Kreuzberg 📅 22. April 2026 ⏱ 7 Min. 👁 215 Aufrufe

Blücherplatz Neuer Name 2026: Streit um Eva Mamlok in Kreuzberg

Blücherplatz Neuer Name 2026 – Warum der historische Platz in Kreuzberg bald Eva-Mamlok-Platz heißen soll und wer dagegen protestiert. → Jetzt lesen

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Kurzantwort

Die geplante Umbenennung für den Blücherplatz Neuer Name 2026 in Berlin-Kreuzberg sorgt für Diskussionen. Der Platz soll nach der jüdischen Widerstandskämpferin Eva Mamlok benannt werden, um ihren Mut und den weiblichen Widerstand zu ehren. Kritiker bemängeln jedoch die Tilgung des seit 162 Jahren bestehenden Namens von Generalfeldmarschall von Blücher, was eine Debatte über die Berliner Erinnerungskultur entfacht.

Inhaltsverzeichnis+
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Wer war Eva Mamlok und warum wird sie geehrt?
  3. Warum gibt es Kritik an der Umbenennung des Blücherplatzes?
  4. Welche historischen Persönlichkeiten stehen sich gegenüber?
  5. Wie läuft die Umbenennung in Kreuzberg ab und wann ist sie wirksam?
  6. Häufige Fragen zu Blücherplatz Neuer Name 2026
  7. Fazit

Das Wichtigste in Kürze

  • Neuer Name: Der Blücherplatz in Kreuzberg soll künftig Eva-Mamlok-Platz heißen.
  • Beschluss: Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg fasste den Beschluss am 14. April mit einer grün-rot-roten Mehrheit.
  • Begründung: Die Umbenennung ehrt die jüdische Widerstandskämpferin Eva Mamlok (1918–1944) und soll den weiblichen Widerstand sichtbar machen.
  • Bisheriger Namensgeber: Generalfeldmarschall von Blücher, eine Schlüsselfigur der Befreiungskriege, ziert den Platz seit 162 Jahren.
  • Politische Linie: Ein BVV-Beschluss von 2005 fordert, Straßen und Plätze bevorzugt nach Frauen zu benennen, bis eine paritätische Verteilung erreicht ist.

Wer war Eva Mamlok und warum wird sie geehrt?

Eva Mamlok (1918–1944) war eine jüdische Widerstandskämpferin, die in Berlin-Kreuzberg lebte und agierte. Die Umbenennung des Platzes ehrt ihren Mut gegen den Nationalsozialismus und soll laut Bezirksamt stellvertretend den Widerstand von Frauen sowie von Juden und Jüdinnen insgesamt würdigen.

Um die Tragweite der Entscheidung zu verstehen, ist ein Blick auf die Biografie der neuen Namensgeberin unerlässlich. Eva Mamlok war eine Kreuzbergerin jüdischen Glaubens, die sich aktiv gegen die nationalsozialistische Diktatur auflehnte. Sie leistete ihren Widerstand genau dort, wo sie lebte – in unmittelbarer Nähe des heutigen Blücherplatzes. Ihr Mut kostete sie das Leben; sie starb 1944 an den Folgen von Zwangsarbeit im Konzentrationslager Stutthof bei Danzig.

Merkmal Wert
Name Eva Mamlok
Lebensdaten 1918 – 1944
Bekannt für Widerstand gegen den Nationalsozialismus
Lokaler Bezug Lebte und agierte in Berlin-Kreuzberg
Todesort KZ Stutthof (Folgen der Zwangsarbeit)

Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg argumentiert, dass mit der Benennung nicht nur ihre individuelle Lebensleistung gewürdigt wird. Laut einer Meldung im Tagesspiegel soll „weiter gefasst auch der Widerstand von Frauen und der von Juden und Jüdinnen insgesamt“ geehrt werden. Dieser Ansatz folgt einer klaren bezirklichen Linie: Bereits 2005 beschloss die Bezirksverordnetenversammlung (BVV), Straßen und Plätze so lange nach Frauen zu benennen, bis eine paritätische Verteilung erreicht ist.

💡 Tipp: Wer sich auf Spurensuche begeben möchte, findet im Kreuzberg-Museum (Adalbertstraße 95A, 10999 Berlin) fundierte Materialien zum jüdischen Leben und Widerstand im Bezirk während der NS-Zeit.
Blücherplatz Neuer Name 2026 Berlin News
Foto: Dennis Wolfram

Warum gibt es Kritik an der Umbenennung des Blücherplatzes?

Die Kritik richtet sich nicht gegen die Ehrung Eva Mamloks, sondern gegen die Tilgung des Namens von Generalfeldmarschall von Blücher (1742–1819). Kritiker, darunter die CDU-Fraktion, sehen in ihm einen Befreier Europas von Napoleon und halten die Begründung des Bezirksamts für eine historische Verzerrung.

Die Kontroverse um den Blücherplatz Neuer Name 2026 entzündet sich an der Verdrängung des bisherigen Namensgebers. Gebhard Leberecht von Blücher ist eine zentrale Figur der preußischen und europäischen Geschichte. Als Generalfeldmarschall trug er maßgeblich zur Befreiung Europas von der napoleonischen Herrschaft bei, insbesondere in der Völkerschlacht bei Leipzig und bei Waterloo. Er ist Ehrenbürger von Frankfurt, Hamburg, London, Oxford und Cambridge.

Der B.Z.-Kolumnist Gunnar Schupelius kritisierte den Beschluss scharf. In seinem Beitrag verteidigt er Blücher als Befreier und wirft dem Bezirksamt vor, den General unberechtigt als Schürer des Hasses auf Frankreich darzustellen. Tatsächlich findet sich in der Begründung des Bezirksamts der Vorwurf, Blücher habe den „Mythos des angeblichen Erzfeindes Frankreich“ begründet, der bis in die 1950er Jahre nachgewirkt habe. Für konservative Kritiker ist das eine unzulässige historische Verzerrung. Einen Namen wie Blücher tilgt man nicht, argumentieren sie, und es sei unredlich, Eva Mamlok gegen ihn auszuspielen.

Welche historischen Persönlichkeiten stehen sich gegenüber?

Der Debatte liegen zwei Epochen zugrunde: General von Blücher repräsentiert die preußische Militärgeschichte des 19. Jahrhunderts und die Befreiungskriege. Eva Mamlok steht für den zivilen Widerstand gegen den Nationalsozialismus im 20. Jahrhundert und die Aufarbeitung deutscher Geschichte im Kiez.

Die Debatte um die Umbenennung des Blücherplatzes zeigt exemplarisch, wie Berlin mit seinen historischen Schichten ringt. Auf der einen Seite steht die preußische Militärgeschichte, auf der anderen Seite die Aufarbeitung des Nationalsozialismus und die Sichtbarmachung von Frauen im öffentlichen Raum.

Blücherplatz Neuer Name 2026: Streit um Eva Mamlok in Kreuzberg - Berlin News Highlights
Kriterium Gebhard Leberecht von Blücher Eva Mamlok
Historischer Kontext Befreiungskriege gegen Napoleon (19. Jh.) Widerstand gegen NS-Regime (20. Jh.)
Lokaler Bezug Preußischer Staat, kein direkter Kreuzberg-Bezug Lebte und leistete Widerstand direkt im Kiez
Politische Symbolik Militärische Stärke, nationale Befreiung Zivilcourage, jüdischer und weiblicher Widerstand

Die politische Agenda im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ist dicht gedrängt. Neben sicherheitspolitischen Debatten, wie etwa um das Görlitzer Park Sicherheitskonzept 2026, rückt nun die Erinnerungskultur massiv in den Fokus. Die Fraktionen von Grünen, SPD und Linken setzen ihre Agenda konsequent um, auch gegen den Widerstand bürgerlicher Kreise.

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Wie läuft die Umbenennung in Kreuzberg ab und wann ist sie wirksam?

Die Umbenennung ist ein formaler Verwaltungsakt. Nach dem BVV-Beschluss vom 14. April müssen Anhörungen stattfinden und administrative Schritte, wie Adressänderungen für Anwohner und das Finanzamt, organisiert werden. Die finale Umsetzung des neuen Namens wird für das Jahr 2026 erwartet.

Straßenumbenennungen sind in Berlin formale Verwaltungsakte, die oft Monate oder Jahre dauern. Auch nach einem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) müssen verschiedene prozedurale Schritte durchlaufen werden. Dazu gehören Anhörungen der betroffenen Bürgerinnen und Bürger sowie die Organisation der notwendigen Adressänderungen für Anwohner und anliegende Institutionen wie das Finanzamt Kreuzberg. Obwohl der politische Wille klar formuliert ist, ist die administrative Umsetzung ein komplexer Prozess.

Blücherplatz Neuer Name 2026 Berlin News
Foto: Jimmy Liao

Häufige Fragen zu Blücherplatz Neuer Name 2026

Wer war Eva Mamlok?

Eva Mamlok war eine in Kreuzberg lebende jüdische Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus. Sie wurde 1918 geboren und starb 1944 an den Folgen von Zwangsarbeit im Konzentrationslager Stutthof. Der Blücherplatz soll ihr zu Ehren umbenannt werden.

Warum soll der Blücherplatz umbenannt werden?

Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg möchte mit der Umbenennung den weiblichen und jüdischen Widerstand sichtbar machen. Zudem folgt der Bezirk einem Beschluss von 2005, der fordert, Straßen bevorzugt nach Frauen zu benennen, um historische Ungleichgewichte auszugleichen.

Welche Kritik gibt es an der Umbenennung?

Kritiker, darunter die CDU-Fraktion und Publizist Gunnar Schupelius, bemängeln, dass General Blücher als Befreier Europas von Napoleon eine wichtige historische Figur sei. Sie werfen dem Bezirk vor, die Erinnerung an Eva Mamlok unzulässig gegen das Andenken an Blücher auszuspielen.

Wann wird der neue Name offiziell gültig?

Obwohl der Beschluss im Bezirksamt am 14. April gefasst wurde, ist das offizielle Datum der Umbenennung noch nicht final terminiert. Verwaltungsprozesse und Anhörungen nehmen Zeit in Anspruch, weshalb die Umsetzung für das Jahr 2026 erwartet wird.

Wer entscheidet in Berlin über Straßennamen?

Die Zuständigkeit für die Benennung und Umbenennung von Straßen und Plätzen liegt in Berlin bei den jeweiligen Bezirksämtern. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) fasst entsprechende Beschlüsse, die dann vom Amt administrativ umgesetzt werden.

Fazit

Die Debatte um den Blücherplatz Neuer Name 2026 verdeutlicht, dass Straßenschilder mehr als nur Wegweiser sind; sie sind Ausdruck politischer Werte und des gesellschaftlichen Gedächtnisses. Die Ehrung von Eva Mamlok setzt ein wichtiges Zeichen für den jüdischen und weiblichen Widerstand direkt im Kiez. Gleichzeitig offenbart die Tilgung des Namens Blücher die konsequente, aber auch polarisierende Linie der Bezirkspolitik in Friedrichshain-Kreuzberg. Der Konflikt zeigt, dass die Gestaltung des öffentlichen Raums ein kontinuierlicher Aushandlungsprozess über die Identität der Stadt bleibt. Für Anwohner und Geschichtsinteressierte wird deutlich, dass Berlins Stadtbild eine ständige Baustelle der Erinnerungskultur ist.

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✍ Über den Autor
Redakteurin Kultur & Meinung

Ich bin Ariane, und ich schreibe das, was andere vielleicht nicht schreiben wollen: klare Meinungen. Bei BerlinEcho verantworte ich Kultur und Meinung – und ja, das passt gut zusammen, denn Kultur ohne Haltung ist Dekoration. Berlin ist kulturell einzigartig – das Theaterleben, die Literaturszene, die Kunsträume in Hinterhöfen. Ich besuche Premieren und Ausstellungseröffnungen, schreibe Kritiken, die tatsächlich etwas sagen, und zeige auch, wenn etwas nicht funktioniert. In meiner Kolumne geht es um Dinge, die mir auffallen – gesellschaftliche Widersprüche, Berliner Eigenheiten, manchmal auch einfach Dinge, die mich beschäftigen. Ob das beim Lesen Zustimmung oder Widerspruch auslöst: beides ist mir recht, solange es eine echte Reaktion ist. Für Pressematerialien, Einladungen und Diskussionen bin ich über Twitter oder Instagram erreichbar.

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