Als beste Tatort-Folgen gelten unter Kritikern jene acht Episoden, die den renommierten Grimme-Preis erhielten. Diese zeichnen sich durch herausragende Drehbücher, komplexe Charaktere und hohe filmische Qualität aus. Der aktuellste Gewinner ist der Frankfurter Fall „Dunkelheit“ aus dem Jahr 2026. Der Hessische Rundfunk (HR) ist mit drei prämierten Folgen der erfolgreichste Sender in dieser exklusiven Auswahl.
Das Wichtigste in Kürze
- In der fast 55-jährigen Geschichte der Krimireihe wurden bisher nur acht Folgen mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.
- Der neueste preisgekrönte Fall ist die Episode „Dunkelheit“ (HR) aus dem Jahr 2026.
- Mit drei prämierten Krimis führt der Hessische Rundfunk (HR) die Liste der erfolgreichsten Sendeanstalten an.
- Die Folge „Im Schmerz geboren“ (2015) mit Ulrich Tukur als Felix Murot hält mit 47 Leichen den Rekord.
- Die Preisverleihung 2026 findet am 24. April in der Stadt Marl in Nordrhein-Westfalen statt.
An welchen Kriterien erkennt man die besten Tatort-Folgen?
Seit 1964 ehrt das Grimme-Institut herausragende Fernsehproduktionen, die inhaltlich und formal als Vorbilder für die Branche gelten. Von über 1.200 produzierten Tatort-Episoden haben bisher nur acht diese hohe Auszeichnung erhalten. Für viele Krimifans in Berlin und ganz Deutschland bilden diese prämierten Fälle daher den Goldstandard der sonntäglichen ARD-Unterhaltung und sind ein Garant für außergewöhnliche Fernsehabende.
Welche Frankfurter Tatort-Folgen gewannen den Grimme-Preis?
Der neueste Gewinner, „Dunkelheit“, markierte am 5. Oktober 2025 den Start des neuen Frankfurter Duos Maryam Azadi (Melika Foroutan) und Hamza Kulina (Edin Hasanović). Die Folge erzählt die Geschichte eines Cold-Case-Teams, das die Taten eines Serienkillers, des „Main-Rippers“, neu aufrollt. Die Autoren Senad Halilbašić, Erol Yesilkaya und Stefan Schaller verweben den Kriminalfall geschickt mit dem persönlichen Trauma des Kommissars, der 1995 beim Massaker von Srebrenica seinen Bruder verlor.
Bereits 2005 wurde der Frankfurter Fall „Herzversagen“ ausgezeichnet. Die Kommissare Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki) und Fritz Dellwo (Jörg Schüttauf) untersuchen darin eine Serie rätselhafter Todesfälle älterer Damen. Der Film von Regisseur Thomas Freundner besticht durch seine leise Melancholie und den scharfen Blick auf das Thema Einsamkeit im Alter.
Welcher Wiesbadener Tatort gilt als Meilenstein?
Die am 12. Oktober 2014 erstausgestrahlte Episode faszinierte das Publikum durch eine fast theatralische Inszenierung, direkte filmische Zitate aus Klassikern wie „Spiel mir das Lied vom Tod“ und eine opulente musikalische Untermalung mit Werken von Beethoven und Brahms. Mit insgesamt 47 Leichen stellte der Film von Drehbuchautor Michael Proehl und Regisseur Florian Schwarz zudem einen bis heute ungeschlagenen Rekord auf. Der Fall bewies eindrucksvoll, wie dehnbar und kunstvoll das Format des Tatorts sein kann.

| Jahr | Titel der Episode | Ermittler-Team & Stadt |
|---|---|---|
| 2026 | Dunkelheit | Azadi & Kulina (Frankfurt) |
| 2015 | Im Schmerz geboren | Murot (Wiesbaden) |
| 2014 | Angezählt | Eisner & Fellner (Wien) |
| 2011 | Nie wieder frei sein | Batic & Leitmayr (München) |
| 2005 | Herzversagen | Sänger & Dellwo (Frankfurt) |
| 2002 | Im freien Fall | Batic & Leitmayr (München) |
| 1996 | Frau Bu lacht | Batic & Leitmayr (München) |
| 1993 | Kinderspiel | Kern (Wien) |
Welche Münchner Tatort-Folgen wurden ausgezeichnet?
„Nie wieder frei sein“ (2011) ist ein Justiz-Thriller, der das Vertrauen in den Rechtsstaat auf die Probe stellt. Als ein mutmaßlicher Vergewaltiger aus prozessualen Gründen freigesprochen wird, nehmen die Ereignisse eine dramatische Wendung. Das Drehbuch von Dinah Marte Golch liefert keine einfachen Antworten und fordert das Publikum heraus.
In „Im freien Fall“ (2002) verwebt Autor Alexander Adolph einen Kunstfälscher-Krimi geschickt mit einem Liebesdrama. Kommissar Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) verliebt sich in eine Verdächtige und gerät in einen tiefen Gewissenskonflikt. Die Jury lobte die vielschichtige Erzählweise des Films.

Der Fall „Frau Bu lacht“ (1996) von Regisseur Dominik Graf konfrontierte Kommissar Ivo Batic (Miroslav Nemec) mit dem grausamen Geschäft des Kinderhandels und Sextourismus. Der Film bewies eindrucksvoll, dass die Krimireihe auch harte, internationale Themen aufgreifen und packend erzählen kann.
Welche Wiener Tatorte gehören zur preisgekrönten Auswahl?
In „Angezählt“ (2014) ermitteln Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) im Wiener Rotlichtmilieu. Der Fall beginnt mit dem Tod einer früheren Zeugin und führt Fellner tief in die Welt der Elendsprostitution, wo sie selbst ins Fadenkreuz eines Killers gerät. Der beklemmende Film legt die seelischen Narben der Ermittlerin schonungslos offen.

Der bereits 1993 prämierte Fall „Kinderspiel“ befasste sich früh mit dem Thema Jugendkriminalität. Eine Bande nicht strafmündiger Kinder terrorisiert ältere Frauen mit Raubüberfällen. Inspektorin Susanne Kern (Sylvia Haider) stößt bei ihren Ermittlungen an ethische Grenzen und wird mit einem überforderten Sozialsystem konfrontiert.
Häufige Fragen zu Beste Tatort Folgen
Wo kann man die besten Tatort-Folgen streamen?
Die beste Tatort-Folgen sind regelmäßig in der ARD Mediathek abrufbar. Insbesondere rund um Jubiläen oder Preisverleihungen stellt der Sender kuratierte Kollektionen der Grimme-Preis-Gewinner kostenlos zur Verfügung.
Warum gewinnen so selten Berliner Ermittler den Grimme-Preis?
Obwohl die Berliner Ermittler Rubin und Karow (RBB) oft mutige Themen behandeln, reichte es bisher nicht für den Grimme-Preis. Die Jury bevorzugt häufig stark autorengetriebene Kunstfilme wie die des HR mit Felix Murot, anstatt der eher klassischen Großstadt-Krimis.
Wer entscheidet, welche Episode als beste Tatort-Folge ausgezeichnet wird?
Die Auswahl trifft eine unabhängige Fachjury des Grimme-Instituts. Diese bewertet nicht die Einschaltquoten, sondern ausschließlich die erzählerische Tiefe, die Regiearbeit und die schauspielerische Leistung der nominierten Produktionen.
Gibt es die prämierten Krimis auch auf DVD?
Ja, viele der historischen Gewinner-Episoden wurden von ARD Video in speziellen Sammlereditionen auf DVD veröffentlicht. Neuere Folgen wie „Dunkelheit“ sind primär digital über die bekannten Streaming-Dienste zugänglich.
Wie oft wird der Grimme-Preis verliehen?
Der Preis wird jährlich in Marl verliehen. Dass ein Sonntagskrimi gewinnt, ist jedoch eine absolute Ausnahme. In der über 50-jährigen Geschichte der Krimireihe konnten bisher nur acht Filme die strenge Jury überzeugen.
Fazit
Die Liste der acht mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Tatort-Folgen beweist eindrucksvoll, dass sich erzählerisches Risiko und filmischer Mut im öffentlich-rechtlichen Fernsehen auszahlen. Produktionen wie „Im Schmerz geboren“ oder der aktuelle Gewinner „Dunkelheit“ sprengen das klassische Whodunit-Schema und bieten stattdessen tiefgründiges Fernsehkino, das lange nachwirkt.
Wer sich abseits der wöchentlichen Routine nach wirklich anspruchsvollen Krimis sehnt, findet in dieser Auswahl garantiert herausragende Unterhaltung. Ein gezielter Blick in die ARD Mediathek oder das Programm der Dritten lohnt sich, um diese Meisterwerke der deutschen Fernsehgeschichte zu entdecken. Sie zeigen, dass Qualität am Ende über die reine Quote siegt.




