Der Temperaturrekord Berlin liegt bei 38,9 Grad – gemessen am 7. Juli 2015 an der Wetterstation Dahlem. Doch während Du diese Zeilen liest, könnte genau diese Marke wackeln: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für das Wochenende bis zu 40 Grad in der Hauptstadtregion angekündigt. Zwischen glühender Hitze und dem Kälterekord von minus 26 Grad aus dem Jahr 1929 liegt die ganze Wetter-Geschichte einer Stadt, die immer öfter ins Schwitzen kommt.
Das Wichtigste in Kürze
- Der höchste Temperaturrekord Berlin wurde am 7. Juli 2015 mit 38,9 Grad an der Station Berlin-Dahlem gemessen (Quelle: DWD).
- Manche Wetterdienste führen 38,6 Grad vom 30. Juni 2019 in Tegel als Berliner Rekord – der Unterschied liegt an Messstandard und Station.
- Der Kälterekord liegt bei minus 26 Grad, aufgestellt am 11. Februar 1929.
- Die Berliner Messreihe gehört mit Daten bis ins Jahr 1701 zu den längsten der Welt.
- Im Juni 2026 erwartet der DWD bis zu 40 Grad – ungewöhnlich früh und nah am Allzeitrekord.
Temperaturrekord Berlin: Der heißeste Tag aller Zeiten
Der offizielle Temperaturrekord Berlin steht bei 38,9 Grad. Diesen Wert registrierte die DWD-Station Berlin-Dahlem am 7. Juli 2015. Knapp dahinter liegt der 12. Juli 2007 mit 38,6 Grad. Im Umland wurde es noch heißer: In Brandenburg kletterte das Thermometer im Juli 2022 auf über 39 Grad. Hitzetage über 35 Grad sind in der Hauptstadt längst keine Ausnahme mehr.

Kompliziert wird es beim Wort «offiziell»: Der DWD nennt die 38,9 Grad aus Dahlem als Allzeit-Höchstwert. Andere Wetterdienste führen dagegen 38,6 Grad vom 30. Juni 2019 in Berlin-Tegel als Rekord. Der Grund ist technischer Natur. Gemessen wird nur, was den Standards der Weltmeteorologischen Organisation entspricht: zwei Meter über schattigem, unversiegeltem Boden. Stationen, die längst abgebaut sind oder anders gemessen haben, zählen nicht mit. Genau deshalb kursieren für den Temperaturrekord Berlin je nach Quelle leicht abweichende Zahlen.
| Ereignis | Temperatur | Datum | Station |
|---|---|---|---|
| Absoluter Hitzerekord Berlin | 38,9 °C | 7. Juli 2015 | Berlin-Dahlem |
| Berliner Juni-Rekord | 38,6 °C | 30. Juni 2019 | Berlin-Tegel |
| Hitzerekord Berlin (2007) | 38,6 °C | 12. Juli 2007 | Berlin-Dahlem |
| Regionalrekord Brandenburg | 39,2 °C | 19. Juni 2022 | Cottbus |
Höchste Temperatur Berlin: Warum die Wetterstation Dahlem zählt
Die höchste Temperatur Berlins wird seit Jahrzehnten an der Wetterstation Berlin-Dahlem erfasst – einem der traditionsreichsten Messpunkte des DWD, gelegen im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Hier laufen Daten zusammen, die zusammen mit historischen Aufzeichnungen bis ins Jahr 1701 zurückreichen. Verlässliche, wissenschaftlich vergleichbare Tageshöchstwerte führt der DWD allerdings erst ab 1876. Ältere Werte aus dem 18. Jahrhundert – etwa 37,8 Grad am 4. Juli 1781 – gelten als historisch spannend, aber statistisch nur bedingt belastbar.
Warum ist die Station so wichtig? Weil ein Temperaturrekord Berlin nur dann offiziell anerkannt wird, wenn er an einer normgerechten Station entsteht. Die langjährige Reihe aus Dahlem dokumentiert auch die Freie Universität Berlin. Die Referenzperiode 1971 bis 2000 weist eine mittlere Jahrestemperatur von 9,4 Grad aus, wobei der Januar im Schnitt der kälteste Monat ist.
Hitzewelle Juni 2026: Berlin vor neuen Rekorden
Aktuell steht der Temperaturrekord Berlin wieder auf der Kippe. Für das letzte Juni-Wochenende 2026 kündigt der DWD Höchstwerte von 37 bis 40 Grad in der Hauptstadtregion an und hat eine amtliche Hitzewarnung ausgegeben. DWD-Meteorologe Stefan Rubach nannte die Lage gegenüber der dpa «sehr heiß, ungewöhnlich heiß für Juni». Solche Werte sind im Frühsommer selten. Der Berliner Juni-Rekord von 38,6 Grad stammt vom 30. Juni 2019 aus Tegel, der regionale Juni-Rekord für Berlin und Brandenburg liegt bei 39,2 Grad (Cottbus, 19. Juni 2022).
Wie heiß es konkret wird, wo Du Abkühlung findest und welche Freibäder geöffnet haben, liest Du in unserem laufenden Überblick zur Hitzewelle Berlin. Einen Rückblick auf den extremen Vorjahressommer findest Du im Beitrag Berliner Sommer 2025. Quelle zur aktuellen Prognose: Tagesspiegel Berlin.
Der kälteste Tag in Berlin: minus 26 Grad im Februar 1929

Nicht nur Hitze prägt den Temperaturrekord Berlin – auch die Kälte. Der kälteste je gemessene Tag war der 11. Februar 1929, als das Thermometer auf minus 26 Grad fiel. Solche Extremwinter sind heute selten geworden. Die langen Messreihen zeigen aber, dass die Berliner Winter sehr unterschiedlich ausfallen können: von milden, fast schneefreien Jahren bis zu Frostperioden, in denen Spree und Landwehrkanal zufrieren. Der Trend der vergangenen Jahrzehnte geht klar nach oben – extrem kalte Tage werden seltener.
Klimawandel und der Temperaturrekord Berlin
Der Klimawandel hinterlässt im Temperaturrekord Berlin deutliche Spuren. Während extreme Kälteereignisse seltener werden, nehmen Häufigkeit und Intensität der Hitzewellen zu. Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt dokumentiert im Umweltatlas, dass die Zahl der Tage mit über 30 Grad in Berlin seit den 1980er-Jahren deutlich gestiegen ist. Besonders betroffen sind die dicht bebauten Innenstadtbezirke, wo sich Häuserschluchten und Asphalt zu städtischen Hitzeinseln aufheizen.
Hitzeschutz in Berlin: So wappnet sich die Stadt
Gegen die Folgen der steigenden Werte setzt Berlin auf mehrere Hebel. Im Sommer aktiviert der Senat Hitzeaktionspläne, die Verhaltensregeln kommunizieren und Risikogruppen wie ältere Menschen und Kleinkinder schützen sollen. Dazu kommen mehr Trinkbrunnen im öffentlichen Raum, neue Grünflächen und das Leitbild der «Schwammstadt», die Regenwasser speichert und verdunsten lässt. Den aktuellen Wetterstatus checkst Du jederzeit auf unserer Seite Wetter Berlin oder in der Rubrik Wetter-News aus Berlin; auch die Pollensaison verschiebt sich mit den wärmeren Jahren nach vorn. Im Winter warnen die Systeme des DWD frühzeitig vor Frost und Glatteis – etwa rund um Sturmlagen wie bei der Sturmwarnung an Ostern.
Juni 2026: Der DWD warnt vor bis zu 40 Grad, während der offizielle Temperaturrekord Berlin von 38,9 Grad noch aus dem Jahr 2015 stammt. Was dahintersteckt: Die reine Rekordzahl verdeckt, dass die Belastung in der Stadt extrem ungleich verteilt ist. In Dahlem, wo offiziell gemessen wird, ist es grün und durchlüftet. In den Häuserschluchten von Wedding, Neukölln oder Moabit staut sich die Hitze, nachts kühlt es kaum ab. Was das bedeutet: Extremtemperaturen treffen die Berliner Infrastruktur direkt – bei großer Hitze können sich Schienen verziehen und BVG-Verbindungen stören. Der Umbau zur hitzefesten Stadt ist deshalb ein Generationenprojekt, kein Sommerthema.
Quellen
| Quelle | Inhalt |
|---|---|
| Deutscher Wetterdienst (DWD) | Offizielle Temperaturrekorde, Messstandards, Hitzewarnungen |
| FU Berlin, AG Klimamodellierung | Historische Berliner Messreihe ab 1701 |
| Umweltatlas Berlin (Senatsverwaltung) | Entwicklung der Klimaparameter, Hitzetage |
| Tagesspiegel Berlin | Aktuelle Hitzewelle und Prognosen Juni 2026 |
Häufige Fragen zum Temperaturrekord Berlin
Was war die höchste Temperatur in Berlin jemals?
Die höchste je in Berlin gemessene Temperatur beträgt 38,9 Grad. Dieser Hitzerekord wurde am 7. Juli 2015 an der DWD-Station Berlin-Dahlem registriert. Einzelne Wetterdienste führen alternativ 38,6 Grad vom 30. Juni 2019 (Tegel) als Berliner Rekord.
Wann war der heißeste Tag in Berlin?
Der heißeste Tag war der 7. Juli 2015 mit 38,9 Grad. Weitere sehr heiße Tage gab es am 12. Juli 2007 (38,6 Grad) und am 30. Juni 2019 (38,6 Grad in Tegel). Im Juni 2026 könnte ein neuer Spitzenwert hinzukommen.
Was war der Kälterekord in Berlin?
Der Kälterekord liegt bei minus 26 Grad, gemessen am 11. Februar 1929. So strenge Winter sind heute selten, gehören aber zum historischen Temperaturrekord Berlin dazu.
Wo steht die Wetterstation Dahlem?
Die Station Berlin-Dahlem liegt im Bezirk Steglitz-Zehlendorf im Südwesten der Stadt. Sie ist einer der wichtigsten DWD-Messpunkte Berlins und liefert die offiziellen Höchst- und Tiefstwerte für die Hauptstadt.
Wie hat sich der Temperaturrekord Berlin durch den Klimawandel verändert?
Die Zahl der Hitzetage über 30 Grad ist seit den 1980er-Jahren deutlich gestiegen, extrem kalte Tage werden seltener. Laut Umweltatlas der Senatsverwaltung verschiebt sich das gesamte Temperaturniveau nach oben – neue Hitzerekorde werden dadurch wahrscheinlicher.
Unsere Einordnung
Der Temperaturrekord Berlin ist mehr als eine Zahl im Archiv. Dass die 38,9 Grad von 2015 ausgerechnet in diesem Juni wieder zur Diskussion stehen, zeigt, wie schnell sich das Bild verschiebt. Für Dich heißt das ganz praktisch: Hitze gehört in Berlin längst zur Sommerroutine, Vorbereitung lohnt sich – von der Trinkflasche bis zum Wissen, wo das nächste Freibad geöffnet hat.
– Hannes Nagel, Redakteur Wirtschaft & Verkehr, BerlinEcho
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