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Schloßstraße

Die Einkaufsstraße von Steglitz: früher Potsdamer Chaussee, benannt nach dem Gutshaus von 1801 bis 1804, U9 seit 1974 und der Bierpinsel, an dem im September 2026 die Fassade bröckelte.

Inhalt (8 Abschnitte)
  1. Wo beginnt und wo endet die Schloßstraße?
  2. Woher hat die Schloßstraße ihren Namen?
  3. Welche Baudenkmale stehen an der Schloßstraße?
  4. Was ist der Verkehrsknoten Steglitz?
  5. Was ist mit dem Bierpinsel los?
  6. Wie kommst du zur Schloßstraße?
  7. Häufige Fragen zur Schloßstraße
  8. Quellen

Die Schloßstraße ist die Einkaufsstraße von Steglitz. Sie führt vom Walther-Schreiber-Platz bis zur Kreuzung mit Unter den Eichen und Am Fichtenberg und ist nach dem Steglitzer Schloss benannt, dem 1801 bis 1804 erbauten Gutshaus an der Schloßstraße 48. Unter ihr fährt seit 1974 die U9 bis Rathaus Steglitz.

Wer in Steglitz einkauft, zum Rathaus muss oder in die U9 steigt, landet an der Schloßstraße. Nach dem Straßenverzeichnis von Kauperts hat sie die Postleitzahlen 12163 und 12165 und die Hausnummern 1 bis 130, sie gehört zum Bezirk Steglitz-Zehlendorf und berührt die Ortsteile Steglitz und Lichterfelde. Angelegt wurde sie Ende des 18. Jahrhunderts als Potsdamer Chaussee, 1900 wurde sie zur modernen Hauptverkehrsstraße ausgebaut. Heute prägen sie drei Dinge: Einkaufshäuser vom Titania-Palast bis zum Rathaus, die U-Bahn darunter und der Bierpinsel, dessen Fassade im September 2026 für eine Sperrung sorgte.

  • Verlauf: Walther-Schreiber-Platz bis Unter den Eichen und Am Fichtenberg
  • Postleitzahlen 12163 und 12165, Hausnummern 1 bis 130
  • Name seit etwa 1860, vorher Potsdamer Chaussee (ab 1792)
  • U9 mit drei Bahnhöfen, Umstieg zur S1 am Rathaus Steglitz
  • Namensgeber: Gutshaus Steglitz, Schloßstraße 48, erbaut 1801 bis 1804

Wo beginnt und wo endet die Schloßstraße?

Die Schloßstraße beginnt am Walther-Schreiber-Platz, wo Rheinstraße, Schöneberger Straße und Bundesallee zusammentreffen. Sie führt nach Südwesten bis zur Kreuzung mit Unter den Eichen und Am Fichtenberg. Über die Rheinstraße geht es nach Norden weiter zur Hauptstraße in Schöneberg, die laut Kauperts ebenfalls einmal Potsdamer Chaussee hieß. Beide Straßen gehören zur alten Landverbindung von Berlin nach Potsdam.

Eine Besonderheit ist die Nummerierung. Kauperts beschreibt sie als Hufeisen: Auf der einen Straßenseite laufen die Nummern 1 bis 59 vom Walther-Schreiber-Platz nach Süden, auf der anderen Seite die Nummern 60 bis 130 wieder zurück. Das Rathaus Steglitz mit der Nummer 37 und das Gutshaus mit der Nummer 48 liegen deshalb auf derselben Seite, die Nummer 1 des Forum Steglitz und die 130 dagegen fast gegenüber.

Bahnhöfe unter und an der Schloßstraße (Stand: 29. September 2026)
Bahnhof Linien In Betrieb seit
Walther-Schreiber-Platz U9 Januar 1971
Schloßstraße U9 30. September 1974
Rathaus Steglitz U9, S1 U-Bahn seit 30. September 1974

Woher hat die Schloßstraße ihren Namen?

Namensgeber ist das Steglitzer Schloss, das eigentlich ein Gutshaus ist. Die Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts datiert es auf 1801 bis 1804, entworfen von David Gilly und Heinrich Gentz, Bauherr war Kabinettsrat Karl Friedrich von Beyme. Kauperts nennt ihn den Erbherrn auf Steglitz und das Haus das historisch wertvollste Gebäude des Bezirks. Es steht am Ende der früheren Dorfaue an der Schloßstraße 48. Weil später der preußische Generalfeldmarschall Wrangel hier seinen Landsitz hatte, heißt es auch Wrangel-Schlösschen.

Den Namen Schloßstraße trägt die Straße nach Kauperts seit etwa 1860. Davor hieß sie ab 1792 Potsdamer Chaussee. In älteren Texten, auch auf dieser Seite, stand ein genaues Datum aus dem Jahr 1871. Einen Beleg dafür haben wir nicht gefunden, deshalb bleibt es hier bei der Angabe von Kauperts.

Welche Baudenkmale stehen an der Schloßstraße?

Zwischen Walther-Schreiber-Platz und Gutshaus liegen mehr als 170 Jahre Baugeschichte. Am nördlichen Anfang steht der Titania-Palast, ein Kino von 1927 und 1928. Das Forum Steglitz hat die Adresse Schloßstraße 1. Das Kaufhaus Wertheim an den Nummern 11 bis 15 entstand 1951 und 1952 und ist ebenfalls als Baudenkmal eingetragen. Im Rathaus Steglitz, Schloßstraße 37, war im September 2026 eines der beiden Briefwahllokale des Bezirks.

Wohn- und Geschäftshaus an der Schloßstraße 23 in Berlin-Steglitz
Haus Schloßstraße 23, Wikimedia Commons: Dguendel (CC BY 3.0)

Weiter südlich folgen der kleine Ausstellungspavillon eines VW-Generalvertreters von 1951, die Matthäuskirche von 1876 bis 1880 mit dem alten Dorfkirchhof und schließlich das Gutshaus. Auf der Straße steht außerdem ein Berliner Meilenstein der Bildhauerin Renée Sintenis aus dem Jahr 1958, auch er ist Baudenkmal.

Ausgewählte Baudenkmale an der Schloßstraße laut Denkmaldatenbank (Stand: 29. September 2026)
Bauwerk Nr. Datierung Entwurf oder Hinweis
Titania-Palast 4–5 1927–1928 Kino, Schöffler, Schönbach und Jacobi
Kaufhaus Wertheim 11–15 1951–1952 Kaufhaus, mehrere Umbauten bis 1975
Verkehrsknoten Steglitz mit Bierpinsel 16–17 1967–1976 Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte
Rathaus Steglitz 37 1896–1897 Umbau 1934
Ausstellungsgebäude (VW-Pavillon) 38–40 1951 Curt Hans Fritzsche
Evangelische Matthäuskirche 44 1876–1880 Emil Gette
Gutshaus Steglitz 48 1801–1804 David Gilly und Heinrich Gentz

Was ist der Verkehrsknoten Steglitz?

Mitten auf der Straße, an der Kreuzung mit der Schildhornstraße, steht ein Ensemble aus drei Bauten, das das Landesdenkmalamt als Gesamtanlage Verkehrsknoten Steglitz führt: der U-Bahnhof Schloßstraße (1967 bis 1973), die Joachim-Tiburtius-Brücke als Brücke und Hochstraße über die Schloßstraße (1967 bis 1971) und das Turmrestaurant Bierpinsel (1968 bis 1976). Entworfen haben die Anlage Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte. Den Tunnel beschreibt die Chronik Berliner Untergrundbahn als viergleisig, zwei Gleise waren für die geplante Linie 10 vorgesehen.

Was ist mit dem Bierpinsel los?

Am Sonntagabend, 20. September 2026, lösten sich am Bierpinsel Fassadenteile in rund 30 Metern Höhe. Laut rbb24 entfernte die Höhenrettung der Feuerwehr weitere lose Teile, die Joachim-Tiburtius-Brücke und Teile von Schloß- und Schildhornstraße waren zeitweise gesperrt, ein Eingang des U-Bahnhofs Schloßstraße ebenfalls. Verletzt wurde niemand.

Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf teilte am 23. September 2026 mit, dass der Straßenbereich an der Schildhornstraße gesperrt bleibt, bis der Eigentümer die Fassade konstruktiv gesichert hat. Die Bau- und Wohnungsaufsicht überwacht das. Bezirksstadtrat Patrick Steinhoff forderte den Eigentümer auf, umfangreich zu sanieren, und betonte, es gebe keine rechtlichen Hürden für eine neue Nutzung, etwa durch Gewerbe oder kleinteilige Gastronomie. Laut rbb steht der Turm leer, seit ihn 2021 ein Investor gekauft hat. Den aktuellen Stand der Sperrung findest du in unserer Meldung zum Bierpinsel.

Wie kommst du zur Schloßstraße?

Am einfachsten mit der U9: Sie hält am Walther-Schreiber-Platz, an der Schloßstraße und am Rathaus Steglitz. Dort hält auch die S1. Kauperts nennt außerdem mehrere Metrobuslinien, darunter M48, M76, M82 und M85.

Häufige Fragen zur Schloßstraße

Warum heißt die Schloßstraße in Steglitz so?

Sie ist nach dem Steglitzer Schloss benannt, dem Gutshaus an der Schloßstraße 48. Es entstand laut Landesdenkmalamt 1801 bis 1804 nach Entwurf von David Gilly und Heinrich Gentz für Karl Friedrich von Beyme. Weil später Generalfeldmarschall Wrangel dort seinen Landsitz hatte, heißt es auch Wrangel-Schlösschen. Den Namen Schloßstraße trägt die frühere Potsdamer Chaussee nach Kauperts seit etwa 1860.

Welche U-Bahn fährt unter der Schloßstraße?

Unter der Schloßstraße fährt die U9. Der Bahnhof Walther-Schreiber-Platz am nördlichen Anfang ging im Januar 1971 in Betrieb, die Bahnhöfe Schloßstraße und Rathaus Steglitz folgten am 30. September 1974. Am Rathaus Steglitz kannst du in die S1 umsteigen. Unter der Straße liegt dort ein viergleisiger Tunnel, zwei Gleise waren für die geplante, bis heute nicht gebaute Linie 10 vorgesehen.

Welche Postleitzahlen hat die Schloßstraße?

Die Schloßstraße hat die Postleitzahlen 12163 und 12165. Die Hausnummern laufen nach Kauperts auf der einen Straßenseite von 1 bis 59 nach Süden bis Unter den Eichen und Am Fichtenberg und auf der anderen Seite von 60 bis 130 zurück zum Walther-Schreiber-Platz. Die Straße gehört zum Bezirk Steglitz-Zehlendorf, Kauperts ordnet sie den Ortsteilen Steglitz und Lichterfelde zu.

Ist der Bierpinsel an der Schloßstraße geöffnet?

Nein. Der denkmalgeschützte Turm steht nach Angaben des rbb leer, seit ihn 2021 ein Investor gekauft hat. Am 20. September 2026 lösten sich Fassadenteile in rund 30 Metern Höhe. Das Bezirksamt verpflichtete den Eigentümer, die Fassade kurzfristig zu sichern, der Straßenbereich an der Schildhornstraße blieb gesperrt. Eine neue Nutzung wäre laut Bezirk rechtlich möglich, liegt aber beim Eigentümer.

Quellen

Namensgebung

Namensgeber
Gutshaus Steglitz (Wrangelschlösschen)
Ort / Geografie
Benennung
um 1860
Hintergrund
Gutshaus Steglitz (Steglitzer Schloss) an der Schloßstraße 48, 1801 bis 1804 nach Entwurf von David Gilly und Heinrich Gentz für Karl Friedrich von Beyme erbaut. Weil es später Landsitz von Generalfeldmarschall Wrangel war, heißt es auch Wrangel-Schlösschen.

Frühere Namen

Alter Name Zeitraum Grund
Lichterfelder Chaussee 1871 Die Strasse war Teil der Chaussee, die von Berlin über Steglitz nach Lichterfelde führte.

Quellen

  1. Schloßstraße im Berliner Straßenlexikon des Kaupert · Web
  2. Schloßstraße (Berlin-Steglitz) – Wikipedia · Web
  3. Ortsteil Steglitz - Informationen des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf · Web
  4. Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Steglitz · Web
  5. Schloßstraße im Berliner Straßenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins · Web
  6. Entwicklungsbereich Schloßstraße · Web
  7. Gutshaus Steglitz (Wrangelschlösschen) · Web