Kultur 📅 8. September 2026 ⏱ 6 Min. 👁 95 Aufrufe

Ryuichi Sakamoto: Erste Europa-Retrospektive in Berlin

Der Hamburger Bahnhof zeigt ab dem 11. September die erste große europäische Retrospektive über Ryuichi Sakamoto. Sieben Werke in fünf Installationen, darunter ein Klavier aus dem Tsunami von 2011. Eröffnet wird am Donnerstagabend im Rahmen der Berlin Art Week.

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Kurzantwort

Der Hamburger Bahnhof zeigt ab dem 11. September 2026 die erste große europäische Retrospektive über Ryuichi Sakamoto. „seeing sound, hearing time“ versammelt sieben Werke in fünf großformatigen Installationen auf rund 1.500 Quadratmetern in den Rieckhallen. Die Ausstellung läuft bis zum 20. Juni 2027, der Eintritt ist im Tagesticket für 16 Euro enthalten.

Inhaltsverzeichnis+
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Eröffnung am Donnerstag
  3. Das Klavier aus dem Tsunami
  4. Wer Ryuichi Sakamoto war
  5. Termine, Tickets, Anfahrt
  6. Die Berlin Art Week drumherum
  7. Quellen im Überblick
  8. Häufige Fragen

Das Wichtigste in Kürze

  • Was: „Ryuichi Sakamoto. seeing sound, hearing time“, erste große Retrospektive in Europa.
  • Wo: Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, Invalidenstraße 50/51, Berlin-Moabit.
  • Eröffnung: Donnerstag, 10. September 2026, 19 bis 22 Uhr, Eintritt frei, keine Anmeldung nötig.
  • Laufzeit: 11. September 2026 bis 20. Juni 2027.
  • Umfang: sieben Werke in fünf Installationen, rund 1.500 Quadratmeter in den Rieckhallen.
  • Eintritt: Tagesticket 16 Euro, ermässigt 8 Euro, unter 18 Jahren frei.
  • Kuratiert von: Ingrid Buschmann und Sachiko Namba.
  • Stand der Angaben: 8. September 2026.

Eröffnung am Donnerstag

Die Ausstellung wird am Donnerstagabend eröffnet, von 19 bis 22 Uhr. Der Eintritt zur Eröffnung ist frei, anmelden muss man sich nicht. Begrüssungsworte sprechen Museumsdirektor Sam Bardaouil sowie die beiden Kuratorinnen Ingrid Buschmann und Sachiko Namba.

Anwesend ist auch Carsten Nicolai – der Berliner Künstler, der unter dem Namen Alva Noto seit Jahren mit Sakamoto zusammengearbeitet hat und selbst mit Arbeiten in der Ausstellung vertreten ist. Zwei seiner Filme verwenden Musik von Sakamotos letztem Album „12″, einem Klangtagebuch aus den Jahren 2021 und 2022.

Regulär geöffnet ist die Schau ab Freitag, dem 11. September. Am selben Tag gibt es um 17 Uhr eine Kuratorinnenführung und um 19 Uhr ein Konzert im Haus.

Das Klavier aus dem Tsunami

Das Herzstück der Ausstellung ist die Arbeit „IS YOUR TIME“. Im Zentrum steht ein Klavier, das beim Tsunami von 2011 in Japan beschädigt wurde. Angesteuert wird es von seismischen Daten in Echtzeit – die Erde selbst spielt also auf einem Instrument, das sie zuvor zerstört hat.

Das erklärt, warum diese Retrospektive anders ausfällt, als viele erwarten dürften: Sie besteht nicht aus Platten, Partituren und Filmplakaten, sondern fast vollständig aus Klanginstallationen – aus jenem Teil von Sakamotos Werk, der nie im Radio lief.

Seit den 2000er Jahren entwickelte er dreidimensionale Klangräume, oft gemeinsam mit anderen Künstlern: mit Shiro Takatani, mit Carsten Nicolai, mit dem Filmemacher Apichatpong Weerasethakul. Sieben dieser Arbeiten sind in Berlin zu sehen, verteilt auf fünf Installationen.

Wer Ryuichi Sakamoto war

Die meisten kennen ihn über den Oscar. Für die Musik zu Bernardo Bertoluccis „Der letzte Kaiser“ erhielt Sakamoto 1988 den Academy Award, dazu kamen im Lauf seines Lebens zwei Golden Globes und ein Grammy.

Das ist nur ein Ausschnitt. Geboren 1952 in Tokio, debütierte er 1978 mit dem Album „Thousand Knives“ und gründete im selben Jahr das Yellow Magic Orchestra mit – eine der einflussreichsten Elektronikformationen überhaupt. Sein Werk umfasst Popalben, klassische Kompositionen, zwei Opern und fast 45 Film- und Fernsehsoundtracks.

Außerhalb der Musik gründete er die Organisation „more trees“ zum Schutz von Wäldern und das Tohoku Youth Orchestra, um Betroffenen des Erdbebens von 2011 über die Musik zu helfen. Ryuichi Sakamoto starb am 28. März 2023 im Alter von 71 Jahren.

Eine Einzelausstellung in Berlin hatte er zu Lebzeiten nie. Seine Arbeiten wurden in Seoul, Peking, Chengdu, Tokio und Hongkong gezeigt – Europa fehlte in dieser Reihe bislang.

Termine, Tickets, Anfahrt

Angabe Details
Eröffnung Donnerstag, 10. September 2026, 19 bis 22 Uhr, Eintritt frei
Laufzeit 11. September 2026 bis 20. Juni 2027
Ort Hamburger Bahnhof, Invalidenstraße 50/51, Rieckhallen
Eintritt Tagesticket 16 Euro, ermässigt 8 Euro, unter 18 Jahren frei
Gut zu wissen Es gibt kein separates Ausstellungsticket – das Tagesticket gilt für alle Schauen im Haus
Anfahrt wenige Minuten zu Fuß vom Hauptbahnhof

Zwei praktische Hinweise: Online lassen sich Tickets bis zu 28 Tage im Voraus buchen, an der Kasse gibt es sie auch spontan. Und weil es sich um Klanginstallationen handelt, lohnt ein Besuch zu einer ruhigen Zeit mehr als am vollen Wochenende – die Arbeiten leben davon, dass man ihnen zuhören kann.

Die Berlin Art Week drumherum

Die Eröffnung fällt bewusst in die Berlin Art Week. Für den Hamburger Bahnhof ist die Schau zugleich das Kernstück des eigenen Jubiläumsprogramms: Das Haus feiert 2026 sein 30-jähriges Bestehen mit acht Sonderausstellungen, einer neuen Sammlungspräsentation, Performances und Konzerten.

Der Höhepunkt dieses Programms kommt erst im November: Am Jubiläumswochenende vom 13. bis 15. November ist das Museum 30 Stunden durchgehend geöffnet, begleitet von einer internationalen Konferenz.

Dass ausgerechnet Sakamoto den Auftakt macht, passt zum Haus. Die Schnittstelle von Klang und Kunst gehört seit der Gründung vor 30 Jahren zu seinem Profil.

Weitere Ausstellungstipps sammeln wir in der Rubrik Kultur, einen Überblick über die Museumslandschaft gibt der Beitrag zu den Öffnungszeiten und Tickets der Berliner Museen. Wer die Szene dahinter kennenlernen will, findet Einblicke im Text über Berliner Galeristen. Was das Haus sonst zeigt, steht im Beitrag zum Berliner Ausstellungsjahr.

Quellen im Überblick

Angabe Quelle
Laufzeit, Umfang, Kuratorinnen, Eröffnungstermin Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart
Programm der Art Week und Begleitveranstaltungen Berlin Art Week
Tickets und Öffnungszeiten Museumsportal Berlin

Häufige Fragen zur Ausstellung

Wann läuft die Ryuichi Sakamoto Ausstellung in Berlin?

Vom 11. September 2026 bis zum 20. Juni 2027 im Hamburger Bahnhof. Die Eröffnung findet am Donnerstag, dem 10. September, von 19 bis 22 Uhr statt und ist kostenlos.

Was kostet der Eintritt?

Das Tagesticket kostet 16 Euro, ermässigt 8 Euro. Unter 18 Jahren ist der Eintritt frei. Ein separates Ticket nur für diese Ausstellung gibt es nicht – das Tagesticket gilt für alle Schauen im Haus.

Was ist in der Ausstellung zu sehen?

Sieben Werke in fünf großformatigen Installationen auf rund 1.500 Quadratmetern in den Rieckhallen. Es sind überwiegend Klang- und Videoinstallationen, keine klassische Werkschau mit Platten und Partituren.

Was hat es mit dem Klavier auf sich?

Die zentrale Arbeit „IS YOUR TIME“ ist um ein Klavier gebaut, das beim Tsunami 2011 in Japan beschädigt wurde. Angesteuert wird es von seismischen Daten in Echtzeit.

Wer war Ryuichi Sakamoto?

Ein 1952 in Tokio geborener Komponist, Produzent und Künstler. Er war Mitbegründer des Yellow Magic Orchestra, schrieb fast 45 Film- und Fernsehsoundtracks und erhielt für „Der letzte Kaiser“ einen Oscar. Er starb am 28. März 2023.

Fazit: Eine Retrospektive ohne die bekannten Stücke

Wer wegen der Filmmusik kommt, wird überrascht: Diese Schau zeigt den Teil von Sakamotos Arbeit, den kaum jemand kennt – begehbare Klangräume statt Soundtracks. Dass die erste europäische Retrospektive drei Jahre nach seinem Tod in Berlin stattfindet und neun Monate läuft, gibt genug Zeit, sich darauf einzulassen. Die Eröffnung am Donnerstag ist kostenlos, danach reicht das normale Tagesticket.

🗞 Über die Autorin: Ariane Nagel – Redaktion Kultur
Termine und Preise habe ich gegen die Angaben des Museums geprüft. Bei Ausstellungen mit langer Laufzeit lohnt vor dem Besuch trotzdem ein Blick auf die Museumsseite – Öffnungszeiten ändern sich über neun Monate.
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✍ Über den Autor
Redakteurin Kultur & Meinung

Ich bin Ariane, und ich schreibe das, was andere vielleicht nicht schreiben wollen: klare Meinungen. Bei BerlinEcho verantworte ich Kultur und Meinung – und ja, das passt gut zusammen, denn Kultur ohne Haltung ist Dekoration. Berlin ist kulturell einzigartig – das Theaterleben, die Literaturszene, die Kunsträume in Hinterhöfen. Ich besuche Premieren und Ausstellungseröffnungen, schreibe Kritiken, die tatsächlich etwas sagen, und zeige auch, wenn etwas nicht funktioniert. In meiner Kolumne geht es um Dinge, die mir auffallen – gesellschaftliche Widersprüche, Berliner Eigenheiten, manchmal auch einfach Dinge, die mich beschäftigen. Ob das beim Lesen Zustimmung oder Widerspruch auslöst: beides ist mir recht, solange es eine echte Reaktion ist. Für Pressematerialien, Einladungen und Diskussionen bin ich über Twitter oder Instagram erreichbar.

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