Cyberangriff Landesnetz Berlin: Das Land Berlin hat am 10. September 2026 eine zentrale Anlaufstelle für Betroffene des Datenlecks eingerichtet. Rund 5,79 Terabyte Daten waren im August 2026 von der Gruppe Rhysida aus zwei Senatsverwaltungen gestohlen und Anfang September veröffentlicht worden. Betroffene erreichen die Anlaufstelle per E-Mail.
Wer wissen will, ob er vom Cyberangriff Landesnetz Berlin betroffen ist, kann sich seit dem 10. September 2026 an eine zentrale E-Mail-Adresse der Senatskanzlei wenden. Das teilte die Senatskanzlei am Donnerstag mit. Hintergrund ist der Hackerangriff der Gruppe Rhysida auf zwei Berliner Senatsverwaltungen, bei dem im August 2026 nach übereinstimmenden IT-Sicherheitsanalysen rund 5,79 Terabyte Daten erbeutet und Anfang September nach einer gescheiterten Lösegeldforderung im Darknet veröffentlicht wurden.
Betroffen sind die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen (SenStadt). Florian Hauer, Chief Digital Officer des Landes Berlin, erklärte laut Mitteilung der Senatskanzlei, die Verwaltung arbeite „mit Hochdruck an der Aufklärung des Cyberangriffs und der Bewältigung seiner Folgen“ – die Sicherheit der Berlinerinnen und Berliner habe Priorität.
Kurz zusammengefasst: Berlin richtet nach dem Datenleck im Landesnetz eine zentrale Kontaktstelle für Betroffene ein. Wer vermutet, von der Veröffentlichung persönlicher Daten betroffen zu sein, kann sich per E-Mail an die Senatskanzlei oder die zuständige Fachverwaltung wenden. Die Aufarbeitung des im August 2026 bekanntgewordenen Angriffs läuft parallel weiter.
📋 Das Wichtigste in Kürze
- Die Anlaufstelle für Betroffene wurde am 10. September 2026 freigeschaltet, mitgeteilt von der Senatskanzlei Berlin.
- Allgemeine Anfragen laufen über Cyberangriff@senatskanzlei.berlin.de.
- Für Anliegen zu SenMVKU-Daten: Datenschutzvorfall@senmvku.berlin.de, für SenStadt: Datenschutzvorfall@SenStadt.berlin.de.
- Betroffen sind laut IT-Sicherheitsberichten rund 5,79 Terabyte Daten aus zwei Senatsverwaltungen.
- Die Gruppe Rhysida hatte nach Berichten rund 2 Millionen Euro in Bitcoin gefordert – Berlin zahlte nicht.
- Die Daten wurden nach Berichten Anfang September 2026 im Darknet veröffentlicht.
- Der Angriff war laut Senat bereits am 17. August 2026 öffentlich gemacht worden.
📖 Inhaltsverzeichnis
🏛️ Was ist die neue Anlaufstelle für Betroffene des Cyberangriffs?
Die Senatskanzlei Berlin hat am 10. September 2026 eine gebündelte Kontaktstelle für Menschen eingerichtet, die glauben, von der Veröffentlichung ihrer Daten betroffen zu sein. Wer allgemeine Fragen hat, schreibt an Cyberangriff@senatskanzlei.berlin.de. Für Anliegen, die konkret die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt betreffen, ist Datenschutzvorfall@senmvku.berlin.de zuständig, für die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen Datenschutzvorfall@SenStadt.berlin.de.
Auf der Informationsseite des Landes Berlin sollen laut Senatskanzlei zusätzlich Hintergründe zum Angriff, Verhaltenshinweise für Betroffene und ein FAQ-Bereich bereitstehen. Die Seite werde „regelmäßig aktualisiert“, teilte die Senatskanzlei mit – konkrete neue Fristen für Betroffene nannte sie zum Start der Anlaufstelle nicht.
📊 Was ist beim Cyberangriff auf das Landesnetz Berlin passiert?
Nach Angaben von IT-Sicherheitsanalysten, die den Fall seit August 2026 begleiten, drang die Gruppe Rhysida bereits zwischen dem 7. und 12. August 2026 über eine Phishing-Mail in das Berliner Landesnetz ein. Ein Mitarbeiter soll auf einer gefälschten Login-Seite Zugangsdaten preisgegeben haben, worüber sich die Angreifer im Netz ausbreiten konnten.
Am 14. August 2026 wurden die betroffenen Verwaltungen vom Landesnetz getrennt, am 17. August 2026 machte der Senat den Vorfall öffentlich. Ende August wurde die Lösegeldforderung von Rhysida bekannt, laut Berichten rund 2 Millionen Euro in Bitcoin. Berlin zahlte nicht – am 4. September 2026 veröffentlichte die Gruppe die gestohlenen Daten nach Recherchen vollständig im Darknet.
🕵️ Wer steckt hinter dem Angriff – und warum zahlte Berlin nicht?
Rhysida ist eine seit 2023 aktive Ransomware-Gruppe, die weltweit Behörden, Kliniken und Bildungseinrichtungen angreift und gestohlene Daten bei ausbleibender Zahlung im Darknet versteigert oder veröffentlicht. Für Berlin bedeutete das: Weder die Zusage einer Zahlung noch Verhandlungen hätten nach Einschätzung von IT-Sicherheitsexperten eine Garantie gegen die Veröffentlichung geboten – ein Muster, das bei Ransomware-Fällen dieser Art wiederholt beobachtet wurde.
Zu den nach Berichten betroffenen Datenkategorien zählen Passangaben, Gehaltsunterlagen, in Dateien abgelegte Passwörter, Vertragsdetails, Aktenbestände zu Straffällen, Zahlungsvorgänge, Schwachstellenanalysen zur Berliner Wasserversorgung sowie Baupläne von Justizvollzugsanstalten und Notfallprotokolle. Die Senatskanzlei äußerte sich zur konkreten Zusammensetzung der veröffentlichten Daten in ihrer Mitteilung zur Anlaufstelle nicht im Detail.
👥 Wer ist betroffen und wie kann ich das prüfen?
Betroffen sein können Beschäftigte und Kundinnen und Kunden der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt sowie der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen – etwa, wer mit diesen Häusern dienstlich oder als Antragstellerin bzw. Antragsteller in Kontakt stand. Eine öffentliche, durchsuchbare Liste der Betroffenen gibt es nicht und wird laut Senatskanzlei aus Datenschutzgründen auch nicht bereitgestellt.
Wer unsicher ist, sollte sich direkt an die zuständige E-Mail-Adresse wenden, statt eigenständig im Darknet nach den veröffentlichten Daten zu suchen – davon raten IT-Sicherheitsstellen grundsätzlich ab. Presseanfragen zum Vorgang beantwortet die Pressestelle der Senatskanzlei unter presse-information@senatskanzlei.berlin.de bzw. telefonisch unter (030) 9026-2411. Einen ähnlichen Verlauf – Cyberangriff, tagelanger IT-Ausfall, verzögerte Kommunikation an Betroffene – hatte BerlinEcho bereits beim IT-Ausfall an der Charité dokumentiert. Auch bei den wiederholten Drohungen gegen die Berliner Stromnetz-Infrastruktur stand die Frage im Raum, wie gut kritische Systeme der Stadt abgesichert sind.
🏛️ BERLINECHO-EINORDNUNG
Was die Pressemitteilung zur Anlaufstelle nicht erzählt
Die Senatskanzlei verkauft die neue Anlaufstelle als Service für Betroffene. Was in der Mitteilung fehlt: eine Einschätzung, wie viele Menschen tatsächlich betroffen sind, und eine Erklärung, warum die Kontaktstelle erst gut eine Woche nach der vollständigen Veröffentlichung der Daten im Darknet stand.
1. Die Sicherheitslücke war bekannt
Nach Recherchen von IT-Sicherheitsanalysten hatte die Verwaltung bereits im Februar 2026 intern dokumentiert, dass „kein digitaler Geheimschutz möglich“ sei, weil die vorgesehene SINA-Infrastruktur nicht umgesetzt war. Das Einfallstor Phishing-Mail traf damit auf ein System, dessen Schwächen amtsintern bekannt waren.
2. Zwei Verwaltungen, ein Landesnetz
Dass gleich zwei Senatsverwaltungen betroffen sind, zeigt das Grundproblem: Ein gemeinsames Landesnetz bedeutet auch ein gemeinsames Risiko. Ein Einfallstor bei einer Behörde kann sich auf andere ausweiten, wenn Netzsegmente nicht sauber getrennt sind.
3. Eine Anlaufstelle ersetzt keine Meldung
Wer aktiv informiert werden will, ob die eigenen Daten konkret betroffen sind, muss selbst tätig werden und eine E-Mail schreiben. Eine proaktive, individuelle Benachrichtigung Betroffener – wie sie die Datenschutz-Grundverordnung bei hohem Risiko vorsieht – kündigt die Mitteilung nicht an.
4. Die politische Verantwortung bleibt offen
Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hatte bereits Ende August erklärt, „das Land Berlin lässt sich nicht erpressen“. Welche personellen oder strukturellen Konsequenzen aus der dokumentierten Sicherheitslücke folgen, ließ die Senatskanzlei in ihrer Mitteilung zur Anlaufstelle offen.
📌 EHRLICHE EINORDNUNG:
Die Anlaufstelle ist ein notwendiger, aber später Schritt. Die eigentliche Frage – warum eine seit Monaten bekannte Sicherheitslücke nicht geschlossen wurde, bevor Daten von Zehntausenden Berlinerinnen und Berlinern im Darknet landeten – beantwortet die Mitteilung nicht.
Maik Möhring · Chefredakteur BerlinEcho
Als Beobachter der Berliner Verwaltungsdigitalisierung wundert mich weniger der Angriff selbst als das Tempo der Reaktion – zwischen Datenveröffentlichung und Anlaufstelle lagen fast sechs Tage.
📊 Datenleck Landesnetz Berlin – die wichtigsten Etappen
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 7.–12. August 2026 | Rhysida verschafft sich nach Sicherheitsanalysen Zugriff auf das Landesnetz |
| 14. August 2026 | SenMVKU und SenStadt vom Landesnetz getrennt |
| 17. August 2026 | Senat macht den IKT-Vorfall öffentlich |
| 28. August 2026 | Erpressungsforderung von Rhysida wird bekannt |
| 4. September 2026 | Rhysida veröffentlicht die Daten im Darknet |
| 10. September 2026 | Anlaufstelle für Betroffene wird eingerichtet |
| Aspekt | Details | Quelle |
|---|---|---|
| Was | Anlaufstelle für Betroffene des Datenlecks eingerichtet | Senatskanzlei Berlin |
| Wer | Ransomware-Gruppe Rhysida | Wikipedia |
| Umfang | Rund 5,79 Terabyte Daten aus zwei Senatsverwaltungen | Born City (IT-Sicherheitsanalyse) |
❓ Häufige Fragen zum Cyberangriff Landesnetz Berlin
Wie erfahre ich, ob ich vom Cyberangriff Landesnetz Berlin betroffen bin?
Eine automatische, individuelle Prüfung bietet das Land Berlin nicht an. Wer vermutet, betroffen zu sein – etwa als Beschäftigte oder Kundin der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt oder der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen –, wendet sich an Cyberangriff@senatskanzlei.berlin.de oder die jeweilige fachspezifische Adresse. Eine öffentliche Betroffenenliste existiert aus Datenschutzgründen nicht.
Welche Daten wurden beim Datenleck Berlin veröffentlicht?
Nach Recherchen von IT-Sicherheitsanalysten zählen unter anderem Passangaben, Gehaltsunterlagen, in Dateien gespeicherte Passwörter, Vertragsunterlagen, Aktenbestände zu Straffällen sowie Schwachstellenanalysen kritischer Infrastruktur zu den betroffenen Datenkategorien. Die offizielle Mitteilung der Senatskanzlei zur Anlaufstelle nennt selbst keine abschließende Liste der veröffentlichten Daten.
Warum hat Berlin das geforderte Lösegeld nicht gezahlt?
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) erklärte Ende August 2026, das Land Berlin lasse sich nicht erpressen. IT-Sicherheitsexperten weisen zudem darauf hin, dass eine Zahlung an Ransomware-Gruppen wie Rhysida keine Garantie gegen eine spätere Veröffentlichung der Daten bietet und weitere Erpressungsversuche begünstigen kann.
Was bedeutet der Vorfall für andere Berliner Verwaltungen?
Direkt betroffen sind laut Senat bislang zwei Senatsverwaltungen. Der Fall hat aber eine Debatte über die IT-Sicherheit des gesamten Berliner Landesnetzes ausgelöst, da mehrere Verwaltungen dieselbe Netzinfrastruktur nutzen. Weitere technische und organisatorische Konsequenzen für andere Häuser hat der Senat zum Zeitpunkt der Anlaufstellen-Einrichtung nicht im Detail benannt.
Wie groß das Interesse an IT-Sicherheit in der Stadt inzwischen ist, zeigt auch die Arbeit des Chaos Computer Club Berlin, der seit Jahrzehnten vor Sicherheitslücken in öffentlicher Infrastruktur warnt. Mehr zu Berliner Landespolitik und weitere Berlin-News findest du in der jeweiligen Rubrik, Hintergründe zum Verwaltungsstandort Mitte in der Bezirksübersicht.
🏁 Fazit: Anlaufstelle da, offene Fragen bleiben
Mit der Anlaufstelle reagiert Berlin gut fünf Wochen nach dem ersten Zugriff auf das Landesnetz und sechs Tage nach der vollständigen Veröffentlichung der rund 5,79 Terabyte umfassenden Daten. Betroffene erreichen die Verwaltung jetzt über drei E-Mail-Adressen statt gar keiner zentralen Kontaktstelle. Offen bleibt, wie viele Berlinerinnen und Berliner konkret betroffen sind und welche technischen Konsequenzen der Senat aus der vorab bekannten Sicherheitslücke zieht.
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🗞 Über den Autor: Maik Möhring – Chefredakteur BerlinEcho
Ich beobachte für BerlinEcho Berliner Landespolitik und Verwaltungsdigitalisierung – und frage bei Behörden-Kommunikation gerne nach, was zwischen den Zeilen steht.
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