Die Organisierte Kriminalität Berlin stellt die Behörden vor große Herausforderungen. Erst kürzlich führten umfassende Ermittlungen und Verbundeinsätze zu zahlreichen Festnahmen und einem tieferen Einblick in die Strukturen krimineller Netzwerke. Besonders Clankriminalität und Schutzgelderpressung prägen das Bild. Die Justiz reagiert mit spezialisierten Ermittlungsgruppen und verstärkten Kontrollen, um die Sicherheit in der Hauptstadt zu gewährleisten.📑
Was ist Organisierte Kriminalität Berlin?
Organisierte Kriminalität Berlin bezieht sich auf die Aktivitäten von auf Dauer angelegten, hierarchisch oder netzwerkartig strukturierten Gruppen, die schwerwiegende Straftaten begehen, um Gewinne zu erzielen oder Macht zu erhalten. Dies umfasst Delikte wie Drogenhandel, Schutzgelderpressung, illegalen Waffenhandel und Geldwäsche. Der Fokus liegt dabei oft auf der systematischen Unterwanderung legaler Wirtschaftsstrukturen und der Einschüchterung von Zeugen und Opfern. In Berlin sind verschiedene kriminelle Netzwerke aktiv, die die Justiz und Polizei mit komplexen Ermittlungen herausfordern. Die Bekämpfung der Organisierten Kriminalität Berlin erfordert eine enge Zusammenarbeit verschiedener Behörden.
Clankriminalität in Berlin: Die aktuellen Zahlen

Die Clankriminalität in Berlin zeigt eine besorgniserregende Entwicklung. Laut dem aktuellen Lagebild des Landeskriminalamtes (LKA) für das Jahr 2025 wurden 685 Personen dem Milieu der Clankriminalität zugerechnet, was einem Anstieg von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr 2024 entspricht. Die Polizei registrierte in diesem Zusammenhang 952 Straftaten durch 342 Verdächtige, die den arabischstämmigen Clans zugeordnet werden. Diese Zahlen stiegen ebenfalls im Vergleich zu 2024. Die Schwerpunkte der Delikte lagen bei Rohheitsdelikten wie Körperverletzungen und Raubtaten (23 Prozent), Verkehrsstraftaten (16 Prozent) und Diebstahlsdelikten (16 Prozent), wie der Stern berichtete. Von den 685 Personen haben 46 Prozent eine deutsche Staatsangehörigkeit, 25 Prozent eine libanesische oder deutsch-libanesische, während bei 11 Prozent die Nationalität ungeklärt ist. Ein kleinerer Teil hat türkische oder syrische Nationalitäten.
| Statistik | 2024 | 2025 |
|---|---|---|
| Dem Milieu zugerechnet | ca. 617 | 685 (+11%) |
| Registrierte Straftaten | ca. 850 | 952 |
| Verdächtige | ca. 308 | 342 |
| Schwerpunkt | Rohheitsdelikte | Rohheitsdelikte (23%) |
Spezialisierte Ermittlungsgruppen: Telum und Ferrum
Um die Organisierte Kriminalität Berlin effektiver zu bekämpfen, wurden spezialisierte Ermittlungsgruppen ins Leben gerufen. Die Staatsanwaltschaft gründete Ende Februar 2026 die Ermittlungsgruppe „Telum“ (lateinisch für „Angriffswaffe“), die sich auf die Bekämpfung der Organisierten Kriminalität und illegalen Waffenhandel konzentriert. Bis zum 27. Mai 2026 bearbeiteten die Juristen bereits 126 Verfahren, und in acht weiteren Fällen wurde Anklage erhoben. Aktuell befinden sich 29 Verdächtige in Untersuchungshaft, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft dem Spiegel mitteilte. Ein aktueller Prozess vor dem Landgericht Berlin behandelt Schutzgelderpressung und Schüsse als Denkzettel, bei dem vier Männer im Alter von 21 bis 26 Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung, versuchter schwerer räuberischer Erpressung und Bedrohung angeklagt sind. Die Berliner Polizei richtete bereits im November 2025 die Ermittlungseinheit „Ferrum“ („Eisen“) des Landeskriminalamtes ein, um die zunehmende Schusswaffengewalt in der Hauptstadt zu adressieren. Beide Gruppen arbeiten eng zusammen.
Verbundeinsätze in Reinickendorf und darüber hinaus

Die Bekämpfung der Organisierten Kriminalität Berlin erfordert nicht nur spezialisierte Ermittlungsgruppen, sondern auch koordinierte Verbundeinsätze. Am 3. Juni 2026 führten Mitarbeiter des Ordnungsamtes Reinickendorf gemeinsam mit dem Hauptzollamt Berlin und der Polizei Berlin gezielte Gewerbekontrollen im Bezirk Reinickendorf durch. Schwerpunkt des Einsatzes waren gastronomische Betriebe sowie Shisha-Geschäfte. Insgesamt wurden sechs Gewerbebetriebe überprüft. Dabei wurden Verstöße gegen das Verpackungsgesetz, das Nichtraucherschutzgesetz, das Jugendschutzgesetz, das Gaststättengesetz sowie unerlaubte Sondernutzung öffentlichen Straßenlandes festgestellt. In einem Betrieb an der Scharnweberstraße, Reinickendorf, musste ein Raucherraum gesperrt werden, da die Lüftungsanlage nicht funktionstüchtig war. Das Hauptzollamt Berlin beschlagnahmte zudem rund 8,4 Kilogramm Wasserpfeifentabak. Bezirksstadtrat Sebastian Pieper (CDU) betonte die Wichtigkeit dieser Zusammenarbeit: „Regelmäßige und unangekündigte Kontrollen tragen dazu bei, rechtswidrige Strukturen aufzudecken, Wettbewerbsverzerrungen entgegenzuwirken und die Sicherheit im öffentlichen Raum zu stärken“, so Pieper laut berlin.de. Weitere gemeinsame Kontrollmaßnahmen sind bereits geplant.
🏛️ BerlinEcho-Einordnung
Die aktuellen Berichte zur Organisierten Kriminalität in Berlin zeichnen ein Bild von verstärkten Maßnahmen, doch die eigentliche Herausforderung liegt tiefer als nur in den Zahlen von Straftaten und Verdächtigen.
Die veröffentlichten Zahlen bilden nur das Hellfeld ab. Die Dunkelziffer, insbesondere bei Schutzgelderpressung und Einschüchterung, bleibt enorm. Viele Opfer scheuen aus Angst vor Repressalien den Gang zur Polizei, was eine umfassende Lagebewertung erschwert.
Wenn ich die Berichte zur Organisierten Kriminalität Berlin lese, denke ich an die vielen kleinen Geschäfte in der Müllerstraße in Wedding, die stillschweigend unter Druck gesetzt werden. Die sichtbaren Erfolge sind wichtig, aber der unsichtbare Kampf gegen die Angst der Betroffenen braucht mehr Aufmerksamkeit.

Häufige Fragen zu Organisierte Kriminalität Berlin
Was sind die Hauptschwerpunkte der Organisierten Kriminalität Berlin?
Die Organisierte Kriminalität Berlin konzentriert sich hauptsächlich auf Rohheitsdelikte wie Körperverletzung und Raubtaten, Verkehrsstraftaten sowie Diebstahlsdelikte. Darüber hinaus sind Schutzgelderpressung, Drogen- und Waffenhandel sowie Geldwäsche in den Fokus der Ermittlungsbehörden gerückt. Das Ziel ist oft, kriminelle Einnahmen in den legalen Wirtschaftssektor zu investieren, etwa durch den Betrieb von Shisha-Bars oder Juweliergeschäften. Diese Aktivitäten untergraben nicht nur die öffentliche Sicherheit, sondern verzerren auch den Wettbewerb für ehrliche Gewerbetreibende in Berlin.
Welche Ermittlungsgruppen bekämpfen die Organisierte Kriminalität in Berlin?
In Berlin sind zwei spezialisierte Ermittlungsgruppen aktiv, die sich der Bekämpfung der Organisierten Kriminalität Berlin widmen: „Telum“ und „Ferrum“. „Telum“ wurde Ende Februar 2026 von der Staatsanwaltschaft Berlin ins Leben gerufen und fokussiert sich auf die Bekämpfung der Organisierten Kriminalität und illegalen Waffenhandel. Die Einheit „Ferrum“ des Landeskriminalamtes wurde bereits im November 2025 eingerichtet, um der Zunahme von Schusswaffengewalt entgegenzuwirken. Beide Gruppen arbeiten eng zusammen, um kriminelle Netzwerke nicht nur zu identifizieren, sondern dauerhaft zu zerschlagen und die öffentliche Sicherheit zu verbessern.
Wie viele Verdächtige wurden 2026 im Zusammenhang mit Organisierte Kriminalität Berlin festgenommen?
Im Rahmen der verstärkten Maßnahmen gegen die Organisierte Kriminalität Berlin wurden bis zum 27. Mai 2026 insgesamt 29 Verdächtige in Untersuchungshaft genommen. Diese Erfolge sind das Ergebnis der intensiven Arbeit der Ermittlungsgruppe „Telum“ der Staatsanwaltschaft, die 126 Verfahren bearbeitet. Vier dieser Verdächtigen stehen bereits wegen schwerwiegender Delikte wie gefährlicher Körperverletzung und versuchter schwerer räuberischer Erpressung vor Gericht. Diese Festnahmen zeigen den konsequenten Kurs der Berliner Justiz, kriminelle Netzwerke zu zerschlagen und Schutzgelderpressung als Geschäftsmodell zu beenden.
Welche Rolle spielen Verbundeinsätze bei der Bekämpfung der Organisierten Kriminalität Berlin?
Verbundeinsätze, wie der am 3. Juni 2026 in Reinickendorf, sind ein entscheidendes Instrument im Kampf gegen die Organisierte Kriminalität Berlin. Durch die enge Zusammenarbeit von Ordnungsamt, Hauptzollamt und Polizei können nicht nur schwerwiegende Straftaten, sondern auch illegale Gewerbepraktiken und Wettbewerbsverzerrungen aufgedeckt werden. Solche unangekündigten Kontrollen in gastronomischen Betrieben und Shisha-Geschäften ermöglichen es, Verstöße gegen verschiedene Gesetze – vom Verpackungs- bis zum Jugendschutzgesetz – zu ahnden und rechtswidrige Strukturen nachhaltig zu stören. Dies schützt auch die vielen Gewerbetreibenden, die sich an Recht und Gesetz halten.
Wie hoch ist der Anteil von Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit in der Organisierten Kriminalität Berlin?
Laut dem Lagebild des Landeskriminalamtes für 2025 haben 46 Prozent der dem Milieu der Clankriminalität zugerechneten Personen eine deutsche Staatsangehörigkeit. Dies unterstreicht, dass die Organisierte Kriminalität Berlin kein rein ausländisches Phänomen ist, sondern tiefe Wurzeln in der Gesellschaft schlägt. Weitere 25 Prozent besitzen eine libanesische oder deutsch-libanesische Staatsangehörigkeit, während bei 11 Prozent die Nationalität ungeklärt ist. Ein geringerer Anteil hat türkische oder syrische Nationalitäten. Diese Verteilung zeigt die komplexen Herausforderungen bei der Bekämpfung dieser kriminellen Strukturen.
Unsere Einordnung
Die verstärkten Ermittlungen und Verbundeinsätze gegen die Organisierte Kriminalität Berlin sind wichtige Schritte. Doch die Zahlen zeigen auch, dass die kriminellen Netzwerke sich anpassen und tief in die Stadtgesellschaft hineinwirken. Der Kampf ist ein Marathon, kein Sprint, und erfordert neben der Polizeiarbeit auch eine konsequente Stärkung der Zivilgesellschaft und der legalen Wirtschaft.
– Maik Möhring, Verantwortlicher & Chefredakteur, BerlinEcho
🗞 Über den Autor: Maik Möhring – Verantwortlicher & Chefredakteur
Wenn ich die Berichte zur Organisierten Kriminalität Berlin lese, denke ich an die vielen kleinen Geschäfte in der Müllerstraße in Wedding, die stillschweigend unter Druck gesetzt werden. Die sichtbaren Erfolge sind wichtig, aber der unsichtbare Kampf gegen die Angst der Betroffenen braucht mehr Aufmerksamkeit.
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