Die Berliner Ehrenbürger Liste ist ein Spiegel der Stadtgeschichte, eine Würdigung jener Persönlichkeiten, die sich in herausragender Weise um die Hauptstadt verdient gemacht haben. Seit 1813 hat Berlin 131 Personen diese höchste Auszeichnung verliehen – darunter Staatsmänner, Künstler, Wissenschaftler und soziale Wegbereiter. Wer dazugehört, welche Begründungen es gab und wie sich die Liste über die Jahrzehnte verändert hat, erfährst du hier.
Was ist die Berliner Ehrenbürger Liste?
Die Berliner Ehrenbürger Liste ist ein Verzeichnis von Personen, denen die Ehrenbürgerwürde der Stadt Berlin verliehen wurde. Diese Auszeichnung wird vom Berliner Senat im Einvernehmen mit dem Berliner Abgeordnetenhaus an lebende oder verstorbene Persönlichkeiten vergeben, die sich in hervorragender Weise um Berlin verdient gemacht haben. Sie ist die höchste Ehrung, die die Stadt zu vergeben hat und symbolisiert Dank und Anerkennung für außergewöhnliches Engagement und herausragende Leistungen.
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Das Wichtigste in Kürze

- Seit 1813 wurden insgesamt 131 Personen zu Ehrenbürgern Berlins ernannt.
- Aktuell umfasst die gültige Berliner Ehrenbürger Liste 103 Namen (Stand: Mai 2026).
- Die Ehrenbürgerwürde kann auch entzogen werden, wie im Fall von NS-Verbrechern.
- Die Verleihung erfolgt durch den Senat im Einvernehmen mit dem Abgeordnetenhaus.
- Ehrenbürger genießen symbolische Privilegien, die ihre Wertschätzung unterstreichen.
Die Geschichte der Ehrenbürgerschaft in Berlin
Die Tradition der Ehrenbürgerschaft in Berlin reicht bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück. Am 1. Januar 1813 wurde Conrad Gottlieb Ribbeck als erster Ehrenbürger Berlins geehrt. Ursprünglich war die Auszeichnung mit dem Verzicht auf das Bürgergeld verbunden, entwickelte sich aber schnell zu einer rein symbolischen Ehrung. Die Liste spiegelt die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche der Stadt wider, von der preußischen Monarchie über die Weimarer Republik und die NS-Zeit bis zur geteilten und wiedervereinigten Stadt. Gerade in der Zeit der Teilung gab es sowohl in West- als auch in Ost-Berlin eigene Listen, die nach der Wiedervereinigung einer kritischen Revision unterzogen wurden. So wurden von den 25 in Ost-Berlin ernannten Ehrenbürgern schließlich nur sieben in die neue, gesamtstädtische Liste übernommen, wie berlin.de berichtet.
Aktuelle Berliner Ehrenbürger Liste: Wer ist dabei?

Die aktuelle Berliner Ehrenbürger Liste umfasst 103 Persönlichkeiten (Stand Mai 2026), die sich durch ihre Leistungen um die Stadt verdient gemacht haben. Diese Liste ist dynamisch und wird fortlaufend aktualisiert, wenn neue Ehrenbürger ernannt oder, in seltenen Fällen, die Würde aberkannt wird. Die Kriterien für die Verleihung sind breit gefächert und umfassen Engagement in Politik, Wissenschaft, Kultur, Sport, Wirtschaft oder sozialer Arbeit. Es geht darum, Menschen zu würdigen, deren Wirken weit über das normale Maß hinausgeht und einen nachhaltigen positiven Einfluss auf das Leben in Berlin hatte.
| Name | Verleihungsjahr | Wirkungsbereich |
|---|---|---|
| Marlene Dietrich | 1987 | Schauspiel, Gesang |
| Heinrich Zille | 1929 | Fotografie, Malerei |
| Käthe Kollwitz | 1947 (posthum) | Grafik, Bildhauerei |
| Richard von Weizsäcker | 1990 | Politik, ehem. Regierender Bürgermeister |
| Wolfgang Thierse | 2010 | Politik, ehem. Bundestagspräsident |
Berühmte Ehrenbürger und ihre Verdienste
Die Berliner Ehrenbürger Liste liest sich wie ein WHO’s WHO der Stadtgeschichte. Persönlichkeiten wie die Schauspiel-Ikone Marlene Dietrich (1987), die sich trotz ihres Exils immer zu Berlin bekannte, oder der „Pinselheinrich“ Heinrich Zille (1929), der mit seinen Milieustudien das Berliner Arbeiterleben unsterblich machte, sind nur einige Beispiele. Auch die Künstlerin Käthe Kollwitz, die 1947 posthum geehrt wurde, prägte mit ihren sozialkritischen Werken das kulturelle Gewissen der Stadt. In jüngerer Zeit wurden Politiker wie der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker (1990) und der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (2010) für ihre Verdienste um die Wiedervereinigung und die demokratische Entwicklung Berlins ausgezeichnet. Ihre Biografien erzählen von Engagement, Widerstandsfähigkeit und einer tiefen Verbundenheit mit der Stadt.
Aberkennung der Ehrenbürgerwürde: Ein schwieriges Kapitel
Die Geschichte der Berliner Ehrenbürger Liste ist nicht nur eine Erfolgsgeschichte. Die Aberkennung der Ehrenbürgerwürde stellt ein schwieriges, aber notwendiges Kapitel dar. Insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg wurden vielen NS-Verbrechern wie Adolf Hitler, Hermann Göring und Joseph Goebbels die Auszeichnung entzogen. Diese Entscheidungen waren ein klares Signal der Abgrenzung von einer menschenverachtenden Ideologie und ein Bekenntnis zu den demokratischen Werten der Stadt. Auch in der Zeit nach der Wiedervereinigung gab es Diskussionen um die Ehrenbürger aus der DDR-Ära, was zu einer kritischen Überprüfung und Anpassung der Liste führte. Dies zeigt, dass die Ehrenbürgerschaft nicht nur eine Ehrung ist, sondern auch eine Verantwortung und eine Verpflichtung zu den Grundwerten Berlins.
🏛️ BerlinEcho-Einordnung
Die Berliner Ehrenbürger Liste ist mehr als eine bloße Aufzählung; sie ist ein kulturelles Gedächtnis, das die Werte und Brüche unserer Stadt sichtbar macht. Sie zeigt, wer zu welchem Zeitpunkt als vorbildlich galt und welche Geschichten Berlin prägten.
Die genaue Begründung für jede einzelne Ehrung ist oft in historischen Archiven verborgen und nicht öffentlich zugänglich. Die hier gezeigte Berliner Ehrenbürger Liste kann daher nur eine Momentaufnahme und eine Auswahl der prominentesten Namen sein.

Häufige Fragen zur Berliner Ehrenbürger Liste
Wie viele Ehrenbürger hat Berlin?
Seit 1813 hat die Stadt Berlin insgesamt 131 Personen die Ehrenbürgerwürde verliehen. Die aktuelle und gültige Berliner Ehrenbürger Liste umfasst jedoch 103 Namen. Diese Diskrepanz ergibt sich aus Aberkennungen, insbesondere nach der NS-Zeit und der Wiedervereinigung, als die Listen aus Ost- und West-Berlin zusammengeführt und kritisch geprüft wurden. Du kannst die vollständige Liste auf der offiziellen Webseite des Berliner Senats einsehen, um alle historischen Details zu erfahren.
Wer sind die aktuellen Ehrenbürger von Berlin?
Die aktuelle Berliner Ehrenbürger Liste umfasst eine Vielzahl von Persönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen. Dazu gehören bekannte Namen wie der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker, der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und die Schauspielerin Marlene Dietrich. Es sind aber auch viele andere Persönlichkeiten darunter, die sich in Wissenschaft, Kunst, Sport und sozialem Engagement um Berlin verdient gemacht haben. Eine vollständige und aktuelle Übersicht findest du auf der offiziellen Website des Berliner Senats.
Welche Vorteile hat man als Ehrenbürger von Berlin?
Die Ehrenbürgerwürde ist heute primär eine symbolische Auszeichnung und nicht mit materiellen Vorteilen wie Freifahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln oder kostenlosen Theaterkarten verbunden. Ihre Bedeutung liegt in der öffentlichen Anerkennung und Wertschätzung für außergewöhnliche Verdienste um die Stadt. Ehrenbürger werden zu offiziellen Anlässen eingeladen und repräsentieren Berlin bei verschiedenen Gelegenheiten. Es ist eine Ehrung, die den Namen der Person für immer mit der Geschichte und den Werten Berlins verbindet und ihr ein dauerhaftes Andenken sichert.
Wie wird man Ehrenbürger von Berlin?
Die Verleihung der Ehrenbürgerwürde erfolgt durch den Senat von Berlin im Einvernehmen mit dem Berliner Abgeordnetenhaus. Es gibt keinen formalen Bewerbungsprozess. Stattdessen werden Persönlichkeiten vorgeschlagen, die sich in herausragender Weise um die Stadt verdient gemacht haben. Dies kann durch langjähriges politisches Engagement, bahnbrechende wissenschaftliche Leistungen, bedeutende kulturelle Beiträge oder außergewöhnliche soziale Arbeit geschehen. Die Entscheidung basiert auf einer sorgfältigen Prüfung der Vita und des Einflusses der Person auf das Gemeinwohl Berlins.
Warum wurde die Berliner Ehrenbürger Liste nach der Wiedervereinigung angepasst?
Nach der Wiedervereinigung Berlins 1990 war es notwendig, die getrennten Listen der Ehrenbürger aus Ost- und West-Berlin zusammenzuführen und kritisch zu überprüfen. Viele Persönlichkeiten, die in der DDR-Ära geehrt wurden, entsprachen nicht mehr den gesamtstädtischen demokratischen und ethischen Standards. Insbesondere wurden Ehrungen von Personen mit fragwürdiger politischer Vergangenheit oder ideologischer Nähe zum SED-Regime revidiert. Diese Anpassung stellte sicher, dass die Berliner Ehrenbürger Liste die Werte des wiedervereinigten und demokratischen Berlins widerspiegelt und die Stadt eine klare Haltung zu ihrer Vergangenheit einnimmt.
Unsere Einordnung
Die Berliner Ehrenbürger Liste ist ein lebendiges Dokument, das uns daran erinnert, welche Persönlichkeiten Berlin geprägt und vorangebracht haben. Sie ist ein Mahnmal und eine Inspiration zugleich, die die Bedeutung von Engagement und Verantwortungsbewusstsein für unsere Stadt unterstreicht.
– Ariane Nagel, Redakteurin Kultur & Meinung, BerlinEcho
🎭 Über den Autor: Ariane Nagel – Redakteurin Kultur & Meinung
Für mich als Berliner Kulturkritikerin ist die Berliner Ehrenbürger Liste ein spannendes Zeugnis, das zeigt, welche Persönlichkeiten unsere Stadt über die Jahrhunderte hinweg als besonders wertvoll empfunden hat, von Mitte bis Kreuzberg.
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