Die Schüsse Berlin Schöneberg am Ostersonntag sind Teil einer Serie von Waffengewalt in der Hauptstadt. Ein Imbiss wurde beschossen, zuvor wurde ein Mann schwer verletzt. Als Reaktion haben das LKA die Sondereinheit „Ferrum“ und die Staatsanwaltschaft die Gruppe „Telum“ gegründet, um zentral gegen die zunehmenden Schusswaffendelikte in Berlin vorzugehen und die Ermittlungen zu bündeln.
Das Wichtigste in Kürze
- Schüsse am Ostersonntag: In Berlin-Schöneberg entdeckte ein Imbissbetreiber gegen 6 Uhr morgens Einschusslöcher an seinem Ausgabefenster. Die Polizei sicherte zwei Patronenhülsen.
- Verletzter in der Ebersstraße: Kurz zuvor wurde in Schöneberg ein 38-jähriger Mann durch einen Schuss ins Gesäß schwer verletzt. Drei Tatverdächtige wurden festgenommen.
- Statistik der Gewalt: Im Jahr 2025 zählte die Berliner Polizei insgesamt 1.119 Delikte mit Schusswaffen, bei 515 davon wurde tatsächlich geschossen.
- Neue Sondereinheiten: Das LKA gründete die Sondereinheit „Ferrum“, die Staatsanwaltschaft die Gruppe „Telum“, um Schusswaffendelikte zentral zu verfolgen.
- Erste Ermittlungserfolge: Bis Ende Februar 2026 leitete „Ferrum“ bereits 260 Verfahren ein, beschlagnahmte 18 scharfe Waffen und erwirkte 13 Haftbefehle.
Was genau passierte bei den Schüssen in Berlin-Schöneberg?
Die Serie der Waffengewalt in Schöneberg erreichte am Ostersonntag einen neuen Höhepunkt. Gegen 6 Uhr morgens alarmierte der Betreiber eines Imbisses die Polizei, nachdem er Einschusslöcher am Speisenausgabefenster seines Geschäfts festgestellt hatte. Die Kriminaltechnik konnte am Tatort zwei Patronenhülsen sichern. Dieser Vorfall ist kein Einzelfall im Bezirk.
Bereits wenige Tage zuvor kam es in der Ebersstraße (10827 Berlin-Schöneberg) zu einem gezielten Angriff. Ein 38-jähriger Mann wurde gegen Mitternacht aus seiner Wohnung gelockt, woraufhin die Täter auf ihn schossen und ihn ins Gesäß trafen. Der Mann wurde schwer verletzt. Im Zuge der Ermittlungen konnte die Polizei später drei Tatverdächtige im Alter von 19, 20 und 21 Jahren in Hessen festnehmen. Ein weiterer Vorfall ereignete sich am 16. Februar 2026, als ein maskierter Täter gegen 3 Uhr nachts einem 19-Jährigen gezielt ins Bein schoss.
Wie reagieren die Behörden auf die zunehmende Waffengewalt?
Angesichts der rasanten Zunahme von Delikten mit Schusswaffen haben die Berliner Behörden reagiert. Das LKA rief die Besondere Aufbauorganisation (BAO) „Ferrum“ ins Leben, um die Ermittlungen zu Schusswaffendelikten im öffentlichen Raum zu bündeln. Auch die aktuellen Schüsse Berlin Schöneberg fallen in den Zuständigkeitsbereich dieser neuen Einheit. Die Staatsanwaltschaft zog kurz darauf mit der Gründung der Ermittlungsgruppe „Telum“ (lateinisch für Angriffswaffe) nach.
Die politische Führung bewertet die Lage als ernst. Einem Bericht des Tagesspiegels (April 2026) zufolge erklärte Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU): „Wir sehen, dass sowohl qualitativ als auch quantitativ eine neue Bedrohungslage entstanden ist.“ Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP), äußerte sich ebenfalls besorgt: „In Berlin vergeht kaum eine Nacht, in der nicht irgendjemand zur Schusswaffe greift.“

| Ermittlungsbilanz LKA | Anzahl / Wert | Zeitraum / Stand |
|---|---|---|
| Schusswaffendelikte gesamt | 1.119 Fälle | Jahr 2025 |
| Tatsächliche Schussabgaben | 515 Fälle (inkl. Schreckschuss) | Jahr 2025 |
| Ermittlungsverfahren „Ferrum“ | 260 Verfahren | Bis Ende Februar 2026 |
| Beschlagnahmte scharfe Waffen | 18 Stück | Bis Ende Februar 2026 |
| Erlassene Haftbefehle | 13 Haftbefehle | Bis Ende Februar 2026 |
Sind die Schüsse in Schöneberg ein Einzelfall in Berlin?
Die Schüsse Berlin Schöneberg sind kein isoliertes Problem, sondern fügen sich in ein beunruhigendes Muster in der gesamten Stadt ein. Nur wenige Tage vor dem Vorfall am Ostersonntag schossen Unbekannte auf ein Lokal in der Buschkrugallee in Neukölln. Kurz darauf trafen Projektile die Scheibe eines Cafés in der Hermannstraße, während sich sechs Gäste darin aufhielten. An derselben Adresse war bereits im September des Vorjahres ein 59-jähriger Mitarbeiter durch einen Schuss in den Arm verletzt worden. Diese Taten werden intensiv untersucht, wie die Ermittlungen zu den Schüssen auf ein Lokal in Berlin-Neukölln zeigen.
Auch in Moabit eskalierte die Gewalt: Nach einem Streit in einer Shisha-Bar wurden zwei Männer im Alter von 21 und 26 Jahren durch Schüsse und Stiche schwer verletzt. Die Berliner Polizei nahm beide Personen vorläufig fest. Ob diese Taten in direktem Zusammenhang mit netzwerkartiger Kriminalität stehen, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die Erkenntnisse fließen auch in das aktuelle LKA Lagebild zur Clankriminalität in Berlin ein.

Welche Bilanz zieht die Sondereinheit „Ferrum“ bisher?
Die Einrichtung der BAO „Ferrum“ zeigt erste messbare Ergebnisse im Kampf gegen die Waffengewalt. Die Bündelung der Kompetenzen beim LKA hat die Ermittlungen spürbar beschleunigt. Die Bilanz für den Zeitraum von der Gründung im November 2025 bis Ende Februar 2026 belegt die Notwendigkeit dieser Maßnahme.
Mit 260 eingeleiteten Verfahren, 18 sichergestellten scharfen Waffen und 13 vollstreckten Haftbefehlen konnten die Ermittler wichtige Schläge gegen die Täterstrukturen führen. Diese Zahlen verdeutlichen den hohen Druck, unter dem die kriminellen Milieus nun stehen. Die zentrale Bearbeitung soll sicherstellen, dass Zusammenhänge zwischen einzelnen Taten schneller erkannt und Täterserien effektiver aufgeklärt werden können.

Häufige Fragen zu Schüsse Berlin Schöneberg
Wann genau passierten die Schüsse Berlin Schöneberg am Imbiss?
Die Schüsse Berlin Schöneberg auf das Speisenausgabefenster eines Imbisses wurden am Morgen des Ostersonntags gegen 6 Uhr vom Betreiber entdeckt. Die Kriminaltechnik stellte vor Ort zwei Patronenhülsen sicher.
Welche Sondereinheit ermittelt nach den Angriffen?
Das Landeskriminalamt hat die Sondereinheit „Ferrum“ eingesetzt, die sich zentral um Schusswaffenkriminalität kümmert. Flankiert wird sie von der Ermittlungsgruppe „Telum“ der Berliner Staatsanwaltschaft.
Gab es bei den Vorfällen in Schöneberg Verletzte?
Beim Angriff auf den Imbiss am Ostersonntag wurde niemand verletzt. Zuvor wurde jedoch ein 38-Jähriger in der Schöneberger Ebersstraße gegen Mitternacht durch einen Schuss ins Gesäß schwer verletzt.
Sind die Täter der Schüsse Berlin Schöneberg gefasst?
Für den Angriff auf den Imbiss laufen die Ermittlungen noch (Stand: April 2026). Nach den Schüsse Berlin Schöneberg in der Ebersstraße auf den 38-Jährigen konnten jedoch drei Verdächtige im Alter von 19, 20 und 21 Jahren in Hessen festgenommen werden.
Wie viele Schusswaffendelikte gibt es in Berlin?
Die Polizei registrierte im Jahr 2025 insgesamt 1.119 Delikte mit Schusswaffen. In 515 dieser Fälle wurde tatsächlich geschossen, wobei in dieser Statistik auch der Einsatz von Schreckschusswaffen erfasst ist.
Fazit
Die Schüsse Berlin Schöneberg verdeutlichen eine alarmierende Eskalation der Waffengewalt im öffentlichen Raum der Hauptstadt. Mit 515 registrierten Schussabgaben allein im Jahr 2025 und einer Serie von Angriffen auf Lokale ist das Sicherheitsgefühl vieler Berlinerinnen und Berliner erheblich beeinträchtigt. Die Ermittlungsbehörden stehen unter massivem Handlungsdruck, um das Gewaltmonopol des Staates durchzusetzen.
Die Gründung der LKA-Sondereinheit „Ferrum“ und der staatsanwaltschaftlichen Gruppe „Telum“ ist eine konsequente und notwendige Reaktion auf diese Entwicklung. Die ersten Erfolge mit 260 eingeleiteten Verfahren und 13 Haftbefehlen sind ein wichtiges Signal. Für die Anwohner in den betroffenen Bezirken bleibt jedoch entscheidend, ob diese strukturellen Maßnahmen ausreichen, um bewaffnete Konflikte dauerhaft von den Straßen Berlins zu verdrängen und die Sicherheit nachhaltig wiederherzustellen.




