Erneut ein queerfeindlicher Angriff Friedrichshain: Eine Gruppe von rund 15 jungen Männern soll im Volkspark Friedrichshain gezielt schwule Männer attackiert haben. Ein Mann erlitt nach Schilderungen Betroffener erhebliche Verletzungen im Gesicht. Es ist nicht der erste Vorfall rund um die bekannte Cruising-Area am Märchenbrunnen. Seit dem Sommer 2025 ermittelt der Berliner Staatsschutz wegen einer Serie mutmaßlich queerfeindlicher Übergriffe in dem Park – und die Sorge in der queeren Community waechst.
📑 Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Gruppe von rund 15 jungen Männern soll im Volkspark Friedrichshain gezielt schwule Männer angegriffen haben – ein Mann wurde erheblich im Gesicht verletzt.
- Tatort ist erneut die Cruising-Area am Märchenbrunnen, einer der bekanntesten Treffpunkte schwuler Männer in Berlin.
- Bereits im August 2025 gab es dort mehrere mutmaßlich queerfeindliche Übergriffe; die Polizei spricht von einer Häufung von Straftaten aus dem queerfeindlichen Spektrum.
- Das Landeskriminalamt und der Polizeiliche Staatsschutz ermitteln wegen Raub, gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung.
- Die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg hat die Angriffe per Resolution verurteilt, die Polizei verstaerkt die Streifen im Park.
Queerfeindlicher Angriff Friedrichshain: Was bislang bekannt ist

Beim juengsten queerfeindlichen Angriff Friedrichshain soll eine etwa 15-köpfige Gruppe junger Männer im Volkspark gezielt nach schwulen Männern gesucht und sie attackiert haben. Ein Betroffener erlitt erhebliche Verletzungen im Gesicht. Das Muster ähnelt frueheren Faellen: Die Angreifer ziehen durch die dunklen Bereiche der Cruising-Area, sprechen Besucher an und schlagen zu. Polizeilich bestaetigte Details zum genauen Tathergang lagen zunaechst nicht vollstaendig vor.
Die Cruising-Area liegt rund um den Märchenbrunnen im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg – ein seit Jahrzehnten etablierter Treffpunkt, an dem schon zu DDR-Zeiten gecruist wurde. Aus Datenschutzgründen nennen wir weder Namen noch genaue Adressen von Betroffenen. Wer Zeuge eines Übergriffs wird, sollte den Vorfall bei der Polizei Berlin oder beim Anti-Gewalt-Projekt MANEO melden.
Warum der Volkspark zur Zielscheibe wird
Der Volkspark Friedrichshain zählt neben dem Tiergarten in Mitte, der Hasenheide in Neukölln und einem Parkplatz im Grunewald zu den bekanntesten Cruising-Gebieten der Stadt. Genau diese Bekanntheit macht ihn angreifbar. Täter wissen, dass die Hemmschwelle zur Anzeige hier besonders hoch ist – aus Angst vor Outing, Stigmatisierung oder fehlendem Vertrauen in die Behoerden.
Das Ausmaß zeigt der Jahresbericht des schwulen Anti-Gewalt-Projekts MANEO. Für 2025 verzeichnete die Beratungsstelle mehr als 1.000 neue Meldungen queerfeindlicher Vorfälle – ein Höchststand. Allein 26 Übergriffe entfielen auf Cruising-Gebiete. MANEO geht von einem Dunkelfeld von 80 bis 90 Prozent aus: Die allermeisten Angriffe werden nie angezeigt. Nach Polizeiangaben sind rund 71 Prozent der Opfer queerfeindlicher Gewalt schwule oder bisexuelle Männer, etwa 87 Prozent der Tatverdächtigen junge Männer. Mehr zum Thema queerfeindliche Gewalt in Berlin sammeln wir laufend.
Wie Polizei und Bezirk auf die Angriffe reagieren
Die Polizei Berlin spricht offiziell von einer «Häufung von Straftaten» in der Gegend der Cruising-Area, die dem «queerfeindlich/homophoben Spektrum» zuzuordnen seien, und geht von einer «mutmaßlich queerfeindlichen Tatmotivation» aus. Nach mehreren Anzeigen schwuler Männer wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Raub übernahm das Landeskriminalamt; bearbeitet werden die Faelle vom Polizeilichen Staatsschutz.
Als Konsequenz hat die Polizei die Streifentaetigkeit im Park intensiviert, besonders in den Nachtstunden. Auf bezirklicher Ebene verurteilte die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg die Taten am 15. Oktober 2025 in einer Resolution mit dem Titel «Für einen sicheren Bezirk für alle! Solidarität mit der queeren Community». Der Beschluss wurde auf Initiative der Linksfraktion einstimmig mit den Stimmen von Grünen, SPD und CDU angenommen. Bezirksbürgermeisterin ist Clara Herrmann (Grüne). Kritik gibt es dennoch: Die Resolution blieb weitgehend symbolisch, konkrete Maßnahmen wie bessere Beleuchtung oder feste Ansprechstellen fehlen bislang. Wie der RBB und parlamentarische Anfragen im Abgeordnetenhaus zeigen, raeumt auch der Senat eine Zunahme von Queerfeindlichkeit im öffentlichen Raum ein. Weitere Faelle dokumentieren wir im Dossier Sicherheit in Berlin.
Wo Betroffene Hilfe finden
Wer von einem Übergriff betroffen oder Zeuge wird, sollte den Fall melden – jede Anzeige macht das tatsaechliche Ausmaß sichtbar. In akuten Notfaellen gilt der Polizeiruf 110. Für queerfeindliche Gewalt ist MANEO, das schwule Anti-Gewalt-Projekt in Berlin, seit über 30 Jahren die zentrale Anlaufstelle. Die Beratung erfolgt auf Wunsch anonym.
• Notruf Polizei: 110
• MANEO – Das schwule Anti-Gewalt-Projekt, Buelowstraße 106, 10783 Berlin-Schöneberg – maneo.de
• Strafanzeige bei jeder Dienststelle der Polizei Berlin moeglich.
Im August 2025 machte eine Gruppe junger Männer an mehreren Abenden gezielt Jagd auf Besucher der Cruising-Area, kesselte sie ein, raubte und schlug sie zusammen – drei weitere Faelle wurden allein in diesem Monat angezeigt. Das Bedeutsame daran: Erstmals sprach selbst die Polizei von einem «scheinbar organisierten Angriff». Für die queere Community in Friedrichshain-Kreuzberg, einem ihrer historischen Rückzugsräume, bedeutet jeder neue Vorfall, dass ein Stueck Freiheit verloren geht – und dass aus einem Treffpunkt ein Angstraum wird.
Quellen
| Quelle | Inhalt |
|---|---|
| Polizei Berlin | Einschätzung «Häufung», queerfeindliche Tatmotivation, Staatsschutz-Ermittlungen |
| rbb24 | Berichterstattung zu den Angriffen und der politischen Reaktion |
| MANEO-Report 2025 | Höchststand queerfeindlicher Meldungen, Dunkelfeld 80–90 Prozent |
| Abgeordnetenhaus Berlin | Schriftliche Anfragen zu Cruising-Areas und Maßnahmen des Senats |
Häufige Fragen zum queerfeindlichen Angriff Friedrichshain
Was ist beim queerfeindlichen Angriff Friedrichshain passiert?
Eine Gruppe von rund 15 jungen Männern soll im Volkspark Friedrichshain gezielt schwule Männer attackiert haben. Ein Mann wurde erheblich im Gesicht verletzt. Es handelt sich um einen weiteren Fall in einer seit 2025 dokumentierten Serie von Übergriffen rund um die Cruising-Area.
Wo genau liegt die Cruising-Area im Volkspark Friedrichshain?
Der Treffpunkt befindet sich rund um den Märchenbrunnen und die bewaldeten Bunkerberge im Volkspark Friedrichshain, dem ältesten öffentlichen Park Berlins. Aus Schutzgründen verzichten wir auf genauere Ortsangaben.
Wer ermittelt zu den Angriffen?
Nach mehreren Anzeigen wegen Raub, gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung hat das Landeskriminalamt übernommen. Bearbeitet werden die Faelle vom Polizeilichen Staatsschutz, der von einer mutmaßlich queerfeindlichen Tatmotivation ausgeht.
Wo finden Betroffene queerfeindlicher Gewalt Hilfe?
In akuten Notfaellen gilt der Polizeiruf 110. Für queerfeindliche Gewalt ist MANEO, das schwule Anti-Gewalt-Projekt in Berlin-Schöneberg, die zentrale Anlaufstelle und beraet auf Wunsch anonym.
Unsere Einordnung
Resolutionen und Sonntagsreden helfen niemandem, der nachts im Park zusammengeschlagen wird. Solange die Angriffe sich häufen und das Dunkelfeld bei 80 bis 90 Prozent liegt, braucht es mehr als Symbolpolitik: verlässliche Streifen, Beleuchtung, geschulte Ansprechstellen – und vor allem das Signal, dass Anzeigen ernst genommen werden. Friedrichshain-Kreuzberg war immer ein Versprechen von Freiheit. Dieses Versprechen verteidigt man nicht mit Worten allein.
– Ida Nagel, Gesellschafts- und Wohnungsredakteurin, BerlinEcho
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ℹ️ Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde unter Einsatz von KI-Tools (Claude, Gemini) recherchiert und vorstrukturiert, anschließend redaktionell überarbeitet, mit Berliner Lokalkenntnis ergänzt und faktengeprüft durch die BerlinEcho-Redaktion.




