176 Meter, 45 Etagen, Eröffnung Ende 2026: Der Estrel Tower Berlin in Berlin-Neukölln steht kurz vor dem Sprung vom Rohbau zum fertigen Hochhaus. An der Sonnenallee laufen aktuell die letzten Fassadenarbeiten, ein Fensterputzkran auf dem Dach setzt die finalen Glaselemente in 176 Metern Höhe. Parallel zieht der Innenausbau in den oberen Geschossen an. Wenn alles nach Plan läuft, begrüßt das künftig höchste Hotel Deutschlands schon im Sommer 2026 die ersten Gäste im Soft Opening.
Das Wichtigste in Kürze
- Standort: Sonnenallee 228, Berlin-Neukölln, direkt gegenüber dem bestehenden Estrel-Hotel
- Höhe: 176 Meter, 45 Etagen, 77.500 Quadratmeter Bruttogeschossfläche
- Architektur: Barkow Leibinger (Wettbewerb 2014 gewonnen), Bauherren: Ekkehard und Maxim Streletzki
- Soft Opening: Sommer 2026, geplante Vollfertigstellung: Ende 2026
- Nutzung: Hotel, Kongressflächen für 1.200 Personen, Coworking, Kunstgalerie, Gastronomie im Erdgeschoss
- Nachhaltigkeit: LEED-Platin-Zertifizierung angestrebt, Photovoltaik, Berliner Fernwärme, 100 Prozent Grünstrom auch in der Bauphase
Estrel Tower Berlin: Fassade an der Sonnenallee fast geschlossen

Auf der Seite zur Sonnenallee und zur Stadtautobahn A100 zeigt sich der Estrel Tower mittlerweile mit weitgehend geschlossener Gebäudehülle. Auf der Kanalseite, also Richtung Neuköllner Schifffahrtskanal, klaffen aktuell noch einzelne offene Fassadenflächen. Diese Lücken waren bewusst freigehalten worden: Bauteams nutzten sie über Monate, um Material und Trockenbauelemente in den Turm einzubringen. Jetzt schließen sie sich Schritt für Schritt.
Auf dem Dach steht seit einigen Tagen ein sogenannter Fensterputzkran. Mit ihm setzen Arbeiter in 176 Metern Höhe die letzten Glaselemente in den Aluminiumrahmen ein. Die markante Aluminium-Finnen-Fassade, ein Markenzeichen des Entwurfs von Barkow Leibinger, dient gleichzeitig als außenliegender Sonnenschutz und minimiert das Aufheizen der Geschosse. Endlich Bewegung an der schwierigsten Stelle.
Innenausbau läuft parallel: Atrium, Trockenbau, Haustechnik
Parallel zur Fassade arbeitet das Bauteam an mehreren Fronten im Innern. Die Verglasung des Atriums zwischen Turm und Sockelbau ist nach Angaben der Bauberichte von ENTWICKLUNGSSTADT bereits eingebaut. In den oberen Geschossen laufen Trockenbauarbeiten, die ersten haustechnischen Anlagen sind installiert. Bauarbeiter verlegen zudem in einzelnen Bereichen schon Bodenbeläge. Der Sockelbau ist äußerlich größtenteils fertig und schließt den Blockrand zur Sonnenallee.
Damit folgt das Projekt dem Muster der vergangenen Monate – ein Muster, das man von vielen Berliner Grossbaustellen kennt: erst der Turm in voller Höhe, dann der mehrgeschossige Sockel mit metallischer Fassade, jetzt die finalen Fugen und der Innenausbau. Ein klassischer Hochhaus-Schlussspurt.
Wer baut hier? Streletzki, Barkow Leibinger und eine lange Geschichte
Hinter dem Tower stehen Ekkehard Streletzki, Gründer des Estrel Berlin, und sein Sohn Maxim Streletzki als Bauherren. Der Entwurf des deutsch-amerikanischen Berliner Architekturbüros Barkow Leibinger setzte sich bereits 2014 in einem Wettbewerb durch. Baubeginn war 2021. Ursprünglich anvisiertes Eröffnungsjahr: 2024. Dann 2025. Aktuell: Ende 2026. Wer in den letzten Jahren Hochhausprojekte in Berlin verfolgt hat, kennt diese Zeitschiene.
Die Insellage des Grundstücks ist speziell: südlich die Sonnenallee, nördlich die Ringbahn, östlich der Neuköllner Schifffahrtskanal, westlich die unterirdisch geführte A100. Direkt um die Ecke liegt der S-Bahnhof Sonnenallee. Ein unterirdischer Tunnel unter der Sonnenallee wird Tower und Bestandshotel verbinden, sodass Hotelgäste, Kongressteilnehmer und Mitarbeitende auf kurzem Weg pendeln können.
Was kommt in den Tower? Hotel, Kongress, Kunst und Gastronomie
Der Estrel Tower ist kein reines Hotelhaus. Auf den 45 Etagen verteilen sich nach Angaben des Bauherren Estrel Berlin ein Hotel mit mehreren Hundert Zimmern, Coworking-Flächen, ein Veranstaltungsbereich für bis zu 1.200 Personen, eine Kunstgalerie und eine öffentlich zugängliche Gastronomie im Erdgeschoss. Die Idee dahinter: Der Bau soll sowohl autark funktionieren als auch mit dem bestehenden Estrel-Komplex auf der anderen Straßenseite zusammenspielen, der bereits heute zu Europas größten Hotel-, Entertainment- und Kongresskomplexen zählt. Damit wächst auch das Berliner Hotelgewerbe um eine prominente Adresse.
Für Neukölln und die Bezirksverwaltung unter Bürgermeister Martin Hikel (SPD) ist das ein Standortgewinn. Der Bezirk mit seinen 327.000 Einwohnern bekommt ein Hochhaus, das nach der Eröffnung als Wahrzeichen im Süden Berlins funktioniert und weit über die Stadtgrenze hinaus sichtbar ist.
Nachhaltigkeit: LEED Platin, Fernwärme, Grünstrom
Die Bauherren streben für den Tower die höchste Stufe der internationalen Immobilien-Nachhaltigkeitszertifizierung LEED an: Platin. Dafür kombinieren sie mehrere Bausteine: eine eigene Photovoltaikanlage auf dem rund 1.000 Quadratmeter großen Aluminiumdach, eine energiesparende Fassadenkonstruktion mit den charakteristischen Aluminium-Finnen, ein intelligentes Energie-Managementsystem und die klimaneutrale Wärmeversorgung über das Berliner Fernwärmenetz. Schon in der Bauphase nutzt das Projekt nach eigenen Angaben ausschließlich Grünstrom. Damit ordnet sich der Bau in den breiteren Trend der Berliner Stadtentwicklung ein, in der LEED- und DGNB-Zertifizierungen zunehmend Standard werden.
Ob das Gesamtpaket am Ende auch das LEED-Platin-Siegel bekommt, entscheidet sich erst nach Inbetriebnahme. Aber das Anspruchsniveau ist gesetzt.
Wann? Der Estrel Tower wurde 2014 im Wettbewerb entschieden, 2021 begann der Bau, die Endhöhe von 176 Metern wurde 2024 erreicht. Was? Mit 45 Etagen wird der Bau nach dem Berliner Fernsehturm das zweithöchste Bauwerk der Stadt und Deutschlands höchstes Hotel. Was bedeutet das? Berlin bekommt nach Jahrzehnten städtebaulicher Zurückhaltung sein erstes echtes Wolkenkratzer-Statement, und das ausgerechnet in Neukölln, nicht in Mitte. Für den Bezirk ist das ein Schub bei Tourismus und Kongressgeschäft, für die A100-Anwohner ein neuer Fixpunkt am Horizont. Und für die Berliner Bauverwaltung der Beleg, dass selbst Hochhausprojekte hier rund acht Jahre vom Spatenstich bis zur Eröffnung brauchen.
Quellen und weitere Informationen
| Quelle | Inhalt |
|---|---|
| Estrel Berlin | Offizielle Bauherren-Mitteilung zum Richtfest und Eröffnungsplan |
| Barkow Leibinger Architekten | Architekturentwurf, Fassadenkonzept und Wettbewerbsbeitrag 2014 |
| BauNetz Wissen | Technische Daten, Baufortschritt und Planungsphasen |
| ENTWICKLUNGSSTADT | Aktuelle Baustellenberichte und Fotodokumentation |
| Bezirksamt Neukölln | Bebauungsplan XIV-245ba (Sonnenallee 228) |
Häufige Fragen zum Estrel Tower Berlin
Wie hoch wird der Estrel Tower Berlin?
Der Tower erreicht eine Höhe von 176 Metern und umfasst 45 Etagen. Damit wird der Hotelturm in Neukölln nach dem Fernsehturm das zweithöchste Bauwerk der Stadt und das höchste Hochhaus Berlins sowie das höchste Hotelgebäude Deutschlands.
Wann eröffnet der Estrel Tower?
Geplant ist ein Soft Opening im Sommer 2026, der reguläre Vollbetrieb soll bis Ende 2026 starten. Bauherr Maxim Streletzki nannte beim Richtfest Ende 2026 als Ziel. Verschiebungen sind angesichts der bisherigen Bauhistorie (ursprünglich 2024 geplant) allerdings nicht auszuschließen.
Wer ist der Architekt des Estrel Towers?
Den Estrel Tower entworfen hat das deutsch-amerikanische Berliner Architekturbüro Barkow Leibinger, das den Wettbewerb 2014 gewann. Bauherren sind Ekkehard Streletzki und sein Sohn Maxim Streletzki, die auch das bestehende Estrel Berlin betreiben.
Was kommt in den Estrel Tower hinein?
Der Turm beherbergt ein Hotel, Coworking-Flächen, einen Veranstaltungsbereich für bis zu 1.200 Personen, eine Kunstgalerie und eine öffentlich zugängliche Gastronomie im Erdgeschoss. Über einen unterirdischen Tunnel unter der Sonnenallee wird er mit dem bestehenden Estrel-Komplex verbunden.
Wo genau steht der Estrel Tower in Neukölln?
Der Turm steht an der Sonnenallee 228 in Berlin-Neukölln, direkt gegenüber dem bestehenden Hotel. Das Grundstück liegt in Insellage zwischen Sonnenallee, Ringbahn, Neuköllner Schifffahrtskanal und der unterirdisch geführten A100. Der S-Bahnhof Sonnenallee ist fußläufig erreichbar.
Wie nachhaltig ist der Estrel Tower?
Die Bauherren streben die LEED-Platin-Zertifizierung an. Geplant sind eine Photovoltaikanlage auf dem 1.000 Quadratmeter großen Aluminiumdach, eine klimaneutrale Wärmeversorgung über das Berliner Fernwärmenetz und ein intelligentes Energie-Managementsystem. Schon in der Bauphase wird nach Angaben des Estrel ausschließlich Grünstrom genutzt.
Unsere Einordnung
Der Estrel Tower Berlin ist mehr als ein Hotel mit Aussicht. Er ist ein städtebaulicher Lackmustest für eine Stadt, die mit Hochhäusern lange fremdelte. Dass Berlins erstes echtes Wolkenkratzer-Statement nicht in Mitte oder am Alexanderplatz steht, sondern in Neukölln zwischen A100 und Schifffahrtskanal, ist die eigentliche Pointe. Ob der Bau den Bezirk wirklich aufwertet oder ob er nur ein abgeschlossener Tourismus-Container bleibt, entscheidet sich erst, wenn die Erdgeschoss-Gastronomie öffnet und der unterirdische Tunnel zum Bestandshotel in Betrieb geht. Die Latte liegt hoch, im wahrsten Sinne des Wortes.
– Hannes Nagel, Wirtschafts- und Verkehrsredakteur, BerlinEcho
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ℹ️ Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde unter Einsatz von KI-Tools (Claude, Gemini) recherchiert und vorstrukturiert, anschließend redaktionell überarbeitet, mit Berliner Lokalkenntnis ergänzt und faktengeprüft durch die BerlinEcho-Redaktion.




