Neue Schulstraße in Neukölln: Poller vor der Mörike-Grundschule
Inhalt (6 Abschnitte)
Das Bezirksamt Neukölln macht die Stuttgarter Straße vor der Eduard-Mörike-Grundschule zur Schulstraße: Auf rund 135 Metern zwischen Thiemannstraße und Hausnummer 39 entsteht eine Fußgängerzone mit Pollern. Die Arbeiten beginnen in der ersten Herbstferienwoche ab 19. Oktober 2026. Autos kommen nur noch als Sackgasse von der Treptower Straße in die Straße.
Vor der Eduard-Mörike-Grundschule in Neukölln ist für Autos bald Schluss. Das Bezirksamt richtet in der Stuttgarter Straße einen rund 135 Meter langen Abschnitt zwischen Thiemannstraße und Hausnummer 39 als Fußgängerzone ein und sperrt ihn mit Pollern. Das hat der Bezirk am in einer Pressemitteilung angekündigt. Gebaut wird in der ersten Woche der Herbstferien, also ab dem – wenn kein Schulbetrieb ist. Wer mit dem Auto aus Richtung Treptower Straße kommt, fährt künftig in eine ausgeschilderte Sackgasse.
Der Grund ist schlicht: Die bisherige Lösung hat nicht funktioniert. Seit 2021 ist der Abschnitt bereits ein verkehrsberuhigter Bereich, in dem Fußgänger Vorrang haben und nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt ist. Daran hielten sich nach Angaben des Bezirksamts viele nicht. Falschparker standen vor dem Schuleingang und versperrten die Sicht auf Kinder. Auch wiederholte Kontrollen von Ordnungsamt und Polizei änderten nichts.
- Ort: Stuttgarter Straße zwischen Thiemannstraße und Hausnummer 39, rund 135 Meter
- Baustart: erste Herbstferienwoche ab
- Autos: Durchfahrt gesperrt, Zufahrt von der Treptower Straße als Sackgasse
- Rad: weiter erlaubt, aber nur in Schrittgeschwindigkeit
- Dauerhafter Umbau mit Grün und Sitzplätzen: Planung ab 2027, Bau ab 2028
Was ändert sich in der Stuttgarter Straße konkret?
Die Stuttgarter Straße wird vor der Schule rechtlich zur Fußgängerzone, Fußgänger haben dort künftig uneingeschränkten Vorrang. Bisher galt im verkehrsberuhigten Bereich zwar ebenfalls Schrittgeschwindigkeit, Autos durften aber durchfahren – und wurden dort abgestellt. Mit den Pollern ist das vorbei.
Radfahrende dürfen den Abschnitt weiter nutzen, müssen aber Schritt fahren. Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und die Müllabfuhr können die Poller herausnehmen und kommen so weiter direkt bis zur Schule. Wie Lieferverkehr und Zufahrten zu Grundstücken im gesperrten Stück geregelt werden, nennt das Bezirksamt in seiner Mitteilung nicht. Wer dort wohnt oder ein Gewerbe hat, fragt am besten direkt beim Straßen- und Grünflächenamt Neukölln nach.
Welche Arbeiten laufen außerdem rund um die Schule?
Der Gehweg an der Thiemannstraße entlang der Sportanlage zwischen Sonnenallee und Weserstraße wird im Zuge der Schulstraße ausgebaut; bisher ist er unbefestigt. An der Einmündung der Thiemannstraße in die Stuttgarter Straße kommt eine Querungshilfe dazu. Beides soll den Schulweg sicherer machen. Angestoßen hat die Maßnahmen die AG Schulwegsicherheit des Bezirks, die sich im November 2025 mit der Eduard-Mörike-Schule beschäftigt hatte.
| Zeitraum | Schritt |
|---|---|
| seit 2021 | Verkehrsberuhigter Bereich vor der Schule |
| November 2025 | AG Schulwegsicherheit befasst sich mit der Eduard-Mörike-Schule |
| ab 19. Oktober 2026 | Poller, Fußgängerzone, Gehweg Thiemannstraße, Querungshilfe |
| ab 2027 | Planung des dauerhaften Umbaus mit Schule, Eltern und Anwohnern |
| ab 2028 | Umbau mit Mitteln der Städtebauförderung „Sozialer Zusammenhalt“ |
Was ist eine Schulstraße überhaupt?
Eine Schulstraße ist ein Straßenabschnitt vor einer Schule, der für den Autoverkehr dauerhaft oder zu bestimmten Zeiten gesperrt ist, damit Kinder sicher ankommen. Die Straßenverkehrs-Ordnung kennt den Begriff gar nicht. So hat es die Senatsverwaltung im November 2025 in ihrer Antwort auf eine Schriftliche Anfrage zum Leitfaden Schulstraßen dargelegt. Umgesetzt wird eine Schulstraße mit normalen Verkehrszeichen, etwa als Fußgängerzone, rechtlich meist über eine Teileinziehung der Straße nach dem Berliner Straßengesetz.
Zuständig sind in Berlin die Bezirke, weil Schulstraßen nur im Nebenstraßennetz entstehen. Einen verbindlichen Leitfaden des Landes gibt es bisher nicht. Der Senat plant nach einem Bericht von Entwicklungsstadt vom August 2026 stattdessen Schulmobilitätspläne für jeden Schulstandort: Einführung ab 2027, Auswertung ab 2028, berlinweit ab 2029. Wie dieselbe Idee in Kreuzberg aussieht, zeigt unser Bericht über die Schulzone in Friedrichshain-Kreuzberg.
Wie soll der Platz vor der Schule später aussehen?
Die Poller sind nur der erste Schritt: Ab 2027 will das Bezirksamt Neukölln mit Schulgemeinschaft, Eltern und Nachbarschaft planen, wie der Abschnitt dauerhaft gestaltet wird. Vorgesehen sind laut Bezirk entsiegelte und begrünte Flächen, Sitz-, Spiel- und Bewegungsangebote sowie ein kleiner Platz vor dem Schuleingang. Gebaut werden soll ab 2028, bezahlt aus dem Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“. Die Planung wird zusammen mit der ebenfalls geplanten Neugestaltung des Hertzbergplatzes gedacht.
Bezirksstadtrat Jochen Biedermann, im Bezirksamt für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr zuständig, begründet den Schritt so:
„Der Schulweg unserer Kinder soll sicher sein, und zwar immer und dauerhaft.“
Jochen Biedermann, Bezirksstadtrat in Neukölln, Pressemitteilung vom 14. Oktober 2026
Wie es weitergeht
Nach den Herbstferien, die in Berlin vom bis dauern, sollen die Kinder der Eduard-Mörike-Grundschule bereits durch die neue Fußgängerzone zur Schule laufen. Für Autofahrer heißt das: Die Stuttgarter Straße taugt ab dann nicht mehr als Abkürzung zwischen Treptower Straße und Thiemannstraße. Wann die Beteiligung zum dauerhaften Umbau 2027 startet, hat das Bezirksamt noch nicht bekanntgegeben. Mehr aus dem Bezirk findest du auf unserer Seite Neukölln, einen Überblick über die Grundschulen bei den Schulen in Neukölln.
Quellen
- Bezirksamt Neukölln: Die Stuttgarter Straße wird vor der Eduard-Mörike-Grundschule zur Schulstraße (14.10.2026)
- Abgeordnetenhaus Berlin, Schriftliche Anfrage 19/24258 „Leitfaden Schulstraßen“ (Antwort vom 14.11.2025)
- Entwicklungsstadt: Schulmobilität in Berlin – der große Umbau bleibt vorerst aus (27.08.2026)
Hannes Nagel
Redakteur Wirtschaft & Verkehr
Ich bin Hannes, und ich schreibe bei BerlinEcho über Wirtschaft und Verkehr – zwei Themen, die in Berlin enger zusammenhängen, als man denkt. Wer in einer Stadt wohnt, in der die BVG täglich ausläuft und gleichzeitig das teuerste …
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