Über 7.600 Menschen haben eine Petition für strengere Regeln auf der Grillwiese im Volkspark Friedrichshain unterschrieben. Anwohnerinnen und Anwohner klagen über Lärm, Rauch und Müll bis tief in die Nacht – Grillende verteidigen den Park als eines der letzten frei zugänglichen Sommerziele der Stadt. Der Streit ums Grillen im Volkspark Friedrichshain spitzt sich zu. Wir erklären die Lage, die Regeln und was der Bezirk plant.
📑 Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Konfliktort ist die Grillwiese «Neuer Hain» an der Danziger Straße / Margarete-Sommer-Straße in Friedrichshain.
- Eine Petition für eine «respektvolle Nutzung» hat über 7.600 Unterschriften und soll dem Petitionsausschuss des Abgeordnetenhauses übergeben werden.
- Anwohner schrieben einen Brandbrief an Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann (Grüne); Hauptkritik: Lärm, Rauch, Müll und fehlende Toiletten.
- Der Park hat 46 ausgewiesene Grillplätze; offiziell ist eine Grillmarke nötig, faktisch wird die Regel kaum durchgesetzt.
- Ein generelles Grillverbot fordert die Petition ausdrücklich nicht – es geht um Ordnung, Kontrollen und Lärmschutz.
Grillen im Volkspark Friedrichshain: Worum geht es?

Im Zentrum des Streits steht die Grillwiese «Neuer Hain» im Volkspark Friedrichshain, einer der größten öffentlichen Grillplätze Berlins. An warmen Wochenenden – etwa am 1. Mai oder zu Pfingsten – versammeln sich dort hunderte Menschen mit Grills, Musikboxen und Verpflegung. Anwohner entlang der Danziger Straße berichten von Lärm und Rauch bis spät in die Nacht.
Der Volkspark Friedrichshain ist Berlins ältester kommunaler öffentlicher Park und liegt im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Genau diese zentrale Lage ist Teil des Problems: Direkt an die Grünanlage grenzen dichte Wohnblocks. Was für die einen ein willkommener Treffpunkt im dicht bebauten Kiez ist, bedeutet für andere eine dauerhafte Belastung. Mehr aus dem Bezirk findest du in unserer Übersicht zu Friedrichshain-Kreuzberg.
Was die Anwohner fordern
Die Anwohnerinitiative hat die Petition «Grillwiese Friedrichshain: Für respektvolle Nutzung und zur Erholung aller» gestartet. Über 7.600 Menschen haben unterschrieben. In der Petition heißt es, die aktuelle Nutzung stelle eine massive und unzumutbare Belastung für Mensch, Tier und Natur dar. Konkret fordern die Anwohner die konsequente Durchsetzung der Grillregeln, ein Verbot großer Musikboxen, Bands und Karaokeanlagen, regelmäßige Kontrollen, sanitäre Infrastruktur sowie eine verbindliche Räumung um 22 Uhr.
Zusätzlich richteten Anwohner einen Brandbrief an Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann (Grüne). Beim Ordnungsamt gingen für die Adresse Danziger Straße 210 – dort liegt der Haupteingang des «Neuen Hains» – seit Mai mehrere Beschwerden über das öffentliche Meldeportal des Bezirksamts ein. Die Belastung sei so groß, dass Lüften kaum möglich sei und an Schlaf vor Mitternacht nicht zu denken sei. Wie sich ähnliche Konflikte anderswo entwickeln, zeigen unsere Bezirks-Berichte aus ganz Berlin.
Die andere Seite: Grillen als Sommerritual
Für viele Berlinerinnen und Berliner gehört das Grillen im Park zum Sommer. Wer in einer innerstädtischen Mietwohnung ohne Balkon oder Garten lebt, hat kaum Alternativen zum öffentlichen Grünraum. Genau hier liegt die Grundsatzfrage: Wofür ist ein Park inmitten der Stadt eigentlich da? Während Eigenheimbesitzer im eigenen Garten grillen können, weichen viele Mieterinnen und Mieter notgedrungen auf öffentliche Flächen aus.
Der Volkspark erfüllt damit eine soziale Funktion, die in einer Stadt mit knappem und teurem Wohnraum schwer zu ersetzen ist. Auch im Bezirk wird betont, dass die meisten Grillenden sich an Regeln halten – das Problem seien einzelne Großgruppen und private Partys mit lauter Technik. Es geht also weniger um ein Entweder-oder als um die Balance zwischen Erholung, Nachbarschaft und Naturschutz. Weitere Lifestyle-Themen rund ums Berliner Stadtleben sammeln wir laufend.
Grillregeln im Volkspark Friedrichshain: Was erlaubt ist
Grillen ist im Volkspark Friedrichshain nur auf der ausgewiesenen Fläche «Neuer Hain» erlaubt, nicht im übrigen Park. Dort gibt es 46 Grillplätze. Offiziell ist dafür eine sogenannte Grillmarke nötig. In der Praxis wird diese Regel kaum durchgesetzt, und es wird vielerorts auch außerhalb der Fläche gegrillt. Generell gilt in Berliner Grünanlagen: keine offenen Feuer abseits der Grillzonen, Rücksicht auf die Nachtruhe ab 22 Uhr und Müll wieder mitnehmen.
- Grillen nur auf der Fläche «Neuer Hain», nicht im restlichen Volkspark.
- Einweggrills und Kohle gehören in die dafür vorgesehenen Behälter, nicht in den Müll oder ins Gebüsch.
- Nachtruhe ab 22 Uhr – laute Musikboxen und Generatoren sind nicht vorgesehen.
- Aktuelle Regeln und mögliche Einschränkungen findest du in unserem Service-Guide zum Grillen in Berlin.
Was der Bezirk und die Politik planen
Laut Bezirksverwaltung wird der Volkspark Friedrichshain vor allem in den Sommermonaten regelmäßig kontrolliert. Den Anwohnern reicht das nicht. Bereits im Vorjahr wurde das Grillen eingeschränkt. In der Bezirksverordnetenversammlung scheiterte zuletzt ein Antrag der CDU-Fraktion, der mehr Präsenz von Parkläufern und Ordnungsamt, ein Lärmschutzkonzept und eine Räumung um 22 Uhr forderte – ausdrücklich ohne generelles Grillverbot. Grüne, SPD und Linke lehnten den Antrag ab.
Die Petition soll demnächst dem Petitionsausschuss des Abgeordnetenhauses übergeben werden. Ob daraus konkrete Maßnahmen folgen, ist offen. Klar ist: Der Konflikt zwischen Erholungssuchenden, Grillenden und Anwohnern wird den Sommer 2026 prägen. Wir halten dich über die Entwicklungen in Friedrichshain-Kreuzberg auf dem Laufenden. Externe Details zum Streit dokumentieren der Tagesspiegel und tip Berlin.
Seit Mai 2026 sammelt die Anwohnerinitiative am «Neuen Hain» Beschwerden – über 7.600 Unterschriften und ein Brandbrief an Clara Herrmann (Grüne) zeigen, wie hoch der Druck ist. Konkret bedeutet das für Friedrichshain: Ein einzelner Grillplatz an der Danziger Straße ist zum Brennpunkt eines stadtweiten Konflikts geworden, der jeden warmen Park betrifft – vom Görli bis zum Treptower Park. Die spannende Frage ist nicht «Grillen ja oder nein», sondern ob der Bezirk genug Personal, Toiletten und klare Regeln bereitstellt, um beide Seiten zufriedenzustellen. Bisher fehlt genau das.
Quellen
| Quelle | Inhalt |
|---|---|
| Tagesspiegel | Berichterstattung zur Petition und zum Grillkonflikt |
| tip Berlin | Einordnung und Hintergrund zur Grillwiese Neuer Hain |
| Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg | Beschwerde-Meldeportal und Angaben zu Kontrollen |
Häufige Fragen zum Grillen im Volkspark Friedrichshain
Ist Grillen im Volkspark Friedrichshain erlaubt?
Ja, aber nur auf der ausgewiesenen Grillwiese «Neuer Hain» an der Danziger Straße, nicht im übrigen Park. Für die 46 Grillplätze ist offiziell eine Grillmarke vorgesehen, die in der Praxis allerdings kaum kontrolliert wird.
Gibt es ein Grillverbot im Volkspark Friedrichshain?
Nein, ein generelles Grillverbot besteht aktuell nicht. Auch die Anwohner-Petition fordert kein Verbot, sondern strengere Regeln, mehr Kontrollen und Lärmschutz. Ein CDU-Antrag in der BVV wurde von Grünen, SPD und Linken abgelehnt.
Worüber beschweren sich die Anwohner?
Die Anwohner an der Danziger Straße kritisieren vor allem laute Musikboxen, Rauch, Müll und fehlende Toiletten bis tief in die Nacht. Über 7.600 Menschen haben eine Petition für eine respektvolle Nutzung unterschrieben.
Bis wann darf im Park gegrillt werden?
In Berliner Grünanlagen gilt die Nachtruhe ab 22 Uhr. Die Anwohner fordern eine verbindliche Räumung der Grillwiese zu dieser Zeit. Eine durchgesetzte feste Schließzeit gibt es bislang aber nicht.
Wo liegt die Grillwiese genau?
Die Grillwiese «Neuer Hain» befindet sich im Volkspark Friedrichshain im Bereich Danziger Straße / Margarete-Sommer-Straße im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Der Haupteingang liegt an der Danziger Straße 210.
Unsere Einordnung
Der Streit um die Grillwiese ist kein Berliner Randthema, sondern ein Verteilungskonflikt um knappen Stadtraum. Beide Seiten haben recht: Niemand muss nachts Bässe und Qualm im Schlafzimmer ertragen – und niemand sollte Familien den einzigen erreichbaren Grillplatz nehmen. Lösen lässt sich das nur mit Personal, Toiletten und durchgesetzten Regeln, nicht mit Empörung. Der Bezirk ist am Zug.
– Ariane Nagel, Kultur- & Meinungsredakteurin, BerlinEcho
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ℹ️ Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde unter Einsatz von KI-Tools (Claude, Gemini) recherchiert und vorstrukturiert, anschließend redaktionell überarbeitet, mit Berliner Lokalkenntnis ergänzt und faktengeprüft durch die BerlinEcho-Redaktion.





