Vom 21. bis 26. Juni 1933 verschleppte und folterte die SA in Berlin-Köpenick mehrere hundert Menschen – mindestens 23 von ihnen starben. Zum Gedenken an die Opfer der Köpenicker Blutwoche lädt der Bezirk Treptow-Köpenick im Juni 2026 zu einer Gedenkveranstaltung, einem Figurentheaterstück und kostenlosen Führungen. Hier findest du alle Termine, Orte und Hintergründe im Überblick.
📑 Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Gedenkveranstaltung: Sonntag, 21. Juni 2026, 18:00 Uhr, Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche.
- Figurentheater «Wenn alles auseinanderfällt»: 21. Juni 2026, 19:00 Uhr – Eintritt frei, Anmeldung per E-Mail.
- Drei kostenlose Führungen im Juni: Montag, 1. Juni, Mittwoch, 10. Juni und Montag, 15. Juni, jeweils 18:00 Uhr.
- Die Gedenkstätte liegt in der Puchanstraße 12 in Köpenick – im ehemaligen Amtsgerichtsgefängnis von 1933.
- Vom 21. bis 26. Juni 1933 verschleppte die SA bis zu 500 Menschen, mindestens 23 wurden ermordet.
Köpenicker Blutwoche: Die Gedenkveranstaltung am 21. Juni

Die zentrale Gedenkveranstaltung zur Köpenicker Blutwoche findet am Sonntag, 21. Juni 2026, um 18:00 Uhr in der Gedenkstätte in der Puchanstraße 12 statt. Eröffnet wird der Abend von Marco Brauchmann, Bezirksstadtrat für Weiterbildung, Schule, Kultur und Sport in Treptow-Köpenick. Das Grußwort hält Marlon Bünck, Landesvorsitzender Berlin-Brandenburg des Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V.
Musikalisch begleitet wird das Gedenken von Andrea Chudak (Sopran) und Lidiya Naumova (klassische Gitarre). Der Termin fällt bewusst auf den Jahrestag: Am 21. Juni 1933 begann die Verhaftungswelle, die bis zum 26. Juni andauerte. Weitere Veranstaltungstipps aus Berlin sammeln wir laufend in unserem Kulturkalender.
Figurentheater «Wenn alles auseinanderfällt»
Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung zeigt die Gedenkstätte um 19:00 Uhr das Figurentheaterstück «Wenn alles auseinanderfällt». Das Stück von Stefka Ammon, Astrid Endruweit und Susi Claus fragt: Was geschah in Köpenick im Juni 1933 – und was bedeuten die Verbrechen für uns heute? Die Inszenierung entstand auf Grundlage von Archivdokumenten und Gesprächen mit Nachfahrinnen und Nachfahren der Opfer und richtet sich ausdrücklich auch an junge Menschen.
Regie führt Astrid Endruweit, auf der Bühne stehen Susi Claus und Astrid Endruweit. Das temporäre Denkmal und die künstlerische Mitarbeit verantwortet Stefka Ammon, den Figurenbau übernahm Judith Mähler. Der Eintritt ist frei. Wer dabei sein möchte, meldet sich vorab per E-Mail unter museum@ba-tk.berlin.de an. Mehr aus der Berliner Theaterszene findest du im Kulturressort.
Öffentliche Führungen durch die Gedenkstätte im Juni
Zusätzlich zum Gedenken bietet die Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche im Juni 2026 drei kostenlose öffentliche Führungen an. Die Termine: Montag, 1. Juni, Mittwoch, 10. Juni und Montag, 15. Juni, jeweils um 18:00 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahme ist kostenfrei. Die Führungen ordnen die Ereignisse von 1933 in den Kontext der NS-Machteroberung ein und erklären, warum der Ort bis heute ein Mahnmal ist. Weitere Gedenkorte stellen wir dir in unserer Übersicht Berliner Gedenkstätten vor.
Was war die Köpenicker Blutwoche?
Die Köpenicker Blutwoche war eine der frühesten und brutalsten Gewaltwellen der Nationalsozialisten. Zwischen dem 21. und 26. Juni 1933 verschleppte die SA im Berliner Ortsteil Köpenick – unterstützt von SS und Gestapo – bis zu 500 politisch Andersdenkende, Sozialdemokraten, Kommunisten sowie Jüdinnen und Juden. Mindestens 23 Menschen starben.
Auslöser waren das reichsweite Verbot des Deutschnationalen Kampfrings und der SPD. Als sich das SPD- und Reichsbanner-Mitglied Anton Schmaus seiner Festnahme widersetzte und in Notwehr drei SA-Männer niederschoss, eskalierte die Gewalt. Das Köpenicker Amtsgerichtsgefängnis diente als zentrale Haft- und Folterstätte. Der Berliner Gauleiter Joseph Goebbels verantwortete den Terror in der Hauptstadt maßgeblich. Heute sind 23 Todesopfer namentlich nachgewiesen; Historiker gehen von einer höheren Dunkelziffer aus. Die Köpenicker Blutwoche gilt als Testfall der NS-Führung – und als Beispiel für das Versagen von Justiz, Polizei und Zivilgesellschaft. Mehr zur Berliner NS-Zeit findest du in unserem Bereich Berliner Geschichte.
Gedenkstätte besuchen: Adresse und Öffnungszeiten
Die Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche befindet sich in der Puchanstraße 12, 12555 Berlin, im Ortsteil Köpenick des Bezirks Treptow-Köpenick. Geöffnet ist dienstags und donnerstags von 10:00 bis 18:00 Uhr sowie samstags und sonntags von 14:00 bis 18:00 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung für den Ausstellungsbesuch ist nicht nötig. Erreichbar ist die Gedenkstätte gut über den S-Bahnhof Köpenick. Weitere Meldungen aus dem Südosten findest du unter Aktuelles aus Treptow-Köpenick. Weitere Informationen findest du beim Bezirksamt unter berlin.de/bildung-t-k sowie auf der offiziellen Seite der Gedenkstätte.
Vom 21. bis 26. Juni 1933 wurde aus dem Köpenicker Amtsgerichtsgefängnis eine Folterstätte: bis zu 500 Verschleppte, mindestens 23 Ermordete. Dass Treptow-Köpenick dieses Kapitel Jahr für Jahr öffentlich aufarbeitet, ist mehr als Pflichtprogramm. Die Blutwoche fand 1933 nicht im Verborgenen statt, sondern vor den Augen der Nachbarschaft – genau das macht das Gedenken 2026 so aktuell. Das Figurentheater «Wenn alles auseinanderfällt» richtet sich bewusst an junge Berlinerinnen und Berliner, denn die Erinnerung an die Köpenicker Blutwoche lebt nur weiter, wenn sie weitergegeben wird.
Quellen
| Quelle | Inhalt |
|---|---|
| Bezirksamt Treptow-Köpenick | Pressemitteilung vom 29. Mai 2026 zu den Gedenkveranstaltungen |
| berlin.de | Offizielle Seite der Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche |
| bpb.de | Bundeszentrale für politische Bildung zur historischen Einordnung |
Häufige Fragen zur Köpenicker Blutwoche
Wann findet das Gedenken an die Köpenicker Blutwoche 2026 statt?
Die zentrale Gedenkveranstaltung läuft am Sonntag, 21. Juni 2026, um 18:00 Uhr in der Gedenkstätte. Um 19:00 Uhr folgt das Figurentheater «Wenn alles auseinanderfällt». Dazu gibt es im Juni drei kostenlose Führungen.
Was kostet der Eintritt?
Alle Angebote sind kostenfrei. Für das Figurentheater am 21. Juni ist eine Anmeldung per E-Mail an museum@ba-tk.berlin.de nötig. Für die Führungen und den normalen Ausstellungsbesuch ist keine Anmeldung erforderlich.
Wo liegt die Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche?
Die Gedenkstätte befindet sich in der Puchanstraße 12, 12555 Berlin, im Ortsteil Köpenick des Bezirks Treptow-Köpenick. Sie liegt im ehemaligen Amtsgerichtsgefängnis und ist gut über den S-Bahnhof Köpenick erreichbar.
Was geschah während der Köpenicker Blutwoche?
Zwischen dem 21. und 26. Juni 1933 verschleppte und folterte die SA in Köpenick bis zu 500 Menschen. Mindestens 23 wurden ermordet. Es war eine der frühesten öffentlichen Gewaltwellen der NS-Diktatur.
Muss ich mich für die Führungen anmelden?
Nein. Für die öffentlichen Führungen am 1., 10. und 15. Juni 2026 ist keine Anmeldung nötig, die Teilnahme ist kostenlos. Lediglich für das Figurentheater wird um eine vorherige Anmeldung gebeten.
Unsere Einordnung
Gedenken ist kein Selbstläufer. Dass die Gedenkstätte 2026 erneut Theater, Musik und Führungen zusammenbringt – und gezielt junge Menschen anspricht – ist genau der richtige Weg. Wer einmal im Hof des alten Amtsgerichts stand, versteht, warum dieser Ort in Köpenick bleiben muss. Hingehen lohnt sich.
– Ariane Nagel, Kultur- & Meinungsredakteurin, BerlinEcho
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ℹ️ Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde unter Einsatz von KI-Tools (Claude, Gemini) recherchiert und vorstrukturiert, anschließend redaktionell überarbeitet, mit Berliner Lokalkenntnis ergänzt und faktengeprüft durch die BerlinEcho-Redaktion.





