Lifestyle 📅 23. Mai 2026 ⏱ 11 Min. 👁 7 Aufrufe

Silver Influencer Berlin: Was der Tod der weltberühmten 106-jährigen Vó do Céu für die Hauptstadt-Szene bedeutet

Die älteste Influencerin der Welt, die 106-jährige Vó do Céu aus Brasilien, ist tot. Ihr Abschied lenkt den Blick auf eine Szene, die auch in Berlin längst gewachsen ist: Silver Influencer Berlin – von Günther Krabbenhöft bis zur kleinen Pflegeheim-Community.

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Als die brasilianische Internet-Oma Vó do Céu am 16. Mai 2026 im Alter von 106 Jahren in Fortaleza starb, trauerten über 360.000 Follower weltweit – und die deutsche Boulevardpresse berichtete über die „älteste Influencerin der Welt“. Was in den meisten Nachrufen unterging: Ihr Tod fällt mitten in eine Zeit, in der die Generation 60 plus die Sozialen Medien längst erobert hat. Auch in Berlin. Die Hauptstadt hat ihre eigene Silver Influencer Berlin-Szene, deren bekanntestes Gesicht seit elf Jahren durch die Stadt tanzt: Günther Krabbenhöft, der 80-jährige „Hipster-Opa aus Kreuzberg“. Wer Vó do Céu betrauert, sollte zugleich nach Berlin schauen.

📝 Kurz zusammengefasst
Der Tod der 106-jährigen Internet-Oma Vó do Céu aus Brasilien lenkt den Blick auf eine Szene, die auch in Berlin spürbar gewachsen ist: Silver Influencer Berlin. Vorreiter ist Günther Krabbenhöft aus Kreuzberg, der mit 80 rund 300.000 Instagram-Follower hat. Hinter ihm rückt eine zweite Generation nach – getragen von einer Stadt mit fast 700.000 Über-65-Jährigen.

📋 Das Wichtigste in Kürze

  • Anlass: Tod der 106-jährigen Vó do Céu (Maria Luiza do Nascimento) in Fortaleza am 16. Mai 2026, akuter Herzstillstand
  • Followerzahl Vó do Céu: über 360.000 auf Instagram
  • Berlins prominentester Silver Influencer: Günther Krabbenhöft, 80, Kreuzberg – rund 300.000 Instagram-Follower
  • Krabbenhöfts Markenzeichen: Bowler-Hut, Weste, Fliege, regelmäßige Auftritte in Berghain, Sisyphos, Kater Blau
  • Begriff: „Granfluencer“ (Grandparent + Influencer) – Trend seit etwa 2015
  • Demografie Berlin: Rund 692.000 Einwohner ab 65 Jahren (Stand Ende 2024), Tendenz steigend
  • Branche: Werbeagenturen entdecken die Zielgruppe – Senior-Marketing wird zum Wachstumssegment
📖 Inhaltsverzeichnis
  1. Wer war Vó do Céu – und warum ihr Tod jetzt erinnert wird
  2. Die Silver-Influencer-Szene in Berlin
  3. Günther Krabbenhöft: Berlins Hipster-Opa aus Kreuzberg
  4. Warum gerade Berlin: Demografie und digitale Mündigkeit
  5. Der Markt entdeckt die Zielgruppe
  6. Bezirks-Karte der Berliner Senior-Szene
  7. BerlinEcho-Einordnung
  8. Quellen-Tabelle
  9. FAQ
  10. Fazit

🌍 Wer war Vó do Céu – und warum ihr Tod jetzt erinnert wird

Maria Luiza do Nascimento, bekannt als Vó do Céu (portugiesisch „Oma aus dem Himmel“), ist am 16. Mai 2026 in Fortaleza, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaats Ceará, an einem akuten Herzstillstand gestorben. Sie wurde 106 Jahre alt. Bekannt wurde sie während der Corona-Pandemie, als ihre Enkelin und Managerin Imaculada Moura Pflege-Alltagsclips auf Instagram veröffentlichte. Ein Video, in dem die damals 101-Jährige humorvoll auf ein modisches Outfit reagierte, ging viral. Ihre Followerzahl stieg auf über 360.000.

Vó do Céus Geschichte ist nicht nur ein brasilianisches Phänomen. Sie steht – wie die kürzlich verstorbenen US-amerikanischen Granfluencer Iris Apfel (102) oder die deutsche Erika Rischko (84, Fitness, NRW) – für eine Generation, die Social Media nicht erlitten, sondern gestaltet hat. Wer ihren Tod als reine Boulevardmeldung liest, übersieht den eigentlichen Befund: Die digitale Bühne ist alters-divers geworden. Auch in Berlin.

📱 Die Silver-Influencer-Szene in Berlin

Silver Influencer Berlin – 📱 Die Silver-Influencer-Szene in Berlin
📱 Die Silver-Influencer-Szene in Berlin

Die Silver Influencer Berlin sind weder marketinggebrandet noch politisch organisiert – aber sie existieren als sichtbares Phänomen. An der Spitze steht Günther Krabbenhöft, dessen Instagram-Konto inzwischen rund 300.000 Follower zählt. Daneben aktive Berliner Senior-Accounts mit dezidierter Stadtidentität: Britt Kanja (Krabbenhöfts beste Freundin und Style-Ikone aus Berlin-Charlottenburg), DJane Mamarocco aus Friedrichshain, sowie eine wachsende Zahl namentlich weniger prominenter Tiktoker:innen aus Spandau, Pankow und Mitte.

Was die Szene zusammenhält, ist nicht eine Plattform oder ein Stil. Es ist die Stadt selbst. Berlin bietet, was solche Karrieren brauchen: Bezirks-Mikroklimate für jede Ästhetik (Techno in Kreuzberg, Kunst in Charlottenburg, Familienleben in Pankow), eine offene Clubkultur, in der Alter weniger zählt als anderswo, und eine Infrastruktur an Fotografen, Stylisten und Agenturen, die Inhalte schnell professionalisieren können. Vó do Céu fand in Fortaleza ihre Bühne aus Pflegealltag. In Berlin entsteht etwas Anderes: ein urbanes Erwachsensein über 70, das nicht in den Hintergrund verschwindet.

🎩 Günther Krabbenhöft: Berlins Hipster-Opa aus Kreuzberg

Wer „Silver Influencer Berlin“ googelt, landet meistens bei Günther Krabbenhöft. Der 80-Jährige, geboren 1945 in der Nähe von Hannover, lebt seit 1968 in West-Berlin – zunächst in Moabit, seit Jahrzehnten in Kreuzberg. Ausgebildeter Koch, rund 50 Jahre im Beruf, allein erziehender Vater, später Großvater zweier Enkel. Seine zweite Karriere begann unfreiwillig: Im Sommer 2015 fotografierte ein schottischer Tourist den damals 70-Jährigen an der U-Bahn-Station Kottbusser Tor. Das Foto ging über Facebook viral. Cosmopolitan nannte ihn „fashionable grandpa“. Plötzlich war Berlins ältester Hipster Weltnews.

Was Krabbenhöft danach machte, ist die eigentliche Berlin-Geschichte: Statt sich zur Werbefigur degradieren zu lassen, integrierte er die Bühne in sein bisheriges Leben. Er besucht weiter regelmäßig die Techno-Clubs der Stadt – Berghain, Sisyphos, Club der Visionaere, Kater Blau – und nennt den Rave seinen „sonntäglichen Gottesdienst“. 2022 erschien sein Buch „Sei einfach Du. Zum Jungsein bist du nie zu alt“. Sein Markenzeichen: Bowler-Hut, dreiteiliger Anzug mit Weste, Fliege, Lederhandschuhe. Sein Satz: „Ich kleide mich für mich, nicht für andere.“

Ein Detail, das in den meisten Profilen fehlt: Krabbenhöft ist nicht allein. Seine beste Freundin Britt Kanja, ihrerseits Stil-Ikone in Berlin und über 80, begleitet ihn regelmäßig auf Events, in Modestrecken und auf Instagram-Reels. Das Duo ist gewissermaßen die ältere Generation eines Stadt-Lifestyles, der sich sonst der Mitte-Twentysomething-Bubble zuschreibt.

📊 Warum gerade Berlin: Demografie und digitale Mündigkeit

Berlin hat zum Stichtag 31. Dezember 2024 nach Angaben des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg rund 3,87 Millionen Einwohner, davon etwa 692.000 Personen ab 65 Jahren. Das sind knapp 18 Prozent der Berliner Bevölkerung – weniger als der Bundesdurchschnitt (rund 22 Prozent), aber in absoluten Zahlen ein riesiges Potenzial. Wenn nur fünf Prozent dieser Gruppe regelmäßig Social Media nutzen, sind das 35.000 potenzielle Content-Creator – ohne Pendler aus Brandenburg gerechnet.

Kennzahl Wert Quelle
Berliner Einwohner gesamt ~ 3,87 Mio. Amt für Statistik B-B (2024)
Einwohner ab 65 Jahren in Berlin ~ 692.000 Amt für Statistik B-B (2024)
Krabbenhöft Instagram ~ 300.000 Follower deutschland.de (2024)
Vó do Céu Instagram ~ 360.000 Follower Familie/Management (2026)
Erika Rischko (NRW, Fitness) ~ 124.000 Follower dpa (2024)
Internetnutzung Ü60 Deutschland ~ 80 % D21 Digital-Index (2025)

💼 Der Markt entdeckt die Zielgruppe

Für Marken sind Silver Influencer Berlin eine Schnittstelle, die lange unterschätzt wurde. Die Generation 60 plus hält in Deutschland nach BVDW-Schätzungen rund die Hälfte des frei verfügbaren Vermögens – mit deutlich höherer Markentreue als jüngere Zielgruppen. Berliner Agenturen wie diva-e, Reach Media oder SocialMatch bauen seit etwa zwei Jahren spezialisierte Casting-Pools auf. Krabbenhöft selbst wird seit 2015 von einer Berliner Werbeagentur vertreten – Hut und Weste sind als Markenzeichen markenrechtlich praktisch gesetzt.

Werbekategorien, in denen ältere Influencer derzeit gefragt sind: Mode (insbesondere wertige Männerausstatter), Wein und Spirituosen, Reise (Kreuzfahrt, Kultur-Reisen), Gesundheit und Pflege, Wohnen, Finanzdienstleistungen. Die Honorare liegen laut Berliner Talentagenturen zwischen 500 und 5.000 Euro pro Reel – je nach Followerschaft, Authentizität und Themenkompetenz.

🏘️ Bezirks-Karte der Berliner Senior-Szene

Wo treffen sich die Silver Influencer Berlin? Ein paar Tendenzen aus der Beobachtung:

  • Kreuzberg / Friedrichshain-Kreuzberg: Heimat von Krabbenhöft. Hier mischen sich Techno-Affinität, Lebenshaltung und Mode zu einem unverkennbaren Look. Anlaufpunkte: SO36, Möbel Olfe, Markthalle Neun.
  • Charlottenburg-Wilmersdorf: Britt Kanjas Bezirk, klassischer Wirkraum für Mode-Granfluencer. KaDeWe, Bleibtreustraße, Olivaer Platz – das visuelle Vokabular ist hier eleganter, weniger underground.
  • Pankow / Prenzlauer Berg: Familien-Granfluencer mit Großmutter-Kinder-Content. Cafés am Helmholtzplatz, Kollwitzplatz – das gemütliche Bürgertum als visuelle Bühne.
  • Mitte / Hackescher Markt: Senior-Models, die für Berliner Modemarken posten – oft mit Bezug zur Berlin Fashion Week.
  • Silver Influencer Berlin: Was der Tod der weltberühmten 106-jährigen Vó do Céu für die Hauptstadt-Szene bedeutet - Berlin News Highlights
  • Marzahn-Hellersdorf / Spandau / Lichtenberg: Bislang dünn vertreten in der Influencer-Szene, aber demografisch die ältesten Bezirke der Stadt mit dem höchsten Über-65-Anteil – das ungenutzte Potenzial liegt hier.

🔎 Recherche-Quellen im Überblick

Aspekt Details Quelle
Tod Vó do Céu 106 Jahre, 16.05.2026, Fortaleza Instagram @ima.moura08
Krabbenhöft-Porträt Hipster-Opa, 80, Kreuzberg, 300.000 Follower deutschland.de
Krabbenhöft & Britt Kanja Stil-Ikonen-Duo Berlin Tagesspiegel
Granfluencer-Trend Silver Influencer ab 60 insidebw.de
Berlin Bevölkerung Ü65 692.000 Personen (Ende 2024) Amt für Statistik B-B
Erika Rischko 84 Jahre, Fitness-Granfluencer NRW dpa via Yahoo
Krabbenhöft Wikipedia Biografie, Awards, Clubs de.wikipedia.org

🏛️ BERLINECHO-EINORDNUNG

Warum die Silver Influencer Berlin mehr sind als Boulevard-Romantik

Die Geschichten von Vó do Céu und Günther Krabbenhöft eignen sich für rührende Schlagzeilen. Aber sie verdienen einen genaueren Blick. Vier Punkte, die in den meisten „Senior tanzt im Berghain“-Artikeln untergehen.

1. Sichtbarkeit statt Karikatur
Wenn Krabbenhöft im dreiteiligen Anzug ins Berghain geht oder die brasilianische Internet-Oma einen Lippenstift testet, ist das keine niedliche Anekdote. Es ist eine ernsthafte Korrektur des öffentlichen Bildes vom Alter. In einer Gesellschaft, die jährlich Milliarden in Anti-Aging-Marketing investiert, ist Sichtbarkeit jenseits der 70 eine politische Geste – auch wenn sie nicht so gemeint ist.

2. Marketing entdeckt eine reife Zielgruppe spät – und manchmal zynisch
Dass Werbeagenturen 2026 plötzlich die Ü65-Influencer entdecken, hängt nicht mit gewachsener Wertschätzung zusammen, sondern mit dem demografischen Druck. Die Zielgruppe ist gross, kaufkräftig, beworben werden soll deshalb auch sie. Authentizität wird damit zur knappen Ware – wer wie Krabbenhöft seit elf Jahren konstant denselben Stil lebt, ist im Vorteil.

3. Pflege und Sichtbarkeit gehen zusammen
Vó do Céus Karriere begann nicht im Studio, sondern im Pflegealltag mit ihrer Enkelin. Berliner Pflegeheime und Pflegedienste experimentieren seit etwa 2023 mit ähnlichen Formaten – meist sehr klein, oft auf TikTok, manchmal als Begleitmaterial gegen Vereinsamung. Das hat eine soziale Dimension, die in der Hauptstadt-Sozialpolitik gerade erst diskutiert wird.

4. Berlin könnte mehr aus dem Trend machen
Wenn die Stadt sich als Lifestyle-Metropole verkauft, gehört auch die Senior-Szene in den Erzählhorizont. Eine Berliner Modewoche ohne Krabbenhöft auf der ersten Reihe wäre eine verpasste Gelegenheit. Eine Berliner Filmförderung könnte Silver-Influencer-Dokumentationen aktiv unterstützen. Die Stadt hat den Stoff – sie muss ihn nur erzählen.

📌 EHRLICHE EINORDNUNG:
Der Tod von Vó do Céu ist Anlass, nicht Inhalt. Wer die Geschichte ernst nimmt, schaut auf die eigene Stadt. Berlin hat seine Silver Influencer längst – nur die breite Stadtöffentlichkeit hat sie noch nicht ganz verstanden.

Ariane Nagel · Lifestyle- & Kulturredakteurin BerlinEcho
Als Lifestyle-Redakteurin schaue ich besonders gern auf die Stadtgeschichten, die zwischen Pop-Up und Politik liegen. Mein Anspruch: Trends erkennen, ohne sie auszuschlachten – und Personen würdigen, ohne sie zu romantisieren.

❓ Häufig gestellte Fragen zu Silver Influencer Berlin

Was sind Silver Influencer?

Als Silver Influencer (manchmal auch „Granfluencer“ – aus „Grandparents“ und „Influencer“) werden Social-Media-Personen ab etwa 60 Jahren bezeichnet, die auf Plattformen wie Instagram, TikTok oder YouTube eine relevante Followerschaft aufgebaut haben. Sie bedienen Themen wie Mode, Lifestyle, Fitness, Familie oder Gesellschaft – mit einem Blick, der von jüngeren Influencer:innen abweicht.

Wer sind die bekanntesten Silver Influencer Berlin?

Der bekannteste Silver Influencer Berlin ist Günther Anton Krabbenhöft (geboren 1945), seit 2015 international als „fashionable grandpa“ bekannt – mit rund 300.000 Instagram-Followern und regelmäßigen Auftritten in Berliner Techno-Clubs. Seine Stil-Freundin Britt Kanja, ebenfalls Berlinerin, gehört zu den Stil-Ikonen der Szene. Daneben existiert eine wachsende Zahl kleinerer Kanäle aus Pankow, Mitte und Spandau.

Wer war Vó do Céu?

Vó do Céu, bürgerlich Maria Luiza do Nascimento, war eine brasilianische Senior-Influencerin aus Fortaleza. Sie wurde mit über 360.000 Instagram-Followern bekannt und galt zuletzt als „älteste Influencerin der Welt“. Sie starb am 16. Mai 2026 im Alter von 106 Jahren an einem akuten Herzstillstand.

Wo lebt Günther Krabbenhöft?

Günther Krabbenhöft lebt seit 1968 in Berlin – zunächst im Stadtteil Moabit (Mitte), seit vielen Jahren in Berlin-Kreuzberg. Bekannt wurde er 2015 durch ein Foto an der U-Bahn-Station Kottbusser Tor, das ein schottischer Tourist machte und ins Netz stellte.

Wie viele ältere Menschen leben in Berlin?

Nach Angaben des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg hatten Ende 2024 in Berlin rund 692.000 Personen das 65. Lebensjahr erreicht oder überschritten – knapp 18 Prozent der Berliner Gesamtbevölkerung von rund 3,87 Millionen. In den östlichen Bezirken Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg ist der Anteil überdurchschnittlich.

Verdienen Silver Influencer Geld?

Ja. Werbekooperationen, Buchprojekte und Auftritte sind die typischen Einnahmequellen. Honorare für Reels und Beiträge liegen nach Auskunft Berliner Talentagenturen zwischen 500 und 5.000 Euro – je nach Followerschaft, Themenfeld und Authentizität. Krabbenhöft ist seit 2015 von einer Berliner Werbeagentur vertreten.

In welchen Bezirken sind Silver Influencer Berlin besonders aktiv?

Schwerpunkte sind Kreuzberg, Charlottenburg-Wilmersdorf, Pankow und Mitte. In Marzahn-Hellersdorf und Spandau ist der Anteil älterer Menschen demografisch am höchsten, die Silver-Influencer-Szene aber noch deutlich kleiner – Potenzial wäre vorhanden.

Welche Plattformen sind für Silver Influencer wichtig?

Instagram bleibt führend für die Generation 60 plus, TikTok ist die schnellst wachsende Plattform mit teils dreistelligen Wachstumsraten in der Senioren-Zielgruppe. YouTube wird von ein zweites Standbein vor allem für längere Lifestyle-Formate genutzt.

🏁 Fazit: Der Aufhänger heisst Brasilien, die Geschichte ist Berlin

Vó do Céu wird in den Trauerposts dieser Tage zurecht gewürdigt. Aber ihre eigentliche Wirkung entfaltet sich, wenn man den Blick weiterführt. Silver Influencer Berlin sind keine exotische Randnotiz, sondern Teil einer Stadtkultur, die das Älterwerden anders verhandelt als das Marketing-Durchschnitts-Deutschland. Günther Krabbenhöft tanzt im Berghain, weil er es kann. Britt Kanja postet Modefotos, weil sie es will. Eine wachsende Zahl kleinerer Berliner Senior-Accounts macht dasselbe in bescheidenerem Rahmen.

Was Berlin daraus macht, liegt an der Stadt selbst. Der Stoff ist da: 692.000 Menschen über 65, eine offene Clubkultur, eine Fashion-Infrastruktur, professionalisierte Agenturen, internationales Publikum. Wenn die Hauptstadt es klug spielt, wird die nächste Granfluencer-Generation hier zuhause sein. Und sie wird das Älterwerden in dieser Stadt sichtbarer machen, als es viele Pflege-Symposien je geschafft haben.

🗞 Über die Autorin: Ariane Nagel – Lifestyle- & Kulturredakteurin BerlinEcho
Ich schreibe über das, was Berlin in der Mitte zwischen Stil, Stadt und Gegenwart bewegt – von Pop-Ups über Mode bis zu Generationen-Themen. Mein Anspruch: Trends erkennen, ohne sie zu kommerzialisieren.
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✍ Über den Autor
Redakteurin Kultur & Meinung

Ich bin Ariane, und ich schreibe das, was andere vielleicht nicht schreiben wollen: klare Meinungen. Bei BerlinEcho verantworte ich Kultur und Meinung – und ja, das passt gut zusammen, denn Kultur ohne Haltung ist Dekoration. Berlin ist kulturell einzigartig – das Theaterleben, die Literaturszene, die Kunsträume in Hinterhöfen. Ich besuche Premieren und Ausstellungseröffnungen, schreibe Kritiken, die tatsächlich etwas sagen, und zeige auch, wenn etwas nicht funktioniert. In meiner Kolumne geht es um Dinge, die mir auffallen – gesellschaftliche Widersprüche, Berliner Eigenheiten, manchmal auch einfach Dinge, die mich beschäftigen. Ob das beim Lesen Zustimmung oder Widerspruch auslöst: beides ist mir recht, solange es eine echte Reaktion ist. Für Pressematerialien, Einladungen und Diskussionen bin ich über Twitter oder Instagram erreichbar.

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