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Politik

Cyberangriff Landesnetz Berlin: Anlaufstelle für Betroffene

Seit dem 10. September 2026 gibt es für Betroffene des Cyberangriffs auf das Berliner Landesnetz eine Anlaufstelle. Wer sich melden kann, was der Senat zu den Daten sagt und was noch offen ist.

Maik Möhring Veröffentlicht · aktualisiert
Serverschrank mit blinkenden Netzwerkkabeln in einem menschenleeren Rechenzentrum bei Nacht, ohne lesbare Bildschirminhalte, Symbolbild zum Cyberangriff Landesnetz Berlin
Serverschrank mit blinkenden Netzwerkkabeln in einem menschenleeren Rechenzentrum bei Nacht, ohne lesbare Bildschirminhalte, Symbolbild zum Cyberangriff Landesnetz Berlin (KI-generiertes Symbolbild) Das Bild wurde mit Kuenstlicher Intelligenz erzeugt, ist keine fotografische Aufnahme und zeigt weder den Ort noch das geschilderte Geschehen.
Inhalt (7 Abschnitte)
  1. Wo können sich Betroffene melden?
  2. Was ist beim Cyberangriff auf das Landesnetz passiert?
  3. Welche Daten sind betroffen?
  4. Was offen bleibt
  5. Wie es weitergeht
  6. Häufige Fragen zum Datenleck im Landesnetz
  7. Quellen

Berlin hat am 10. September 2026 eine zentrale Anlaufstelle für Betroffene des Cyberangriffs auf das Landesnetz eingerichtet. Zwei Senatsverwaltungen waren betroffen, gestohlene Daten wurden Anfang September veröffentlicht. Betroffene erreichen die Stellen per E-Mail. Hochsensible Daten sind nach Angaben von Digitalstaatssekretär Florian Hauer nicht betroffen.

Wer wissen will, ob er vom Datenleck im Berliner Landesnetz betroffen ist, kann sich seit dem an die Senatskanzlei wenden. Das Land hat dafür laut Mitteilung vom 10. September die Seite berlin.de/cyberangriff und drei E-Mail-Adressen eingerichtet. Hintergrund ist der Angriff auf die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen.

Update vom 30. September 2026: Nach Angaben von Tagesspiegel Background hat Digitalstaatssekretär Florian Hauer am Montag, 28. September, im Digitalausschuss des Abgeordnetenhauses weitere Schritte angekündigt. Die Aussagen sind bisher nicht durch eine Mitteilung des Senats bestätigt.

  • Landesverwaltung und Bezirksämter sollen bis Mitte Oktober eine vollständige Bestandsübersicht zu IT-Netzen, Fachverfahren und IT-Planungen vorlegen. Dabei seien viele Anwendungen aufgetaucht, die die Senatskanzlei vorher nicht kannte („Schatten-IT“).
  • Den IKT-Notfall erwartet Hauer „in wenigen Tagen“ aufgehoben, den forensischen Abschlussbericht des Dienstleisters Crowdstrike „in Kürze“.
  • Geplant sind unter anderem ein Informationssicherheitsmanagement in der gesamten Verwaltung, ein neuer Active-Directory-Verbund, Schulungen, dauerhaftes Sicherheitsmonitoring und ein Krisenplan zur Sicherung der Handlungsfähigkeit.
  • Die Berliner Datenschutzbeauftragte Meike Kamp sprach sich für ein IT-Sicherheitsgesetz für Berlin aus, mit Mecklenburg-Vorpommern als Vorbild.
  • Anlaufstelle seit 10. September 2026: Cyberangriff@senatskanzlei.berlin.de
  • Für Daten der Verkehrs- und Umweltverwaltung: Datenschutzvorfall@senmvku.berlin.de
  • Für Daten der Stadtentwicklungsverwaltung: Datenschutzvorfall@SenStadt.berlin.de
  • Bei Verdacht auf Missbrauch: Anzeige bei der Polizei Berlin

Wo können sich Betroffene melden?

Die Senatskanzlei hat die Kontaktwege gebündelt: allgemeine Fragen gehen an Cyberangriff@senatskanzlei.berlin.de. Für Anliegen zur Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt ist Datenschutzvorfall@senmvku.berlin.de zuständig, für die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen Datenschutzvorfall@SenStadt.berlin.de. Auf der Informationsseite des Landes stehen laut Senat Hintergründe, Verhaltenshinweise und ein FAQ-Bereich, die Seite werde regelmäßig aktualisiert.

Wer den Verdacht hat, dass seine Daten missbraucht werden, etwa für Betrug oder Identitätsdiebstahl, kann nach der Mitteilung vom 4. September Anzeige bei der Polizei Berlin erstatten, online über die Internetwache oder in einer Dienststelle. Die Berliner Datenschutzbeauftragte steht Betroffenen ebenfalls zur Verfügung. Identifizierte Betroffene sollen die zuständigen Verwaltungen nach einer Risikobewertung benachrichtigen.

Was ist beim Cyberangriff auf das Landesnetz passiert?

Zeitachse des Cyberangriffs auf das Berliner Landesnetz, Stand 30. September 2026
Datum Ereignis
14. August 2026 Beide betroffenen Senatsverwaltungen werden zur Sicherheit vom Landesnetz getrennt
17. August 2026 Der Senat macht den Vorfall öffentlich und schaltet Landeskriminalamt, Staatsanwaltschaft und Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik ein
28. August 2026 Alle Senatsverwaltungen sind laut Regierendem Bürgermeister Kai Wegner wieder im Landesnetz
4. September 2026 Die gestohlenen Daten sind veröffentlicht, Sicherheitsbehörden sichten sie
6. September 2026 Ein weiteres Datenpaket mit Zugangsdaten erscheint, die Stadtentwicklungsverwaltung verschärft ihre Schutzmaßnahmen
8. September 2026 Hauer: keine hochsensiblen oder sicherheitsrelevanten Daten betroffen
10. September 2026 Anlaufstelle für Betroffene eingerichtet

Der Senat gab seinen ersten Hinweis vom 17. August ohne Angaben zu Ausmaß und Hintergründen heraus, aus ermittlungstaktischen Gründen. Am 5. September richtete die Senatskanzlei nach eigener Mitteilung eine zentrale Steuerungseinheit unter Leitung von Hauer ein, in der Landeskriminalamt, die beiden Verwaltungen, die Datenschutzbeauftragte und Bundesbehörden mitarbeiten.

Welche Daten sind betroffen?

Hauer erklärte am 8. September nach Angaben des Landes, es seien keine Daten von hoher Sensibilität oder Sicherheitsrelevanz abgeflossen, auch nicht zu Bundeseinrichtungen oder der Bundeswehr. Betroffen sei nur die niedrigste Einstufung „Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch“. Mehr als 1,2 Millionen Dateien würden geprüft. Das Land hat weder die Zahl der Betroffenen noch die Datenmenge selbst genannt.

Die Sicherheitsseite BornCity nennt die Gruppe Rhysida als Urheber und rund 5,79 Terabyte gestohlene Daten. Der Senat hat weder den Namen der Gruppe noch die Menge bestätigt.

Was offen bleibt

  • Die Zahl der Betroffenen: Das Land nennt bisher keine Zahl und keine Aufschlüsselung nach Beschäftigten, Antragstellern oder Dritten.
  • Der Zeitpunkt: Die Anlaufstelle kam sechs Tage nach der Veröffentlichung der Daten am 4. September. Eine Erklärung dafür gibt die Mitteilung nicht.
  • Die Ursache: Wie die Angreifer ins Netz kamen, hat der Senat nicht mitgeteilt. Der forensische Abschlussbericht steht laut Hauer noch aus.

Wie es weitergeht

Bis Mitte Oktober soll die IT-Bestandsübersicht vorliegen, danach will die Senatskanzlei die neue Sicherheitsarchitektur planen. Wie das Land seine Infrastruktur auch anderswo krisenfester machen will, zeigt der Artikel Mobilfunk-Notstrom: Blackout im Südwesten. Mehr zur Landespolitik im Ressort Politik.

Häufige Fragen zum Datenleck im Landesnetz

Wie melde ich mich, wenn ich vom Datenleck im Berliner Landesnetz betroffen sein könnte?

Schreibe an die Senatskanzlei unter Cyberangriff@senatskanzlei.berlin.de. Geht es um die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, ist Datenschutzvorfall@senmvku.berlin.de zuständig, bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen Datenschutzvorfall@SenStadt.berlin.de. Die Informationsseite des Landes unter berlin.de/cyberangriff nennt Hintergründe, Verhaltenshinweise und häufige Fragen. Wer einen konkreten Missbrauch vermutet, kann Anzeige bei der Polizei Berlin erstatten.

Gibt es eine Liste der Betroffenen?

Eine öffentliche Liste ist in den Mitteilungen des Senats nicht genannt. Nach der Senatskanzlei sollen identifizierte Betroffene nach einer Risikobewertung von den jeweiligen Verwaltungen benachrichtigt werden. Wie viele Menschen betroffen sind, hat das Land bisher nicht mitgeteilt. Wer unsicher ist, kann die Anlaufstelle fragen. Bei Verdacht auf Betrug oder Identitätsdiebstahl empfiehlt der Senat eine Anzeige bei der Polizei.

Quellen

Maik Möhring

Verantwortlicher & Chefredakteur

Moin, ich bin Maik – Gründer von BerlinEcho und verantwortlicher Redakteur. Ich baue seit Jahren digitale Medien auf, die ich wirklich für notwendig halte: unabhängig, ohne Konzernlogik im Rücken, mit echten Menschen dahinter. Berlin fasziniert mich als Stadt …

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