Das Dashi Diner Berlin an der Invalidenstraße in Mitte war weit mehr als nur ein weiteres asiatisches Restaurant – es war ein kulturelles Statement, das nun nach über vier Jahren geschlossen hat. Die Gründerinnen Thu Thuy Pham und Thao Westphal versuchten ab März 2022 die Neuerfindung des klassischen Diners, wurden jedoch nur Tage nach der Eröffnung mit rassistischen Stereotypen konfrontiert. Ich habe die Entwicklung dieses ambitionierten Projekts in Berlins politischem Zentrum beobachtet und analysiert, warum gute Gastronomie in der Hauptstadt oft politische Aufklärungsarbeit leisten muss.
- Eröffnung in Mitte: März 2022 (inzwischen dauerhaft geschlossen).
- Kulinarischer Fokus: Mix aus chinesischem Cha-Chaan-Teng und japanischem Kissaten.
- Design: Das dänische Studio Mentze Ottenstein prägte das minimalistische Interieur.
- Expansion: Der Ableger Dashi Canteen eröffnete im August 2024 in Charlottenburg.
| Merkmal | Details zum Dashi Diner | Quelle |
|---|---|---|
| Standort | Invalidenstraße 112, 10115 Berlin-Mitte | dashi.de |
| Gründerinnen | Thu Thuy Pham & Thao Westphal | Wallpaper* |
| Eröffnung | März 2022 | The Berliner |
| Aktueller Status | Dauerhaft geschlossen | dashi.de |
🥢 Ein ehrgeiziges Konzept an der Invalidenstraße
Als das Dashi Diner Berlin im März 2022 eröffnete, brachte es eine völlig neue Ästhetik in die Hauptstadt. Die beiden in Vietnam geborenen und in Deutschland aufgewachsenen Jugendfreundinnen Thu Thuy Pham und Thao Westphal schufen einen Ort, der bewusst mit Konventionen brach. Das Interieur, entworfen vom dänischen Studio Mentze Ottenstein, war hell, modern und minimalistisch. Kulinarisch verschmolzen hier chinesische Cha-Chaan-Teng-Cafés mit japanischen Kissaten (Teehäusern).
„Dashi dreht sich um die Auseinandersetzung mit unserer Kindheit und den Stolz auf unsere Erziehung“, erklärte Gründerin Pham gegenüber dem Magazin Wallpaper*. Ihre Geschäftspartnerin Westphal ergänzte: „Dashi ist eine Grundzutat, die es uns ermöglicht, östliche und westliche Geschmäcker zu kombinieren.“ Während sich das Viertel durch Großprojekte wie den Neubau Bundesumweltministerium Berlin Mitte städtebaulich rasant wandelt, bot das Diner einen urbanen Ankerpunkt, der Design und anspruchsvolle asiatische Küche vereinte.
⚠️ Rassismus nach der Eröffnung: Über die Grenzen des guten Geschmacks
Doch der Start des Dashi Diner Berlin verlief nicht ohne gesellschaftliche Reibungen. Nur Tage nach der Eröffnung wurden die Betreiberinnen mit rassistischen Stereotypen konfrontiert. Wie Bettina Grabl und Aida Baghernejad im Magazin Tip Berlin (Februar 2022) berichteten, zeigte sich hier ein strukturelles Problem der Berliner Gastronomie-Wahrnehmung: Asiatisches Essen wird von Teilen des Publikums oft automatisch mit billigen Preisen und einfachen Imbissen assoziiert.
Wenn junge asiatisch-deutsche Gastronominnen ein hochwertiges, designorientiertes Konzept mit entsprechenden Preisen präsentieren, stoßen sie an die „Grenzen des guten Geschmacks“ eines Publikums, das seine eigenen Vorurteile nicht reflektiert. Der Wandel vom rauen Kiez zur polierten Kulisse erinnert an die Entwicklung am Hackescher Markt Berlin, doch der Fall Dashi zeigt deutlich: Architektonische Aufwertung geht nicht immer mit gesellschaftlicher Offenheit einher.

📍 Dashi Canteen in Charlottenburg als neues Kapitel
Nach mehr als vier Jahren verkündeten die Betreiberinnen schließlich über ihre offizielle Website dashi.de die Schließung des Standorts in Mitte. „Was als kleiner Laden begann, wurde für uns zu viel mehr als nur einem Speiseraum – es war ein Ort der Begegnungen“, heißt es in der Abschiedsbotschaft. Das Dashi Diner Berlin in seiner ursprünglichen Form ist damit Geschichte.
Das Konzept lebt jedoch in abgewandelter Form weiter. Bereits im August 2024 eröffnete die Dashi Canteen an der Englischen Straße 21 in Charlottenburg. Mit Blick auf die Spree fokussiert sich der neue Ableger auf ein reduziertes Tagesmenü mit Sandos, Fries und Salaten, das von Montag bis Samstag zwischen 12:00 und 16:00 Uhr angeboten wird. Wer das ursprüngliche Diner mochte, findet hier zumindest kulinarisch einen Teil der Identität wieder.
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Wo genau befand sich das Dashi Diner Berlin Mitte?

Das ursprüngliche Dashi Diner Berlin lag an der Invalidenstraße 112 in 10115 Berlin-Mitte. Der Standort befand sich in direkter Nähe zu wichtigen politischen und kulturellen Institutionen der Hauptstadt.
Warum hat das Dashi Diner Berlin geschlossen?
Nach über vier Jahren Betrieb gaben die Betreiberinnen die Schließung bekannt. Konkrete wirtschaftliche Gründe wurden auf der offiziellen Website nicht im Detail genannt, jedoch betonten sie, dass das Dashi Diner Berlin für sie ein wichtiger Ort der Begegnung war.
Wer steckt hinter dem Konzept des Dashi?
Gegründet wurde das Lokal von Thu Thuy Pham und Thao Westphal. Die beiden in Vietnam geborenen und in Deutschland aufgewachsenen Freundinnen wollten mit dem Dashi Diner Berlin ihre kulturellen Wurzeln und westliche Einflüsse verbinden.
Welche rassistischen Vorfälle gab es nach der Eröffnung?
Kurz nach dem Start wurden die Betreiberinnen mit Stereotypen konfrontiert, die asiatisches Essen pauschal als billiges Imbiss-Essen abwerten. Das hochwertige Konzept des Dashi Diner Berlin stieß bei einigen Gästen auf Unverständnis, was eine Debatte über strukturellen Rassismus in der Gastronomie auslöste.
Gibt es eine Alternative zum geschlossenen Diner?
Ja, wenn du die Küche vermisst, kannst du die Dashi Canteen in der Englischen Straße 21 in Charlottenburg besuchen. Dort werden seit August 2024 tagsüber Sandos, Fries und Salate angeboten.

🏁 Fazit: Ein Verlust für die Berliner Gastro-Szene
Das Dashi Diner Berlin war ein mutiges Projekt, das kulinarische Exzellenz mit anspruchsvollem Design verband. Die Schließung nach vier Jahren an der Invalidenstraße ist ein herber Verlust für Mitte. Gleichzeitig zeigt die frühe Rassismus-Debatte um das Lokal, dass Berlins viel beschworene Weltoffenheit oft an ihre Grenzen stößt, wenn migrantisch gelesene Gründerinnen aus festgefahrenen Erwartungsmustern ausbrechen. Mit der neuen Canteen in Charlottenburg bleibt der Stadt zumindest ein Teil dieser wichtigen gastronomischen Handschrift erhalten.
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🗞 Über den Autor: Maik Möhring – Verantwortlicher & Chefredakteur
Gentrifizierung und Gastro-Hypes in Berlin-Mitte verdecken oft die strukturellen Probleme unserer Stadt. Dass ein innovatives Konzept an der Invalidenstraße sofort mit rassistischen Stereotypen kämpfen musste, zeigt mir, wie viel politische und gesellschaftliche Aufklärungsarbeit wir in Berlin noch vor uns haben.
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