1. Was ist der Blitzermarathon in Berlin?
  2. Welche Bilanz zieht die Polizei Berlin?
  3. Wo hat die Polizei geblitzt?
  4. Welche Strafen drohen bei zu schnellem Fahren?
  5. Wann ist der nächste Blitzermarathon in Berlin?
  6. Häufige Fragen zum Blitzermarathon
  7. Quellen

Berlin hat sich 2026 anders als in den Vorjahren an beiden europaweiten Speedweeks beteiligt: vom 13. bis 19. April mit dem Blitzermarathon am 15. April und vom 3. bis 9. August. Die Polizei Berlin zählte im April 6.732 Tempoverstöße bei 120.171 gemessenen Fahrzeugen, im August 12.413 Verstöße bei knapp 155.000 Messungen. Die Kontrollorte blieben geheim.

Die Polizei Berlin hat 2026 zweimal bei der ROADPOL-Speedweek mitgemacht, der Kontrollwoche des europäischen Verkehrspolizei-Netzwerks ROADPOL. Im April gehörte dazu der Blitzermarathon am . Laut Bilanz der Polizei Berlin vom 22. April 2026 wurde an 203 Kontrollorten gemessen; 58 Fahrerinnen und Fahrer waren mehr als 31 km/h zu schnell und müssen mit einem Fahrverbot rechnen. In der zweiten Aktionswoche im August waren es 247 Kontrollorte und 61 solcher Fälle (Polizeimeldung vom 10. August 2026). Einen weiteren Blitzermarathon in Berlin hat die Polizei bis zum 2. Oktober 2026 nicht angekündigt.

Update vom 2. Oktober 2026: Der Artikel ist komplett überarbeitet. Neu sind die Bilanzen der Polizei Berlin zu beiden Speedweeks 2026 und die Bußgeldtabelle nach dem amtlichen Bußgeldkatalog. Korrektur: Die frühere Fassung nannte Marzahn, Hellersdorf und Lichtenberg als feste Schwerpunkte. Belegt ist das nicht – die Polizei hat die Kontrollorte nach eigenen Angaben geheim gehalten; nur der «Berliner Kurier» hatte vorab über verstärkte Kontrollen im Osten der Stadt berichtet.

Was ist der Blitzermarathon in Berlin?

Der Blitzermarathon ist ein Aktionstag mit besonders vielen Geschwindigkeitskontrollen innerhalb der ROADPOL-Speedweek. Die Aktionswoche findet laut Tagesspiegel (dpa) jedes Jahr im April und im August statt, mehrere europäische Länder machen mit. Berlin war lange nicht dabei: Die Polizei begründete das damit, dass sie ohnehin das ganze Jahr kontrolliere. 2026 stieg sie ein, um nach Angaben einer Sprecherin zu prüfen, ob ihre Erkenntnisse zu Unfallschwerpunkten und Raserstrecken noch stimmen.

Gemessen wurde nach der Ankündigung vor allem an unfallträchtigen Straßen und Kreuzungen, auf Schulwegen sowie rund um Krankenhäuser und Senioreneinrichtungen. Brandenburg beteiligt sich seit Jahren und kontrollierte am 15. April landesweit, mit Schwerpunkt außerhalb geschlossener Ortschaften (Tagesspiegel).

Welche Bilanz zieht die Polizei Berlin?

Die Polizei Berlin wertet beide Aktionswochen als Erfolg, weil weniger Verstöße gemessen wurden als im gleichen Zeitraum des Vorjahres ohne Schwerpunktaktion. Im August stieg die Zahl der Kontrollen um 66, die Zahl der Tempoverstöße sank dennoch um 2.659 Fälle.

ROADPOL-Speedweeks 2026 in Berlin: Ergebnisse laut Polizei Berlin (Stand: 10. August 2026)
Kennzahl 13.–19. April 3.–9. August
Kontrollorte 203 247
Gemessene Fahrzeuge 120.171 knapp 155.000
Geschwindigkeitsverstöße 6.732 12.413
Mehr als 31 km/h zu schnell 58 61
Weitere Ordnungswidrigkeiten 341 259
Straftaten 49 35

Nebenbei fielen der Polizei im April 22 Fahrer ohne Fahrerlaubnis, zwölf Autos ohne Versicherungsschutz und sechs Fahrer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss auf. Sechs Fahrzeuge mit schweren technischen Mängeln stellte sie für ein Gutachten sicher. Im August meldete sie elf Fahrer ohne Fahrerlaubnis und 43 Verdachtsfälle auf Alkohol oder Drogen, in zwei Fällen ordnete sie eine Blutentnahme an.

Wo hat die Polizei geblitzt?

Die genauen Messstellen hat die Polizei Berlin bei beiden Aktionswochen nicht veröffentlicht. In der Augustbilanz heißt es ausdrücklich, die Kontrollorte seien «wie bereits bei der letzten Aktionswoche im April 2026» geheim gehalten worden; die Polizei setze auf unvorhersehbare Kontrollen im ganzen Stadtgebiet. Listen mit angeblichen Blitzerstandorten zum Marathon stammen deshalb nicht von der Polizei.

Zum Hintergrund nannte die Polizei vor dem Aktionstag eigene Zahlen: 2025 starben in Berlin 37 Menschen im Straßenverkehr (2024: 55), insgesamt registrierte sie 137.373 Unfälle, 3,01 Prozent mehr als 2024. Bis zum 7. April 2026 zählte sie sieben Verkehrstote. Wie Berlin Tempo 30 vor Kitas umsetzt, zeigt unser Bericht zur Ebertystraße in Friedrichshain.

Welche Strafen drohen bei zu schnellem Fahren?

Die Strafen für Tempoverstöße legt der bundesweite Bußgeldkatalog fest, beim Blitzermarathon gelten keine Sondertarife. Für Pkw und Motorräder innerorts gelten die Regelsätze aus Tabelle 1c der Bußgeldkatalog-Verordnung, die Punkte ergeben sich aus Anlage 13 der Fahrerlaubnis-Verordnung.

Tempoverstöße innerorts mit Pkw: Bußgeld, Punkte, Fahrverbot (BKatV, Stand: 2. Oktober 2026)
Überschreitung Bußgeld Punkte Fahrverbot
bis 10 km/h 30 € – –
11–15 km/h 50 € – –
16–20 km/h 70 € – –
21–25 km/h 115 € 1 –
26–30 km/h 180 € 1 –
31–40 km/h 260 € 2 1 Monat
41–50 km/h 400 € 2 1 Monat
51–60 km/h 560 € 2 2 Monate
61–70 km/h 700 € 2 3 Monate
über 70 km/h 800 € 2 3 Monate

Außerorts ist es etwas günstiger: 21 bis 25 km/h kosten dort 100 Euro und einen Punkt, mehr als 70 km/h 700 Euro, zwei Punkte und drei Monate Fahrverbot. Ein Fahrverbot droht außerorts erst ab 41 km/h zu viel. Für Lkw über 3,5 Tonnen, Gespanne und Kraftomnibusse sind die Sätze höher.

Wann ist der nächste Blitzermarathon in Berlin?

Ein Termin für den nächsten Blitzermarathon in Berlin steht nicht fest. Weder die Polizei Berlin noch das Netzwerk ROADPOL hatten bis zum 2. Oktober 2026 Daten für 2027 veröffentlicht. Folgt die Aktion dem bisherigen Rhythmus, liegt die nächste Speedweek wieder im April; ob Berlin erneut teilnimmt, ist offen. Die Polizei betont in beiden Bilanzen, dass sie ganzjährig und im gesamten Stadtgebiet misst. Mit Kontrollen musst du also jederzeit rechnen. Weitere Meldungen findest du im Ressort Verkehr.

Häufige Fragen zum Blitzermarathon

Wann ist der nächste Blitzermarathon in Berlin?

Einen Termin gibt es noch nicht. Die Polizei Berlin hat bis zum 2. Oktober 2026 keinen weiteren Blitzermarathon angekündigt, und auch für die europaweite ROADPOL-Speedweek 2027 sind keine Daten veröffentlicht. Die Aktionswoche fand bisher jedes Jahr im April und im August statt. Ob sich Berlin 2027 wieder beteiligt, ist offen; kontrolliert wird laut Polizei ohnehin das ganze Jahr.

Veröffentlicht die Polizei Berlin, wo sie blitzt?

Nein, nicht beim Blitzermarathon. Bei beiden Speedweeks 2026 hat die Polizei Berlin die Kontrollorte nach eigenen Angaben geheim gehalten und auf unvorhersehbare Kontrollen im ganzen Stadtgebiet gesetzt. Erst in der Bilanz nannte sie Zahlen: 203 Kontrollorte im April und 247 im August. Listen mit angeblichen Standorten im Netz stammen nicht von der Polizei.

Wie viel kostet es, innerorts 21 km/h zu schnell zu fahren?

Wer innerorts mit dem Auto 21 bis 25 km/h zu schnell gemessen wird, zahlt nach dem Bußgeldkatalog 115 Euro und bekommt einen Punkt in Flensburg. Bei 26 bis 30 km/h sind es 180 Euro und ein Punkt. Ab 31 km/h zu viel kommen 260 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot hinzu. Hinzu kommen Gebühren und Auslagen des Verfahrens.

Sind Blitzer-Apps beim Fahren erlaubt?

Nein. Nach Paragraf 23 Absatz 1c der Straßenverkehrs-Ordnung darfst du beim Fahren kein Gerät betreiben oder betriebsbereit mitführen, das Verkehrskontrollen anzeigt. Bei Smartphones und Navis dürfen entsprechende Funktionen nicht genutzt werden. Der Bußgeldkatalog sieht dafür 75 Euro vor. Erlaubt ist, sich vor der Fahrt allgemein über Kontrollen zu informieren.

Quellen

Hannes Nagel

Redakteur Wirtschaft & Verkehr

Ich bin Hannes, und ich schreibe bei BerlinEcho über Wirtschaft und Verkehr – zwei Themen, die in Berlin enger zusammenhängen, als man denkt. Wer in einer Stadt wohnt, in der die BVG täglich ausläuft und gleichzeitig das teuerste …

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