Illegale Waffen Berlin: Der Senat will den Besitz und Handel mit illegalen Schusswaffen härter bestrafen. Geplant ist eine Bundesratsinitiative, mit der illegaler Waffenbesitz und -handel künftig als Verbrechen statt nur als Vergehen eingestuft werden. Hintergrund sind die immer häufigeren Schießereien auf offener Straße. Die schärfere Einstufung soll der Polizei weiterreichende Ermittlungsmöglichkeiten geben. Angekündigt hat den Gesetzesantrag Innen-Staatssekretär Christian Hochgrebe (SPD) im Innenausschuss.
📑 Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Der Berliner Senat bringt eine Bundesratsinitiative zur Verschärfung des Waffenrechts auf den Weg.
- Illegaler Besitz und Handel mit Schusswaffen sollen vom Vergehen zum Verbrechen hochgestuft werden.
- Senatsinnen- und Senatsjustizverwaltung haben den Antrag gemeinsam vorbereitet.
- Ziel sind weiterreichende Ermittlungsbefugnisse, etwa zur Aufklärung von Handelswegen.
- Da das Waffenrecht Bundessache ist, muss die Änderung über den Bundesrat laufen.
Illegale Waffen Berlin: Was der Senat plant

Beim Thema illegale Waffen Berlin setzt der Senat auf das Strafrecht. Weil das Waffenrecht Bundessache ist, kann das Land Berlin es nicht allein ändern – deshalb der Weg über eine Bundesratsinitiative. Den Gesetzesantrag haben Senatsinnenverwaltung und Senatsjustizverwaltung gemeinsam vorbereitet, er sollte im Senat besprochen werden.
Innen-Staatssekretär Christian Hochgrebe (SPD) kündigte das Vorhaben im Innenausschuss an. Kauf, Besitz, Führen, Handel und Herstellung von Schusswaffen ohne Erlaubnis sollen demnach künftig als Verbrechen gelten. Als Kernproblem nannte Hochgrebe die „hohe Verfügbarkeit von Waffen“ – sowohl scharfer Pistolen als auch Schreckschusswaffen. Weitere Beschlüsse aus dem Senat findest du in unserem Senats-Ressort.
Vom Vergehen zum Verbrechen – was sich ändert
Bislang ist der illegale Umgang mit Schusswaffen strafrechtlich nur ein Vergehen. Würde er zum Verbrechen, läge die Mindeststrafe höher, und der Polizei stünden weiterreichende Ermittlungsmittel zur Verfügung – etwa die Telekommunikationsüberwachung, die bei Verbrechen leichter angeordnet werden kann. Das soll vor allem helfen, Handelswege und Hintermänner aufzudecken.
Genau diese Ausweitung der Befugnisse ist allerdings umstritten: Datenschützer und Bürgerrechtler sehen die Verschärfung von Überwachungsmöglichkeiten regelmässig kritisch und fragen, ob höhere Strafen die Zahl der Schüsse tatsächlich senken. Eine Übersicht über die Kriminalitätslage bündeln wir im Ressort Kriminalität.
Warum Berlin handelt: Schüsse und Verfügbarkeit
Anlass ist die Zunahme von Schießereien im öffentlichen Raum. Berlin gehörte 2024 laut Bundeskriminalamt zu den Bundesländern mit der höchsten Häufigkeitszahl bei Straftaten mit Schusswaffengebrauch. Nach Einschätzung der Polizei geht rund die Hälfte der Schüsse auf persönliche Konflikte, Familienstreitigkeiten und Auseinandersetzungen im Clanmilieu zurück – einen Bandenkrieg zwischen großen Gruppen gebe es laut Polizeiführung aber nicht.
Die Polizei arbeitet bei der Bekämpfung des Waffenhandels mit Europol und skandinavischen Behörden zusammen, wo seit Jahren eine besorgniserregende Entwicklung bei Gewaltkriminalität verzeichnet wird, und steht im Austausch mit der türkischen Botschaft. Mehr zur Arbeit der Behörde findest du im Polizei-Ressort und im Themenbereich Clankriminalität.
Reaktionen von Polizei und Gewerkschaft
Unterstützung kommt von der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Sie beschrieb Berlin als Brennglas für eine Entwicklung, die das ganze Land betreffe, und verwies auf einen lukrativen Geschäftszweig der organisierten Kriminalität mit internationalen Bandenstrukturen. Das eigentliche Problem seien nicht die legalen Waffenbesitzer, sondern die große Zahl illegaler Schusswaffen im Umlauf.
Auch die Polizeiführung betont, dass schärfere Ermittlungsbefugnisse nötig seien, um Lieferketten zu zerschlagen. Ob die Bundesratsinitiative am Ende Gesetz wird, entscheidet sich allerdings nicht in Berlin, sondern auf Bundesebene. Aktuelle Lokalpolitik aus der Hauptstadt sammeln wir laufend in unserem Berlin-Ressort sowie im Service-Bereich.
Wann: Der Senat bringt den Vorstoß in diesem Sommer auf den Weg, wenige Monate vor der Abgeordnetenhauswahl im September 2026. Was: Aus einem Vergehen soll ein Verbrechen werden, mit härteren Strafen und mehr Ermittlungsbefugnissen. Bedeutung: Für Berlin ist das vor allem ein Signal – die eigentliche Wirkung hängt davon ab, ob der Bund mitzieht und ob mehr Befugnisse tatsächlich weniger Schüsse bedeuten. Sicherheitspolitik dürfte im Wahlkampf eine zentrale Rolle spielen, und dieser Antrag ordnet sich erkennbar dort ein. Wir verfolgen, wie die Initiative im Bundesrat weitergeht.
Quellen
| Quelle | Inhalt |
|---|---|
| Berliner Zeitung | Bundesratsinitiative, Hochgrebe-Statement, Einordnung der Polizei |
| Nordkurier (dpa) | Rechtsfolgen der Verbrechens-Einstufung, Hintergrund Schießereien |
| berlin.de – Senatsverwaltung für Inneres | Offizielle Zuständigkeit für Inneres und Sicherheit |
Häufige Fragen zu illegalen Waffen in Berlin
Was plant der Berliner Senat bei illegalen Waffen?
Beim Thema illegale Waffen Berlin bringt der Senat eine Bundesratsinitiative auf den Weg. Illegaler Besitz und Handel mit Schusswaffen sollen vom Vergehen zum Verbrechen hochgestuft werden, um der Polizei weiterreichende Ermittlungsmöglichkeiten zu geben.
Was ändert sich durch die Einstufung als Verbrechen?
Als Verbrechen läge die Mindeststrafe höher, und Ermittlungsmittel wie die Telekommunikationsüberwachung könnten leichter eingesetzt werden. Das soll vor allem die Aufklärung von Handelswegen und Hintermännern erleichtern.
Warum will Berlin das Waffenrecht verschärfen?
Anlass sind die zunehmenden Schießereien im öffentlichen Raum und die hohe Verfügbarkeit illegaler Schusswaffen. Berlin zählte 2024 zu den Bundesländern mit den meisten Straftaten mit Schusswaffengebrauch je Einwohner.
Gilt die schärfere Regelung schon?
Nein. Es handelt sich um eine Bundesratsinitiative. Da das Waffenrecht Bundessache ist, muss die Änderung erst den Bundesrat und den Bundestag durchlaufen, bevor sie in Kraft treten kann.
Unsere Einordnung
Härtere Strafen sind ein politisch starkes Signal – ob sie die Schüsse auf Berlins Straßen reduzieren, ist die eigentliche Frage. Befürworter argumentieren mit besseren Ermittlungsmöglichkeiten gegen den illegalen Handel, Kritiker mit den Grenzen härterer Strafandrohung und der Ausweitung von Überwachung. Klar ist: Der Vorstoß landet erst auf Bundesebene, bevor sich praktisch etwas ändert. Wir bleiben dran und berichten, wie es im Bundesrat weitergeht.
– Maik Möhring, Chefredakteur, BerlinEcho
ℹ️ Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde unter Einsatz von KI-Tools (Claude, Gemini) recherchiert und vorstrukturiert, anschließend redaktionell überarbeitet, mit Lokalkenntnis ergänzt und faktengeprüft durch die BerlinEcho-Redaktion.





