AfD Umfrage Berlin: Während die AfD bundesweit auf 29 Prozent klettert, kommt sie in der Hauptstadt auf rund 17 Prozent – und nur auf Platz zwei. Eine bundesweite INSA-Sonntagsfrage vom 16. Juni 2026 hat die Debatte neu entfacht. In Berlin aber sieht das Bild anders aus: Drei Monate vor der Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026 liegt die CDU vorn, die AfD folgt mit Abstand. Die Hauptstadt bleibt das urbane Gegengewicht zu den AfD-Hochburgen im Osten.
📑 Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- AfD Umfrage Berlin: rund 17 Prozent für die Abgeordnetenhauswahl – bundesweit liegt die AfD laut INSA bei 29 Prozent.
- Im Berliner Wahltrend (Stand 26. Mai 2026, Mittel aus drei Instituten) führt die CDU mit 19,8 Prozent vor AfD (17,4), Grünen und Linken (je 16,3) und SPD (15,6).
- Bei der Bundestagswahl 2025 holte die AfD in Berlin 15,2 Prozent und gewann nur einen von zwölf Wahlkreisen – Marzahn-Hellersdorf.
- Berlin wählt am 20. September 2026 ein neues Abgeordnetenhaus – erstmals dürfen 16-Jährige mitwählen.
- Die schwarz-rote Koalition unter Kai Wegner hat in den Umfragen ihre Mehrheit verloren.
AfD Umfrage Berlin: 17 statt 29 Prozent

Die AfD Umfrage Berlin liegt deutlich unter dem Bundeswert. Im aktuellen Wahltrend zur Abgeordnetenhauswahl kommt die AfD auf rund 17 Prozent, während eine bundesweite INSA-Sonntagsfrage die Partei bei 29 Prozent sieht. In Berlin führt die CDU mit knapp 20 Prozent. Dahinter folgen AfD, Grüne, Linke und SPD in einem engen Korridor – es zeichnet sich ein offenes Fünf-Parteien-Rennen ab.
Wichtig ist die Unterscheidung der Ebenen: Die 29 Prozent stammen aus der Bundes-Sonntagsfrage zur Bundestagswahl, die rund 17 Prozent beziehen sich auf die Landesumfragen zur Berliner Abgeordnetenhauswahl. Beide Werte zeigen dasselbe Muster – die AfD ist in der Hauptstadt spürbar schwächer als im Bund.
Wahltrend Abgeordnetenhauswahl Berlin (Stand 26. Mai 2026)
| Partei | Anteil |
|---|---|
| CDU | 19,8 % |
| AfD | 17,4 % |
| Grüne | 16,3 % |
| Die Linke | 16,3 % |
| SPD | 15,6 % |
| FDP | 3,8 % |
| BSW | 3,2 % |
Mittel aus drei Instituten (INSA, Civey, Infratest dimap), n=5.155. Je nach Institut liegt die AfD zwischen 17 und 18 Prozent. Übersicht aller Werte bei wahlrecht.de und im Berlin-Wahltrend des Tagesspiegel (Stand: Juni 2026).
Der Trend zeigt aber auch: Die AfD wächst in Berlin. Bei der Wiederholungswahl 2023 lag sie noch bei 9,1 Prozent – seither hat sie sich fast verdoppelt. Nur eben von einem niedrigen Niveau aus und ohne in Reichweite der Spitze zu kommen. Mehr zur Methodik findest du in unserer Erklärung, was eine Sonntagsfrage aussagt.
Warum die AfD in Berlin unter ihrem Bundeswert liegt
Die AfD Umfrage Berlin fällt aus strukturellen Gründen niedriger aus. Berlin wählt traditionell linker als der Bundesschnitt. Die Hauptstadt ist urban, akademisch geprägt und jung – ein Milieu, in dem Grüne und Linke überdurchschnittlich stark sind und die AfD entsprechend schwächer. Bei der Bundestagswahl 2025 wurde die Linke in Berlin mit 19,9 Prozent stärkste Kraft – ihr bestes Landesergebnis bundesweit.
Die AfD kam in Berlin bei dieser Wahl auf 15,2 Prozent und lag damit mehr als sechs Punkte unter ihrem Bundesergebnis. Noch deutlicher wird der Unterschied bei den Direktmandaten: Von den zwölf Berliner Wahlkreisen gewann die AfD genau einen. Sechs gingen an die Linke, fünf an die CDU.
Hier kommt das Wahlrecht ins Spiel. Seit der Wahlrechtsreform 2023 für den Bundestag zählt ein Sieg bei der Erststimme nur dann als Mandat, wenn er durch das Zweitstimmenergebnis der Partei gedeckt ist. Ein rechnerischer Vorsprung auf einer Wahlkreis-Karte ist deshalb noch kein gesicherter Sitz – ein Punkt, der bei jeder Projektion mitgedacht werden muss.
Das Ost-West-Gefälle in den Bezirken
Hinter der AfD Umfrage Berlin steckt ein ausgeprägtes Ost-West-Gefälle: Innerhalb Berlins ist die AfD sehr ungleich verteilt. Ihre Hochburgen liegen in den östlichen Außenbezirken, allen voran in Marzahn-Hellersdorf. Dort holte Gottfried Curio (AfD) bei der Bundestagswahl 2025 das Direktmandat mit 29,5 Prozent der Erststimmen – nur 481 Stimmen vor CDU-Mann Mario Czaja. Bei den Zweitstimmen lag die AfD im Bezirk mit 30,8 Prozent klar vorn.
Auch in Lichtenberg und Treptow-Köpenick erreicht die AfD über 20 Prozent, bleibt dort aber hinter der starken Linken. Ein anderes Bild zeigen die Innenstadt-Bezirke: In Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow dominieren Grüne und Linke, die AfD spielt hier nur eine Nebenrolle. Diese Spaltung prägt auch die Berliner Politik insgesamt.
Worum es bei der Abgeordnetenhauswahl am 20. September geht
Am 20. September 2026 wählt Berlin ein neues Abgeordnetenhaus – und das Rennen ist offen wie lange nicht. Kai Wegner (CDU), seit 2023 Regierender Bürgermeister, führt zwar die Umfragen an, doch seine schwarz-rote Koalition mit der SPD hat ihre Mehrheit eingebüßt. Gemeinsam kämen CDU und SPD nach aktuellem Stand nicht mehr über die Mehrheitsschwelle.
Damit sind mehrere Bündnisse denkbar. Sowohl ein CDU-geführtes Dreierbündnis als auch eine Rückkehr zu Rot-Grün-Rot hätten rechnerisch eine Mehrheit. Herausgefordert wird Wegner unter anderem von der Linken um Elif Eralp, die nach ihrem starken Bundestagswahl-Ergebnis und einem Mitglieder-Zuwachs Auftrieb hat. Zum Vergleich: 2023 gewann die CDU noch mit 28,2 Prozent – im aktuellen Trend sind es rund 20.
Neue Regeln: 16-Jährige, ein Stimmzettel, Volksentscheide
Die Wahl 2026 bringt mehrere Neuerungen. Erstmals dürfen bei einer Abgeordnetenhauswahl auch 16- und 17-Jährige abstimmen – ein Faktor, der gerade jüngere, urban geprägte Wählergruppen zusätzlich mobilisieren könnte. Außerdem stehen Erst- und Zweitstimme künftig auf einem gemeinsamen Stimmzettel.
Möglich ist zudem, dass am selben Tag über zwei Volksentscheide abgestimmt wird: einen zur Regulierung der Außenwerbung und einen zur Einschränkung des Autoverkehrs in der Innenstadt. Beide Themen treffen den Nerv der Stadt und dürften die Wahlbeteiligung beeinflussen. Die offiziellen Informationen zur Wahl bündelt das Land unter berlin.de.
Im Juni 2026, drei Monate vor der Abgeordnetenhauswahl, prallen zwei Bilder aufeinander: bundesweit eine AfD bei 29 Prozent, in Berlin eine AfD bei rund 17. Die Bedeutung für die Hauptstadt ist doppelt. Zum einen bleibt Berlin das urbane Gegengewicht – hier entscheiden Linke, Grüne, CDU und SPD das Rennen, nicht die AfD. Zum anderen wäre es ein Fehler, die Entwicklung kleinzureden: Seit 2023 hat sich die AfD in Berlin fast verdoppelt, und in Marzahn-Hellersdorf stellt sie längst die stärkste Kraft. Das Stimmungsbild ist klar, das Ergebnis am 20. September aber alles andere.
Quellen
| Quelle | Inhalt |
|---|---|
| wahlrecht.de | Umfragen zur Abgeordnetenhauswahl Berlin |
| Tagesspiegel | Berlin-Wahltrend, gewichteter Mittelwert |
| Bundeswahlleiterin | Amtliches Ergebnis Bundestagswahl 2025, Berlin |
Häufige Fragen zur AfD Umfrage Berlin
Wie hoch ist die AfD in den Berliner Umfragen?
Die AfD Umfrage Berlin sieht die Partei im Wahltrend zur Abgeordnetenhauswahl bei rund 17 Prozent (Stand Mai/Juni 2026) – auf Platz zwei hinter der CDU mit etwa 20 Prozent. Bundesweit kommt die AfD laut INSA dagegen auf 29 Prozent.
Warum ist die AfD in Berlin schwächer als im Bund?
Berlin ist urban und akademisch geprägt; Linke und Grüne sind hier überdurchschnittlich stark. Bei der Bundestagswahl 2025 lag die AfD in Berlin mit 15,2 Prozent mehr als sechs Punkte unter ihrem Bundeswert.
Wann ist die nächste Abgeordnetenhauswahl in Berlin?
Die Berliner wählen am 20. September 2026 ein neues Abgeordnetenhaus. Erstmals sind dabei auch 16- und 17-Jährige wahlberechtigt.
Wer könnte Berlin nach der Wahl regieren?
Das ist offen. Die schwarz-rote Koalition unter Kai Wegner hat in den Umfragen ihre Mehrheit verloren. Sowohl ein CDU-geführtes Dreierbündnis als auch Rot-Grün-Rot hätten rechnerisch eine Mehrheit.
Dürfen in Berlin schon 16-Jährige wählen?
Ja. Bei der Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026 dürfen erstmals auch 16- und 17-Jährige ihre Stimme abgeben.
Unsere Einordnung
Die bundesweiten 29 Prozent taugen für Schlagzeilen, für Berlin aber kaum als Maßstab. Hier entscheidet sich am 20. September ein enges Rennen zwischen fünf Parteien – und die AfD ist dabei zweite Kraft, nicht erste. Das ist die eine Wahrheit. Die andere: Wer den Aufwärtstrend seit 2023 ignoriert, macht es sich zu einfach. Die AfD Umfrage Berlin ist beides – Entwarnung und Warnsignal zugleich. Beide Zahlen gehören zusammengelesen.
– Maik Möhring, Chefredakteur, BerlinEcho
ℹ️ Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde unter Einsatz von KI-Tools (Claude, Gemini) recherchiert und vorstrukturiert, anschließend redaktionell überarbeitet, mit Berliner Lokalkenntnis ergänzt und faktengeprüft durch die BerlinEcho-Redaktion. Umfragewerte sind Momentaufnahmen mit statistischer Fehlertoleranz und keine Wahlprognosen.





