Die geplante Umbenennung für den Blücherplatz Neuer Name 2026 in Berlin-Kreuzberg sorgt für Diskussionen. Der Platz soll nach der jüdischen Widerstandskämpferin Eva Mamlok benannt werden, um ihren Mut und den weiblichen Widerstand zu ehren. Kritiker bemängeln jedoch die Tilgung des seit 162 Jahren bestehenden Namens von Generalfeldmarschall von Blücher, was eine Debatte über die Berliner Erinnerungskultur entfacht.
Das Wichtigste in Kürze
- Neuer Name: Der Blücherplatz in Kreuzberg soll künftig Eva-Mamlok-Platz heißen.
- Beschluss: Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg fasste den Beschluss am 14. April mit einer grün-rot-roten Mehrheit.
- Begründung: Die Umbenennung ehrt die jüdische Widerstandskämpferin Eva Mamlok (1918–1944) und soll den weiblichen Widerstand sichtbar machen.
- Bisheriger Namensgeber: Generalfeldmarschall von Blücher, eine Schlüsselfigur der Befreiungskriege, ziert den Platz seit 162 Jahren.
- Politische Linie: Ein BVV-Beschluss von 2005 fordert, Straßen und Plätze bevorzugt nach Frauen zu benennen, bis eine paritätische Verteilung erreicht ist.
Wer war Eva Mamlok und warum wird sie geehrt?
Um die Tragweite der Entscheidung zu verstehen, ist ein Blick auf die Biografie der neuen Namensgeberin unerlässlich. Eva Mamlok war eine Kreuzbergerin jüdischen Glaubens, die sich aktiv gegen die nationalsozialistische Diktatur auflehnte. Sie leistete ihren Widerstand genau dort, wo sie lebte – in unmittelbarer Nähe des heutigen Blücherplatzes. Ihr Mut kostete sie das Leben; sie starb 1944 an den Folgen von Zwangsarbeit im Konzentrationslager Stutthof bei Danzig.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Name | Eva Mamlok |
| Lebensdaten | 1918 – 1944 |
| Bekannt für | Widerstand gegen den Nationalsozialismus |
| Lokaler Bezug | Lebte und agierte in Berlin-Kreuzberg |
| Todesort | KZ Stutthof (Folgen der Zwangsarbeit) |
Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg argumentiert, dass mit der Benennung nicht nur ihre individuelle Lebensleistung gewürdigt wird. Laut einer Meldung im Tagesspiegel soll „weiter gefasst auch der Widerstand von Frauen und der von Juden und Jüdinnen insgesamt“ geehrt werden. Dieser Ansatz folgt einer klaren bezirklichen Linie: Bereits 2005 beschloss die Bezirksverordnetenversammlung (BVV), Straßen und Plätze so lange nach Frauen zu benennen, bis eine paritätische Verteilung erreicht ist.

Warum gibt es Kritik an der Umbenennung des Blücherplatzes?
Die Kontroverse um den Blücherplatz Neuer Name 2026 entzündet sich an der Verdrängung des bisherigen Namensgebers. Gebhard Leberecht von Blücher ist eine zentrale Figur der preußischen und europäischen Geschichte. Als Generalfeldmarschall trug er maßgeblich zur Befreiung Europas von der napoleonischen Herrschaft bei, insbesondere in der Völkerschlacht bei Leipzig und bei Waterloo. Er ist Ehrenbürger von Frankfurt, Hamburg, London, Oxford und Cambridge.
Der B.Z.-Kolumnist Gunnar Schupelius kritisierte den Beschluss scharf. In seinem Beitrag verteidigt er Blücher als Befreier und wirft dem Bezirksamt vor, den General unberechtigt als Schürer des Hasses auf Frankreich darzustellen. Tatsächlich findet sich in der Begründung des Bezirksamts der Vorwurf, Blücher habe den „Mythos des angeblichen Erzfeindes Frankreich“ begründet, der bis in die 1950er Jahre nachgewirkt habe. Für konservative Kritiker ist das eine unzulässige historische Verzerrung. Einen Namen wie Blücher tilgt man nicht, argumentieren sie, und es sei unredlich, Eva Mamlok gegen ihn auszuspielen.
Welche historischen Persönlichkeiten stehen sich gegenüber?
Die Debatte um die Umbenennung des Blücherplatzes zeigt exemplarisch, wie Berlin mit seinen historischen Schichten ringt. Auf der einen Seite steht die preußische Militärgeschichte, auf der anderen Seite die Aufarbeitung des Nationalsozialismus und die Sichtbarmachung von Frauen im öffentlichen Raum.
| Kriterium | Gebhard Leberecht von Blücher | Eva Mamlok |
|---|---|---|
| Historischer Kontext | Befreiungskriege gegen Napoleon (19. Jh.) | Widerstand gegen NS-Regime (20. Jh.) |
| Lokaler Bezug | Preußischer Staat, kein direkter Kreuzberg-Bezug | Lebte und leistete Widerstand direkt im Kiez |
| Politische Symbolik | Militärische Stärke, nationale Befreiung | Zivilcourage, jüdischer und weiblicher Widerstand |
Die politische Agenda im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ist dicht gedrängt. Neben sicherheitspolitischen Debatten, wie etwa um das Görlitzer Park Sicherheitskonzept 2026, rückt nun die Erinnerungskultur massiv in den Fokus. Die Fraktionen von Grünen, SPD und Linken setzen ihre Agenda konsequent um, auch gegen den Widerstand bürgerlicher Kreise.
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Wie läuft die Umbenennung in Kreuzberg ab und wann ist sie wirksam?
Straßenumbenennungen sind in Berlin formale Verwaltungsakte, die oft Monate oder Jahre dauern. Auch nach einem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) müssen verschiedene prozedurale Schritte durchlaufen werden. Dazu gehören Anhörungen der betroffenen Bürgerinnen und Bürger sowie die Organisation der notwendigen Adressänderungen für Anwohner und anliegende Institutionen wie das Finanzamt Kreuzberg. Obwohl der politische Wille klar formuliert ist, ist die administrative Umsetzung ein komplexer Prozess.

Häufige Fragen zu Blücherplatz Neuer Name 2026
Wer war Eva Mamlok?
Eva Mamlok war eine in Kreuzberg lebende jüdische Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus. Sie wurde 1918 geboren und starb 1944 an den Folgen von Zwangsarbeit im Konzentrationslager Stutthof. Der Blücherplatz soll ihr zu Ehren umbenannt werden.
Warum soll der Blücherplatz umbenannt werden?
Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg möchte mit der Umbenennung den weiblichen und jüdischen Widerstand sichtbar machen. Zudem folgt der Bezirk einem Beschluss von 2005, der fordert, Straßen bevorzugt nach Frauen zu benennen, um historische Ungleichgewichte auszugleichen.
Welche Kritik gibt es an der Umbenennung?
Kritiker, darunter die CDU-Fraktion und Publizist Gunnar Schupelius, bemängeln, dass General Blücher als Befreier Europas von Napoleon eine wichtige historische Figur sei. Sie werfen dem Bezirk vor, die Erinnerung an Eva Mamlok unzulässig gegen das Andenken an Blücher auszuspielen.
Wann wird der neue Name offiziell gültig?
Obwohl der Beschluss im Bezirksamt am 14. April gefasst wurde, ist das offizielle Datum der Umbenennung noch nicht final terminiert. Verwaltungsprozesse und Anhörungen nehmen Zeit in Anspruch, weshalb die Umsetzung für das Jahr 2026 erwartet wird.
Wer entscheidet in Berlin über Straßennamen?
Die Zuständigkeit für die Benennung und Umbenennung von Straßen und Plätzen liegt in Berlin bei den jeweiligen Bezirksämtern. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) fasst entsprechende Beschlüsse, die dann vom Amt administrativ umgesetzt werden.
Fazit
Die Debatte um den Blücherplatz Neuer Name 2026 verdeutlicht, dass Straßenschilder mehr als nur Wegweiser sind; sie sind Ausdruck politischer Werte und des gesellschaftlichen Gedächtnisses. Die Ehrung von Eva Mamlok setzt ein wichtiges Zeichen für den jüdischen und weiblichen Widerstand direkt im Kiez. Gleichzeitig offenbart die Tilgung des Namens Blücher die konsequente, aber auch polarisierende Linie der Bezirkspolitik in Friedrichshain-Kreuzberg. Der Konflikt zeigt, dass die Gestaltung des öffentlichen Raums ein kontinuierlicher Aushandlungsprozess über die Identität der Stadt bleibt. Für Anwohner und Geschichtsinteressierte wird deutlich, dass Berlins Stadtbild eine ständige Baustelle der Erinnerungskultur ist.
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