Zum Inhalt springen
Berlin 13 °C, bedeckt E10 ab 2,089 € BVG-Störungen Märkte heute Parkzonen Finder & Rechner
Neukölln · Kriminalität

Falsche Bankmitarbeiter in Neukölln: Polizei sucht Tatverdächtigen

Die Polizei Berlin sucht mit Kamerabildern einen Tatverdächtigen, der in Neukölln eine 81-Jährige als falscher Bankmitarbeiter und falscher Polizist betrogen haben soll. Hinweise und Schutztipps.

Maik Möhring Veröffentlicht
Ein altmodisches Festnetztelefon und eine Lesebrille liegen auf einem Holztisch vor einem hellen Fenster.
Über das Festnetztelefon nahmen die Betrüger erstmals Kontakt zu der Seniorin in Neukölln auf. (KI-generiertes Symbolbild)
Inhalt (6 Abschnitte)
  1. Was ist am 17. September 2025 in Neukölln passiert?
  2. Wer kann der Polizei helfen?
  3. Wie funktioniert die Masche mit falschen Polizisten und Bankmitarbeitern?
  4. Wie schützt du ältere Angehörige?
  5. Wie geht es weiter?
  6. Quellen

Die Polizei Berlin sucht mit Bildern einer Überwachungskamera nach einem Tatverdächtigen, der am 17. September 2025 in Neukölln eine 81-jährige Frau betrogen haben soll. Falsche Bankmitarbeiter und falsche Polizisten lockten die Seniorin in die Falle, Schmuck und Münzen verschwanden, danach wurde am Hermannplatz Bargeld abgehoben. Hinweise nimmt das Landeskriminalamt entgegen.

Mehr aus dem Bezirk findest du in der Rubrik Neukölln. Fast ein Jahr nach der Tat bittet die Kriminalpolizei um Mithilfe: Am 9. Oktober 2026 veröffentlichte die Polizei Berlin einen Fahndungsaufruf zu einem Betrug an einer damals 81 Jahre alten Frau in Neukölln. Der Mann, den die Überwachungskamera erfasst hat, ist bislang unbekannt. Er soll gemeinsam mit weiteren Personen gehandelt haben.

Was ist am 17. September 2025 in Neukölln passiert?

Der Fall in Neukölln folgte nach Angaben der Polizei einem eingespielten Drehbuch in mehreren Akten. Gegen 14 Uhr rief ein Unbekannter bei der Seniorin an und gab sich als Mitarbeiter ihrer Bank aus. Er behauptete, eine Überweisung ins Ausland sei gestoppt worden, deshalb müsse die Polizei eingeschaltet werden.

Im Gespräch trat ein zweiter Täter auf, der sich als Polizeibeamter ausgab. Kurz darauf klingelte ein angeblicher Kollege an der Wohnungstür, verschaffte sich Zutritt und durchsuchte gemeinsam mit der Frau die Wohnung nach Wertsachen. Danach fehlten Schmuck und Münzen. Außerdem wurde mit der entwendeten Girokarte unberechtigt Bargeld an einem Geldautomaten am Hermannplatz abgehoben, bevor die Karte gesperrt werden konnte. Die Höhe des Schadens nennt die Polizei nicht.

Wer kann der Polizei helfen?

Das Betrugskommissariat im Landeskriminalamt Berlin ermittelt und fragt, wer Angaben zur Identität oder zum Aufenthaltsort der unbekannten Tatverdächtigen machen kann und wer damals verdächtige Beobachtungen gemacht hat. Wer etwas weiß, erreicht die Ermittler unter diesen Kontaktdaten:

  • Telefon: (030) 4664-925320 (Landeskriminalamt Berlin, Gothaer Straße 19, Schöneberg)
  • E-Mail: LKA253@polizei.berlin.de
  • Außerdem nimmt jede andere Polizeidienststelle oder die Internetwache Hinweise an.
  • Wenn sofort gehandelt werden muss: Notruf 110.

Die Unschuldsvermutung gilt: Bislang ist niemand identifiziert, geschweige denn verurteilt. Die Polizei spricht von Tatverdächtigen.

Wie funktioniert die Masche mit falschen Polizisten und Bankmitarbeitern?

Bei dieser Betrugsform melden sich Kriminelle am Telefon als Polizisten oder Bankmitarbeiter und wollen Wertsachen oder Geld „sichern“. Die Polizei Berlin beschreibt auf ihrer Präventionsseite zwei typische Abläufe. Im ersten erzählt ein angeblicher Beamter von einer festgenommenen Einbrecherbande und einer Liste mit möglichen Opfern. Er fragt Vermögenswerte ab und schickt dann einen vermeintlichen Zivilpolizisten, der Geld und Schmuck „vorübergehend“ abholt.

Im zweiten Ablauf meldet sich ein falscher Bankmitarbeiter, spricht von Unregelmäßigkeiten und bietet an, das Konto zu sichern. Das Geld soll „zum Schein“ auf ein Sicherheitskonto fließen oder bei der Bank abgehoben und übergeben werden. Wurde es abgeholt, heißt es oft, es sei Falschgeld, und ein „Maulwurf“ in der Bank sei schuld.

Ein Trick macht die Anrufe glaubwürdig: Beim sogenannten Rufnummern-Spoofing lässt sich jede beliebige Nummer im Display anzeigen. Die Notrufnummer 110 lässt sich laut Polizei Berlin mittlerweile nicht mehr fälschen. Nummern örtlicher Polizeidienststellen oder von Banken können Täter aber weiterhin nachahmen.

Was die Polizei Berlin am Telefon rät, Stand: 9. Oktober 2026
Situation Richtiges Verhalten
Anruf angeblich von Polizei oder Bank Nummer notieren, auflegen, selbst die 110 wählen
Frage nach Vermögen oder Wertsachen Nichts verraten, die Polizei fragt das am Telefon nie
Besuch eines angeblichen Zivilbeamten Dienstausweis zeigen lassen, Wertsachen nicht übergeben
Aufforderung zur Geheimhaltung Nachbarn oder Vertrauenspersonen hinzuziehen

Wie schützt du ältere Angehörige?

Die Polizei empfiehlt, keine Wertgegenstände oder größeren Geldbeträge zu Hause aufzubewahren und nichts an fremde Personen zu übergeben. Wer Eltern oder Großeltern hat, die allein leben, sollte das Thema ansprechen, bevor das Telefon klingelt. Hilfreich ist ein fester Satz, der für jeden Anruf gilt: Ich lege auf und rufe selbst an. Auch der Telefonbucheintrag lässt sich ändern: Die Polizei rät, sich streichen zu lassen oder zumindest den Vornamen abzukürzen, weil Täter gezielt nach altmodisch klingenden Vornamen suchen.

Ähnliche Maschen kennen die Berliner Ermittler seit Jahren, auch falsche Handwerker oder Ableser gehören dazu. Wie ein 86-Jähriger in Mitte einen Trickdieb durchschaute, erzählt unser Bericht über den falschen Stromableser in Mitte.

Wie geht es weiter?

Die Ermittlungen laufen, ein Tatverdächtiger ist nicht identifiziert. Ob die Bilder der Überwachungskamera zum Fahndungserfolg führen, hängt von Hinweisen aus der Bevölkerung ab. Die Polizei hat ihren Aufruf am 9. Oktober 2026 veröffentlicht; die Tat liegt dann gut 12 Monate zurück.

Quellen

Maik Möhring

Verantwortlicher & Chefredakteur

Moin, ich bin Maik – Gründer von BerlinEcho und verantwortlicher Redakteur. Ich baue seit Jahren digitale Medien auf, die ich wirklich für notwendig halte: unabhängig, ohne Konzernlogik im Rücken, mit echten Menschen dahinter. Berlin fasziniert mich als Stadt …

  • Berliner Landespolitik
  • Stadtentwicklung
  • Digitaler Journalismus
  • SEO & Content-Strategie
  • Medienrecht

215 BeiträgeXLinkedInInstagramAlle Beiträge →